Was machen bei Familienangehörigen, die selbst ihr Elend wählen?

Es belastet mich einfach immer wieder - die Leute in meiner Familie, die kein gutes Leben führen, aber selbst nichts daran ändern wollen.

Für meine Mutter ist es da etwas spät. Sie ist inzwischen 90 und dement. Sie hat sich nämlich jahrzehntelang von allem öffentlichen Leben zurückgezogen, d.h. sie ist tatsächlich etwa 25 Jahren nicht mehr aus dem Haus gegangen, und davor auch nur zum Einkaufen und vielleicht zum Frisör. Und sie hat, seit wir Kinder waren alles kontrolliert und gesteuert und eine merkwürdige Lebensangst gehabt.

Ich bin mit 18 direkt ausgezogen und mit 24 ins Ausland gezogen, und hab seitdem den Kontakt etwas auf Sparflamme gehalten. Meine Schwester hat das Gegenteil getan, d.h. nach dem Konzept meiner Mutter gelebt. Sie hatte es auch etwas schwieriger, hat Epilepsie, und traute sich wohl nicht allzu unabhängig zu sein. Naja, und es lief natürlich mit der Zeit immer nur schlechter. Sie ist seit ungefähr 10 Jahren (oder noch länger?) arbeitslos und auf Hartz4.

Ich hab ja in all den Jahren immer mal versucht, sie zu ermutigen, Kontakte zu knüpfen, irgendwelche Dinge zu unternehmen - egal was, Hobby oder irgendwas. Früher ist sie zumindest noch mal allein in Urlaub gefahren. Aber nicht mehr seit sie arbeitslos ist. Sie hat noch eine Freundin, die sie aus der Ausbildung kennt, hatte noch nie einen Freund und ist jetzt Anfang 50.

Nun, an Weihnachten ist sie allein. Ganz allein. Natürlich könnte sie zu mir kommen (ich würde ihr sogar den Flug bezahlen, aber das ist ihr dann wohl auch peinlich). Sie könnte auch zu einer Freundin von mir gehen, die genau gegenüber wohnt und auch allein lebt. Aber meine Schwester findet die Frau anstrengend. Gut, die Frau ist nicht die einfachste, aber gutmütig und nett ist sie. Meine Schwester hat auch gemerkt, dass sie mit manchen Sachen HIlfe bräuchte (Schrank aufbauen und ähnliches), aber sie hat ja keinen Menschen. In sochen Situationen kommt sie dann auf die Idee und will Nachbarn bitten, mit denen sie sonst kaum redet. Das funktioniert dann nicht so gut.

Ich hab auch versucht, wenn ich mal da war, die wichtigsten Baustellen zu versuchen zu lösen. Gut, ihr Übergewicht wird wohl bleiben, aber nun hatte sie sich auch noch die Vorderzähne ausgeschlagen (wahrscheinlich durch einen epileptischen Anfall). So kann man kaum unter die Leute gehen, geschweige denn einen Job finden. Also hab ich versucht, die dazu zu bewegen, zum Zahnarzt zu gehen. Und zum Neurologen, weil sie seit einigen Jahren keine Medizin mehr gegen die Epilepsie nimmt, und deshalb schon dreimal in zwei Jahren im Krankenhaus gelandet ist, weil sie umfällt. Sie hat mir nun nach einigem Zureden gesagt, sie will dann doch mal zum Neurologen gehen. Ich weiss auch nicht, wie ihre Wohnung inzwischen aussieht, denn sei lässt keinen mehr da hinein.

Beim letzten Telefonat erfuhr ich auch, dass sie ihre Miete schon zwei Monate nicht bezahlt hatte und die Telefonrechnung auch nicht. Hab dann die Miete bezahlt, für die Telefonrechnung konnte sie nicht die Papiere finden. Angeblich haben ihr die ganzen Corona-Massnahmen die Probleme gemacht, d.h. sie kam nicht dazu, neu Hartz4 zu beantragen und hatte daher kein Geld (Internet oder Handy hat sie nicht). Wenn die ihr das Telefon abschalten, dann kann ich sie nicht mal erreichen. Aber sie geht auch so nicht immer dran. Was soll man da bloss machen? Eigentlich kann man nichts machen. Es ist ihr Leben. Aber wer will so leben?? Agrrrr.......

