Vollkommen ausgelaugt - was kann ich noch tun? *Achtung lang*

Hallo zusammen,

tja, wo fange ich am besten an? Ich habe das Gefühl, nicht mehr zu existieren, nur noch irgendwie zu versuchen, durch den Tag zu kommen, darauf zu hoffen, dass alles irgendwann besser wird. Jeden Tag überlege ich von vorne bis hinten, wie ich meine Situation verbessern kann, aber ich sehe einfach keine Möglichkeiten mehr. Meine Hoffnung ist, dass ich mich hier etwas sortieren kann und vielleicht den ein oder anderen Tipp von Außenstehenden bekomme.

Ich bin verheiratet, kenne meinen Mann schon seit fast 20 Jahren. Es gab und gibt natürlich hin und wieder mal Streit, wie das eben so ist, aber alles in allem haben wir immer recht harmonisch zusammengelebt. Seit 1,5 Jahren sind wir nun auch Eltern eines Sohnes und mit seiner Geburt hat sich wirklich alles verändert.

Seitdem der Kleine auf der Welt ist, herrscht bei uns zu Hause Dauergemecker. Geschlafen hat er in seinem Leben nie mehr als 11 Stunden in 24 Stunden. In guten Nächten wacht er nur dreimal auf, in schlechten Nächten ist er stündlich wach. Eigentlich wollte ich auch schon längst nachts abstillen, aber keine Chance - er lässt sich überhaupt nicht anders beruhigen (schreit notfalls so lange, bis er blau anläuft und kaum noch Luft bekommt). Teilweise ist er nachts 1-2 Stunden am Stück wach. Dementsprechend sehen also meine Nächte aus. Da es ohne Stillen nicht geht, kann ich mich nie rausziehen, mal eine Nacht durchschlafen. Ich könnte die ganze Zeit heulen vor lauter Müdigkeit. Auch Abends ins Bett bringen kann nur ich ihn. Teilweise dauert das Einschlafen bis zu zwei Stunden. In den 1,5 Jahren war ich an zwei Abenden mal für kurze Zeit weg (dringende Termine) und beide Abende waren eine Katastrophe. Eingeschlafen ist der Kleine erst, als ich wieder da war, bei seinem Papa keine Chance.

Mein Sohn geht unter der Woche tagsüber zu einer Tagesmutter (wo er übrigens der reinste Sonnenschein ist), unsere gemeinsame Zeit versuche ich ausgewogen zu gestalten. Er kommt mit zu alltäglichen Erledigungen oder wird altersgerecht beim Haushalt mit einbezogen, ansonsten spielen wir, schauen Bücher an, gehen auf den Spielplatz oder hören Musik, ich versuche ihm Möglichkeiten zum Auspowern zu geben, aber auch zum Entspannen und zum "Runterfahren". Ab und zu schafft er es , sich ein paar Minuten lang selbst zu beschäftigen.
Während dieser Zeit gibt es kaum mal eine halbe Stunde, in der nicht gemeckert oder geschrien wird. Der kleinste Anlass genügt, um meinen Sohn zum Ausflippen zu bringen. Teilweise wirkt das für mich wie ein Trotzanfall eines Zweijährigen. Er wirft sich dann voller Wut auf den Boden und man merkt richtig, wie irgendwas in seinem Kopf "Klick" macht. Er kann dann gar nicht anders, als seinen Frust lautstark rauszulassen. Wenn sein Wutanfall vorbei ist, wirkt er selbst richtig erleichtert und kommt sofort zum Kuscheln und Trösten. Er ist generell ein Kind, das sehr viel Körperkontakt braucht. Am liebsten würde er immer auf dem Arm sein, auf dem Schoß sitzen oder Stillen.

