Kann nicht abschalten

Hallo zusammen,
nach langem überlegen habe ich mich jetzt registriert und bräuchte ein bisschen Input :-)
Wie so viele war auch für mich und meine kleine Familie dieses Jahr sehr turbulent.
Nach der Elternzeit bin ich seit einem Dreiviertel Jahr wieder in Teilzeit in meinem
Job, wegen Corona zu 99% im Homeoffice. Parallel dazu habe ich bis Oktober immer unseren Sohn (fast 2) betreut. Erst seitdem kann er in die Krippe gehen, wegen Corona hatte sich alles nach hinten verschoben.
Mein Mann arbeitet im Schichtdienst und kümmert sich wenn er zu Hause ist natürlich auch um unseren Sohn, unterstützt mich im Haushalt etc. Also an Unterstützung mangelt es hier nicht :-)
Die Großeltern sind noch berufstätig, kümmern sich aber auch öfters mal um ihren Enkel. Allerdings nutze ich diese Zeit fast wie nie für mich selbst. In der Regel nutze ich die Zeit, um in Ruhe den Haushalt zu regeln, Wäsche zu waschen.
Theoretisch weiß ich, dass genau da schon mein Fehler liegt, aber praktisch bekomme ich es nicht hin, den Haushalt Haushalt sein zu lassen und einfach mal zu machen, wonach mir in dem Moment gerade ist. Ich denke mir dann immer, Z.B. wenn ich die Wäsche nicht jetzt mache, muss ich sie später machen wenn mein Sohn wieder zu Hause ist, die Zeit fehlt mir dann mit ihm. Ich beziehe ihn zwar auch immer in die Hausarbeit und so mit ein aber es fühlt sich nicht „richtig“ an, weil es ja kein klassisches Spielen ist. Ich hoffe ihr versteht, was ich damit sagen will 😀

Kurzum: ich kann einfach nicht abschalten und gefühlt wird es schlimmer. Liegt vielleicht auch am Lockdown und den begrenzten Möglichkeiten.

Ich habe das Gefühl, dass es einfach viel zu viel war in den letzten Monaten und ich einfach überlastet bin im Moment. Ich bin auch am überlegen, ob ich mit meiner Hausärztin Rücksprache halten soll und mir da vielleicht Hilfe hole. Aber ich weiß nicht, ob das nicht doch übertrieben ist?! Es gibt nämlich auch gute Tage, da habe ich das Gefühl, nichts kann mich umhauen.

Wie verschafft ihr euch Zeiten für euch selbst und was macht ihr dann? Gerade jetzt während des Lockdowns fällt so vieles ja weg. Das Treffen mit der besten Freundin, ein Tag in der Sauna o.ä.

Danke fürs Lesen :-)
Ich freue mich schon auf eure Meinungen und Anregungen.

Liebe Grüße und schönen Abend :-)

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Kinder müssen nicht klassischen 'spielen'. Es gibt sogar pädagogische Ansätze wie die Erziehung nach Maria Montessori in der klassisches spielen mit Spielzeug gar nicht vorkommt.

Gerade der Haushalt bietet wahnsinnig viel. Es gibt sogar ein Buch der Titel fällt mir gerade nicht ein fit für sie Schule oder so das davon handelt wie der Alltag also Einkauf, Wäsche machen Ergotherapie ersetzen kann. Unser kleiner ist ein Extremfrühchen, regelmäßig in der Klinik zur Entwicklungskontrolle ubd die Ärzte und Therapeuten dort waren immer begeistert gerade weil ich ihn so viel eingebunden habe und er so viel Erfahrung sammeln konnte . Also keine scheu klar muss man auch klassisch spielen aber alles was du mit deinem Kind machst fördert es. Kinder wollen auch teil der Gemeinschaft sein das tut denen sogar gut! So sind sie teil des Ganzen.

Ich brauche für mich nicht viel. Eine runde joggen im Wald oder ne Tasse Tee und ein Hörbuch hören mit schönen weichen Muschelkopfhörern abgeschottet reicht mir meist zur 'Flucht'.

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Danke für deine beruhigende Antwort 😊
Das mit dem Wald werde ich mal testen. Den haben wir hier direkt vor der Tür. Irgendwie sieht man das Nahe oftmals gar nicht und ist auf der Suche nach was „Großem“. Aber oft bewirkt was scheinbar kleines oft schon großes.

