Das erste Jahr verlief anders als verhofft

Hallo,

Wir feiern heute den ersten Geburtstag. Das Geburtstagskind schläft gerade auf meinem Arm.

Und neben Dankbarkeit für diesen wundervollen kleinen Menschen erfüllt mich auch Wehmut. Das erste Jahr ist nicht so verlaufen, wie ich es mir erhofft hatte.

Corona hat uns viel gestohlen. Zudem wurde mein Sohn mit einem Herzfehler geboren.

Die Großeltern leben im Ausland und kennen ihren Enkel noch gar nicht. Geplante Besuche mussten ausfallen.

Es gab keine Krabbelgruppe und kein Babyschwimmen. Da mein Kind zur Risikogruppe gehört, war und bin ich sehr vorsichtig.

Ende November wurde er operiert, nachdem der OP-Termin vier mal (!) verschoben worden ist, jedes mal einen oder zwei Tage vorher. Alles ist gut verlaufen, wofür ich unendlich dankbar bin. Doch es war auch belastend, immer Angst zu haben, dass er sich vor der OP mit Corona infizieren könnte.

Mein Freund (mittlerweile Ex-Freund) hat im Frühjahr seinen Job verloren und im Sommer festgestellt, dass er noch nicht bereit ist, Vater zu sein.

Den ersten Geburtstag und Weihnachten verbringen wir zu zweit.

Ich habe mich sehr darauf gefreut, Mutter zu werden. Natürlich gab es auch viele schöne Momente, aber wirklich genießen konnte ich die Babyzeit nicht.

Ich hoffe sehr, dass 2021 besser wird und wir endlich die Familie besuchen können. Ich versuche, mich auf all das zu konzentrieren, wofür ich dankbar bin. Und auf die (hoffentlich sorgenfreiere) Zukunft. Doch das erste Jahr kommt nicht mehr zurück. Und das macht mich sehr traurig.

Manchmal hilft es schon, darüber zu schreiben. Vielleicht habt ihr Ideen, wie ich besser damit abschließen kann. Oder wenn ihr eure Geschichten teilen wollt, freue ich mich auch. Ich bin mir sicher, ich bin nicht die einzige, die sich das erste Jahr anders vorgestellt hat.

Liebe Grüße,
Weihnachtsmami

1

Herzlichen Glückwunsch zum ersten Geburtstag. Da habt ihr wirklich viel durchgemacht im ersten Jahr. Ich verstehe, dass dich das traurig macht und natürlich ist es toll, dass du dankbar bist und versuchst, nach vorne zu schauen, aber es ist auch ok, Trauer zuzulassen.

Unser Sohn hat auch einen Herzfehler, deshalb weiß ich, wie belastend die Angst vor einer Ansteckung mit Corona sein kann. Zum Glück war die OP schon im Mai. Dass eure OP so oft verschoben wurde, finde ich heftig. Diese ständige Ungewissheit war bestimmt schwer.

Ich drücke dir (und uns allen) die Daumen, dass die Situation bald besser wird, damit ihr eure Familie im Ausland besuchen könnt. Sind deine Eltern denn technisch fit, so dass wenigstens Videoanrufe etc. möglich sind?

2

Ihr habt wirklich eine schwere Zeit hinter euch und ihr habt es Beide richtig toll gemeistert. Du kannst stolz auf euch sein!
Nächstes Jahr, wenn Corona endlich ausläuft, steht auch einer Familienzusammenführung nichts mehr im Weg. Das kann ein Lichtblick sein.
Corona hat dir ganz viel intensive Zeit mit deinem Baby beschert, versuche es so zu sehen.
Kein Baby der Welt braucht vor dem 2., wahrscheinlich auch vor dem 3. Lebensjahr Babyschwimmen oder eine Krabbelgruppe! Das ist unnötiger Stress, wovon niemand (bis auf die Mama) profitiert.

3

Hallo Weihnachtsmann

Lass dich drücken. Du hast in diesem einen Jahr Vieles geleistet - Hut ab. Und herzlichen Glückwunsch zum 1. Geburtstag deines Kindes 🎈!

