Wunsch nach 3ten Kind obwohl 2 HighNeed

Jede Woche wächst der Wunsch nach einem dritten Kind immer mehr.
Mein Mann und ich waren uns einig, es bleibt bei 2 Kindern. Babysachen sind schon längst weg.
Meine Große ist 6 und kommt nächstes Jahr in die Schule. Die kleine ist 2 und kommt nächstes Jahr in den Kindergarten. Ich arbeite zuhause in unserem Betrieb und bin zeitlich sehr flexibel. Mein Mann hat lange Tage und mindestens eine 6-Tages-Woche aufgrund der Selbstständigkeit. Finanziell sind wir sehr gut dagestellt. Platztechnisch wäre ein drittes Kinderzimmer auch kein Problem. Ursprünglich wollten mein Mann und ich "früher" auch immer 3 Kinder.
Jetzt kommt das aber:
Kind 1 war ein Schreikind bis 10 Monate und danach auch ständig unzufrieden und nur am quengeln. Deswegen auch der größere Abstand zu Kind 2. Wir dachten uns - schlimmer kann es nicht kommen. Nunja da lagen wir falsch. Kind 2 war ebenfalls ein Schreikind. Zusätzlich eine Unveträglichkeit mit schlimmer Verstopfung. Reflux der die Speiseröhre angriff. Nach monatelangem Ärtze-Marathon wurde sie endlich mit Medikamenten eingestellt und es ging langsam bergauf. Davor hatten wir monatelang nur max 20 Minuten am Stück Schlaf. Das war eine mega Belastung für uns als Familie.
Jetzt sind die Sorgen vergessen und wir funktionieren als Familie wunderbar.
Und bei mir kommt der Wunsch nach einem 3ten Kind hoch. Die Sehnsucht ein Baby "genießen" zu können. Kinderwagen fahren usw (Wollten beide partout nicht). Ich fühle mich so um die Babyzeit "betrogen". Sie war bei beiden schlimm und ich war jedes Mal froh als sie vorbei war. Mein Mann meint allerdings dass er "das" kein drittes Mal aushalten würde. Doch würde es wieder so schlimm werden?
Hat jemand Erfahrungen?

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Meine Situation ist vergleichbar und doch etwas anders gelagert. Wir wollten ursprünglich auch mehr Kinder als wir jetzt haben. Doch aus genau diesem Hintergrund heraus wird es so bleiben wie es ist. Macht mich auch manchmal traurig, besonders wenn ich mich mit Freundinnen vergleiche wo alles bilderbuch mäßig verlief.

Aber da es keine Sicherheit gibt, dass es dieses mal anders bzw. besser verlaufen wird, haben wir uns auch gegen ein weiteres Kind entschieden. Vom Kopf her richtig. Mein Herz sagt manchmal was anderes, aber die Angst überwiegt einfach das alles wieder von vorn losgeht oder noch schlimmer als beim letzten Mal....

Fakt ist eine Garantie kann dir niemand geben, dass es beim nächsten Mal leichter wird. Daher mein Rat, den ich mir auch immer wieder gebe. Genieße das was ihr jetzt habt. Sei dankbar dass die schwere Zeit mit den Kindern hinter euch liegt und du sie mit deinem Mann zusammen durchgestanden hast. Genieße deine Kinder jetzt wie sie sind in ihrem Alter...sie sind ja immer noch klein. Laß dir das nicht kaputt machen durch diese Sehnsucht für die es keine Garantie auf Erfüllung gibt.

#liebdrueck

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Deine Fragen kann ich dir leider nicht beantworten, aber man sollte sich -denke ich- die Frage stellen; was sind schon 1 oder 2 „schlimme“ Babyjahre, wenn man sein Leben lang etwas von dem Kind hat.....😉 Also wenn der Wunsch so groß wäre, würde mich das nicht hindern 🤷‍♀️!

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Es geht aber auch um ihre Ehe. Der Mann hat klar gesagt, dass er das nicht noch einmal durchmachen möchte.

Im schlimmsten Fall hat man dann noch ein Kind mit 1-2 schlimmen Jahren. An dem man sich dann zwar ein Leben lang erfreut, aber dafür die Ehe den Bach runter gegangen ist.

Was davon hat dann mehr Gewicht?

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Achso und der TE geht es ja scheinbar explizit um eine schöne Babyzeit, die sie verständlicher Weise vermißt.

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Nun, deine Erfahrung zeigt dir doch schon, dass auch hier das Risiko besteht, wieder keine entspannte Babyzeit zu haben...

Wenn das der einzige Grund ist, würde ich es einfach lassen.

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Hey,

grundsätzlich bin ich der Meinung, dass ihr das nur zusammen entscheiden könnt. Es kann gut gehen - habe ich auch schon gesehen - es kann aber auch noch ein drittes Mal dann dreimal so schlimm enden. Das weiß man vorher nicht.