Alles Gute für 2021 😊

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Ich empfinde das was du beschreibst als völlig normal. Sobald Kinder da sind ist es halt meist vorbei mit der Ruhe. Wenn dich die Umstellung oder die verminderte Freizeit belastet würde ich hier ansetzen und gelegentlich eine Auszeit nehmen. Ich habe drei kleine Kinder, bin berufstätig und habe leider keine Unterstützung. Ich weiß also was du meinst. Die Kunst ist es, sich dadurch nicht belastet zu fühlen, sondern stolz auf sich zu sein und sich darüber zu freuen, alles organisiert zu bekommen. Alles Gute!

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Danke auch dir für deine Antwort 😊
Ich werde auch versuchen, da mal stolz auf mich zu sein und das positive daran zu sehen, was ich alles leiste. Das geht im Alltag viel zu oft unter. Anderen rate ich das auch, aber an der Umsetzung bei mir selbst hakt es da.

Für 2021 wünsche ich dir und deinen Liebsten alles Gute. 🍀

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Ich bin komplett in elternzeit und mache daher durchaus Haushalt, wenn Motte dabei ist und das finde ich gar nicht schlimm.

Wenn sie mir jmd abnimmt, nutze ich die Zeit wirklich fast immer für mich und glaub mir, das ist SO WICHTIG!!! Du musst deine Batterien laden, sonst reicht es nicht für die Familie. Self-Care braucht einen hohen Stellenwert ;)

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Danke ☺️ du hast absolut recht 😊
Deine Beiträge sind mir schon öfter positiv aufgefallen😊
Liebe Grüße und alles Gute für 2021 😊

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Danke dir auch 😊

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Da hast du ja ganz schön was hinter dir..#liebdrueck.

Ich war dieses Jahr auch einige Wochen mit 2 und 6 Jährigem Kind im Homeoffice und weiß was das mit einem macht. Man hat hauptsächlich immer ein schlechtes Gewissen, weil man die Kinder sich selbst überlässt, weil man auf der Arbeit nichts geschafft hat, weil man den Haushalt nicht schafft während man arbeitet und die Kinder zuhause ungestört das Haus verwüsten..

Und dank Corona so gar keine Entspannung, kein Rückzug möglich. Ich kenne einige Frauen die ihren Job gekündigt haben dieses Jahr und nun Hausfrau sind. Aber das kann ja nicht die Lösung sein. Bevor es soweit kommt lasse ich mich erstmal krank schreiben wegen Überlastung.

Falls es bei dir soweit bist zögere nicht, es ist viel besser drei Wochen krank geschrieben zu sein als völlig in den burnout zu rutschen. Wäre denkbar noch Elternzeit zu nehmen? Nimm das bitte ernst, meine Cousine hatte dieses Jahr einen Herzinfarkt im Lockdown- sie hat versucht mit vier Kindern im Homeoffice zu arbeiten.

Ich habe dieses Jahr festgestellt das meine Kinder einfach sich selbst überlassen werden können und gar nicht viel Animation brauchen. Realistisch ist es einfach nicht das man als Mutter arbeitet, den Haushalt erledigt und daneben noch stundenlang die Kinder beschäftigt.

Als kleine Auszeit gehe ich einmal die Woche mit meiner besten Freundin spazieren, ohne Kinder natürlich- die sind dann beim Papa.

Ab und zu schließe ich mich im Bad ein und gehe in die Badewanne. Ansonsten wirklich jeden Tag mit den Kindern raus, egal welches Wetter. Wir fahren manchmal einfach zu einem anderen Spielplatz oder Waldstück, einfach etwas Neues sehen. Ich habe auch Angst was es mit den Kindern macht ein Jahr völlig eingesperrt zuhause zu Fristen..

An deiner Stelle würde ich echt mal in mich gehen was gerade wichtig ist. Das ist doch die Gesundheit deiner Familie, oder? Darunter auch deine. Viel wichtiger als der gewischte Boden ist das dein Kind sauber und trocken ist, geputzt Zähne hat und mal an der frischen Luft war. Der Boden ist geduldig, und auch wenn du das mal nicht schaffst- irgendwann bekommst du den schon wieder sauber. Und keiner wird sich daran erinnern das er mal schmutzig war.