Ich kann dir vielleicht einen Lichtblick geben: Ihr zwei habt noch sehr viele Jahre vor euch, wo so vieles passieren wird. Du wirst weitere wichtige Entwicklungengsschritte deines Kindes miterleben, dich mit ihm freuen, mit ihm weinen (im übertragenen Sinn). Was ich meine, als Elternteil/Mutter bist du noch lange, lange "dran". Freu dich auf die Zukunft, wirklich. Ich habe schon Kinder ü10 Jahre alt - mit Hochs und Tiefs waren das intensive, schöne, "reiche" Jahre. Und ich freue mich auf die weiteren. In jedem Entwicklungsstadium ändern sich die Themen, aber ihr habt einander immer.

Kopf hoch, feiert schön (vielleicht mit den Grosseltern via WA-Cam, Skype o.ä.), frohe Festtage und ein gutes neues Jahr euch beiden! 🌼

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Ach sorry: WeihnachtsMAMI natürlich 🦄

5

Alles Gute zum Geburtstag!

Der erste Geburtstag ist schon irgendwie besonders. Das gesamte erste natürlich auch. Es tut mir leid, dass es ganz und gar nicht so lief, wie du dir das erhofft hast.
Mein Sohn ist im November 1 geworden. Wir konnten zumindest die ersten Monate ein bisschen was machen. Ich konnte zur Rückbildung und zur Babymassage. Aber alles andere fiel auch aus. Ich wäre so gerne zum Babyschwimmen, denn mein Sohn ist eine Wasserratte. Wir waren dann einfach als Familie im Schwimmbad oder sonst irgendwo am Wasser.
Was mir auch wirklich leid tut, ist, dass mein Sohn einige Verwandte auch noch nicht kennen lernen durfte. Wir hatten im März geplant, die weiter weg wohnende Familie zu besuchen, genau dann als der erste Lockdown kam. Im Sommer konnten wir das zwar mit einem Teil der Familie nachholen, aber meine Tante, mein Onkel (zu denen ich ein enges Verhältnis habe) und der Opa meines Mannes haben den Kleinen nur auf Fotos oder per Videotelefonie gesehen. Das ist aber nunmal nicht ansatzweise dasselbe. Sie würden den Kleinen doch gerne auf den Arm nehmen. Und so ein kleines Kind schaut mal kurz auf den Bildschirm, ist doch dann aber recht schnell wieder mit etwas anderem beschäftigt.

Ich drücke dir die Daumen, dass es im nächsten Jahr einfacher wird für dich. Du hast wirklich ein schweres Los gezogen und dass dieser Blödmann von Vater sich auch noch verkrümelt, dazu sag ich mal lieber nix.

Vielleicht kannst du doch noch irgendwie versöhnlich mit dem Jahr abschließen. Du hattest eine intensive Zeit mit deinem Kind, hast ihm gezeigt, dass du immer für ihn da bist, er sich auf dich verlassen kann. Du warst bei jedem seiner Entwicklungsschritte dabei. Was er alles gelernt hat, hat er mit und von dir gelernt. Und du weißt jetzt, dass du eine starke Frau bist, die auch ohne so einen Feigling zurecht kommt. Du kannst stolz auf dich sein, dass du dieses schwierige Jahr so gut gemeistert hast. Dein Sohn ist es bestimmt auch!

Alles Gute für euch und schöne Weihnachten!

Orchifee mit kleinem Bub

6

Ihr beiden habt viel mitgemacht in diesem Jahr und alles gut überstanden! Du kannst sehr stolz auf euch sein. Es ist doch das wichtigste, dass die OP geschafft ist und gut verlief.

Ich verstehe, dass es dich traurig macht und du auch gerne die typischen Babysachen gemacht hättest. Aber die wichtigen Erinnerungen und die Bindung zwischen euch entstehen durch andere Situationen und Momente.

Unser Baby kam Anfang 2019. Wir konnten alle Baby Kurse machen und ich hatte Mütter, mit denen ich hätte spazieren können oder mich treffen können. Aber es war alles sooooo anstrengend, weil mein Kind nur bei mir auf dem Arm sein wollte und extrem schüchtern ist. Es hat sich seit dem ersten Geburtstag gelegt, aber er ist immer noch so.