Diese ganze Situation ist natürlich äußerst belastend. Ich liebe meinen Sohn über alles und versuche, das alles irgendwie zu meistern, aber es ist schwer, zumal mein Mann keine wirkliche Unterstützung ist. Er arbeitet Vollzeit und kommt teilweise erst spät nach Hause. Am Wochenende geht er häufig seinem Hobby nach, für das er u.U. mehrere Stunden am Tag unterwegs ist. Haushalt, Einkäufe usw. bleiben an mir hängen ("nebenbei" arbeite ich auch noch 30 Stunden pro Woche). Der Rest ist dann Familienzeit, die wir zu dritt verbringen. Zeit für mich alleine habe ich nur sehr selten. Leider haben wir auch keine Großeltern in der Nähe oder andere Personen, die sich ab und zu mal stundenweise um den Kleinen kümmern könnten.
Selbstverständlich habe ich bereits mehrfach versucht, meinem Mann die belastende Situation näher zu bringen und wir haben stundenlange Diskussionen über Mental Load etc. geführt. Er ist ein helles Köpfchen und natürlich weiß er um das Problem. Aber die Bequemlichkeit ist einfach zu groß. Auch wenn ich die "harten Bandagen" auspacke und z.B. seine Wäsche wochenlang nicht mehr wasche, bringt ihn das nicht dazu, etwas zu ändern. Gleichzeitig habe ich den Eindruck, dass er versucht, sich immer mehr aus der Familie herauszuziehen, weil ihn unser Sohn sehr stresst. Mein Mann redet häufig sehr abfällig über den Kleinen ("Er kot*t mich an" u.ä.), sagt mir, ich sei zu lasch und er bräuchte harte Grenzen, gibt mir zu verstehen, dass ich sehr viel falsch mache. Dabei ist es überhaupt nicht so, dass ich meinem Sohn immer gewähren lasse, wie er lustig ist. Ich habe da einfach nur einen etwas bedürfnisorientierteren Ansatz und käme z.B. nie auf die Idee, meinem Sohn Körperkontakt und Kuscheln zu verwehren, wenn er es braucht.

Ich habe das Gefühl, dass ich bald zusammenbreche, weil alles auf mir lastet. Beruf, Kind, Haushalt, das "An alles Denken", die täglichen Vorwürfe, dass ich versage - ich weiß nicht mehr, wie ich das noch schaffen soll. Ich sehne mich schon morgens nach dem Moment, wenn mein Sohn endlich schläft, mein Mann vor dem Fernseher sitzt und ich einfach nur noch ins Bett falle mit der Hoffnung, die nächsten 2-3 Stunden durchschlafen zu können. Mein Hobby musste ich nach der Geburt meines Sohnes aufgeben (fand abends statt), meine zwei besten Freundinnen sind im vergangenen Jahr weggezogen. Ich weiß nicht mehr, auf was ich mich noch freuen soll. Das Einzige, das mich gerade noch aufrecht hält, ist trotz allem mein Kind.

Ich danke euch sehr für's Lesen...

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Hallo,

mit 1,5 Jahren wäre bei mir Schluss mit Stillen.
Das kann nicht mehr sein, als eine Angewohnheit, genau wie das stundenlange wach sein nachts.

Ich würde dem Kind abends etwas zu essen geben, das satt macht. Nachts kann er Milch aus einer Trinklernflasche bekommen. Die würde ich aber nach und nach verdünnen bis nur noch Wasser drin ist.
Er könnte bei mir ansonsten einen Schnuller haben und sich friedlich ankuscheln, aber die Milchbar bei Mama ist geschlossen. Ich würde auch auf keinen Fall mit ihm spielen oder es irgendwie interessanter für ihn machen, wenn er nachts wach ist.

Soweit ich weiß, ist dieses Schreien bis das Kind blau wird, nicht gefährlich, auch, wenn es dramatisch wirkt. Aber Ihr könnt ja mal den Kinderarzt fragen, was er meint.

