Wie kann ich besser damit umgehen.....Sohn ausgezogen

Hallo ihr Lieben, ich muss mir das hier einfach mal von der Seele schreiben. Vielleicht geht es jemanden ähnlich.
Also ich bin 44 Jahre verheiratet und hab 2 Jungs 21 und 12 Jahre alt.
Mein ältester ist vor einem halben Jahr ausgezogen. Er wohnt ca eine Stunde entfernt mit seiner Freundin zusammen.
Nun kann ich mit der ganzen Situation schlecht umgehen. Ich vermisse ihn so schrecklich. Er kommt fast jedes Wochenende nach Hause für eins zwei Stunden je nachdem und immer wenn er wieder geht ist mir zum Weinen zumuten. Ich weiß auch nicht wie ich es beschreiben soll. Ich vermisse die Zeit als es noch zu Hause wohnte und es natürlich viel mehr Zeit mit uns verbracht hat. Naja soviel war das die letzten Jahre auch nicht mehr aber ich merke wie ich ihn verliere.
Ich weiß er wird erwachsen, hat sein eigenes Leben. Darüber bin ich auch froh und ich freue mich das er glücklich ist. Aber ich fühle mich so allein gelassen. Was kann ich tun um mit der Situation besser umgehen zu können. Geht das anderen Muttis auch so oder stelle ich mich nur an. Heute waren beide zum Mittagessen da und ich könnte schon wieder nur heulen. Hilfe! Ich glaub ich hab ne Macke😣

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Ich bin zwar noch lange nicht in deiner Situation, kann aber ganz gut nachvollziehen dass es dir schwerfällt, deinen Sohn loszulassen. Ich glaube, dass es vielen Müttern so geht, meiner eigenen auch. Interessanterweise nicht so sehr mit mir, ihrer jüngsten Tochter, sondern vor allem mit ihrem ältesten Sohn, meinem Bruder. Es ist, als ob sie zu ihm nochmal eine besondere Verbindung hat, keine Ahnung weshalb.

Inzwischen sind alle ihre 4 Kinder (inklusive mir) schon lange ausgezogen und leben ihr eigenes glückliches Leben. Aber daran gewöhnt, „alleine“ zu sein, hat sie sich seitdem trotzdem nicht. Ich vermute, dass es aber auch daran liegt, dass sie sonst wenig im Leben hat, das sie beschäftigt und ihr Spaß macht.

Sie hat keinen Beruf, keine Hobbys, nur wenige Freundinnen (sie telefonieren sehr viel miteinander, aber die Beziehungen wirken nach außen immer sehr anstrengend), und die Beziehung zu ihrem Mann, meinem Papa, ist zwar liebevoll und harmonisch, aber eben sehr im Alltagstrott gefangen und kaum geprägt von „richtigen“ Zeiten miteinander (also kaum tiefe Gespräche, keine gemeinsamen Interessen, Ziele, Hobbys, selbst gemeinsame Freunde sind rar gesät bzw. wird in diese Freundschaften kaum investiert, weil mein Papa noch so viel arbeitet).

Um es kurz zu machen: sie schafft es nicht, sich wieder ihrem eigenen Leben und ihrer Ehe zu widmen, sondern hängt noch sehr der Vergangenheit nach. Das geht soweit, dass sie versucht, dauernd ihre Enkel bei sich zu haben, um dieses Gefühl von früher wieder hervorzurufen, wo sie selbst junge Mama war. Das sehe ich mit Besorgnis und achte darauf, meine Kinder nicht für ihre Nostalgie instrumentalisieren zu lassen. Pass bitte auf, dass es bei dir nicht so weit kommt.

Mein Tipp (und etwas, das ich mir selbst schon jetzt ganz fest vornehme): kümmere dich um dein Glück außerhalb deiner Mutterschaft. Suche dir neue Freundinnen oder frische alte Freundschaften auf, in denen du Spaß hattest, intensiviere die Beziehung zu deinem Mann, suche dir Hobbys, ein Ehrenamt, einen Verin, stecke dir Ziele, die dich beschäftigen. Nimm etwas in Angriff, was du schon lange mal tun wolltest. Gestalte dein Leben so bunt wie möglich. Es ist gesund und richtig, dass die Kinder irgendwann ausziehen. Glücklich ist, wer schon vor dem großen Cut ein Leben außerhalb des Mutterseins hatte und gepflegt hat. Dann fühlen sich die Kinder auch nicht so unter Druck, ihre Mama dauernd zu besuchen. Das belastet die Beziehung nämlich langfristig, leider..

