Freundschaft zerbrochen - Patenschaft jetzt vorbei??

Guten Abend alle miteinander,

vorweg: ich weiß, dass dies hier vermutlich eigentlich nicht die richtige Rubrik für mein Anliegen ist, aber die Sache ist mir so unangenehm, dass ich lieber unerkannt bleiben und in grau schreiben möchte!

Ich muss jetzt hier wirklich mal um Rat fragen, da ich mir unsicher bin, wie ich mich in Zukunft weiter verhalten soll….ob ich noch irgendetwas machen oder es einfach ruhen und die Sache abhaken sollte. Ich habe hier gerade schon wieder Tränen in den Augen, so sauer und traurig bin ich noch immer, wenn ich daran denke….#schmoll

Folgendes ist neulich passiert:
Meine (nun ehemalige) beste Freundin und ich haben uns komplett zerstritten. Auf die Details, die dazu geführt hatten, möchte ich lieber nicht näher eingehen, da es sonst zu lang werden würde und mir auch zu persönlich ist. Wir kannten uns seit der Schulzeit und sind über 20 Jahre zusammen durch dick und dünn gegangen. Deshalb hatte sie mich damals auch zur Patin ihres älteren Sohnes (jetzt 10 Jahre alt) gemacht. Allerdings fing unsere (einst unzertrennliche) Freundschaft in den letzten Jahren an, immer mehr zu „bröckeln“, was wohl auch daran lag, dass wir uns alle Beide im Laufe der Zeit zunehmend in verschiedene Richtungen entwickelt hatten. Vieles passte ab einem bestimmten Zeitpunkt irgendwie nicht mehr zwischen uns….#zitter

Jetzt haben wir uns vor ein paar Tagen bei ihr Zuhause zusammengesetzt, weil neulich schon wieder etwas sehr Unschönes in Bezug auf unsere Freundschaft passiert war. Wir wollten alles bereinigen und uns aussprechen. Ich habe all die Jahre so sehr gehofft, dass wir wieder die „Kurve kriegen“ und unsere Freundschaft noch retten können. Dem soll wohl nicht so sein – das Gespräch ist vollkommen eskaliert. Es kamen noch deutlich mehr schlimme Dinge dabei ans Tageslicht und meine Freundin hat vollkommen die Fassung verloren. Sie hat mich aus ihrem Haus geworfen mit Worten wie „Raus hier, du falsches Miststück! Ich will dich nie wieder sehen!“#schock Ich, meinerseits nicht minder sauer, bin heulend aufgestanden und gegangen und habe ihr ebenfalls an den Kopf geknallt, dass unsere Freundschaft beendet und ich gnadenlos enttäuscht von ihr sei. Sie schrie mir noch Beleidigungen wie „du verlogene H**e“ (sie war schon immer etwas sehr aufbrausend und neigte zu Übertreibungen) hinterher, als ich schon aus der Haustür raus war. Seitdem ist natürlich absolute Funkstille zwischen uns; sie hat mich auch sofort auf WhatsApp blockiert. Ich habe Rotz und Wasser geheult an diesem Tag, so fertig war ich!
Nach diesem Vorfall ist mir endgültig klar geworden, dass unsere Freundschaft wohl nicht mehr zu retten ist. Es ist vorbei zwischen uns….#schmoll

Nur fängt jetzt eine Sache an, mir zusätzlich Kopfzerbrechen zu bereiten: Und zwar mein Patenkind! Wir haben uns immer supergut verstanden und er hatte mich total lieb. Er sagte mal zu mir, ich sei für ihn so etwas wie eine zweite Mama! Wir haben um Laufe der Zeit viel zusammen unternommen und erlebt. Das soll wohl zukünftig nun nicht mehr sein….
Nun meine Frage: soll ich trotzdem noch in Zukunft Bemühungen zeigen?? Dass ich nun nicht mehr persönlich zu ihnen kann, ist mir natürlich irgendwo klar. Aber ich kann ihn doch nicht so einfach fallen lassen, nur weil ich mich mit seiner Mutter nicht mehr verstehe?! Was die ihm nun konkret erzählen wird oder wie sie es ihm erklären wird, dass „Tante S.“ (ich) nicht mehr kommen wird, weiß ich nicht….
Soll ich in Zukunft trotzdem noch weiterhin Geschenke (per Post) und Karten schicken? Oder gar anrufen? Damit er weiß, dass ich ihn nicht vergessen und aus meinem Leben gestrichen habe? Ich meine, der Junge kann doch da überhaupt nichts für und man soll so etwas doch nicht auf dem Rücken der Kinder austragen, oder?!
Oder glaubt ihr, das macht unter diesen Umständen keinen Sinn mehr? Soll ich die Sache einfach abhaken und den Jungen vergessen? Zumal ich natürlich nicht genau weiß, ob seine Mutter nicht alles in irgendeiner Form unterbinden würde….:-(