"Teilweise dauert das Einschlafen bis zu zwei Stunden. "

Auch das ist angewöhnt.
Unsere Tochter hat das in dem Alter ebenfalls gemacht. Wir fanden das irgendwann nicht mehr tragbar.
Wir sind dann nach 15 Minuten kuscheln raus gegangen. Dann hat unsere Tochter natürlich gebrüllt. Dann sind wir wieder rein, trösten, kurz kuscheln und wieder raus. usw.
Auf Dauer hat sie sich daran gewöhnt, nach dem 15-minütigem Kuscheln alleine einzuschlafen.

Bei unserem Sohn sind wir von Anfang an nach 15 Minuten kuscheln raus gegangen. Bei ihm hat sich die Anspruchshaltung, abends 2 Stunden lang bekaspert zu werden, gar nicht erst ausgeprägt.

So ganz unrecht hat Dein Mann nicht mit dem Verwöhnen.

Ich finde es bemerkenswert, dass Euer Sohn bei der Tagesmutter so friedlich ist.
Es ist zwar so, dass Kinder sich bei den Eltern sicherer fühlen (sollten) und da deswegen mehr Aufstand machen, aber kleiner Sonnenschein bei der Tagesmutter gegenüber einem zu Hause 24 Stunden lang super anstrengenden Kind, finde ich trotzdem merkwürdig. #kratz

Da würde ich mich schon fragen, ob Euer Sohn sich zu Hause so aufführt, weil er weiß, dass Du dann springst und ob es vielleicht zielführend wäre, weniger zu springen.

Unsere Tochter hatte auch schon früh Wutanfälle. Am schnellsten gingen die vorbei, wenn man sie dann möglichst wenig beachtet hat.

Was Deinen Mann angeht, würde ich mit ihm versuchen, einen gemeinsamen Weg zu finden. Wie gesagt, seine Einschätzung, dass Du zu lasch bist, finde ich auch nicht ganz von der Hand zu weisen.

Wenn Dein Sohn nicht mehr gestillt wird, kann er ja auch nachts mal übernehmen.
Dass er keinen Bock hat, abends 2 Stunden bei Deinem Sohn zu hocken und sich die halbstündlichen Wutanfälle anzutun, nur damit das Kind nicht unzufrieden ist, kann ich verstehen.

Du merkst doch, dass Deine Aufopferung für Deinen Sohn nichts bringt, weil er immer nur weiter fordert.
Kinder suchen Grenzen. Wenn man keine setzt, suchen sie weiter.

Du scheinst kurz vor einem Burn-Out zu stehen. Das ist auch kein Wunder. Schlafmangel ist eine Form von Folter.
Was meinst Du, wie Dein Sohn es findet, wenn Du zusammenklappst und in einer Klinik landest?
Dann wird er automatisch sofort zwangsabgestillt, egal, wie sehr er brüllt, und ich glaube nicht, dass es erstrebenswert ist, dass sich sein Papa von heute auf morgen alleine mit seinen Ansprüchen auseinander setzen muss.

So kannst Du die Sache langsam steuern, und hoffentlich auch ein Burn Out vermeiden.

LG

Heike

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Hallo, Wie alt ist das Kind?

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Er ist knapp 18 Monate alt.

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Oh je, das liest sich ja wirklich schrecklich und ich sag dir ganz ehrlich: Ich möchte nicht mit dir tauschen.
Aber wenn ich du wäre, würde ich folgendes tun:
1. Die Beziehung zu diesem Mann beenden, denn er ist keine Hilfe / Stütze / Partner, er ist eine zusätzliche Belastung
2. Das Kind an Schnuller zu gewöhnen oder an die Flasche, jedenfalls nicht mehr zu stillen nachts. Denke, nach eine Woche ist dann Ruhe nachts.
Es heißt ja nicht, dass man Nähe verweigert nur weil man nicht stillt. Und wenn ich doch da bin, er Fläschchen oder Schnuller bekommen könnte und er trotzdem schreit, ja, dann soll er schreien. Da muss er durch.