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Ich glaube nicht, dass deine Mutter und deine Schwester, ihr Elend selbst gewählt haben.
Für mich hört es sich ganz einfach nach großen psychischen Problemen oder Störungen an.
Und in dem Fall konnten sie wahrscheinlich nie, wie sie wirklich gern gewollt hätten.

Ich habe keine Ahnung, wie man jemanden aus so einem Loch herausholen kann.
Du könntest höchstens eine Beratungsstelle aufsuchen und vielleicht können sie dir Tipps geben, wie man als Angehöriger etwa bewirken kann.

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Klar, das denke ich auch. Meine Mutter hatte sowieso nach dem Krieg, durch Flucht und anderes ein Trauma, was sie nie aufgearbeitet hat. Und jetzt wo sie dement ist, kommt das öfters mal an die Oberfläche. Ich meine, die Umgebung, in der meine Schwester und ich aufgewachsen sind hinterlässt sowieso Spuren. Ich bin auch in Therapie gegangen. Und ich hab auch manchmal noch Probleme, muss mich regelrecht dazu zwingen Dinge zu tun/zu wagen, weil meine Mutter uns ständig nur eingeimpft hat, alles lieber sein zu lassen.

Es ist kein Wunder, dass meine Schwester keine grosse Initiative ergreift. Das hat unsere Mutter verbockt. Zudem ist man unterschiedlich. Ich bin wohl die Aktivere und mehr rebellisch. Und meine Schwester hat zudem einen frühkindlichen Hirnschaden . Man dachte zuerst sie sei leicht geistig behindert, aber das scheint nicht so zu sein. Ist wohl nur die Epilepsie, aber man kan es nie ausschliessen, dass es nicht doch irgendwie auf einzelnen Gebieten vielleicht Einschränkungen gibt. Übrigens hat meine Mutter meine Schwester auch drauf getrimmt, bloss nichts darüber zu sagen. Ich glaub, sie weiss auch selbst gar nicht, wie sich das nennt oder so. Ich meine "Epilepsie" weiss sie, aber sonst auch nichts.

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Klingt spontan so, als sollte deine Schwester einen Betreuer haben.
Sie scheint ja nichtmal in der Lage zu sein, sich medizinisch versorgen zu lassen.

Epileptiker kenne ich auch, aber die kümmern sich selbst um ärztliche Kontrolle und Medikamente.

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Ich kann dir keinen Tipp geben und ich wüsste auch nicht, was ich machen würde aber ich finde es stark, dass du sie so unterstützt, dich immer wieder kümmerst, ihr unter die Arme greifst und für sie da bist! Sie kann froh sein, dich als Schwester zu haben!

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Nett von dir. :) Aber es ist frustrierend. Erst hat sie sich jahrelang auf die Seite von meiner Mutter geschlagen, sozusagen, also hat geglaubt, dass Mama bestimmt recht hat. Daher waren Tips meinerseits nicht willkommen. Jetzt versteht sie zwar, dass das nicht so ist, will sich aber da keine Blösse geben. Man muss da so wahnsinnig vorsichtig sein, weil sie da auch soo empfindlich ist. Sie lässt sich jetzt von keinem mehr was sagen, nachdem unsere Mutter alles bestimmt hat. Auch als wir die Wohnung der Eltern aufgelöst haben (sie zogen ins Altenheim, und mein Vater starb dann bald), war es schwierig , weil sie sie manches nicht wollte und ihre eigenen Lösungen dann nicht funktionierten.

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Hallo,

es gibt ambulant betreutes Wohnen für psychisch kranke Menschen. Da hätte sie ein oder zwei Sozialarbeiter die alle Probleme mit ihr angehen, sie unterstützen und Begleiten. Das ist natürlich etwas was sie selbst wollen muss. Ansonsten könntest du eine gesetzliche Betreuung bei Gericht anregen.

lg marci

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Ich weiss. Die Freundin von mir, die gegenüber von ihr wohnt, hat nämlich betreutes Wohnen. Und sie hat auch schon gemeint, dass meine Schwester das auch bräuchte. Aber wie gesagt, meine Schwester ist nicht interessiert dran mit ihr zu reden, oder Ratschläge von ihr anzunehmen. Dabei hatte diese Freundin (die selbst psychische Probleme hat, Borderline, oder vielleicht eher ADHS) , schon mal versucht ein bisschen nach ihr zu schauen. Sie wurde auch von den Nachbarn meiner Schwester angesprochen, die sich Sorgen machten, als sie meine Schwester lange nicht gesehen hatten. Aber meine Schwester ist der Ansicht, dass sie nichts mit dieser Frau gemeinsam hat, und sicher nicht die gleiche Hilfe wie diese brauchen könnte.

