Ich bin überfordert

Zum ersten Mal spreche ich es aus denn ich sitze hier und weine mich alleine hier aus .

Ich bin 25 und Mama von einer tollen Tochter die jetzt 1,5 Jahre ist habe einen Mann der aber sehr viel arbeite er arbeitet nur nachts und hat nur einen Tag frei in der Woche .
Anders geht es nicht er kann erst in 2 Monaten auf die Frühschicht endlich wechseln .

Ich habe keinen Kontakt zu meiner Mutter besser gesagt ich bin in einer Therapie wegen ihr hatte eine sehr schlimme Kindheit und die Eltern von meinen Mann waren niemals einverstanden mit mir somit haben wir keinen der uns Bzw mir hilft .

Meine Tochter ist mein ein und alles aber langsam glaube ich zu Versagen oder versagt zu haben .
Sie braucht nicht viel Schlaf sie steht um 7 auf schläft 1,5 Stunden wenn es gut geht zu Mittag und geht erst um 22 Uhr wieder ins Bett . Ich habe wirklich kaum Zeit für mich und meine Bedürfnisse.
Ich kann langsam ihr schreien und ausrastet nicht aushalten manchmal werde ich dann auch lauter oder fange an mit zu weinen es ist mir oft Zuviel .
Im Nachhinein tut es mir sehr leid .
Was mach ich falsch ich will keine schlechte Mutter sein ich bemühe mich sooo sehr aber manchmal ist mir alles Zuviel .

Wenn ich rausgehe mit ihr will sie nur das ich sie trage wenn ich duschen gehe schreit sie wie eine Wahnsinnige .

Habt ihr Tipps wie ich mich besser beherrschen kann ich scheie nicht herum aber werde schon lauter oder eher aggressiver im Ton und danach berreue ich es sehr .

Mein Mann sagt das ich zu locker war mit ihr aber er ist doch kaum da ich versuche nur mein bestes zu geben damit sie glücklich ist aber ich bleibe komplett auf der Strecke es ist so als wäre ich innerlich tot.

Vorher ist sie um 20 Uhr schlafen gegangen und um 21 Uhr aufgestanden und wollte spielen gehen ich wurde so wütend habe lauter gesagt jetzt wird nicht gespielt und die Türe zu gemacht sie hat dann 20m geweint das tut mir jetzt so leid das wollte ich nicht ich wollte nur bisschen Ruhe.

Jetzt ist sie vor 2m eingeschlafen wieder und ich bin nur am weinen habe so Schuldgefühle..

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Oh ich kann dich gut verstehen

Deine Maus ist mit 1,5 in einem Bombenalter . So eine Granate habe ich auch zu Hause. Da ich auch keine Unterstützung habe tut es mir in der Seele weh. Aber sie darf fernsehen wenn ich dusche. Früher brüllte sie, jetzt wohnen wir in einer anderen Wohnung und haben eine Ebenerdige Dusche. Sie läuft einfach immer mit drunter.

Ist es für dich eine Option sie ggf 2 vormittage zur Tagesmutter zu geben oder in die Krippe ?

Zum Thema Schreien: es bringt dich nicht weiter. Im Gegenteil. Es macht dir noch schlechtere Gefühle die zu Stress führen. Dass du ihre Tonlage nicht mehr erträgst kann ich verstehen. Vor allem wenn es dieses Gebrülle ohne weinen ist und somit für uns als grundlos wirkt.

Wechsel den Raum. Lass sie ruhig wüten. Das ist okay. Es gehört dazu.

Wenn du mit ohr rausgehst biete ihr doch ein Puky wutsch z.b. an. Bobbycar oder ähnliches.

Und: du kannst dich z.b. bei der caritas beraten lassen. Es gibt Starke Eltern - Starke Kinder Kurse. Versuche dir Auszeiten zu nehmen..und wenn es 3 Minuten am offenen Fenster stehen ist und tief ein und auszuatmen. Ich nehme dich fest in den Arm!

Übrigens ist es völlig egal ob du einen Partner hast oder die Großeltern einspringen oder nicht. Du musst dich nicht rechtfertigen. Jeder darf an seine Grenzen stoßen und dass du um Hilfe bittet zeigt, dass du daran interessiert bist etwas zu ändern.