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Ich kenne meinen Mann auch anders und wir sind in 20 Jahren durch viele Höhen und Tiefen gegangen, deswegen kommt eine Trennung erstmal nicht in Frage. Abe klar ist, dass sich was ändern muss. Ich bin eher der Typ „Kümmerer“ und ich finde es grundsätzlich auch nicht schlimm, Diverses für die Familie und im Haushalt zu machen. Aber die Mental Load Frage ist eben schon da. Besonders belastend finde ich auch die ständigen Seitenhiebe und Vorwürfe. Das ist manchmal schlimmer als der Schlafentzug. Er meint es sicherlich nicht immer so, wie er es sagt (er entschuldigt sich danach auch meistens) und vieles ist bestimmt auch seinem eigenen Schlafmangel geschuldet, aber ätzend ist es trotzdem.

Leider nimmt der Kleine weder Schnuller noch Flasche. Das ist also keine Option. Mich würde auch in dem Zusammenhang die Meckerei nicht stören, aber wie gesagt, er schreit ohne Ende. Und da führt dann zum eigentlichen Stress, denn mein Mann lässt dann seinen Frust raus, die Nachbarn werden wach (höre, wie sie aufstehen) und es geht drunter und drüber. Bisher bin ich dann immer wieder „eingeknickt“ und habe doch gestillt, einfach damit Ruhe einkehrt. Auf die Dauer ist das natürlich nicht die Lösung, das ist mir auch klar.

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Mach ihn doch mal darauf aufmerksam, dass er immer Gemeinheiten in deine Richtung austeilt und sich danach bemüßigt fühlt, sich dafür zu entschuldigen. Vielleicht ist es ihm gar nicht bewusst. Aber wenn es ihm hinterher jedes Mal Leid tut, könnte er sich bemühen, gar nicht erst so fies zu werden. Also erst mal nachdenken, bevor er lospoltert. Gehirn einschalten und nicht sofort verbal auf dich eindreschen. Er fühlt sich doch im Endeffekt offenbar auch schlecht, weil er dich mies behandelt hat.

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Ohje, ich erkenne mich in ganz ganz vielen Punkten wieder!! Nur, dass mein Mann alles tun WÜRDE, wenn er denn könnte...nur lässt das unser kleiner 16 Monate alter Terrorzwerg (wie ich ihn liebevoll nenne 😂) nachts nicht zu. Denn da geht nur Mama, und das obwohl ich vor 2 Monaten abgestillt habe- also leider auch da keine Besserung.
Und dass ich zum Glück nicht arbeiten gehe..aber dafür durch die Schwangerschaft der Schlafmangel gefühlt noch mehr an die Substanz geht 🙄
Naja, zu wissen dass wir es auch schwer haben mit einem schlechten Schläfer und auch untertags anstrengendem Zwerg (dauernd Körperkontakt und keine Sekunde alleine Beschäftigund möglich) hilft dir leider nicht weiter...

Was dir aber weiter helfen kann, ist ein Partner, der dich unterstützt!!!!!! Und zum Teufel nochmal, es ist auch sein Kind und das ist seine Pflicht!! Wenn er es nachts nicht kann (wie gesagt, geht bei uns auch nicht) dann muss er andere Möglichkeiten finden.. Haushalt, Einkauf etc pp.
Mein Mann zB steht jeden morgen mit dem kleinen auf, damit ich noch etwas schlafen kann (wenn es unter der Woche nicht möglich ist, dann doch sicher am Wochenende)....
Und mit seinem Hobby MUSS er einfach zurück stecken für die nächste Zeit,wenn es daheim so läuft...da würde ich keine Diskussion zulassen,sonst wären seine Koffer schon lange vor der Türe!
Ich drücke Euch die Daumen dass es bald besser und einfacher wird und vor allem, dass dein Mann einsieht, dass er mit anpacken MUSS!!! aber um ein Gespräch wirst du nicht drum rum kommen..

