Wie jemand aus toxischer Beziehung befreien

Guten Abend,

es geht hier eine unserer Nachbarsfamilien. Erstmal zur Erklärung. Wir wohnen gewollten Nachbarschaft eines Mehrparteienhauses (um die 25 Parteien, mehrere Familien) mit gemeinsamen Garten und jeder hat seine eigne Wohnung. Der Kontakt zu den Nachbarn ist relativ eng und dies ist natürlich gewünscht (ansonsten würde man hier nicht einziehen).

Bei der Nachbarsfamilie mache ich mir nun langsam um die Frau Sorgen. Die Nachbarsfamilie hat zwei Kinder (7 und 10 Jahre). Wir sind eine Familie mit drei Kindern (4 bis 10 Jahre). Wir wohnen schon ein paar Jahre zusammen in dem Haus.
Die Frau und der Mann haben eine seltsame Beziehung, die mich eigentlich nicht stören dürfte, aber da wir eng zusammen wohnen, würde ich die Frau gern aufrütteln, dass sie etwas gegen diese Beziehung tut.

Hier zu den Dingen die ich als toxisch empfinde:
Die Frau arbeitet und verdient das Geld der Familie. Zusätzlich kümmert sie sich um die Kinder und macht den Haushalt und Kochen. Auch Handwerkertätigeiten.
Der Mann ist selbstständig und/oder auf Jobsuche. Leider hat seine Jobsuche keinen Erfolg, weil er eine viel zu überzogenes Selbstbild von sich hat. Bei seiner Selbstsändigkeit kommt kein Geld rein. Er sitzt die ganze Zeit am Rechner (macht dort "Projekte"), liest Fachbücher und hat nie Zeit. Dh. er hat insbesondere keine Zeit für die Kinder. Haushalt macht er nur einmal am Wochenende das Saugen.

Die Frau übernimmt alle Hol- und Bringdienste der Kinder (so weit nötig). Passt der Mann auf die Kinder auf (da die Frau nur an drei Tagen der Woche Homeoffice hat), kümmert er sich nur um das nötigste. Dh. irgendwann gegen 19 Uhr gibt es eine Tiefkühlpizza, aber ansonsten sind die Kinder sich selbst überlassen und sollen am besten draußen spielen, damit er in Ruhe arbeiten kann. K1 soll schauen, dass K2 pünktlich aus der Schule kommt und wird angepflaumt, wenn dies nicht der Fall ist. K1 und K2 werden an diesen Tagen morgens von der Frau fertig gemacht und laufen einen Stunde vorm Losgehen im Garten rum.

Auch am Wochenende kümmert sich der Mann wenig um die Kinder.

Zustätzlich hat der Mann unnachvollziehbare Regeln und will bei allen Erziehungs- und Entscheidungsfrage einbezogen werden und hat oft eine sehr seltsame Meinung. Er hat sich beispielsweise einen Verein für K2 angeschaut (nachdem K2 dort bereits 6 Mal beim Training mit der Frau war) und dann beschlossen, dass der Trainer K2 seltsam angeschaut hätte (auf eine erotische Art) und somit dürfe K2 nicht dort hingehen.
Ich war selbst dort mit meinem Mittelkind und habe wirklich nichts dergleichen wahrgenommen .



Zusätzlich zum Verhältnis zu den Kindern ist die Beziehung von außen betrachtet zu der Frau in keinster Weise gleichwertig. Manchmal wenn die Frau mit mir redet, wird sie reingerufen und "angemeckert", dass sie nicht die Zeit vertrödeln soll und besser zum Kochen kommen soll. Die Frau macht wie gesagt fast alles und wenn er Kinderdienste übernimmt, dann macht der nur das nötigste (K2 wird keine Minute zu früh aus der Betreuung abgeholt, eher 5 Minuten zu spät). Zusätzlich meint er, dass die Kinder schlecht erzogen sind. Er rührt aber kein Händchen bei der Erziehung.

Der Mann verlässt übrigens das Haus, wann er Lust dazu hat und gibt nicht mal Bescheid, wo er hingeht und wann er wiederkommt. Die Frau steht dann teilweise dumm da, weil sie beispielsweise die Kinder mit dem Auto irgendwo hinbringen wollte.