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Und wenn du den Mittagsschlaf mal ne Weile drastisch kürzt? Nach ner halben Stunde wecken? Der ist zwar auch angenehm, aber am Abend früher „Feierabend“ ist wichtiger.

Meine Kinder haben beide in dem Alter langsam den Mittagsschlaf ausgeschlichen. Die schlafen insgesamt dann auch länger ohne Mittagsschlaf.

Ansonsten machst du nichts falsch. Das ist ein ganz furchtbares Alter, außen zu und durch. Wenn sie vier sind ist das schlimmste geschafft-zu,Inders bis zur Pupertät.#cool

Ich durfte zum Glück als meine Kinder 1,5 waren wieder arbeiten. Den halben Tag im Büro sein, unter Erwachsenen hat mich gerettet. Mal ne Tasse Kaffee ohne das wer auf dem Schoß balanciert, alleine zur Toilette und alle reden ganz normal mit einem..herrlich..

Vielleicht überlegst du mal ob die Elternzeit/Betreuungspläne wirklich noch euren Bedürfnissen als Familie entsprechen. Ein paar Stunden ohne dein Kind würden deine Nerven bestimmt sehr schonen.

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Wird sie in der Woche in einer Kita betreut? Das schafft zeit um Energie zu tanken!!

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Ich kann Dich auch total verstehen. Den ganzen Tag mit Kind zu verbringen, ist einfach einseitig. Dir fehlt der Ausgleich.

Mein Tipp wäre auch, dass Du Dir nen Halbtagsjob suchst oder wenigstens ein paar Stunden. arbeiten gehst. Man braucht auch mal andere Inputs als immer nur Kind.
Somit würdest Du ausgeglichener werden und die Beziehung zum Kind entspannter.

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Mach Dir nicht so ein schlechtes Gewissen, dein Kind testet. Und natürlich möchtest Du am liebsten immer nur harmonische Momente. Aber NEIN gehört mit zur Erziehung.
Sehr netter Artikel dazu:
https://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/63952/lasst-die-kinder-schreien/

Und langsam braucht dein Kind andere Kinder. Schau ob es halbtags zu einer Tagesmuter kann und such Dir einen Job zur Erholung.;-)

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Versuche noch kurzfristig einen Krippenplatz oder eine Tagesmutter zu bekommen.

Mir haben 6 Stunden ohne Kind auf der Arbeit soooo viel Kraft gegeben und ich habe mich wieder tierisch auf die Nachmittage mit meinem Kind gefreut.😁

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Wie ist denn die Laune deines Kindes?

Übermüdet, quengelig, unruhig?

Meine brauchte seit jener weniger Schlaf als ich.
Kinderarzt sah es locker.

"Sie können Ihr Kind zwingen zu liegen, aber nicht, dass es schläft " schmunzelnd "ob das sinnvoll ist" ;-)

Mittagschlafen kürzen ging nicht. Sie hat keinen mehr gemacht.

Uns half es sehr, dass ich akzeptierte, dass sie den Schlaf nicht braucht.
Ich aber meine Grenzen wahrnehme, achte und so plane, dass ich nicht zu kurz komme.

Ihre Bedürfnisse sind KEIN Angriff auf meine.
Es liegt an mir, meine AUCH unterzubringen. Nicht statt dessen, sondern auch!

Im Kleinkindalter bedeutete das: alles absichern. Zugang nur zum leeren Flur und gesicherten Kinderzimmer.
Ich legte mich auf eine Matratze im Kinderzimmer.
Mittagspause!

Mein Kind durfte spielen, herum laufen, Bücher ansehen, usw.
Ich brauchte die Pause und legte mich hin.
So war ich da, greifbar, Nähe, sichtbar..... ihr Bedürfnis ernst genommen.
Gleichzeitig aber lag ich, kam zur Ruhe, nahm mir die Pause ..... mein Bedürfnis ernst genommen.

