Omabesuch mit "Hindernissen"

Hallo ihr Lieben!

Es geht um unsere Oma väterlicherseits. Mindestens 1x/Woche waren wir bei ihr zu Besuch, riefen sie abwechselnd alle 1-2 Tage an.
Schon als wir in die Pubertät kamen (bin 2 Jahre älter als meine Schwester) konnte sie uns nicht leiden, Sprüche wie „wir hätten kein Benehmen, etc.“ waren allgegenwärtig. Da wir uns laut der Aussage von Oma wie Verrückte benehmen, kam sie auf die Idee, sich ebenfalls wie ein Teenager zu benehmen.
Ein weiterer Punkt, den ich nicht unerwähnt lassen möchte, ist, dass wir teilweise als Kinder/Jugendliche bis zur extremsten Übelkeit mit Süßigkeiten vollgestopft wurden.

Ab dem Zeitpunkt, wo wir in die Schule gingen, gab es bei Oma (von ihr selbst festgelegte) Regeln:

• Bei Oma herrscht Handy-Verbot
• Alle technischen Geräte (neumodischer Schnick-Schnack) sind bei ihr ausnahmslos verboten, da sie selbst ja auch weder Smartphone, Fernseher, Computer/Laptop/PC (wie immer man es auch nennen möchte), noch "normales" Haustelefon besitzt
• Wenn man bei ihr ist, wird im Garten (im Winter Schneeschaufeln) mitgeholfen, ansonsten kein Vergnügen hinterher (spielen, Musik hören, etc.)
• Bei ihr wird „bitte“ und „danke“ gesagt, ansonsten gäbe es Krach

Nun hatte meine Schwester Ende September ihren 18. Geburtstag. Unsere Mutter wurde vorab schon ausgeladen. Den Grund hierfür wissen wir bis heute nicht. Oma wollte uns (meinen Vater, Schwester und mich) aber unbedingt einladen. Es gab also eine Kleinigkeit zu essen und alle waren glücklich. Meine Schwester beschloss dann, ein Foto vom hübsch dekorierten Tisch zu machen. Leider erblickte Oma ihr Handy und verpasste ihr eine Backpfeife, da sie eine ihrer Regeln missachtete.
Nachdem meine Schwester und ich etwas baff zurückgeblieben sind, sagte Oma dann: „Nachdem sie sich (also meine Schwester) nicht an die Regeln halten kann, müsse die Oma ebenfalls pubertär reagieren.“
Unser Vater habe von diesem Vorfall nicht mitbekommen, supportet jedoch das Verhalten seiner Mutter, schließlich „muss es auch einmal für Jugendliche/junge Erwachsene Grenzen geben.“
Nachdem Oma dann das Essen abserviert hat (wohlgemerkt, dass wir noch nichts gegessen haben), wurden wir hinausgeworfen. Als sich Oma nach einer Stunde noch immer nicht beruhigt hatte, liefen meine Schwester und ich dann die ca. 5-km-lange Strecke zu Fuß nach Hause. Papa hat sich dann bei Oma den Magen vollschlagen können.
Seit diesem Tag haben wir den Kontakt zur Oma aufs Nötigste vom Nötigsten beschränkt.
Auch ich blieb schon seit dem Kindergarten von diesen Beschimpfungen, Gegenstände durch das Haus schmeißen und diversen Backpfeifen nicht verschont.
Wider Willen traf ich vorige Woche besagte Oma beim Einkaufen. Ich versuchte einen Bogen um sie zu machen, sie einfach zu ignorieren. Doch als sie immer lauter schrie, half ignorieren auch nichts mehr. Mit ca. 10 Metern Abstand hörte ich mir an, was sie zu sagen hatte (immer noch auf 180 – dementsprechend laut war sie).
„Sie sei noch immer sehr enttäuscht und wütend, wie wir uns Ende September – am Geburtstag meiner Schwester – verhalten hätten. Sie habe extra für uns etwas gekocht und nicht einmal dies würden wir würdigen. Auch dass wir, nachdem wir bei ihr hinausgeworfen wurden, einfach fortgelaufen sind, passe ihr nicht. Der Einzige, der sich benehmen könne, sei ihr Sohn (also unser Vater).“
Unser Vater ist allerdings auch das einzige Kind von ihr und wird rundum verwöhnt. Nichts ist zu teuer für ihren "Goldschatz" (von ihr erfundener Kosename).