Es gibt von den ganzen Dingen noch so viele Beispiele, bei denen ich es einfach nicht mehr aushalte dies anzusehen. Die Kinder laufen den ganzen Tag im Garten rum und stehen manchmal 5 Mal während unseres Mittagessens an unserer Tür um zu Fragen, ob eines unserer Kinder mit ihnen spielen kann, da sich die Eltern nicht kümmern (die Frau hat keine Zeit bei den ganzen Aufgaben, der Mann will nicht).

Was mich aber nun am meisten beschäftigt ist, wie kann man der Frau klar machen, dass sie sich in einer toxischen Beziehung befindet und versuchen sollte einen Schlussstrich zu ziehen? Wir reden schon öfters miteinander (aber über dieses Thema nur oberflächlich und oft nur mit kleinen Anspielungen), aber sie nimmt die ganzen Angewohnheiten ihres Mannes einfach so hin. Manche Sachen sind ihr bewusst und haben bisher dreimal zu kleinen Pflichen geführt, z.B. 30 Minuten pro Tag mit den Kindern Sport machen. Leider hält dies nicht lange an und alles ist beim Alten.

Habt ihr einen Tipp wie man sie am besten ansprechen und vielleicht helfen könnte? Soll man das überhaupt ansprechen?

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Mit Verlaub, du wärst die Horrornachbarin schlechthin für mich. Du beobachtest alles und urteilst. Mit der Nachbarin befreundet bist du jedoch nicht, denn ihr scheint über Smalltalk nicht hinauszukommen. Halt dich raus. Die Beziehung der Nachbarin geht dich nichts an.

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Ich habe bereits auf ein paar andere Beiträge geantwortet. Vielleicht habe ich den Begriff Nachbarin auch falsch gewählt. Es ist eher eine lockere Freundin und wir reden öfters miteinander.

In viele Situationen werde ich auch hinein gezogen. Auch das mit dem Verein, dass der Vater meint, K2 soll da nicht mehr hingehen. Das ist für mein Mittelkind einfach sehr schade, weil es mit K2 sehr gut befreundet ist,

Mit dem Mann rede ich auch hin und wieder, wenn er doch mal bei einer Aktivität der Kinder dabei ist. Dies ist aber wie gesagt selten der Fall.

Aber der Mann ist schwer zu beschreiben. Er lebt irgendwie auf einem anderen Planeten. Stellt aber immer mal wieder seltsame Regeln für seine Kinder und die Frau auf, die mich dann auch betreffen, weil er beispielsweise verbietet, dass sie zusammen mit den Kindern an einer verabredeten Aktivität teilnimmt.

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1) es geht natürlich keiner was an, wie die anderen leben, insofern keine misshandlung passiert.

2) wenn du mit der Frau befreundet bist und tagtäglich das erlebst und eine andere Meinung hast, kann ich verstehen, dass du es nicht länger aushalten kannst und deine Freundin wachrütteln willst. Tja, wie stellt man das an? Ich glaube, vielleicht subtil Sticheln? Kann nach hinten losgehen aber auch kann ihr die Augen öffnen. Bis du es versuchst, wirst du es nicht wissen. Du muss aber auch vorbereitet dafür sein, dass sie sich von dir abwendet. Ich würde nebenbei so was bemerken/meine Meinung dazu sagen, wenn sie zB mal wieder was sagt über ihren Mann oder eine blöde Situation. Oder wenn er sie reinruft zum kochen, dann sagen zu ihr, echt, kann er das nicht selber? Oder mal erwähnen, dass es Computer sucht gibt und mal evt eine Hotline für Partner von Süchtigen anrufen kann, wenn sie sich mal darüber beschwert. Eventuell ihr sonst die Augen aufmachen, dass sie die Alleinverdienerin ist indem man fragt, was ihr Mann eigentlich arbeitetet oder so was. Einfach mal bei Gelegenheit die eigene Meinung dazu sagen/sticheln. Wie gesagt, kann ihr die Augen öffnen oder auch sie von dir abwenden. Damit musst du leben.