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Übrigens steht unser zwerg zwischen 4 und 4.30uhr auf.. also auch kein Zuckerschlecken für meinen Mann, da er noch Vollzeit arbeiten geht, aber die einzige Möglichkeit mich etwas beim Thema Schlafmangel zu unterstützen,daher besteht er drauf.

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Wow 4 Uhr morgens 🤣
Naja meine hat eine Phase jetzt da steht sie um 8:30 auf macht keinen Mittagsschlaf und geht erst wieder um 23 Uhr ins Bett ich glaube ich strebe bald 😂

Ich habe es sogar beim Arzt mal angesprochen da es jedes Monat vorkommt und sie sagte nur manche brauchen weniger schlaf 😴 naja ich bräuchte mehr

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Hallo.
Hast Du die Möglichkeit weniger Stunden zu arbeiten ? Vielleicht Montag/ Dienstag, Donnerstag/ Freitag. Auf diese Weise hättest Du, wenn Du den Kleinen trotz freien Tages am Mittwoch zur Tagesmutter gibst, an diesem Tag zum Entspannen für Dich frei .

Am Samstag / Sonntag und Feiertagen würde ich mit Deinem Mann vereinbaren, dass er zumindest 2-3h / Tag alleine auf Deinen Sohn aufpasst. In dieser Zeit verlässt Du die Wohnung und machst, was Dir gut tut. Fördert auch die Vater/ Kind Beziehung ungemein....

Ferner: immer schlafen, wenn Dein Kleiner schläft...

Du musst auf Dich aufpassen, damit Du nicht in ein Burnout fällst. Auch diese Möglichkeit würde ich mit Deinem Mann diskutieren. Passiert das nämlich, bleibt die gesamte Arbeit zu Hause für ihn und es dauert Wochen / Monate bis Du wieder voll einsatzfähig wirst; wenn dies dann überhaupt je wieder zur Gänze gelingt.

Viel Kraft und liebe Grüße

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Vielen Dank für deine liebe Antwort!
Weniger arbeiten will ich auf keinen Fall. Ich liebe meinen Job und würde am Liebsten Vollzeit arbeiten (was derzeit aber nicht geht aufgrund der Betreuungssituation). Es würde mich sehr unglücklich machen, wenn ich Stunden reduzieren müsste. Klingt irgendwie verrückt, da die Situation gerade ja sehr anstrengend ist, aber ist so.
Die Wochenenden sind tatsächlich das, was sich aus meiner Sicht am einfachsten ändern könnte, wo ich mir am ehesten ein bisschen Freizeit rausschnitzen könnte. Aber genau, du sagst es, wenn dann müsste ich raus/weggehen. Jetzt gerade zu Corona-Zeiten natürlich etwas doof, aber ich hoffe auf baldiges Frühlingswetter, dann kann ich mich zumindest mal mit nem Buch auf ne Bank setzten.

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Noch vergessen: zusätzlich unbedingt beim Hausarzt ein Labor ( Blutbild, Eisenstatus, Schilddrüsenhormone etc.) machen lassen. Nicht dass hier Abweichungen bestehen und sich diese Müdigkeit durch einen Eisenmangel, Schilddrüsenunterfunktion (passiert nach Schwangerschaft manchmal) ergibt....

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Genau so war es bei mir hab das erst 6 Monate nach der Geburt kontrollieren lassen weil meine Haut auch so schlecht geworden ist. Danach ging vieles besser. Leider bin ich seid 3 Jahren immer noch nicht richtig eingestellt und hab jetzt Bauch noch eine 1 Jahrige Tochter im Dezember letzten Jahres und jetzt im Februar habe ich besondere Tiefs. Ich hoffe das pendelt sich so langsam mal ein denn ich will gar nicht wissen wie es wird wenn ich wieder arbeiten gehe...

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Ich weiß leider in etwa, wie du dich fühlst.
Wir haben ein Schreibaby gehabt,das Schlafen war katastrophal. Es blieb zwischendurch nur an mir hängen,da es bei meinem Mann noch schlimmer war mit dem Schlafen legen.
Ich habe mich oft im Stich gelassen gefühlt,das alles nur auf meinen Schultern lastete.

