Phase nach Kinderplanung-wenn alle Ziele erreicht scheinen...

Guten Morgen :)

Mich beschäftigt seit einiger Zeit diese Frage:
Was kommt nach der Erfüllung der Familienplanung?

An diesem Punkt standen mein Bruder und seine Frau und die Ehe krieselte. Sie hatten damals alles. Nur keine weiteren Ziele.
Geheiratet, Kinder bekommen, ein Haus. Beide sichere Jobs, allerdings ohne Wunsch oder große Möglichkeit auf Aufstieg.

Vielleicht bin ich ein wenig getriggert durch die Erfahrung von Ihnen. Oder es liegt an meinem Naturell, dass ich gerne plane und auch Ziele habe.

Jetzt stehen wir an diesem Punkt und ich frage mich:Was kommt jetzt?
Vor 10 Jahren hatten wir natürlich eine Menge große Pläne,die wir uns mit nun mitlerweile Ende 30 erfüllen könnten. Bei uns ist es demnach ähnlich wie bei meinem Bruder. Hochzeit, Kinder, Haus, 2 sichere Jobs-wenig Wunsch nach Aufstieg und auch wenig Chance darauf.

Grundsätzlich sind wir zufrieden und haben ein tolles Leben.

Aber bei mir fängt langsam der Gedanke an:was kommt jetzt? Was möchte ich noch erreichen? Was möchten wir noch tun? Wie möchte ich Leben?

Kann man das schon als eine Art Midlife-Krise betrachten?
Kennt ihr diese Phase auch? Diesen Einbruch, wenn man merkt, dass man ja selbst seine großen Ziele bereits erreicht hat?

Und jetzt interessiert mich auch ein wenig, was dann eure Ziele waren? Seit ihr einem besonderen Hobby nachgegangen? Hang euch beruflich weiter gebildet? Oder habt eurer Leben einfach so weiter gelebt? Habt ihr euch noch für ein weiteres Kind entschieden? Seid ihr vielleicht gereist? Oder wart ihr nur froh, alles gefühlt in trockenen Tüchern zu haben?

Vielen Dank für eure Antworten.

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Wir ( Mitte 40) sind auch rundum glücklich. Nächstes Ziel: die Kinder auf einen guten Weg bringen ( unabhängig von uns machen), auch wenn das noch einige Zeit dauern wird.
Auch wichtig: Reisen jeglicher Art, wenn es irgendwann wieder möglich ist und Dinge tun, die man gerne macht.

An Beziehungen iss man arbeiten und Ich glaube in jeder Ehe oder Beziehung geht es auf und ab.

Uns hat Corona als Familie sogar gestärkt, das liegt aber auch daran, dass wir vorher immer schon gut für uns sein konnten und zum Beispiel auch immer alleine in den Urlaub fahren.
Lg Basket

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Guten Morgen, bei uns ist die Familienplanung noch nicht abgeschlossen daher kann ich dir nicht wirkliches berichten aber ich bin auch so ein "plan mensch" und für mich steht nach der Familienplanung weiter reisen an, ich glaube dieses Ziel endet nie im leben 😅 wir reisten schon ohne Kind, jetzt momentan mit Kind wollen wir auch, haben aber noch nebenbei einiges am Haus /Grundstück zu tun was eben mit hohen Kosten verbunden ist.

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Hi,
das ist ein interessantes Thema.
Wir haben nun auch Haus, 2 Kleinkinder, 2 sichere Jobs. Die Kinder und das Haus fressen viel Zeit und Geld 😉 das wird auch noch eine Weile so bleiben.
Ich weiß gar nicht, ob man sich immer so große Ziele setzen muss oder eben auch mal eine Zeit einfach so genießen darf mit dem was man hat 🙂 Gesundheit ist das allerwichtigste.
Wir machen unser Haus und unseren Garten nun während Corona schön, gönnen uns vieles für die Seele.
Und danach werden wir vielleicht mal die ein oder andere Reise machen... aber es ist nichts in Stein gemeißelt.
Nachdem wir nun 2 Kleinkinder haben ist unser nächstes kleines Ziel, mal wieder allein essen gehen zu können. Oder mal 2,3 Tage allein als paar an die Nordsee zu fahren und zu entspannen. Die letzten 3 Jahre waren sehr anstrengend, Unterstützung haben wir nicht.... also: kleine Ziele setzen und drüber freuen 🙂🙂🙂