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Vielleicht hat der Mann psychische Probleme?
Ich habe auch oft Tage, da schaff ich grad das nötigste, bin wahrscheinlich auch schroff zu meinem Mann etc.... aber deshalb ist unsere Beziehung nicht toxisch.
Hast du sie mal gezielt gefragt, dass du so genau Bescheid weißt?

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Wenn ihr nur "öfter" mal miteinander redet und dann nur oberflächlich frage ich mich, woher du das alles so genau weißt? Und warum mischt du dich derart ein und schlüsselst ihren gesamten Tagesablauf, Aufgabenverteilung etc. auf? Das geht dich doch in keinster Weise etwas an (wir reden hier ja nicht von Misshandlung oder so). Meine frage beim lesen deines Textes: hast du keine eigenen Sorgen?😅 sorry aber ich finde du mischt dich viel zu sehr ein, lass die Familie mal machen. Ich denke sie brauchen deinen "Rat" nicht.

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Ist schwierig zu beschreiben. welche Beziehung wir zueinander haben. Wir sind wahrscheinlich in einer lockeren Freundschaft. Wir haben auch durch die Kinder viel Kontakt. Im Moment ist es etwas weniger, weil die Frau wegen Corona niemanden zu sich reinlässt und so viele Aufgaben hat, dass sie keine Zeit hat mit jemanden intensiver zu reden.

Ich rede aber viel häufiger mit ihr, als mit meinen festen Freundinnen. Einfach weil wir so dicht nebeneinander wohnen und uns oft bei den Kinderfahrdiensten sehen. Wir reden auch über tiefergehende Dinge, aber nicht über das Verhalten des Mannes. Das finde ich schwierig, da es bei mir und den anderen Familien im Haus einfach so viel besser läuft. Aus einer eigenen Betroffenheit heraus, wäre das einfacher. Sie springt aber auch nicht auf Anspielungen in die Richtung an.

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Für eine Nachbarin, welche mit der Frau ab und zu redet redet, weißt du erstaunlich gut Bescheid. Ich mache mir eher Gedanken, wie gut dein Wissen über die Beziehung und den Tagesablauf der Nachbarfamilie ist.
Man kann niemand befreien, der nicht befreit werden will. Ich habe gerade bei Urbia gelernt, dass eben manche Frauen lieber unglücklich leben, sich sogar schlagen lassen - ob Kinder da sind oder nicht - und dann immer noch nicht gehen (wollen). Und daher sage ich: verschwendete Zeit. Da helfe ich Menschen, welche auch die Hilfe annehmen wollen und bereit sind aktiv mitzuwirken.

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Wie läuft es denn bei ihnen im Bett? Regelmäßiger Kuschelsex oder auch Rollenspiele in welchen sie sich unwürdig unterwerfen muss?

Das solltest du vielleicht auch noch in Erfahrung bringen, bevor du ungefragte, übergriffige Gratistipps verteilst.

Um ehrlich zu sein finde ich solche Spionagenachbarn wie dich, welche sich dann auch noch ungebeten in die Ehe anderer einmischen möchten, das allerletzte.

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Ich hab ehrlich gedacht, jetzt werden Nachbarn wie meine ehemaligen beschrieben. Da habe ich die Polizei geholt und den Zustand den Behörden gemeldet, denn da ging es um Handgreiflichkeiten zumindest gegenüber der Mutter, Aggressionen des Vaters gegenüber allen (inkl Dinge durch die Räume werfen, verbal extrem ausfallen werden), Vernachlässigung der Kinder usw. Da soll man nicht wegschauen sondern helfen. Direkte Hilfe wurde abgelehnt, aber wenigstens haben die Behörden ein Auge drauf oder haben zumindest meine Meldung.

Was du beschreibst, ist nicht deine Angelegenheit. Halte dich raus und lass die Leute ihr Leben leben. Der Mann tönt nach ner faulen Socke, nicht besonders nett, aber auch nicht nach einem, der eine sofortige Intevention fordert. Vielleicht stimmt es ja doch irgendwie für die beiden oder es gibt andere Hintergründe. Also lass mal gut sein.