Ich habe den Jungen andererseits aber so gerne und fühle mich, trotz der Umstände, irgendwie noch immer an mein damaliges Gelübde als Patin gebunden. Das ist doch ein Schwur. So etwas darf man doch nicht so einfach „brechen“??#zitter
Oder ist so etwas in solch einer Situation evtl. doch „hinfällig“?!

Was würdet ihr in so einer doofen Situation tun? Wie seht ihr das und wie würdet ihr an meiner Stelle handeln? Ich würde mich sehr über einige Meinungen freuen!
Ganz vielen Dank fim Voraus!!

Schönen Abend und viele Grüße!

3

Sie wird das nicht trennen, leider. Wer sich so ausfallend benimmt, will sicher keine Freundschaft fortsetzen und daran ändert auch die Patenschaft nichts.
Ich kenne zwei solcher Fälle und in beiden Fällen waren die Patenschaften bei den Zerwürfnissen auch erledigt. Wenn das Verhältnis vergiftet ist, würde das Patenkind nur darunter leiden. Einen Zehnjährigen kann man da auch nicht mit reinziehen. Du kannst nichts anderes tun, als einfach mal abwarten. Ich gehe davon aus, dass sie das Kind bereits entsprechend aufgehetzt hat. Ich bin an mein Patenkind auch nicht mehr rangekommen, als die Mutter mir die Freundschaft aufkündigte - und das, obwohl sie nur ein Haus weiter wohnten und das Verhältnis viele Jahre wirklich toll war. Ach ja, weiterhin großzügig schenken hätte ich noch gedurft - aber sonst kein Kontakt. Machte ich natürlich nicht.
LG Moni

4

Vielen Dank für die Teilung deiner eigene Erfahrungen. Klingt leider nicht sehr vielverpsrechend....

Heißt das also, dass du dich, auch nach dem Zerwürfnis mit deiner Freundin (Nachbarin, wenn ich richtig verstanden habe?), noch versucht hast, weiterhin den Kontakt zu deinem Patenkind zu halten, aber du da auf Granit gestoßen bist? Hat die Mutter deine Kontaktversuche alle weitestgehend unterbunden oder hat dich dein Patenkind sogar persönlich abgewiesen?

Darf ich das mal fragen? Ich hoffe, ich werde jetzt nicht zu persönlich....ich versuche mir nur ein Gesamtbild von dem zu machen, worauf das auch bei mir in Zukunft hinauslaufen könnte. Dann bin ich besser vorbereitet auf das, was kommen könnte....#zitter

5

Ich habe mein Patenkind, damals 14, auf der Straße angesprochen, wie es ihr geht usw. Sie druckste nur herum, drehte sich ab und ging weg. Dann bekam ich sogar eine Einladung zur Konfirmation, aber nur für die Kirche. Da bekam sie ihren letzten Schein in einer Karte, in der ich mich aus der Patenschaft verabschiedete, da sie ja aus kirchlicher Sicht nun auch mündig ist. Sie bedankte sich nicht mal.
LG

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Ach Mensch, das klingt ja wirklich schlimm was zwischen euch vorgefallen ist, das tut mir leid.

An deiner Stelle würde ich es probieren. Allerdings weiß ich nicht, was genau vorgefallen ist und wie schlimm es in den Augen deiner ehemaligen besten Freundin ist, dass es von ihr eventuell als Übergriffig angesehen werden könnte. Wenn sie differenzieren kann, das euer Streit nichts mit ihrem Sohn und deiner Patenschaft zu ihm zutun hat, dann sollten Karten und Geschenke kein Problem sein. Leider weißt du ja aber nicht wirklich ob es bei ihm ankommt. Wenn du den Jungen nicht mehr „beschenkst“ könnte es auch falsch ausgelegt werden. Wie Mans macht, macht Mans verkehrt 😕

Alles gute für euch!