Was mir nur bei deinem Abschluss in den Sinn kam (so gut ich dein Gefühl um das "Betrogen" sein bezüglich der klassischen Babyjahre verstehe)... was machst du, wenn das Dritte dann auch "so" wird und dich erneut um die ersehnten Babyjahre "betrügt"? Ein viertes? Es dann aufgeben? Darüber solltest du dir halt in dem Zusammenhang auch Gedanken machen.

Ich hoffe ich kam nicht unfreundlich rüber, ich gönne dir deinen Kinderwunsch und ein eventuelles drittes Kind von ganzem Herzen und würde dir sämtliche Daumen drücken. Vor allem, dass du die ersehnten Babyjahre dann auch hast. Aber mir kam der Gedanke bzw die Überlegung und wollte sie einfach mal an dich weitergeben.

Wie auch immer eure Entscheidung dann ausfällt, ich wünsche euch viel Erfolg, Glück und ein tolles Familienleben

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Hallo,

Ich halte die Chancen, dass Eure Nr. 3 ähnlich anstrengend wird, für hoch. So etwas kann sich vererben, und Ihr habt wohl leider diese Erbanlagen.

Abgesehen davon ist Eure Nr. 2 noch nicht in der Trotzphase und Nr. 1 kommt in die Schule.
Ob Nr. 2 weiterhin friedlich bleibt, weiss man nicht.

Das Schreien hat oft mit zu grosser Reizoffenheit zu tun und die muss sich nicht verwachsen.
Das verursacht u.U. noch einen Haufen Stress mit der Schule, weil die Kinder sich schlecht konzentrieren können. Das kann sogar AD(H)S sein, was dann noch "spaßiger" wird. #schwitz

Ehrlich gesagt, würde ich das Risiko nicht eingehen, aber letztendlich kann Euch keiner vorhersagen, wie sich Eure Kinder entwickeln werden und wie ein drittes Kind sein würde.

LG

Heike

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Aus genau diesem Grund würde ich es auch lassen. Schreikinder haben leider auch später noch Probleme. Ob das nun am filtern der reize liegt, ihre frusttoleranz oder was auch immer. Einige haben später auch eine lese-rechtschreib-schwäche oder dyskalkulie. Also selbst wenn dein drittes Kind das bilderbuchbaby schlechthin wird, könntest du es vermutlich nicht so genießen, wie du es dir jetzt vorstellst, weil deine beiden großen noch sehr viel Aufmerksamkeit benötigen und vermutlich keine leichten selbstläufer werden.

Wie aber bereits schon mehrfach erwähnt, ist die Chance allerdings hoch, das euer drittes Kind ebenfalls mit einem ordentlichen Paket auf die Welt kommt und es eben nicht easy peasy wird.

Tut mir leid für dich :(
Vllt hast du die Chance, dich mal als Tante/patentante auszutoben.

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Hier klinke ich mich mal ein, ich hoffe das ist ok.

Was du schreibst, hat mich nachdenklich gemacht. Kannst du mir sagen, ob ich das irgendwo nachlesen kann, wie sich Schreikinder weiter entwickeln können / spätere Probleme?

Unser Zweiter war ein Schreikind und deine Beschreibungen passen. Er hat u.a. eine Lese-Rechtschreibschwäche und ist nicht unbedingt das einfachste Kind, was diverse Verhaltensbereiche angeht.

Falls du da Tipps für weitere Infos hast, würde ich mich freuen. :-) Vielleicht finden wir so manch eine Antwort auf die eine oder andere Frage.

#winke

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Off-Topic, aber: "Ich arbeite zuhause in unserem Betrieb und bin zeitlich sehr flexibel. Mein Mann hat lange Tage und mindestens eine 6-Tages-Woche aufgrund der Selbstständigkeit. Finanziell sind wir sehr gut dagestellt."
Ich finde es lustig, wie man selbst obwohl man gemeinsam einen Betrieb leistet in traditionelle Rollenbilder fällt und die Selbstständigkeit bei der Frauen als Kindergegeignet darstellt (zeitlich flexibel) und der Mann aber durch den exakt gleichen Job nicht verfügbar ist (lange Tage, 6-Tages-Woche).