In meinem Umfeld verstehe ich auch so manche Beziehung nicht, resp. wäre in 5 Minuten weg bei manchen Typen, aber das sind nicht MEINE Typen, daher nicht mein Problem.

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Dass ich nun als nervige Nachbarin gelte, kann ich verstehen.

Aber es kommt so oft zu Situationen, wo ich reingezogen werden. Beispielsweise wenn der Mann unerwartet mit dem Auto wegfährt, fragt sie nach unserem Auto. Das ist kein Problem, doch manchmal einfach seltsam. Sie sagt dann auch sowas, wie: "Ich weiß auch nicht wo mein Mann schon wieder ist."

Oder die Frau hat uns sehr oft gefragt, ob wir nicht auf ihre Kinder aufpassen können, da sie z.B.einen Termin auf der Arbeit hat. Ich habe prinzipiell auch kein Problem damit auf andere Kinder aufzupassen, nur leider fragt sie in solchen Situationen nicht ihren Mann. Den sieht man dann am Rechner sitzen. Mein Mann sagt dann klar Nein, nur schaffe ich es nicht.

Oder in den letzten Wochen ist die nachschulische Betreuung ausgefallen. Das hat der Mann vergessen. K2 kam dann um 13 Uhr nach Hause (so wie mein Mittelkind) und K2 war bis 16 Uhr ohne Betreuung. Da kümmere ich mich zwangsläufig um K2. K2 hatte übrigens keinen Schlüssel für die eigene Wohnung (bei 4 Grad). Der Mann war telefonisch nicht zu erreichen.

Es gab auch mal die Abmachung das ich K2 zusammen mit meinem Großen aus der Schule abhole. Leider hatten sie vergessen in der Nachmittagsbetreuung Bescheid zu geben, dass ich K2 mitnehmen kann. Bis ich jemanden erreicht habe, hat es insgesamt 40 Minuten gedauert, bis ich K2 mitnehmen durfte.

Diese Dinge sind kein Einzelfall und ihre Probleme werden zu meinen gemacht. Vielleicht sollte ich mich besser abgrenzen. Keine Mitnahme der Nachbarskinder. Aber was macht man, wenn das Nachbarskind 3 Stunden (für das Kind unangekündigt) ohne Betreuung draußen rumläuft?

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Inwiefern soll ihr da eine Trennung weiterhelfen? Die Betreuung der Kinder wäre ja auch dann nicht gewährleistet, wenn sie arbeiten muss.

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Die Frage ist: will sie aus der Beziehung raus? Dann kannst du ihr beistehen?
Will sie da gar nicht raus, weil.... warum auch immer .... dann wirst eher du als übergriffig aus ihrem Leben ausgemistet.

Ich bin gerne da, wenn jemand aus einer toxischen Beziehung raus möchte.
Ich verschwende aber nicht meine Kraft, wenn jemand gar nicht raus möchte.

Mit einer Freundin habe ich den Deal geschlossen: ich halte mich aus ihrer Beziehung raus. Sie hält mich von ihrem Typen fern.
Sie weiß, dass sie in einer toxischen Beziehung steckt. Sie weiß auch, dass sie noch nicht an dem Punkt ist, da raus zu können - weil sie noch nicht an dem Punkt ist, da raus zu wollen.
Sie akzeptiert, dass es mir an die Nieren geht, dass ich mir Sorge mache. Ich akzeptiere, dass sie noch nicht an dem Punkt ist.
Sie weiß, dass ich sofort da bin, wenn bei ihr der Punkt erreicht ist.

Ja, es tut mir im Herzen weh. Wir wissen aber beide: sollte ich gegen ihn sticheln, dann bin ich zuerst aus ihrem Leben draußen. Als Abwehrreaktion weil sie sich gegen mich wehren kann, gegen ihn (noch) nicht.

Sie schätzt die Situation sehr real ein. Sie kennt alle Punkte und weiß, dass sie ihr nicht gut tun. Sie sagt auch selbst, dass es die Gefühle (nicht Liebe, sondern Abhängigkeit, anderes) sind, die sie noch halten. Sollte das Fass überlaufen, geht sie (das glaube ich ihr auch).