2

Hallo, ich würde mich weiterhin ehrlich um den Jungen bemühen. Erklärungsversuche deinerseits zum Verhältnis zu seiner Mutter würde ich dringend unterlassen. Nun kommt es sehr darauf an ob deine Freundin diese beiden Themen voneinander trennen kann, wie tief eure Verbindung ist oder ob der Junge ein "Scheidungskind " wird. Das wird die Zeit wohl erst zeigen.

7

Es tut mir leid, dass deine Freundschaft zerbrochen ist!

Dein Patensohn ist dein Patensohn. Nicht deine Freundin. Ich würde mich weiterhin bemühen, immerhin kann er vermutlich nichts für euren Streit.

8

Mir ist etwas ähnliches passiert. Ich war auch patin der Tochter einer Freundin. Diese löschte mich überall, weil ich ihr nicht sofort erzählt habe, dass mein Sohn Leukämie hat... Ich hatte damals keinen nerv dafür und hab es einfach sein lassen. Mir tat es für die Kinder (meinem Sohn und ihrer Tochter) leid, weil die 2 sich echt gern hatten, aber nun gut, das ganze ist nun 5 Jahre her und sie wird sich nicht mehr an mich erinnern 🤷‍♀️

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"dass mein Sohn Leukämie hat..."

Oh Gott, wie furchtbar! Das ist echt schrecklich. Ich hoffe sehr, dass es deinem Kind heute wieder besser geht....#gruebel

Zu deiner ehemaligen Freundin:
Manchmal frage ich mich wirklich, was bei einigen Leuten eigentlich schief gelaufen ist.
Da bekommst du als Mutter so eine Schreckensbotschaft (Kind hat Blutkrebs!#schock), die du erst einmal selber irgendwie verdauen musst und anstatt dir in so einer schweren Situation beizustehen, kündigt deine "Freundin" dir die Freundschaft, nur weil du ihr nicht unverzüglich nach der Diagnose davon berichtet hast?? Wie egoistisch und weltfremd ist das denn bitte?! Die hat doch echt den Schuss nicht gehört. Auf solche Leute kann man echt verzichten!:-[

#danke jedenfalls für die Mitteilung deiner eigenen Erfahrungen!

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Letztendlich liegt die endgültige Entscheidungskraft in den Fall wohl noch bei der Mutter,da das Kind ja erst 10 ist.

Versuchen würde ich es trotzdem. Vllt schafft sie es zu trennen..wobei bei der Ausdrucksweise wohl ein Vertrauensbruch vorliegen wird. Wenn das Vertrauen hin ist, wird es wahrscheinlich auch schwierig dass du das Kind alleine außerhalb treffen könntest für Unternehmungen.

Ich würde wohl erstmal etwas abwarten. Eventuell dann ein Brief schreiben dass du es akzeptierst,auch nicht weiter darüber reden möchtest, aber du den Kontakt zu deinem Patenkind gerne halten würdest,da es damit ja nichts zu tun hat. Vielleicht kannst du deinem Patenkind dann öfter Mal ein Brief schreiben und gelegentlich für Unternehmungen abholen, vielleicht könnte auch der Vater sonst das Patenkind vorbei bringen oder ähnliches..
Wege würde es wohl einige geben,ohne daß ihr euch sehen müsst,ist halt nur die Frage ob deine ehemalige Freundin dazu bereit wäre.

Ich wünsche dir viel Erfolg 🙏

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Oh man, tut mir leid, dass das so eskaliert ist. Sowas tut weh und ist nicht schön 😔

Ich würde definitiv einen Brief schicken (vllt mit kurzer Erklärung an die Mama, dass du trotzdem noch Patin sein möchtest) und dem Jungen zeigen, dass er nix für kann und du an ihn denkst.

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Hallo,

ich hab sowas ähnliches auch hinter mir, allerdings ist bei mir und er Patentante die Freundschaft nur mit einem "normalen" Streit und Unstimmigkeiten auseinander gegangen.