Mein Mann war vorher sehr fürsorglich,ich hatte absolut keine Bedenken als wir schwanger wurden. Als wir dann aber so ein forderndes Baby hatten,mit stundenlangen Geschrei,kaum Schlaf usw..ließ er mich hängen und ich war mehr als enttäuscht. Ich weiß nicht wie ich diese Zeit geschafft hab,aber ich habe einfach funktioniert.

Mein ach so fürsorglicher Mann,wurde wirklich ein A***. 🙈

Das Aufstehen blieb auch nur an mir hängen,habe mit 1 Jahr auch wieder 30 Stunden gearbeitet. Zwischendurch hatten wir auch Absprachen,dass jeder ein Tag am Wochenende bekommt um etwas länger zu schlafen und er hielt sich einfach nicht dran,hat es komplett ausgesetzt...

Letztendlich haben nur Gespräche geholfen,die dir wir am Abend in Ruhe geführt haben,sachlich waren. ich habe ihm aber auch gesagt,dass ich ihn nicht mehr wiedererkenne und ich mich immer mehr von ihm entferne,durch die Enttäuschungen etc. (Es gab wirklich blöde Vorfälle)...wir waren einfach beide völlig drüber,haben es an den anderen ausgelassen. Nur mein Mann war da einfach "stumpfer" und wusste dass ich früher oder später einknicke.

Letztendlich haben wir es trotzdem geschafft, wir haben sicherlich länger als die meisten benötigt in unsere Rollen zu finden. Aber nun ist es wirklich fairer aufgeteilt. Da ich ein paar Stunden weniger arbeite,mache ich natürlich mehr im Haushalt. Aber die Wochenenden gehören uns auch als Familie und wenn er seinen Hobby nachgehen möchte,wird es vorher abgesprochen und fair aufgeteilt. Die Wochenenden sind auch endlich geregelt,jeder bekommt ein Tag an dem er länger schlafen darf. Letztes Wochenende wurde ich auch mit einem fertig gedeckten Frühstückstisch geweckt.
Mit dem Schlafenlegen wechseln wir uns nun auch wieder ab.
Es läuft einfach wieder rund. Wir haben aber "nur" 1 Jahr benötigt und etliche Gespräche. Ich weiß bis heute nicht was mit meinem Mann im ersten Jahr los war, aber ich hab ihm verziehen, es hat bei ihm irgendwann Klick gemacht. Es ist alles immer noch nicht einfach,aber machbarer für uns beide.
Allerdings.. hätte es bei meinem Mann nie Klick gemacht,wäre unsere Ehe sicher zu Grunde gegangen. Denn auf Dauer hätte ich das nicht mitgemacht. Es war zwischendurch purer Egoismus! Hat für mich dann wenig mit Liebe zu tun wenn man den Partner so hängen lässt und man lieber seinem Hobby nachgeht,obwohl die Ehefrau Zuhause am Ende ist.
Aber es kommt noch ein allerdings...es gibt immer jemanden der macht und einen der machen lässt. Ich habe es mir nicht gefallen lassen! Das hat mein Mann auch gemerkt.

Im Freundeskreis gibt es gerade einen ähnliches Fall. Er zieht sein Ding durch ohne Rücksicht auf Verluste. Wenn er Zuhause war,ging er seinem Hobby nach... ließ sie wieder mit Kind alleine,alleine mit dem Haushalt usw..sie hat nebenbei auch noch gearbeitet und konnte einfach nicht mehr.
Nun haben sie sich getrennt, nachdem das 3 Jahre so ging. Es war für alle abzusehen 🙈

Führe ein ruhiges Gespräch mit deinem Mann,findet beide Kompromisse,sehr zu dass es fairer für alle wird. Mach ihm den Ernst der Lage klar! Spätestens im Wechselmodell könnte er nicht immer das Wochenende für sein Hobby nutzen 😉

Alles Gute euch

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"Ich habe das Gefühl, dass ich bald zusammenbreche, weil alles auf mir lastet. Beruf, Kind, Haushalt, das "An alles Denken", die täglichen Vorwürfe, dass ich versage "

1, Schritt: sprich mit deinem Arzt.