Und dann gibt es Menschen, die sich nicht bewusst sind; nicht bewusst sein wollen. Alles abwehren, sobald in die Richtung geht.

Man kann Erwachsene nicht zu ihrem Glück zwingen. Oder aus einer Situation herauszerren und dann brechen sie zusammen, weil keiner da ist, das aufzufangen.
Wie eine Eisenstange, die in einer Hauptschlagader steckt. Zieht man sie heraus, weil man es gut meint, stirbt die Person.
In diesem Fall kann es passieren, dass man der Person die Lebensgrundlage nimmt. Ängste, Vergangenheit etc. aufreißt.

Ist sie selbst bereit zu gehen, dann ist sie bereit.
Ist sie es nicht, braucht es zusätzliche Versorgung. Therapeuten, sonstiges. Oft stecken Urängste, uralte Muster dahinter.

Der erste Schritt wäre wohl eher, dass sie etwas für sich selbst tut.
Zeit zum über sich nachdenken. Was sie will, was sie braucht, was ihr gut tut. Vielleicht fällt ja dann der Groschen.
Oder sie flüchtet sich in neue Aufgaben, um sich nicht mit sich selbst befassen zu müssen. Alles tun, um sich abzulenken, von eigenen Gefühlen etc.


Wegen der Kinder würde ich sie deutlicher darauf ansprechen.
Braucht sie Unterstützung? (Um herauszufinden, wie sie die Situation einschätzt).
Dann weiter entscheiden, ob es ausreicht, den Kindern insofern Halt zu geben, als dass sie an festen Tagen bei euch mitessen dürfen oder ähnliches.
Ob es schon Richtung Gefährdung geht?
Ob sie bereit ist Unterstützung von außen anzunehmen?
Oder ob sie alles abwiegelt und gar nicht wahrhaben will, wie es in den Kindern geht.

Entsprechend würde ich mich dann bei einer Beratungsstelle beraten lassen.
Wie sieht die Situation aus?
Was kann man von außen tun?
Was muss man tun? Was wäre kontraproduktiv?

Überstürztes Handeln kann auch schaden. (bei direkter Gewalt und akuter Gefahr natürlich Polizei rufen).
Wegsehen aber auch.

Daher würde ich mich beraten lassen, welche Stellen es bei euch gibt. Wer zuständig ist. Wie das ablaufen würde.

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Danke für deine tolle Antwort. Ich werde ihr etwas ähnliches anbieten und sagen, dass ich sie unterstütze, wenn sie Konsequenzen zieht.

Ich gebe zu, ich bin oft im Zwiespalt, ob ich sie besser auflaufen lassen soll, damit sie erkennt wie schlimm es ist, oder besser helfen. Aber das kaschiert dann das Problem und führt mitunter zu keiner Lösung.

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Die Frage ist: was bedeutet helfen?

Hilfe zur Selbsthilfe?
Immer springen in jeder Situation?
Was, wenn ihr mal nicht könnt?

Bspw. helfen mir Freunde sehr viel.
Da sie ehrlich ! Nein sagen, weiß ich, dass ein JA immer ehrlich ist. Das ist mir eine große Hilfe. Wenn sie Ja sagen, dann kann ich mich darauf verlassen.
Sagen sie NEIN, dann weiß ich, dass ich weiter suchen muss.

Würden sie mir alles abnehmen, würde ich den Überblick verlieren.
Würden sie helfen, sich selbst dabei übergehen; dann ist in dem Sinn keine Hilfe, weil sie irgendwann wegbrechen.

Helfen kann auch sein, überlegen nach Lösungen zu überlegen.
Z.B. sie fragt nach eurem Auto.
Ok. Fragen ist ok.

Möglichkeiten
- Es ihr geben. Das kann in der einzelnen Situation helfen. Was aber, wenn es häufiger vorkommt? Was, wenn ihr 29 mal ja sagt und beim 30. mal nicht könnt. Sie dann aber drauf angewiesen ist? Sie keinen Plan B hat?