Aber um noch was Produktives beizutragen: Ich würde es lassen.
1)Dein Mann hat wenn er wirklich so viel Arbeit hat doch jetzt schon nicht genug Zeit für 2 Kinder, das wäre einfach nur unfair Kind 3 dann auch die Möglichkeit nehmen einen anwesenden Vater zu haben, der sich dann noch durch 3 Kinder plus Paarzeit plus eventuelle Hobbies teilen muss.
2) Ihr habt nicht die Ressourcen, um einem erneuten Schreikind gerecht zu werden. Und auf ein Anfängerbaby zu hoffen würde ich nichts. ADHS und co. sind vererbbar. Wenn ihr Schreikind auch bewältigen könntet, dann könnte man das Risiko eingehen, aber wenn das bedeuten würde, das Kind 1 und 2 leiden müssen, würde ich mir das nicht antun.
3) du möchtest kein Kind, sondern fühlst dich um die Babyzeit betrogen. Ich kann dich total verstehen, ich hatte auch ein Schreikind, aber ein Schreikind ist nicht alles. Es gibt auch viele Eltern ohne Schreikind, deren Babyzeit dennoch die absolute Hölle war. Ich behaupte mal - leider - dass es sogar die Mehrzahl ist, wenn man die die Scheidungsquoten nach dem Babyjahr anschaut. Das werden nicht alles Eltern mit Schreikindern gewesen sein. Davon abgesehen ist die Babyzeit eben "nur" ein Jahr, was sich mit Schreikind unfassbar lange anfühlt, aber rückblickend eben nur ein Jahr von vielen ist. Man sollte sich kein Baby, sonder ein Kind wünschen bei einem Kinderwunsch.
4) Dein Mann will keins. Damit hat sich ja sowieso jede Diskussion erübrigt.

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„und der Mann aber durch den exakt gleichen Job nicht verfügbar ist (lange Tage, 6-Tages-Woche).„
Ich bin sicher die erste die bei sowas schreit. Aber was das mit Rollenbildern zu tun hat, verstehe ich nicht. Die TE wird höchstwahrscheinlich nicht die gleichen Tätigkeiten wie ihr Mann übernehmen (können). Das ist bei kleineren Betrieben, bei denen es eben wirklich selbst und vor allem ständig ist, doch keineswegs unüblich. Nur weil der Partner selbständig ist, muss man doch auch nicht die gleiche Qualifikation erlangen. Es fallen viele Aufgaben an und um den Betrieb am laufen zu halten, ist das nicht weniger wichtig. Vielleicht arbeitet die TE ja auch nicht für immer dort, sondern aktuell weil es einfach gut passt. Auch nicht unüblich.

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Auch ich halte die Wahrscheinlichkeit, dass es nochmal so kommt, für hoch. Zusätzlich kommt Nr. 2 ja gerade in die Trotzphase..
Und auch wenn ihr ein "einfaches" Baby bekommt, lass dir gesagt sein, dass ich viele Mütter mit einfach Babys kenne. Keine wünscht sich die Babyzeit zurück. Ja, die Hormone suggerieren einem, dass Babys toll sind. Sie sind ja auch niedlich und man liebt sie über alles. Aber trotzdem sind sie anstrengend.
Für ein Baby würde ich das nicht tun. Sondern nur, wenn du wirklich das Kind willst zu dem das Baby dann wird.

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Hallo meine Liebe,

ich bin eigentlich immer die erste die Pro-noch-ein-Kind ist. Allerdings gebe ich dir zu bedenken, wenn du wieder so ein Schreikind hast, wie willst du mit deinem großen Kind Hausaufgaben machen? Wenn es Unterstützung in der Schule braucht, Lesen-lernen, da braucht man Ruhe und Zeit. Nicht nur, dass du ein Kind 2 daneben hast was vielleicht Blödsinn macht und beschäftigt werden will, nein, auch noch ein unzufriedenes Baby. Ich will es dir nicht ausreden, ich gebe dir nur den Ratschlag, als Mutter von 5 Kindern, wo 3 schon in der Schule sind und ich weiß wie schwer die ersten Jahre sind, wenn man einfach nur in Ruhe mit einem Kind lernen will und es springen noch mehr Kinder drum herum. Jetzt sind deine Kinder noch klein, sie haben keine Verpflichtungen, das wird sich ab Schulalter ändern. Das Argument mit deiner Ehe sehe ich auch. Wenn dein Mann sagt er will es nicht noch einmal erleben, dann würde ich ihn ernst nehmen. Natürlich würde er sich wohl damit abfinden, aber wenn nicht? Wenn er dauergenervt ist? Keine Geduld mehr hat? Dich nicht genug unterstützt? Dir sagt du hast es doch so gewollt? Das gebe ich dir zu bedenken. Vielleicht sollte man auch einfach zufrieden sein mit dem was man hat und nicht das Glück zu oft herausfordern.
Liebe Grüße
Juliane

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Ich befürchte auch fast, dass die Chance auf ein Anfängerbaby recht gering ist.

Wir haben aus ähnlichen Gründen dafür entschieden, dass nach zwei Kindern Stop ist.

Aber wie wäre es denn mit Pflegekindern? Je nach Alter kannst du da ja evtl. Babyzeit "nachholen". Und je nach Art der Pflege gehen die Kinder ja dann auch wieder.

(Klingt gerade etwas hart wenn ich es so schreibe, aber ich hoffe es wird richtig verstanden, ich meine es wirklich nicht böse)

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