Ungewollt kinderlose Freundin, wie mit ihrer Missgunst umgehen

Ich habe eine Freundin seit der Schulzeit, also seit 40 Jahren.
Wir sind durch alle Lebensphasen und Krisen gegangen, der andere hat immer Anteil genommen.
Schwierig wurde es als sie ein Kind wollte mit Anfang 30 , zu dem Zeitpunkt war ich mit Nummer 1 schwanger.
Bei ihr klappte es nicht , ich bekam ein zweites Kind, bei ihr immer noch nichts in Sicht.
Dann folgte Kinderwunsch Klinik mit Behandlung, ihr Mann hatte keinerlei Spermien, sie PCO.
Als sie 40 wurde, ich hatte mittlerweile 3 Kinder, hat sie die Behandlung eingestellt.
Ich war froh und dachte, dass dieses Thema Kinderwunsch nach 10 Jahren wo es alle Gespräche dominiert hat und sie immer wieder gesagt hat dass es ja alles so unfair wäre, dass ich drei Kinder hätte, einfach so, und sie nicht.
Diese Missgunst fand ich echt toxisch und völlig unangebracht.
Als mein Mann und ich uns trennten und die Kinder bei ihm blieben, war sie völlig verständnislos, ich hätte die Kinder nicht verdient, sie hätte ihr Kind nie verlassen.
Zwischendurch war es etwas besser, aber jetzt wo meine beiden Großen flügge sind/ werden und ihr Bruder Opa geworden ist, wird es wieder schlimm.
Enkel wird sie ja auch nicht haben, der nächste Lebensabschnitt steht an und sie ist wieder außen vor.
Als ich dann sagte, dass nicht jeder scharf auf Enkelkinder ist, und ich z.b hoffe, dass meine Kinder nicht damit ankommen, ich soll doch regelmäßig aufpassen soll, ist sie völlig ausgerastet.
Ich wäre undankbar, meine Kinder hätten ihre sein sollen, überhaupt würden die Kinder ja bei mir nicht an erster Stelle stehen, da ich ha immer Vollzeit gearbeitet habe und auch Auszeiten immer wieder vor gekommen sind, selbst mein Partner hätte ja beim letzten Kind das Jahr Elternzeit genommen.
Jetzt ist bei mir das Maß voll, wie kann man über Jahrzehnte nur so verbittert sein und den einzigen Lebenssinn darin sieht, Kinder zu haben.
Dabei hat sie viele Möglichkeiten die ich mit Kund nicht habe, wenn man das erwähnt , ist es auch ein no go.
Wie damit umgehen?

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Darf ich fragen warum eure Kinder nach der Trennung beim Vater geblieben sind?

Ist jetzt nicht böse gemeint, aber wenn man 3 Kinder hat, sollte man Kinder doch mögen.
Drum frage ich mich schon warum du nicht mal auf Enkelkinder aufpassen möchtest.
Weißt du, das klingt so ein bisschen abwertend. Da kann ich mir schon vorstellen, dass es jemanden sauer aufstoßt, der gerne Kinder gehabt hätte.
Natürlich gibt es ihr damit nicht automatisch das Recht auszuflippen.
Sie hätte vielleicht gern dein Leben mit Kindern gehabt. Du vielleicht zum Teil ihres, ohne Kinder. Ich denke es ist auf beiden Seiten Einfühlungsvermögen gefragt.

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Ja, der Vater mag dann sicher auch Kinder, wenn er drei hat? Warum wird eine Frau unterschwellig eigentlich immer angegriffen, wenn die Kinder beim Vater leben? Und dass Männer einfach gehen ohne die Kinder ist offenbar ganz normal?!

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Aha, wenn ich gezielt nachfrage unterstelle ich ihr was?

Unterstellst du mir gerade, dass es für mich normal sei, wenn Männer gehen?
Bitte erkläre es mir mal.

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Ich würde sagen, es passt nicht mehr zwischen euch. Thema beendet.

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Wir haben ein Wunschkind aus der KiWuKlinik.
Geschwisterkind ist ziemlich aussichtslos.

Ich finde die Ansichten Deiner Freundin in dieser krassen Weise übertrieben, aber grundsätzlich sind haben wir ähnliche Gedanken wie sie.

Wir schauen sehr genau hin, wie es unserem einzigen Kind geht, sein Wohlergehen steht schon stark im Vordergrund.
Für das Verhalten anderer Eltern und die schlechte Behandlung ihrer Kinder, haben wir oft weniger Verständnis. Wie oft habe ich schon gedacht, dass XY ihre Kinder nicht verdient hat.

Das Leben ist halt ungerecht.

Leute, die ihre Kinder buchstäblich auf Händen tragen würden, bekommen keine.
Andere, die ganz mies mit Kindern umgehen, bekommen vom lieben Gott gleich eine ganze Rasselbande „nachgeschmissen“.

Insgesamt ist das ein großer Belastungstest für eure Freundschaft, da sie von ihrer Idealvorstellung von Mutterschaft nachhängt und Du in ihren Augen scheinbar als Mutter nicht gut abschneidest (ob gerechtfertigt, kann hier niemand beurteilen).