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Ich stehe noch nicht an dem Punkt bzw. naja, irgendwie auch schon, aber auch ich plane grundsätzlich gerne und hatte mir immer Ziele gesetzt. Ich habe seit 10 Monaten ein Baby und die großen Dinge sind im Grunde abgehakt:
Hochzeit, in die ich mich wahnsinnig reingesteigert habe, Haussuche, die uns ungefähr 2,5 Jahre wirklich gut beschäftigt hat, Kinderwunsch mit Behandlungen in KiWu-Klinik, Job-Wechsel, der auf Trab gehalten hat ... selbst bevorstehende Urlaube konnte ich gut und gern über Monate im Voraus bis ins kleinste Detail planen.

Seit das Baby da ist, fühle ich mich ehrlich gesagt von einer Last befreit. Ich habe keine Ziele mehr und das ist gut so. Bzw. ich habe natürlich noch Ziele, aber eine völlig andere, kleinere Art. Kurzfristige Ziele oder Perspektiven auf die ich mich freue. Projekt A, B, C am Haus angehen, im Frühjahr wieder mehr raus und endlich die SSW-Kilos loswerden, sich freuen, wenn Baby hoffentlich bald läuft, spricht, malt, tanzt, Hilfe bei den Hausaufgaben braucht, ersten Liebeskummer hat..., sich irgendwo sinnvoll engagieren z.B. für ne Umweltorganisation oder so, noch möglichst viel Zeit mit den eigenen Eltern verbringen, Stadt A, B, C anschauen, etc, etc.

Ich denke, irgendwann ist man an einem Punkt an dem man mehr oder weniger "fertig" ist. Da geht es nicht mehr um höher, besser, schneller. Da geht es nur um "Level halten". Glücklich und dankbar für das zu sein, was man hat und es entsprechend pflegen, dass es weiterhin so bleibt. Beziehung pflegen, die eigene Gesundheit psychisch wie physisch, sich mit der Welt beschäftigen und immer wieder den eigenen Horizont erweitern. Das Leben stellt einem doch unaufhörlich neue Aufgaben. Wenn du da mal zwei, drei Wochen lang nichts hinterherrennst und einfach nur den Status Quo genießt, ist es glaube ich auch nicht das verkehrteste...;-)

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Ich bin in exakt der selben Situation. Mein Kind ist jetzt 2,5 Jahre und ich auch seit 1,5 Jahren wieder im Job den ich liebe.

Vorher das selbe: 2 Studiengänge, Einstieg in den Job direkt mit Ambitionen Jahre an die gewünschte Position geackert, dann KiWu mit 3 Jahre KiWu-Klinik parallel Wohnung gekauft und kernsaniert.

Jetzt kam der Wunsch nach Kind 2. Hat nicht geklappt. Damit ist das Thema jetzt durch. Jetzt sind wir also „fertig“.

Und jetzt bin ich auch unruhig und auf der Suche nach dem nächsten „Projekt“. Ich brauche das richtig. Reisen planen wäre sowas, geht grad nicht. Jetzt überlege ich, ob wir nicht doch noch auf ein EFH hin arbeiten sollen.

Hab eine bessere Position angeboten bekommen, bei der ich aber Vollzeit arbeiten müsste. Das hab ich vorerst mit Perspektive für die nächsten 2 Jahre abgesagt.

Aber ja, ich brauche auch immer was worauf man als nächstes hinarbeitet und kann Stillstand schwer ertragen. Jetzt mit autonomer werdenden Kind müssen wir zugegeben aber auch mal wieder aktiv an unserer Beziehung arbeiten und uns da mehr Zeit nehmen. Da merken wir schon, dass das nicht ganz von selbst immer toll bleibt.

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Guten Morgen,
Bei uns ist es noch nicht ganz so weit, die Kinder sind noch klein, aber ich habe auch schon die du drüber nachgedacht.
Auf meiner Liste stehen noch einige Dinge trotz fertigen Kindern, Haus etc.