Das hätte bei euch natürlich nicht so sein müssen. Aber auch bei uns kommen die schönen Erinnerungen und die Bindung aus anderen Momenten. Alle Entwicklungsschritte bekommt man trotzdem mit und erlebt sie zusammen. Sei nicht traurig, sondern freu dich, was du alles in diesem Jahr geleistet hast.

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Erstmal - herzlichen Glückwunsch!

Unser 1. Babyjahr war auch komplett anders, als ich es mir vorgestellt hab 😅 und Motte ist gesund und Corona hat uns „nur“ den 1. Geburtstag „versaut“. (War direkt im 1. Lockdown). Aber Motte war ein Schreikind, hat Babykurse gehasst und es war soooo anders, als ich dachte.

Eigentlich sind wir doch nur traurig, dass unsere Erwartungen völlig falsch waren und nicht erfüllt wurden 😅 eigentlich schade, da wir uns selbst um eine schöne Zeit betrügen mit dieser Einstellung und nicht „das Schicksal“ oder sonst wer.

Zudem ist die Zeit jetzt, seit dem 1. Geburtstag, echt schöner. Zum einen weil ihr gar keine Erwartungen mehr hatte, zum anderen weil ich mit Motte viel mehr „anfangen“ kann. Ohne Kurse usw.

Eigtl ist es ein Segen, dass die Knirpse noch so jung sind. Sie werden sich kaum an diese blöde Zeit erinnern, bzw. sogar vllt gar nicht. Es „versaut“ ihnen nicht so viel wie mit 3/4 Jahren plus. Wir haben keine Kita-Schließungen, sie vermissen keine Freunde, kennen es eben nicht anders und werden später keine Erinnerung mehr dran haben.

Das ist doch eigtl ziemlich gut! :)

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Herzlichen Glückwunsch an deinen kleinen Kämpfer. Mein Mädchen kam zu früh zur Welt ebenfalls Herzfehler, Fallotsche Tetralogie.

Sie wurde vor 6 Monaten operiert. Unser Termin wurde auch ständig verschoben. Ich bin unendlich dankbar dass alles so gut verlief. Es war die reinste Hölle. Ich Blicke oft zurück und frage mich wie wir das gemeistert haben. Bin von Anhang an alleinerziehend. Habe aber Zum Glück meine Familie auf die ich immer zählen kann.

Wenn du dich austauschen magst kannst du mir gerne privat schreiben ♡

9

Da hast du ja ganz schön viel mitgemacht dieses Jahr..:-(

Vielleicht tröstet es dich ein bisschen das es vielen so geht das sie das Babyjahr nicht genießen. Man hat da immer diese unrealistische Vorstellung von einem süß schlafenden Baby und entspannter Kuschelzeit. Ich dachte ernsthaft ich könnte ja endlich mal den Keller streichen..#klatsch..

Die Realität ist für viele anders. Mein Baby bräuchte auch eine op nach der Geburt, Intensivstation, Kinderklinik und danach das schlimmste Schreikind aller Zeiten..Sorgen..ohne Ende, die Prognosen waren nicht so rosig..

Babyschwimmen ect. konnte ich vergessen. Mit so einem Schreikind hab ich das Haus nur verlassen wenn es gar nicht anders ging, sobald ich draußen war wurde ich von wildfremden Menschen angesprochen warum er so schreit..

Nun bin ich auch kein Normalfall, aber es geht glaub ich vielen so. Meine zweite Elternzeit mit 2. Baby hab ich genossen, dass hat mich für die erste entschädigt.

Das erste Jahr ist gar nicht so wichtig, dein Kind wird sich nicht daran erinnern und du hast noch das beste vor Dir als Mama.

#liebdrueck

10

Ihr Lieben,

vielen Dank für eure netten Nachrichten und die aufbauenden Worte. Interessant, dass es vielen so geht, dass sie das erste Jahr (auch ohne Corona und ohne Krankheit) nicht so genießen konnten, wie sie sich das vorgestellt haben. Ich wünsche euch allen schöne Weihnachten ❤

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