Krankschreibung, um Luft schnappen zu können.
Grund: Das Gefühl zusammen zu brechen, sollte vorübergehend reichen

Vorübergehend heißt: 1 Woche durchatmen. Zeit nutzem zum SCHLAFEN, hinlegen, ausruhen.

Mit dem Arzt Untersuchungen besprechen.
- Eisenmangel
- Vitamin D Mangel
- Schilddrüse

Auch wenn das primär nicht das Problem zu sein scheint.
Der Stress kann sich darauf auswirken. Dann hast du Vergleichswerte.
Außerdem kann Stillen zusätzlich den Körper auslaugen. Keine Sorge: stillen ist völlig in Ordnung ! Meine damalige Hausärztin hat bei mir lediglich beim Blut genauer hingesehen. Kind ist durch Stillen (auch länger) gut versorgt. Mamas Körper sollte im Gleichgewicht bleiben.
Von der Hebamme habe ich zusätzlich Tipps bekommen, dass ich meinem Körper genug Energie zu führe. Eigene Ernährung nicht unterschätzen.

So lange die Bluttests laufen, kann der Arzt das auch mit der Krankschreibung besser rechtfertigen.

Diese Zeit bitte nutzen FÜR DICH. Nicht Haushalt, nicht Bespaßung. Sondern wirklich nach Hause und hinlegen.
Schlafmangel wird nicht umsonst als Folter eingesetzt.
Entsprechend ist es gut mit dem Arzt zu sprechen, dass er deinen Körper im Blick behält.


...............................
alles danach

- dich ernst nehmen (weiterhin!)
- langfristig: Mutter-Kind-Kur (im Hinterkopf: es gibt Möglichkeiten)
- kurzfristig: Beratungsstellen

Pro Familia, Caritas und co. Diese sind nicht nur bei Schwangerschaft da! Auch in Familienkrisen, Lebenssorgen usw.

einfach mal selbst auskotzen!
Nebeneffekt: sie kennen oft regionale Tipps. Unterstützung, Adressen, Ideen, falls Trennung: Anträge, Ideen.

Nein, es muss nicht automatisch Trennung sein. Allerdings kann es sehr hilfreich sein, die eigenen Optionen zu kennen. Sollte er mit Trennung drohen, sich trennen oder sich bereits verhalten als wäre er Singlie mit Putzfrau und Kind - dann wüsstest du: es gibt ein Leben danach.
Anträge, Wege, Adressen, To Dos usw.

Im Hinterkopf zu wissen: du bist nicht darauf angewiesen, dass die Beziehung hält, macht dich im Kopf freier. Wenn die Beziehung bleibt, ok. Wenn nicht, es gibt auch ein Leben.

Falls sich Trennung herauskristallieren sollte, dann zusätzlich ab zum Anwalt.


Falls es noch beidseitig Chancen auf Beziehung gibt: Beratung für Paare.
Flieht er vor der Familie
oder "nur" vor dem schreienden Kind?
Ich kenne aus dem Umfeld beides. Elternteile, die sich in Arbeit und Hobbies geflüchtet haben, weil sie keinen Bock auf Familie hatten
und auch welche, die ihre Familie lieben, mit Schreikind über ihre Grenzen hinauskamen. Bei ihnen halfen klare Absprachen. Bevor derjenige die Familie verbal angreift, geht das Elternteil anderen Dingen nach: Bedinugung dann aber: andere Hilfen zu lassen! Das Elternteil vor Ort nicht abwerten, nicht demütigen. Klare Aufgaben übernehmen. Einkaufen etc.