Job (auch ohne Aufstieg kann man ja Wünsche haben)
Reisen, Weltreise, tauchen an den besten Tauchspots
Finanzielle Unabhängigkeit (ich will früher in Rente, zwecks reisen), in das Thema Immobilen und Aktien kann man ja auch viel Zeit investieren
Falls mir langweilig wäre könnte ich auch noch promovieren, eher sehe ich aber berufliche Fortbildungen, ich will einfach richtig gut werden in dem was ich tue.
Irgendwann würde ich gerne mal ein altes Fachwerkhaus sanieren und viel selber machen
Dem Oldtimer von meinem Mann so richtig schick sanieren und klassisch über die Alpen an die Adria fahren
Vielleicht auch mal ein größeres Ehrenamt im Verein übernehmen oder mich politisch engagieren
....

Ich kann die Liste noch relativ lang fortsetzen. Es ist nicht so, dass ich alles machen muss, sondern ich gehe Schritt für Schritt und schaue was sich ergibt. Mein nächstes Ziel ist das mit den Fortbildungen im Job.

Träum doch einfach mal rum, welche Hobbies hast du, was wolltest du als Beruf immer mal machen was dann aber aus dem ein oder anderen Grund nix wurde (ich zum Beispiel Architekt, daher das Fachwerkhaus, andere Pilot, die machen dann den Pilotenschein oder Segelflug).
Bestimmt gibt es auch bei dir solche Dinge!

LG

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Hallo,
ich finde das ein sehr interessantes Thema! Wir sind erst Anfang 30, haben an unserem Haus noch einiges zu tun und evtl ist bei uns auch noch ein Kind in Planung aber trotzdem denke ich manchmal schon darüber nach was „danach“ kommt.
Ich glaube tatsächlich, dass wir da etwas „Opfer“ unsrer Leistungsgesellschaft sind, alles muss immer „besser, höher, schneller“ sein, wenn wir „Still-Stehen“ werden wir nervös und unzufrieden.
Vielleicht könnt ihr deswegen eher in die Richtung genießen gehen. Viel Reisen (Wenn es wieder geht), neue Hobbies (Yoga, Stricken, ein Instrument lernen!?) Gerne auch gemeinsam mit dem Partner. das ist mal zumindest mein Plan.
Ansonsten könnte ich mir vorstellen, vielleicht doch noch ein Studium irgendwann anzuhängen oder mich umzubewerben.
Außerdem reden mein Mann und ich viel und versuchen uns abends vor Augen zu halten, was heute richtig gut lief und was wir „erreicht“ haben... das führt einem manchmal vor Augen, dass man doch viel tut und das geht im Alltag so oft verloren und jeder Tag wirkt so gleich... ich hab das Gefühl das hilft🤪

Liebe Grüße

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Ja, das Problem kenne ich leider von Freunden und Bekannten auch. Im Eiltempo alles „erreicht“, oft so, dass wenig Zeit als Paar nebenher blieb. Schließlich mussten am besten drei Kinder durchgebracht werden und ein Haus gebaut/saniert werden. Und danach kam die Leere, die wird noch eine Zeit mit Konsum gefüllt (neue Küche, Garten toll anlegen, dies und das...), dann kriselt es und als Nächstes beschäftigt die Trennung alle.,
Wir haben uns ziemlich bewusst so gegen manches, vor allem gegen zeitraubenden Konsum und Eigentum entschieden und verbringen ziemlich viel Zeit als Familie und Paar miteinander, aber auch als Individuen mit unseren Interessen und unseren Freunden. Ich will nicht dauernd im Hamsterrad laufen. Dann schockt es mich auch nicht, wenn das Hamsterrad eines Tages stillsteht...

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Wir sind da ganz entspannt.

Wenn man nicht der Karrieretyp ist, besteht beruflich ja Ruhe. Der ständige Punkt nach Erweiterung fällt da eben flach, worüber ich persönlich auch echt froh bin, da ich keinen Stress will.
Aber da gibt es natürlich andere, die dann erst richtig durchstarten.

Wir haben tatsächlich angefangen, etwas mehr zu verreisen, aber es reizt mich auch nicht so, dass ich das nun dauernd haben müsste.

Wir haben unsere Hobbys ausgebaut, verbringen mehr Zeit mit allen möglichen Freizeitsachen, sofern man eben neben der Arbeit Zeit hat. Leider geht ja dafür viel Zeit hops.

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Das nächste Ziel heißt leben.
Das was man hat genißen, ohne das „nächst Höhere“ anzustreben 😊

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