Die Freundschaft kann wahrscheinlich nur überleben, wenn Du es zum einen akzeptierst und Dich zum anderen davon frei machst, dass sie halt mit dem Idealmaß misst. Und zwar nicht Dich höchstpersönlich, sondern einfach jede Mutter, die ihr ins Visier gerät.

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"Wir schauen sehr genau hin, wie es unserem einzigen Kind geht, sein Wohlergehen steht schon stark im Vordergrund."

Das klingt so als wäre das ein Privileg von Retortenbabys geliebt zu werden und im Vordergrund zu stehen.

Ich schaue auch genau hin und Sorge mich um meine Kinder und um ihr Wohlergehen. Es sind die einzigen Menschen, die ich bedingungslos liebe. Das hat doch nicht mit Kinderwunsch Behandlung zu tun.

Und ich habe 3 Monate fest, stationär liegend, das gesunde Überleben meiner Kinder auch erkämpft. Dennoch waren sie viel zu früh geboren
Und das, obwohl ich sofort schwanger geworden bin.

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Ich würde auf volles Risiko gehen und ein ganz offenes Gespräch suchen.

Auch wenn das das Ende bedeutet.

Es sind zwei Lebenssituationen für die niemand etwas kann. Bei allem Schmerz würde ich mich trotzdem nicht runter machen und beleidigen lassen auf Dauer.

Es ist für deine Freundin eine wahnsinnige Belastung und ich nehme an, dass du auch für sie da bist und warst.

Wenn ihr Schmerz aber so groß ist, dass sie dich häufig runtermacht und kritisiert, aus eigener Unzufriedenheit heraus, dann muss gehandelt werden.

Gespräch
Kontaktabbruch wenn nötig
Psychotherapie (da es sich traumatisch anhört bei ihr, wenn auch unverschuldet), denn das Leben soll ja, schön sein

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Man wird als Frau, die einfach so ohne Probleme Kinder bekommen hat, nie verstehen können, was ungewollte Kinderlosigkeit mit Menschen macht. Du wirst tausend Floskeln anbringen, wieviel Verständnis du schon aufgebracht hast und trotzdem kann ich dir als betroffene (die inzwischen in 2 Wochen ihr Kind erwartet) versichern, du wirst das nie nachvollziehen können. Der Wunsch nach einem Kind und Familie ist existenziell, der Kern unseres Daseins. Das nicht bekommen zu können , wenn man diesen verspürt, ist eine ganz ganz schlimme Sache. Und bei den Dingen, die du schilderst, hätten viele andere wohl das gleiche gedacht, aber vll. aber nicht ausgesprochen, weil sie die Emotionen dabei nicht so gespürt hätten wie deine Freundin. Ich kann verstehen, dass du das nicht verstehst und dich unfair behandelt fühlst. Aber deine Freundin kann ich auch verstehen und fast jede Frau, die das erlebt, wird es nachempfinden können. Wenn du mit der Trauer und Bitterkeit nicht zurecht kommst, ist das in Ordnung. Aber deine Aussagen " Wie kann man nur so verbittert sein?" sind auch nicht schön.

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Bin ich absolut bei dir! Wer es nicht durchgemacht hat, kann es nicht verstehen. Dieser Schmerz verfolgt dich ein Leben lang und wird nie weniger. Es fühlt sich an als hätte man einen geliebten Menschen verloren, nur dass der Schmerz nicht mit der Zeit vergeht... Man wird ständig und immer wieder damit konfrontiert.

Tut mir leid für dich und deine Freundin, aber vielleicht ist es besser getrennte Wege zu gehen. Langfristig macht es keinen Sinn wenn beide durch die Freundschaft frustriert sind! Tut mir wirklich leid 💐

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Die ungewollte Kinderlosigkeit ist für viele Frauen traumatisch. Das kann man aber mit Psychotherapie und Traumatherapie behandeln. Denn es nimmt ja viel Lebensqualität, wenn man zulässt, dass das den Alltag bestimmt.

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Welchen Spruch habe ich neulich gehört?
"Es war ein Missverständnis, wir sind gar nicht beste Freunde, wir kennen uns einfach nur lange."

Ein Wunder, dass eure "Freundschaft" die 10 Jahre Kinderwunsch überlebt hat, aber für mich klingt es so, als hättet ihr beide einfach nur krampfhaft daran festgehalten, wie um (euch selbst?) zu beweisen, dass ihr "trotz allem" Freundinnen bleiben könnt. Konntet ihr ja aber nicht, wie es sich anhört.
Solche Missgunst und Sprüche... hab ich noch nie gehört.
Du hast wohl aus Mitleid daran festgehalten und sie aus Stolz.
Irgendwann muss man sich eingestehen, dass die Freundschaft vorbei ist und es Zeit ist loszulassen.

Ihr habt euch extrem unterschiedlich entwickelt, von deiner Freundin natürlich leider ungewollt.
Verbindet euch überhaupt noch irgendwas?
Ich denke es würde euch gut tun, wenn sich eure Wege trennen, ihr zumindest etwas Abstand habt, und ihr Leute findet, die besser zu euch passen.