Alles Gute dir!

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Einfach gesagt: Beschäftigung ist eine gute Therapie 🤗
Recht hast du

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Hallo,
dein "Leiden" erinnert mich an meine Situation, als meine Tochter zu ihrem Freund zog. Ich habe hier bei urbia auch meinen Kummer von der Seele geschrieben und erstaunlicherweise viel Zuspruch bekommen. Erstaunlich deshalb, weil ich mein Verhalten selber gar nicht einordnen konnte. Ich hatte echte Trauerarbeit zu leisten; wenn ich an ihrem Zimmer vorbeikam, hätte ich jedesmal losheulen können.
Nachdenklich wurde ich, als eine userin schrieb, ob ich mich jetzt einsam fühle und meine Tochter quasi eine Lücke füllte. Diese Lücke solle ich nun mit Aktivitäten ausfüllen, die mir Freude machen. Das war nicht so einfach, weil bei meinem Mann Krebs diagnostiziert wurde und er die Chemo schlecht vertrug. Es ging also nicht, gemeinsam etwas zu starten. Das ist ja bei dir anders; du hast noch den "Kleinen" zuhause und ihr könnt zu dritt doch viel unternehmen. Kann es sein, dass bei dir vielleicht ein bisserl Eifersucht auf die Freundin im Spiel ist? Wäre es für dich besser, wenn er zwar woanders, aber alleine leben würde? Man versteht ja oft die eigene Befindlichkeit nicht und kann sie nirgends einordnen.

Jetzt, nach etwa gut einem Jahr ist die Abwesenheit der Tochter selbstverständlich geworden. Sie hat sich vor kurzem von ihrem Freund getrennt und ganz ehrlich: Ich habe gehofft, dass sie nicht wieder bei uns einziehen will. Sie hat aber zum Glück eine Wohnung gefunden, etwa 10 km entfernt. Das ist gut so - sie kann jetzt mal schnell vorbeikommen, hat aber ihr eigenes Leben, in das ich keinen Einblick habe und auch nicht mehr haben möchte.

Ich wollte dir mit meinem post nur sagen, dass es anderen Müttern ähnlich geht wie dir. Und glaub mir: Es wird besser, jeden Tag einen kleinen Schritt.

Fühl dich umarmt!
Liebe Grüße
Linda

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Ja du hast die Macke.
Dein Sohn war nie dazu da deine innere Leere zu füllen. Er ist dein Sohn, den du zu einem selbstbestimmten jungen Mann erzogen hast. Darauf kannst du stolz sein.
Aber deine Leere musst du selbst füllen.
Gibt es irgendwelche Hobbies auf die du vielleicht jahrelang verzichten musstest?
Wenn ja, dann fang mal an nachzuholen.

Wenn dein Leben sich immer nur um die Kinder gedreht hat wird es schwieriger. Dann musst du dich selbst wieder finden.
Dieses Nachtrauern kenne ich eigentlich nur von Frauen, die sonst nicht viel hatten im Leben, außer die Kinder.
Gibt es einen Mann in deinem Leben?
Wenn ja wie geht er damit um?

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Hallo,

etwas Trauer, ein bißchen traurig sein, ihn vermissen - das ist verständlich, aber nun ist er seit einem halben Jahr ausgezogen. Zeit damit abzuschließen und das nächste Kapitel anzufangen. Du hast noch ein jüngeres Kind. Und wenn du dich alleingelassen fühlst, was tust du aktiv dagegen? Versuch diese Trauer zu überwinden.

LG

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Hallo, mein großer ist 17, in der Ausbildung und die Woche über in einer anderen Stadt ca 2 h entfernt. Am Wochenende kommt er heim. Allerdings nur für eine Stunde zum quatschen. Den Rest des Wochenendes verbringt er bei seiner Freundin. Natürlich ist es komisch wenn das Kind seine eigenen Wege geht, aber ich bin stolz das er das alles so alleine meistert. Traurig bin ich überhaupt nicht.

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Nein, du hast keine Macke.
Mir wird es ganz genau so gehen wie dir. Manchmal denke ich, ach, wäre es schon so weit, weil meine beiden ältesten immer streiten.
Aber es ist doch ganz normal und wichtig, daß die Kinder sich lösen, haben wir das doch selbst auch gemacht.
Di musst die Lücke mit anderen Dingen, die du tun kannst füllen. Er kommt ja immer wieder und du bleibst Teil seines Lebens.
Alles Gute Dir!