Tja, ich muss wahrscheinlich drauf warten, dass sie in eine richtig blöde Situation kommt. Sonst wird sie sich mit Händen und Füssen dagegen wehren. Nee, ich kann mich nicht in eine solche Situation begeben. Da wird sie dann total paranoid und sagt mir gar nichts mehr. Ich weiss von der Situation mit den Eltern (wo auch Chaos herrschte - weil mein Vater körperlich und meine Mutter geistig nicht mehr konnten - aber meine Schwester fand, sie hätten kein Problem), dass sie völlig auf stur schaltet, wenn man ihr etwas sagt, oder etwas entscheiden will. Da muss man warten, bis sie solche Probleme hat, dass sie das selbst will. Alles anders klappt nicht.

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"Was soll man da bloss machen? Eigentlich kann man nichts machen. Es ist ihr Leben. Aber wer will so leben?? Agrrrr....... "

Hast du sie mal gefragt, wie sie sich IHR Leben vorstellt?

Wenn ja: wie stellt sie es sich denn vor?

In meinem Leben gibt es viele Menschen, die mir ein anderes Leben wünschen. Die meinen, dass ich nicht genug tun würde. Die nicht so leben wollen wie ich.
Das ist in Ordnung, dass SIE nicht so leben wollen.
Es ist aber nicht in Ordnung, wenn sie an mir herumkritteln, immer wieder aufzeigen, was IHNEN nicht passt.
Von diesen Menschen nehme ich rigoros keine Hilfe an. Sie können nicht unterscheiden, was mir hilft oder was nur ihre Vorstellungen überstülpen ist.


Wenn ich Hilfe brauche, nehme ich diese auch an. Ich bin nur wählerisch von wem und versuche vorher gegenzusteuern.


Umgekehrt mache ich es auch so.
Ich FRAGE Menschen
- ob sie Hilfe BRAUCHEN
- ob sie Hilfe MÖCHTEN
- ob sie sich vorstellen können Hilfe durch mich anzunehmen
- wie Hilfe für sie aussieht.

Wollen sie nur Geld oder mich ausnutzen, dann bin ich raus.
Bei Fass ohne Boden auch.

Haben sie aber klare Vorstellungen
oder ich merke, dass sie gesundheitlich gar nicht in der Lage sind, klar zu denken, dann helfe ich gerne.
Je nach gesundheitlichem Zustand, kann das auch sein, dass ich medizinische Stellen, Beratungsstellen etc. abtelefoniere.

Manchmal braucht es auch zuerst eine Therapie, um anderes im Leben wieder ins Reine zu bekommen. Das kann ich nicht leisten.
Wohl aber kann ich unterstützen entsprechende Stellen zu telefonieren, Termine zu vereinbaren.
- WENN es für die Person OK ist ! -
Ich FRAGE Menschen, bevor ich handle oder sie mit meinen Ideen überfalle.

Überraschender Weise sind sie dann
- offener
- aufgeschlossener
- denken drüber nach
- prüfen, was ihnen selbst wichtig ist
- was SIE sich ! für IHR Leben vorstellen können!
Ich muss keineswegs so leben wie sie es sich vorstellen. Mein Part ist dann nur zu prüfen, ob ich sie dabei unterstützen kann oder nicht.