Zum Vorwurf machen würde ich es ihr nicht. Ich glaube ungewollte Kinderlosigkeit ist eine der grausamsten Erfahrungen, die es gibt. Nach 10 Jahren in denen sie sich das mit angesehen hat ist einfach das Fass übergelaufen.

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Deine Freundin ist total unglücklich. Sie findet es unfair und recht hat sie. Sie läßt ihren Frust an dir aus, dass ist dann wiederum nicht fair, aber ich kann sie verstehen. Der Wunsch Kinder zu bekommen ist der natürlichste auf der Welt. Bei scheinbar allen klappt es, nur bei ihr nicht.
Hab Verständnis dafür. Wenn Sie dich jedoch arg angreift, dir nur noch Vorwürfe macht, solltest du dich von ihr distanzieren.
Nach einer Trennung bleiben die Kinder üblicherweise bei der Mutter, der Vater würde nie gefragt werden, ob er seine Kinder nicht mehr gern hätte. Du musst dich nun rechtfertigen. Das ist echt schade. Aber bei urbia hat eine Frau bei den Kindern zu bleiben und der Vater zu gehen!

Alles Gute euch!

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Hallo
Sorry aber irgendwie fällt es schwer bei so einem ernsten Thema zu antworten, wenn du anders wo angibst alleine zu sein, keinen Vater für die Kinder zu haben, der sich finanziell beteiligt und jetzt blieben die Kinder nach einer Trennung beim Vater?
Vielleicht entsteht der Konflikt und das „verbitterte Verhalten“ auch aufgrund von sehr wechselhafter Erzählungen deinerseits? Vielleicht wäre es für beide Seiten besser, Abstand zu nehmen.

LG

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Oh nein, das klingt ja sehr nach Troll

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Ja, sowas hatte ich auch gelesen und frage mich auch nun, was stimmt

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Also dass das kein angenehmes Miteinander ist, kann ich verstehen, aber ehrlich gesagt kann ich ihren Frust noch eher nachvollziehen als deinen.

Wenn jemand sich Kinder/Enkel wünscht, dann ist es wenig tröstlich, wenn jemand der das hat einem erzählt wie gut es einem doch auch ohne gehen könnte. Das finde ich nicht so einfühlsam.

Ich glaube bei ihr ist da einfach ein sehr großer Schmerz und sie kann deshalb den Fokus nicht auf das Positive setzen. Das meint sie nicht böse, aber es geht halt nicht. Vielleicht bräuchte sie auch eigentlich eine Therapie um sich im Leben neue Ziele zu setzen. Auf jeden Fall ist sie tief verletzt. Wenn du auf diese "Empfindlichkeit" nicht ständig Rücksicht nehmen möchtest, dann ist es wohl wirklich besser den Kontakt zu minimieren.

Ich hab eine Freundin, die auch einfach nicht schwanger wurde bzw. die Kinder immer gleich wieder verloren hat. Ich hab gewisse Themen einfach nicht mehr angesprochen oder meine Worte sehr bewusst gewählt. Den Frust über meine Kind hab ich zum Beispiel nicht bei ihr abgeladen. Als ich bereits mit dem 2. Kind hochschwanger war brach auch erstmal der Kontakt ab. Sie hat sich einfach nicht mehr gemeldet. Erst als das Kind da war, kam sie zu Besuch und wir haben uns weinend versöhnt. Sie ist auch die Patentante geworden und als bei mir das 3. unterwegs war, wurde sie auch schwanger.
Kinderwunsch ist einfach ein sehr sehr sensibles Thema.

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Du hast DREI Kinder bekommen. Du hättest doch auch nach einem aufhören können ?! Aber vielleicht hast Du darin auch einen Lebenssinn gesehen ?
Wieso sie verbittert ist, liegt doch auf der Hand. Sie darf niemals eine Schwangerschaft erleben. Niemals das Glück und die unendliche Liebe erleben, wenn sie ein Kind zur Welt bringt. Niemals nimmt ein süßer kleiner Mensch sie in den Arm und sagt „hab Dich lieb, Mama“. Für Dich ist das alles selbstverständlich, während es für sie immer ein Traum bleiben wird. Sie hat sich nicht selbst dafür entschieden, sondern muss sich dem Schicksal fügen, während Du selbst entscheiden konntest, noch ein drittes oder eben kein viertes Kind zu bekommen.
Ich habe kaum noch Freundschaften mit Frauen von früher. Ich habe alles einschlafen lassen, genau aus dieser Angst. Sie verstehen es einfach nicht, wenn sie nie in der Situation waren, damit rechnen zu müssen, kinderlos zu bleiben.

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Das was du im Kinder bekommen siehst, ist ja sehr subjektiv gefärbt
Du unterstellst Gefühle, die du hättest.
Woher willst du wissen dass ich oder andere Mütter das auch so empfinden?

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Ich unterstelle Gefühle, die ich hätte ? Da komm ich jetzt nicht ganz mit...
Wieso ist meine Sicht sehr subjektiv?

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