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Beles dich mal über das empty-nest-syndrom.

Grundsätzlich stimme ich aber dem Kommentar über mir zu, dein Sohn ist erwachsen und lebt sein eigenes Leben, er ist nicht dafür da, um dich bei Laune zu halten. Such dir ein Hobby und erfreu dich an mehr Freizeit, mehr Raum zuhaus und darüber, das dein Sohn ein eigenständiges Leben führt. Ich finde es krass, das er jedes Wochenende zu dir kommt! Mir als Freundin würde das ziemlich auf die Nerven gehen, wenn mein Freund jedes Wochenende seine Mama besuchen muss (vllt auch deswegen weil er weiß, wie sehr sie "leidet"), statt Zeit mir mir und seinem eigenem Leben zu verbringen.
Was machst du denn, wenn er in ein paar Jahren selbst ein Kind bekommt? Hast du dann die Erwartungshaltung, das er ständig mit Enkel ankommt und du noch immer eine so wichtige Stellung in seinem Leben hast?
Das wäre extrem ungesund für seine Beziehung - du bist nicht mehr der Mittelpunkt seiner Welt, mach dir das klar. Wer liebt, muss auch loslassen können. Nur so kommen diese Personen auch gerne zurück. Wer erdrückt und festgehalten wird (auch wenn du das unterschwellig machst), wird sich absetzen und immer weniger zurückkommen.

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Ich finde deine Einstellung ziemlich seltsam.#kratz

Der junge Mann ist 21, nicht 43- in dem Alter ist es doch völlig normal einmal die Woche bei Mutti was zu essen. Mein Mann hat mit 21 studiert, er ist auch oft nochmal nachhause gefahren übers Wochenende. Auch als wir zusammen gelebt haben- ich bin manchmal mitgekommen und oft auch nicht.

Sich als Freundin daran zu stören das der Partner einmal wöchentlich die Familie besucht- das fände ich persönlich merkwürdiger. Sorry, aber wer erdrückt da bitte wen..?!

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Ich kenne einige Männer, die am Wochende auch mit den Kindern zu den Eltern fahren. Auch regelmäßig.

Alle freuen sich und Mama hat zu Hause mal Ruhe. Ich finde an regelmäßigen besuchen gar nichts verwerflich. Ob mit 21 oder 43.
Eine Freundin, die sich quer stellt, wenn ein Mann seine Eltern besucht ... die würd ich ins Feld schicken.

Da bekomm ich jetzt schon Angst vor den Partnern meiner Kinder.

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Meine Kollegin hat auch Rotz und Wasser geheult als dieses Jahr ihr Ältester mit knapp 30 von zu Hause auszog. Jetzt hat sie einen Hund und wieder was zu tun, sie meint das ist jetzt ihr Kinderersatz den kann sie betüddeln so viel sie will 🤷.

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Hallo du, also ich kann das verstehen, ging mir selbst ähnlich als meine beiden Töchter zeitgleich auszogen. Es ist ein Lebensabschnitt definitv vorrüber. Da darf man traurig sein. Diese innige Zeit voller Rituale kehrt nicht zurück, aber sie war ja da und ist Teil meines Lebens. Bei mir war Trauer erst mal wichtig. Es gab wenig Verständnis, aber das Wenige hat mir gut getan. Ich denke, du mußt die Traurigkeit nicht irgendwie "wegmachen", sondern schauen, was du jetzt brauchst. Es braucht Zeit, um sich mit der Veränderung anzufreunden und zu entdecken, dass Mutter-sein zwar nie endet, aber dich jetzt wieder in ein "Ich" entläßt, in dem du dich neu entdecken kannst. Nicht sofort, nicht erzwungen, das kommt dann schon mit der Zeit.
Vielleicht tut es dir gut, alte Fotos zu sortieren und Alben zu machen, vielleicht magst du für deine Kinder Sachen aufschreiben, mach was sich für dich richtig anfühlt. Du wirst merken, wie schön Erinnerungen sind, aber wie schön auch Zukunft ist.
Ich bin sicher, es gibt tausend Dinge, wofür bisher nie Zeit und Raum war. Jetzt ist es soweit. Nicht als Ersatz, sondern weil jede Lebensphase Schönes und Schweres hat. Laß dir alle Zeit, das zu entdecken.

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