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Ich finde deinen Beitrag super.
Vor einigen Jahren hätte man mich wohl ähnlich beschrieben, wie die Schwester der TE. Vielleicht nicht ganz so extrem, bzw. mit anders gelagerter Problematik. Aber das Fazit anderer über mich wäre das selbe gewsen: gescheiterte Existenz, verkorkstes Leben.
Hilfsangebote hatte ich viele, aber es war immer "Hilfe von Oben" und nicht auf Augenhöhe. Mir wurde immer gesagt, was ich tun solle, bzw tun müsse um wieder "Auf die Beine" zu kommen. Zu einem Betreuer habe ich mich auch überreden lassen, das war das vorläufige Ende meines Selbstvertrauens, ein riesen Fehler.
Die Wende kam erst, als ich mir eingestanden habe, dass ich anders bin als andere, immer war und immer sein werde. Mir tun andere Dinge gut oder schlecht, auch wenn es für viele unverständlich ist. Das merke ich gerade jetzt an Weihnachten wieder. Ich bin den Menschen unendlich dankbar, die das akzeptieren können.
Kleines aktuelles Beispiel: meine Familie sitzt gerade zusammen, ich bin früher alleine nach Hause gegangen um am Pc zu sitzen und Filme zu schauen. Finden bestimmt viele daneben oder gar traurig. Mir tut es gerade richtig gut, und das Verständnis dafür ist die größte Hilfe.
An die Te: vielleicht weißt du ja kleine Dinge oder Ziele, die deine Schwester erreichen und verwirklichen möchte und kannst sie darin unterstützen, auch wenn du sie nicht nachvollziehen kannst? Versuche ihr ein klein wenig Selbstvertrauen zurück zu geben. Ich denke Hilfsangebote wie den Flug zu zahlen um zu dir zu kommen überfordern sie im Moment nur.
Ich hab mein Leben nochmal komplett umgekrämpeltund habe gelernt, eine Balance aus dem zu finden, was andere von mir erwarten, und dem was ich wirklich für mich will.

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Nja... also ich verstehe schon. Ich hab selbst ADHS und hab auch meine Probleme. Der Unterschied zu meiner Schwester ist dass ich sozusagen mich selbst durchgewurschtelt hab und meine Probleme gehabt hab und Lösungen gefunden hat. Ich hab viele Fehler gemacht, Jobs verloren und so. Aber ich hab immer selbst gemacht.

Meine Schwester dagegen - da hat meine Mutter einfach entschieden, sie "kann nicht". Und dann wurde z.B. für die Schule alles auswendig gelernt. Meine Mutter hat stundenlang damit zugebracht mit meiner Schwester Sachen auswendig zu lernen, die sie eigentlich gar nicht verstanden hat. Ich hab schon als Teenager gedacht, dass das gar nicht funktionieren kann. Man muss doch verstehen, was man macht!? Ich hab auch versucht meiner Schwester zu vermitteln, dass sie sich dagegen wehren soll. Aber sie hat meiner Mutter geglaubt, dass ich da die Böse bin, und hat sich weiter durchs Leben "geschummelt" ohne alles wirklich zu verstehen. Sicher, ich bin inzwischen selbst Lehrerin - manche Dinge kann man auch im nachhinein verstehen, wenn man sie anfangs auswendig gelernt hat - aber längst nicht alles.

Grundsätzlich sage ich auch, Leute sollen das machen, was sie wollen. Und natürlich, wie auch in deinem Fall wahrscheinlich, muss es auch praktisch so weit funktionieren. Aber was meine Schwester bisher gemacht hat, ist halt das zu machen, was "man machen soll", und/oder das, was Mama gesagt hat. Ich bin da sehr flexibel, wenn die Leute ganz anders leben wollen und tue das selbst auch. Ich bin auch wirklich kein Durchschnittsmensch, weder positiv noch negativ gesehen. Aber es sollte das sein, was man selbst will, nicht was man nach Meinung unserer Mutter "soll". Das ist auch noch teilweise ziemlich unrealistisch, weil meine Mutter sich jahrzehntelang isoliert hat.

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Ich finde du bist eine tolle Schwester. Bei deiner Mutter ist der Zug abgefahren, glaub mir. Schade, dass sie das Leben deiner Schwester so verbockt hat. Meiner Meinung nach hätte deine Schwester schon längst eine Therapie benötigt. Frag sie doch mal wie SIE sich ihr Leben vorstellt. Vielleicht könnt ihr gemeinsam daran arbeiten. Aber mehr kannst du nicht tun. Sie ist erwachsen. Sie muss schon selbst erkennen dass sie Hilfe braucht. Aber aufzwingen bringt nichts.

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Danke. Ich weiss, bei meiner Mutter ist da nichts zu machen. Obwohl sie in einer ihrer wenigen hellen Moment plötzlich zu mir gesagt hat. "ich hab alles falsch gemacht, oder?" Gut, sie hat es offensichtlich auch eingesehen, aber was bringt es jetzt.