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Das trifft den Nagel auf den Kopf. Permanent dieses schlechte Gewissen im Hinterkopf, weil die Arbeit liegen bleibt und das Kind gefühlt auf der Strecke bleibt.

Weiter Elternzeit zu nehmen ist leider keine Option. Ab Anfang 2021 wollte ich ursprünglich meine Arbeitsstunden erhöhen, das hab ich zumindest jetzt mal auf Eis gelegt. Mein Mann hat lang an mir geredet und mir deutlich gemacht, dass es nicht an den 200€ pro Monat scheitern wird. Wir kommen aktuell ja auch mit dem geringeren Lohn klar.
Mit deiner Cousine das klingt wirklich heftig und bringt mir gerade sehr zum nachdenken.
Als Mama denke ich immer an meine Familie, verliere dabei aber oft aus den Augen, dass ich ja auch dazu gehöre und mehr auf mich achten sollte. Er wenn ich abends total erschöpft da sitze, denke ich dann darüber nach.

Vielen Dank für deine lieben Worte und auch deine Anregungen. Ich werde mir all eure Vorschläge zu Herzen nehmen und versuchen sie nach und nach umzusetzen.

Auch für dich und deine Familie alles alles Gute für 2021. ☺️

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Ich hatte vor Kurzem auch so einen riesen Hänger. Vieles was du beschreibst hatte ich auch. Ich war irgendwie überspannt und unzufrieden, gleichzeitig war mir total klar, dass ich mal was für mich machen sollte. Mein Mann hätte mir auch alles ermöglicht und die finanziellen Möglichkeiten wären auch gewesen, aber mir fiel nichts so richtig ein. Das hat mich dann wieder noch mehr belastet, weil ich von mir selbst erwartete, dass ich jetzt mal wieder auf die Spur komme.

Mir hat es nochmal sehr gut getan drei Tage zu meinen Schwiegereltern mit der Familie zu fahren. Nicht unbedingt weil es da so schön ist, aber mir ist wohl vorher irgendwie einfach "die Decke auf den Kopf gefallen". Jeder Tag gleich, immer die selben Aufgaben und wenig wirklich erfreuliches. Mir war das vorher gar nicht so klar, aber jetzt geht es wieder.
Seit wir zurück sind bin ich wieder motivierter. Ich hab mir für Januar vorgenommen nochmal einen Minimalismus-Challenge zu machen und von meinem Weihnachtsgeld hab ich mir jetzt neue Kalligrafie-Stifte gekauft um mal wieder ein bisschen kreativ zu werden.

Vielleicht brauchst du auch nur mal einen Settingwechsel. Natürlich ist das momentan gar nicht so leicht, aber einen Tag mal für eine Stunde wegfahren und an einen etwas entfernteren See spazieren zu gehen ist ja nicht verboten. Hauptsache mal nicht den gleichen Ablauf wie jeden Tag und die immer gleichen Orte.
Bei mir hat´s gewirkt.

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Da könntest du recht haben. Durch das Homeoffice bin ich ja fast immer zu Hause. Und es ist einfach meistens der selbe Trott. Das bin ich von mir gar nicht gewöhnt und das fällt mir, wenn ich jetzt genauer darüber nachdenke, schon schwer.
So eine Stunde an einem entfernten See klingt gut, das lässt sich sogar einrichten.

Was machst du denn bei deiner Minimalismus-Challenge genau? Verzichtest du da auf bestimmte Dinge oder wie kann ich mir das vorstellen? Das hört sich Auf jeden Fall interessant an.

Alles Gute für 2021 🍀😊

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Ich hab im November schon mal eine Minimalismuschallenge gewagt. Da habe ich jeden Tag Sachen ausgemistet. Am 1. Tag eine Sache, am 2. Tag zwei Sachen und so weiter und so fort und dann am 31. sind es dann halt 31 Sachen.

So kam dann schon einiges zusammen. Manche Sachen konnte man noch verkaufen/verschenken, andere waren nur noch für die Tonne.
Heute hab ich zum Beispiel ein altes Trockblumenkränzchen aus dem Bad weggeworfen.
Hast du Lust mitzumachen? Wir könnten das auch gemeinsam machen, dann hält man besser durch.

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