Sie hat uns jetzt für den 27.11. (trotz sehr hoher Corona-Zahlen) erneut eingeladen. Ich habe daraufhin mit meinem Vater gesprochen, der uns beide „zwingen“ will, Zeit mit Oma zu verbringen. Unserer Mutter ist das alles egal, schließlich ist es ja nicht ihre Mutter, sondern die ihres Lebensgefährten.
Wir wohnen beide noch aufgrund der Ausbildung zu Hause. Die Fronten sind verhärtet…
Würdet ihr denn – an unserer Stelle mit dieser Vorgeschichte – erneut zu Oma gehen wollen?
Dankeschön fürs Lesen

1

Nein, ich würde da nicht freiwillig hingehen und würde mich dazu auch nicht zwingen lassen.

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Niemals!

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Auf keinen Fall!
Ihr seid beide volljährig und könnt diese Entscheidung auch völlig eigenständig treffen, niemand kann euch zwingen.

4

Ich würde da nicht hingehen und auch meine Kinder vor dieser Frau schützen.
Kontakt würde ich nicht halten.

5

Nie wieder würde ich einen Fuß in das Haus dieser Person setzen oder eines meiner Kinder dazu zwingen.
Regeln hin oder her, hätte sie mich oder eines meiner Kinder geohrfeigt, hätte ich sie angezeigt (zurückschlagen darf man ja nicht).

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Danke für deine Antwort.
Wir werden uns dort so schnell auch nicht mehr blicken lassen.

Ja, sie behandelt uns seit Jahren nicht so, wie man es erwarten könnte. Aber deswegen eine Anzeige?
LG

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Du hast geschrieben, dass es bereits vorher mehrfach passiert sei. Es tut mir sehr leid für dich/euch, wenn du denkst, dass sei Normalität. Das ist es nicht und darf es nie sein. Bei einer Affekthandlung mag man darüber nachdenken, aber sie scheint es als legitime Maßnahme bei Widerspruch zu sehen und das ist völlig inakzeptabel.

Distanziert euch, euch wird nichts fehlen und findet Ruhe und Zeit über das, was in der Vergangenheit passiert ist nachzudenken und schaut in wie weit es eure Toleranz gegenüber anderen beeinflusst hat und wie weit ihr Erniedrigung als Alltag seht. Das sollte euch zeigen wie ihr zu reagieren habt.

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Ich würde nicht hingehen.
Allerdings würde ich dringend das Gespräch mit Mutter und Vater suchen. Ich finde es ist kein Zustand, dass euer Vater verlangt, dass ihr hingeht und eure Mutter sich einfach aus allem raus zieht. Ihr solltet die Situation gemeinsam besprechen und auch eurem Vater klar machen, dass sich eure Weigerung nicht gegen ihn richtet.
Du hast ja offenbar selber Bedenken, weil ihr beide noch zu Hause wohnt und es entsprechend Ärger mit dem Vater geben könnte. Daher halte ich ein gemeinsames Gespräch für notwendig, damit es nicht noch bei euch zu Hause eskaliert.

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Seine Mutter ist doch echt Gold wert. Klar, für unseren Vater ist sie das. Sie bemüht sich doch so sehr um uns.
Gespräche mit ihm sind aussichtslos. Wir werden uns (wenn Oma tot ist) in Grund und Boden schämen, dass wir unsere Oma (als sie noch gelebt hat) ignoriert haben - so zumindest seine Prognose. Wir kümmern uns echt wenig um unsere Oma - behauptet er.
Eine Einigung ist genauso aussichtslos.

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Könntet ihr gemeinsam eine eigene Wohnung zahlen? Was passiert wenn ihr euch weigert, wie wird euer Vater reagieren?

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Nö.

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Nein, da würde ich nicht hingehen und der besagten Oma in einem ruhigen aber unmissverständlich Tonfall sagen, was ich von ihren Erziehungsmethoden halte. Man muss sich nicht schlagen lassen für ein Geburtstagsessen. Sie kann sich entschuldigen für ihr Verhalten. Bei der Schwester für die Gewalt und bei dir für die Bloßstellung beim Einkaufen. Wenn sie es dann schafft, sich wie eine erwachsene Frau zu benehmen, würde ich ihr eine Chance geben. Ansonsten kann sie gerne weiterhin für sich und ihren Sohn kochen, aber mich würde sie nicht mehr zu Gesicht bekommen.

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Bei solchen Beiträgen bin ich wirklich sprachlos, was sich manche bieten lassen! Dieser dämlichen Person hätte ich schon lange 10mal meine Meinung gesagt und diesem hörigen Vater auch! Was fällt ihr ein, so mit euch umzuspringen und ihm, euch nicht mal den Rücken zu stärken?!
Oma hin oder her! Der Kontakt wird abgebrochen! Was willst du mit dieser Person? Sie tyrannisiert euch schon das ganze Leben. Und als Nächstes wäre bei mir diese Handwurst von Vater fällig!

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