Externe Hilfen suchen. Ok, schwierig im Moment. Caritas, Profamilia und co. haben vielleicht Ideen.

Seelsorger kann auch eine Stelle sein. Reden können. Nicht verurteilt werden.

"Am Wochenende geht er häufig seinem Hobby nach, für das er u.U. mehrere Stunden am Tag unterwegs ist."

Hobby, das er alleine machen kann?
Einkaufen auf dem Rückweg ist nicht möglich?
Sicher, dass er bei seinem Hobby ist und nicht bei einer Frau?
Was sagt er denn, wenn du nach Familienzeit fragst?

Bei: geht dich nichts an, wäre ich weg.
Dann müsste ich zwar auch alles alleine machen. Aber wenigstens nur das, was Kind und ich brauchen.


Schritt 1: wäre ganz klar: ab zum Hausarzt !
Offen reden
Zusammenbrechen vermeiden. Falls du auf der Arbeit zusammen brechen würdest, hat dein AG noch weniger davon. Dann fällst du direkt länger aus. Mit dem Hausarzt absprechen, dass er vorübergehend die Notbremse zieht, hilft allen am meisten. Dir, eurem Kind, deinem AG (deinen Kollegen)

Alles weitere mit dem Arzt besprechen und mit etwas Schlaf (tagsüber) dann zu anderen Beratungsstellen.

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Ich fühle mit dir, du bist ja in einer furchtbaren Situation.
Ich finde, dass du sowohl deinem Mann, als auch eurem Sohn klare Grenzen aufzeigen solltest. Es geht dir wirklich schlecht und deshalb solltest du das nächtliche Stillen abgewöhnen. Hier bei Urbia gibt es viele Frauen, die trotz immenser Erschöpfung Kinder, die so klein gar nicht mehr sind, noch immer mehrmals nachts stillen. Warum tun sich Frauen das an? Geht es nur darum, was ein Kind vermeintlich braucht? Was ist mit dem, was die Mutter braucht? An deiner Stelle würde ich es auf die harte Tour machen, indem du eine Woche lang abends, notfalls auch nachts nicht anwesend bist. Natürlich wird das für deinen Mann anstrengend, aber das ist es doch jetzt für dich auch und es ist keine Besserung in Sicht. Lass dir nicht von einem 1,5 Jährigen vorschreiben, von wem er sich ins Bett bringen und von wem er sich nachts beruhigen lässt.
Auf der anderen Seite sollte dein Mann ab sofort damit aufhören, dir Versagen vorzuwerfen. Ihr beide macht Fehler, nicht nur du. Mit welcher Begründung gibt er allein dir die Schuld an allem? An deiner Stelle würde ich ganz, ganz deutlichen Klartext reden, damit er versteht, wie ernst die Situation mittlerweile ist. Das habe ich auch mit meinem Mann schon mehrmals gemacht und es bringt Besserung. Du solltest nicht seine Wäsche wochenlang liegenlassen, sondern ihr solltet absprechen, wer welchen Anteil im Haushalt erbringt. Du bist immerhin mit 30 Std./Wo. berufstätig, wieso solltest du 100% der Hausarbeit erledigen? Wieso musstest du dein Hobby aufgeben, während Herr Graf sich am Wochenende gemütlich und stundenlang verpieselt, etwas tut, was ihm Freude bereitet, während du mit eurem anstrengenden Kind allein bleibst und keine Zeit für dich hast? Dafür gibt es doch überhaupt keinen Grund.
Ich denke, alles in allem lässt du zu viel mit dir machen. Ich kenne es von meinem Mann, dass eine extrem erschöpfte, in der Folge auch ständig jammernde Frau wenig respektiert wird. Dass ich klare Wünsche äußere und Grenzen setze, hat mir persönlich viel Respekt verschafft.
Aus meiner Sicht stehen die Chancen gut, dass 20 Jahre harmonische Partnerschaft nicht durch ein zugegebenermaßen extrem anstrengendes Kind zunichte gemacht werden.

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