Wir handhaben es so, dass wir uns zu den Geburtstagen der Patenkinder (ich bin auch Patentante von ihrem Kind und sie von meinem) treffen und Geschenke überreichen. Inzwischen kann ich mich auch wieder ganz normal mit ihr unterhalten, aber eine Freundschaft wird daraus nicht mehr.

Vielleicht wächst bei euch ja etwas Gras über die Sache und ihr könnt irgendwann zumindest gemeinsam an einem Tisch sitzen.

Ansonsten würde ich dem Jungen einfach zu den Feiertagen ein Geschenk zukommen lassen oder wenn er schon ein Handy hat, mit ihm per Whatsapp schreiben und ihm die Situation erklären. Mein Patenkind hat das damals verstanden und meine Tochter auch.

LG Tina

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Ich persönlich fände es sehr schwierig unter diesen Umständen Kontakt zum Kind zu haben- und würde nichts in der Hinsicht unternehmen.

Die Mutter des Kindes will dich nie wieder sehen, und dass ist dann natürlich auch das Ende deiner Beziehung zum Kind. Zweite Mama ist natürlich lieb gemeint, aber letztlich ist deine Beziehung zum Kind nicht mit der einer Mama zu vergleichen. Es kann nicht gut sein für ein Kind in so einen Streit zwischen die Fronten zu geraten.

Ich hab selbst auch ein Patenkind, es ist der Sohn meiner Schwägerin (Schwester meines Mannes). Hab auch schon überlegt wie das laufen sollte wenn ich mich von meinem Mann trenne..#zitter...

Das wäre vermutlich auch das Ende meiner Beziehung zum Kind, ich kann mir nicht vorstellen dass es funktionieren würde noch weiter Kontakt zu seiner Familie zu pflegen wenn er dann irgendwann eine neue Partnerin hat. Es ist keine Trennung geplant, aber Gedanken hab ich mir schon in die Richtung gemacht als ich zugesagt habe.

Es gibt halt einfach Umstände die vertragen sich nicht mit dem Patenamt.

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kommt immer drauf an, wie ernst man die Patenschaft nimmt. Ein Freund von uns ist geschieden, wieder verheiratet und hat ein Patenkind mit seiner Ex-Frau. Er ist an jedem Geburstag, Einschulung und sonstigen wichtigen Tagen dabei. Seine Frau (meine Freundin) sagt, dass es zwar etwas komisch ist, an einem Tisch mit seiner Ex-Frau zu sitzen, aber sie ist froh, dass er so verantwortungsbewusst ist und unterstützt seine Beziehung zum Patenkind.

Ich bin selbst Patentante von den Zwillingen meiner Cousine. Mit meiner Cousine habe ich seit rund 10 Jahren keinen Kontakt mehr. Aber bis zur Firmung der Jungs habe ich mich immer um sie bemüht, habe ihren zu jedem Geburtstag, Weihnachten, Ostern, Einschlulung Geschenke gemacht und gratuliert. Ich konnte es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren diese Patenschaft fallen zu lassen.

Ich selber habe leider ganz andere Erfahrungen gemacht. Meine Kinder kennen ihre Paten nicht. Die Freundschaften sind zerbrochen und damit waren auch die Paten weg. Und trotzdem hoffe ich jedes Weihnachten und an Geburtstagen, dass doch noch ein Geschenkt oder eine Grußkarte an meine Kinder adressiert kommt. Wird wohl leider nur bei der Hoffnung bleiben.

Ich kann sowas nicht nachvollziehen.

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Das ist bestimmt auch einfach unterschiedlich welche Erwartungen man an das „Patenamt“ hat.

Meine Schwägerin wohnt nicht gerade um die Ecke und ich sehe das Kind nur alle paar Monate, es ist auch erst zwei Jahre alt.

Von einer intensiven Bindung kann man also eher nicht sprechen. Ich selbst hatte kaum Kontakt zu meinen Paten, dass fand ich nicht so dramatisch. Mittlerweile sind beide an Krebs gestorben.

Daher sehe ich das vermutlich etwas lockerer, so ernst nehme ich das tatsächlich nicht. Meine Schwägerin ist ebenfalls die Patin für unseren Sohn, daher hatte ich eine ganz gute Vorstellung was von mir erwartet wird..;-)

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