Ja, leider muss ich warten bis sie selbst merkt, dass sie etwas tun muss. Es geht sonst wahrscheinlich nicht, überhaupt darüber zu reden. Denn sie wird ja nur behaupten, es sei alles in bester Ordnung. Und ich kann es ja auf die Entfernung nicht aus anderer Quelle wissen. Ausser von meiner Freundin, die gegenüber wohnt. Aber das ist auch keine gute Ausgangslage.

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Hey!

Zu dem Verhalten deiner Mutter: diese Ängste und die Selbstisolation waren die ersten frühen Symptome der Demenz meiner Oma. Sagten ihre Ärzte.

Liebe Grüße
Schoko

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Meine Mutter war aber bereits mit ungefähr 40 so. Es nahm dann langsam zu. Und Demenzsymptome hatte sie dann deutlich mit über 80. Ich glaube es war ein Trauma, bzw. die Summe von mehreren solchen.

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Hallo

Ich kann mich total mit deinem Leben identifizieren, ausser, dass ich mittlerweile zurück in der Heimat bin. Auch meine Schwester hat ihre psychischen Probleme - seit ihrer Kindheit. Keine ärztliche Diagnose, denn sie selbst würde niemals ihre mentale Gesundheit anzweifeln. Ich glaube, das mit der Psyche ist dermassen komplex, die eigene Geschichte aus der Perspektive der betroffenen Person so anders als von einem selbst, dass ich sie (meine Schwester) niemals werde so richtig verstehen können. Weshalb sie da ist, wo sie ist. Weshalb sie SO ist, wie sie ist. Zu komplex. Das sind auch Fälle, die von Aussen nicht wirklich registriert werden. Ich halte mich aus ihrem Leben heraus, damit ich nicht (weiteren) Schaden annehme. Stattdessen kümmere ich mich um unseren Vater. Meine Schwester nämlich kann das nicht. Ja, sie KANN das scheinbar nicht laut Info meiner Nichte. Physisch ist sie sicherlich fit, aber mental (meine Interpretation, dass hier mental nicht was stimmt, denn es gibt sonst keinen Grund, weshalb sie ihn sich selbst überlassen sollte).. Wie gesagt, ich werde das eh nie verstehen. Ich verstehe nicht, weshalb man für sich selbst keine Hilfe sucht. Sehr wahrscheinlich sind dies Ängste, und nicht jede/r kann sich ihnen stellen. Aber gut: Jeder trägt seine Themen aus der eigenen Perspektive mit sich herum. Ich glaube fast, du musst bei deiner Schwester auf den grossen Knall warten, wie auch immer das genau aussehen wird. Ich kann deinen Zwist, dein ständig mulmiges Gefühl verstehen, weil die Distanz zwischen euch besteht. Du spürst, dass etwas nicht in Ordnung ist, so genau weisst du aber auch nicht, wo es hapert. Ich bin der Ansicht, dass du schon viel tust und momentan nur noch zuwarten kannst, wie sich die Dinge entwickeln.. Kommt Zeit, kommt Rat.

Alles Gute euch.

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Danke. Ja, es unterscheidet sich da schon., weil meine Schwester nie soweit erwachsen geworden ist, dass sie mal eine Beziehung gehabt hätte, oder irgendwas unternommen hätte, was ausserhalb der Rolle Tochter ihrer Eltern zu sein, gekommen wäre. Und ich weiss im Grunde auch nicht, ob sie eigentlich behindert ist, oder ob das nur aufgrund der Isolation zusammen meinen Eltern so unselbstständig ist.

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Schön ist das nicht aber du kannst ihr nicht ein anderes Leben vorleben. Sie hat sich ihr Leben ausgesucht.

Ich kenne auch einige Menschen in der Familie und engen Freundeskreis denen ich gerne helfen würde, aber bis heute nichts angekommen wurde.

Ich würde deine Schwester nur an meiner Stelle fragen wie sie weiter verharren will wenn schlussendlich das Telefon abgestellt ist und ihr dadurch irgendwann euch für immer aus den Augen verliert.

Ansonsten kannst du nur deinen Weg gehen und kein schlechtes Gewissen haben. Du hast getan was du kannst. Deine Schwester muss von sich aus bereit sein Hilfe an zu nehmen. Ansonsten sind es vergebene Mühen.

Es fällt einem schwer das mit an zu sehen, erst recht bei der eigenen Familie. Ich verstehe dich da sehr gut.

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