- Mit ihr überlegen, wo sie sich eines mieten kann?
Sie zur Car-Sharing-Stelle fahren.
Fragen, ob sie noch jemand anderen fragen kann?

Manchmal sieht man nur den bekannten Weg. Den Gewohnten.

Ab und zu NEIN sagen, kann auch Hilfe sein, damit sie aus ihrem Trott rauskommt.

Überlege für dich selbst! und mit deinem Mann gemeinsam, was ihr verlässlich! anbieten könnt und was nicht.
Springst du immer und sofort, weil "die Arme braucht es ja", dann machst du auch nur das, was sie selbst macht: Co-Abhängigkeit.

Weißt du, wo deine eigenen Grenzen sind und kannst ehrlich echte Hilfe anbieten / nein sagen, wenn es nicht geht. Dann ist ihr mehr geholfen, als wenn du Mitleid hast oder sie es gerade braucht.

Wechsle aber nicht zu oft hin und her. Heute ja, morgen nein. Das schafft Unsicherheit und Verwirrung.

Überlege ernsthaft was du konkret anbieten kannst.
Zeige eigene Grenzen KLAR auf. Nicht durch die Blume, sondern klar.

Bspw. donnerstags dürfen die Kinder bei euch mitessen, da passt es für euch rein.
Auto gibt es nicht mehr. Das war als Ausnahme ok. Jetzt passt es nicht mehr.
Nur als Beispiele.

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du beschreibst meine ehe... ich hab meinen mann irgendwann verlassen, aber du kannst keine erleuchtung erzwingen.

wenn ihr frauen befreundet seid, kannst du, mit dem nötigen feingefühl, sie drauf hinweisen, weil sie selber das sicher oft nicht objektiv sieht sondern einfach im hamsterrad weiterläuft, und was ihr mann wirklich macht oder nicht sieht man von außen vielleicht auch gar nicht.

als man mir ein paar sachen sagte, merkte ich, dass das noch untertrieben war. es war real noch schlimmer, aber das sah man von außen nicht.

aber solange de frau glaubt, dass das alles richtig ist, und ihrem mann den popo pudert, wirst du sicher auf taube ohren stoßen, bzw abgewiesen, wenn du zu direkt bist. und letztlich musss man sich halt fragen, wie sehr man sich einmischen will. grade wenn ihr nachbarn seid, wird sie ihren mann nicht einfach so rauswerfen können... auch wenn sie die größere last trägt werden sie juristisch im mietvertrag gelichberechtigt sein und sie kann ihn nicht einfach rauswerfen, wenn müssten dann beide ausziehen...

und ganz ehrlich: mittlerweile glaube ich man kann sogar in so einem leben recht zufrieden sein, wenn man icht weiß wie ungerecht es ist. ich habe mich jahrzehnte sehr wohl in genau der rolle gefühlt, solange ich nicht wusste, dass das anders sein könnte.

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Vielen Dank für deine Antwort. Die Sicht eines ehemals Betroffen finde ich sehr interessant.

Wie hast du es denn geschafft dich zu lösen? Oder was hat dich zum Umdenken bewegt?

Wärst du froh gewesen, wenn dich jemand eher darauf hingewiesen hätte? Oder wurdest du eher darauf hingewiesen, aber hast es überhört?


Ich glaube schon, dass die Frau im Inneren weiß, dass die Beziehung zu ihrem Mann schwierig ist. Ich vermute mal, dass sie den Kindern den Vater nicht wegnehmen will. Für K2 ist der Vater auf jeden Fall der größte und tollste Papa der Welt, er muss halt nur immer arbeiten und hat deswegen keine Zeit. Aber richtig bewusst ist es ihr nicht.

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Einmischen ist wirklich schwierig, weils einem nichts angeht.
Passieren Misshandlungen oder man hat ernsthaft einen Verdacht, dann bitte unbedingt melden!!!

In dem Fall, als Freundin, würd ich einfach fragen wies ihr so geht. Platz schaffen dafür, dass sie sich öffnen und anvertrauen kann. Wie es in einer Freundschaft halt ist, man hat ein offenes Ohr.

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