Überfordert

Hallo!

Vorweg:
Ja ich weiß das andere momentan noch mehr gefordert sind und mehr leisten.
Aber mir fällt es gerade trotzdem in meiner Situation schon unheimlich schwer.

Ich bin noch in Elternzeit und wollte eigentlich schon vor ein paar Monaten zurück zur Arbeit.

Zur Zeit sollen die Kinder ja bitte zuhause bleiben und nicht in den Kindergarten (nrw).
Ja ich bin zuhause und bin mit meinem Pflegekind aber überfordert.
Er braucht so viel Aufmerksamkeit und man muss ihn ständig im Auge behalten weil er nur blödsinn macht. Es kann sich keiner vorstellen was hier abgeht.
Ich bin echt am Ende meiner Kräfte.

Das Jugendamt weiß natürlich Bescheid, gebe immer ehrlich mein Feedback zurück. Habe auch selber Frühförderung und Termine bei einer kinderpsychologien gemacht.

Es gab auch eine drogenvorgeschichte bei der leiblichen Mutter.

Heute hat mich nochmal das Jugendamt angerufen und gefragt wie es läuft. Habe ehrlich geantwortet das es mich an meine Grenzen bringt.
Die wollen sich jetzt mit dem Kindergarten in Verbindung setzen und klären das er wieder hin darf.

Ich habe so ein schlechtes Gewissen! Andere gehen arbeiten, machen homeschooling und haben auch Kinder zuhause und schaffen das.

Komme Mir total blöd vor, was die vom Kindergarten wohl jetzt denken. Aber sie wissen ja auch wie er ist.

Ich weiß auch nicht, vielleicht musste ich es einfach mal loswerden.

Lg

2

Jeder hat seine Berechtigung überfordert zu sein.
Momentan ist die Situation für niemanden leicht und ich kenne niemanden, der das alles mit Leichtigkeit bewältigt.

Was sie von dir denken?? Dass du eine ganz normale Mutter bist, die ihr bestes gibt. Warum sollten sie was anderes von dir denken?
Das ist alles kein Wettbewerb wer das alles am besten meistert.
Du bist an deine Grenzen, gestehst es dir ein und suchst nach Abhilfe. Das erfordert mehr Stärke, als dieses wegbeißen und diese Superhelden Haltung und an Anspruch alles zu schaffen.

Mach dir keine Gedanken. Es bringt niemanden was, wenn du umfällst und wirklich ernsthaft erkrankst.

Nur Mut.
Alles gute Jule

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Genau so hätte ich es auch formuliert. Jeder darf sich überfordert fühlen und den Mut haben,das einzugestehen.

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Vielen Dank für deine Antwort.

Du hast recht es ist kein Wettbewerb. Man fühlt sich aber als Pflegemutter oft unter Druck weil man ja quasi das Jugendamt im Nacken hat

Wahrscheinlich Stress ich mich selber zusätzlich. Das Jugendamt reagiert ja auch immer positiv. Weil ich immer selbstreflektiert bin und auch selber immer versuche Lösungen zu finden.

Es ist einfach gerade eine blöde Zeit.

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Ich muss noch dazu sagen, wenn der kleine vormittags sonst im Kindergarten ist. Dann ist er nachmittags viel ausgeglichener.


Und ja, ich gehe sonst auch viel raus, bastel und beschäftige die Kinder 😅

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Ich finde es super, dass du ehrlich bist! Sonst wird es doch für ALLE zur Qual!

Und glaub mir, ganz viele Eltern sind überfordert. Aber viele holen sich keine Hilfe und das ist schlimm. Eben weil sie denken „aber andere schaffen es doch auch, also MUSS ich auch.“ nein, musst du nicht.

Du MUSST dafür sorgen, dass es allen gut geht, auch dir. Du hast nur Betrag X an Kraft. Klappst du komplett zusammen, ist niemandem gedient. Dann lieber ein paar Stunden Kita und du bist entlastet.

Alles Gute euch!

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Danke auch für deine Antwort.

Es tut gut das zu lesen und gibt mir mut. 🙂

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Das liegt sicher nicht an deinem Pflegekind.

Mir geht es Phasenweise auch mit meinen eigenen Kindern so und dann bleibt viel liegen oder mein Gedulsfaden hat ne kurze Schnur.

Das ist zum Glück nicht oft aber dann Zweifel ich auch schnell mal an meinen Fähigkeiten.

Ich freue mich das dir das Jugendamt da weiterhilft, denn Kinder mit größeren Pflegebedarf steht ja so ein Platz in der Notbetreuung zu und dein Pflegekind finde ich gehört schon dazu.

Er brauchdie Beständigkeit und du musst auch zusätzlich entlastet werden, weil das ja keine normalen Umstände sind.

Also musst du kein schlechtes Gewissen haben.

Euch alles Gute.

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In NRW muss sich das Jugendamt nicht einschalten, dass das Kind in den Kindergarten darf. Schick ihn hin und wenn sie fragen, gibst du familiäre Gründe an. Mehr darf nicht hinterfragt werden in NRW.

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Das weiß ich! Und ich habe im Dezember dem Kindergarten auch gesagt das ich das brauche und ich durfte ihn auch bringen.

Bis letzte Woche war er ja. Am Freitag sagte mir die Leitung das er nicht mehr kommen darf, da sie jetzt beschlossen haben nur noch Kinder zu nehmen wo die Eltern nicht zuhause sind.

🥴

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Hallo,

Dann würde ich ihnen mal due Richtlinien unter due Nase halten ubd sagen,dass sie das nicht selbst entscheiden dürfen. Das Land gibt ei e Betreuungsgsrantie für alle Kinder in Kitas und Grundschulen.

LG Morgain

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Hi fühl dich gedrückt! Ich hab mal eine Reportage gesehen. Da ging es um Adoption und Pflegekinder wo die Familien auch zb absichtlich nicht aufgeklärt wurden was die leiblichen Eltern vor und während der Schwangerschaft an Rauschgift konsomiert hatten. Wie sich die Situation dann in den Pflegefamilen entwickelt hat usw. Familien freuten sich wenn sie zb ein kleines Baby adoptieren konnten, man müsste doch meinen ein kleines Baby in gesunder Umgebung da wird automatisch alles gut oder zumindest fast. Naja dem war nicht so. Die Entwicklung im Mutterleib unter Drogenkonsum spielt hier eine große Rolle! Dein armes Pflegekind hat schon ein fetten Stein auf den Schultern und weiß du wirklich alles was die Mutter genommen oder gemacht hat? Ich hoffe es wird alles gut für euch, der arme kann ja nix dafür. Du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben. Schon Kinder die nicht so negativ ins Leben starten unterscheiden sich stark in dem wie sie die Eltern fordern. Jeder ist auch anders belastbar. Das du dem Jungen ein liebevolles zu Hause schenken willst und ihm eine Möglichkeit eröffnen willst ( auch zu lernen) ein geordnetes und erfüllendes Leben zu führen macht dich zu was besonderem. Es ist schließlich nicht dein eigenes. Hoffentlich kann er bei euch bleiben und du arrangierst dich mit der Situation auch das es einfach einiges deiner Lebensenergie kosten wird!!! Wie gesagt für ein fremdes Kind. Aber ein häufiger Wechsel von Bezugspersonen und abgelehnt werden sich für so ein Kind der absolute Untergang! Er braucht eine feste Bindung und das Gefühl so angenommen zu werden wie er ist. Ein Kinderspsychologe und Ergotherapie usw können vielleicht begleitende Maßnahmen sein um es euch allen etwas einfacher zu machen. Zu verstehen, zu akzeptieren und damit umzugehen. Ein harter Weg. Alles Liebe für Euch!

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Er ist auch als kleines Baby zu uns gekommen und erst Monate später kam raus das es die Vorgeschichte gab.

Weißt du der kleine hat auch so wahnsinnig tolle Seiten.
Und ich würde ihn so gerne helfen und Begleiten das wir das alles gut hinbekommen.

Aber bis wir den ersten Termin haben bei der Psychologin und es dann langsam vorwärts geht, das dauert alles noch etwas.

Und ich glaube einfach das wir beide bis dahin noch Hilfe brauchen. Ich die Entlastung und er die Struktur und seinen gewohnten Tagesablauf.

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Kinder mit einer Drogenvorgeschichte bei den Eltern, insbesondere der Mutter und eventuell sogar während Schwangerschaft und ggf. Stillzeit sind nicht selten psychisch und/oder physisch beeinträchtigt. Leider weiß man häufig nichts Genaues über die Vorgeschichte und Geschehnisse. Insofern kann dieses Kind vielleicht sogar ganz anders "amstrengend" sein als andere Kinder.

Leider musst du durch diese Zeit durch und scheinst ja auch Unterstützung durch das Jugendamt zu erfahren. Eventuell musst du um Entlastung durch konkrete Maßnahmen bitten, denn das Jugendamt dürfte ein großes Interesse daran haben, dass das Kind bei euch verbleibt.

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