Abends das gleiche. Sie darf kuscheln. Sie darf wach sein. Sie darf ein Buch ansehen.
Ich bin da.
Aber ich brauche und nehme mir die Ruhe. Ich bin anwesend und doch auch Zeit zum entspannen.

Als sie größer wurde habe ich dann ausgeweitet: sie darf in ihrem Zimmer spielen (Zimmerlautstärke) oder leise bei mir sein. Kuscheln, Buch ansehen. Aber nicht mich volllabern, nicht herumturnen.

Das klappt auch heute super, wenn Besuch da ist oder wir wo zu Besuch sind (vor Corona).


Mein Lieblingsspielzeug für sie war die Kugelbahn!
Ich wusste, was sie machte, wo sie im Raum ist.
Und mich beruhigte das gleichmäßige Klack - klack - klack ..... ;-)


Sie war fit und munter. Nur eben lange wach.
Also lernte ich auch mit wachem Kind zu entspannen. Das eine schließt das andere nicht aus.
Mit der Zeit konnte ich auch Zeitschriften im Kinderzimmer lesen. Kürzere Artikel.


Ist deine übermüdet, quengelig, ständig wütend oder anderes,
dann würde ich andere Wege suchen.

Schläft sie genug? Qualitativ? Kommt sie abends so schwer zur Ruhe und schläft deswegen später?
Braucht sie selbst Ruhepausen um den Tag besser zu verarbeiten?

Mehr Bewegung?
Hat sie Schmerzen und will deswegen draußen nur getragen werden?
Findet sie den Boden doof? (Meine wollte bei Schnee getragen werden, der war ihr unheimlich).

Je nachdem was los ist , würde ich versuchen herauszufinden, was welche Reaktion auslöst und das dann entsprechend ändern.
So, dass es für euch beide passt.

Braucht sie es wirklich? Das, was sie möchte. Getragen werden wegen Schmerzen, unpassenden Schuhen.
Ist es eine Mischung: Angst vor Bodenbeschaffenheit, Mama im Freien zu verlieren, sonstigem.
Oder braucht sie dass du dabei bleibst, was du möchtest und nicht sofort alles an Alternativen ausprobierst (das verunsichert meine manchmal).

Welche Art von weinen/schreien ist es?

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Hallo, oje, ja, in dem Alter sind sie oft sehr anstrengend, und dir geht es nicht anders als vielen anderen Mütter auch. Und leider hast du auch niemanden, der sie dir mal kurz abnehmen kann.
Einen Tipp kann ich dir schon geben. Versuche, dass sie keinen Mittagsschlaf mehr macht. Offensichtlich braucht sie ihn nicht, denn sonst würde sie abends nicht solange munter bleiben.
Bei meiner Tochter war es auch so. Sie ging mit dem Alter schon in die Krabbelstube, da ich bereits wieder berufstätig war. Und dort wurde sie beinhart niedergelegt mittags und schlief dann auch... und war abends bis 10 Uhr quietschvergnügt 🙄
Meine Bitte um Streichen des Mittagsschlafes wurde leider abgelehnt, es herrschte noch die Uraltmeinung vor, jedes Kind MUSS zu Mittag schlafen. Kompletter Quatsch, wenn du mich fragst. Es gibt Kinder, die ihn brauchen und es gibt auch genug Kinder, die ihn nicht brauchen.

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Hallo,

das ist ein schwieriges Alter, weil die Kinder ständig Aufmerksamkeit brauchen.
Wenn man dann noch ein forderndes und wenig schlafenden Kind erwischt hat, bringt das die meisten Eltern irgendwann an ihre Grenzen.
Situationen, wie Du sie gerade erlebt, erleben viele. Da wird nur nicht drüber gesprochen, bzw. es wird nicht zugegeben.

Ich würde das Kind mit unter die Dusche nehmen. Das habe ich eine Weile lang auch gemacht, weil es nicht anders ging. Nur mit im Bad zu sein, reichte unserer Tochter nicht.
Oder ich habe abends geduscht, wenn sie im Bett war.

Draußen wäre ich konsequent. Entweder sitzt sie im Buggy oder Kinderwagen, oder sie läuft. Aber darauf, sie ständig zu tragen, würde ich mich nicht einlassen. Auch, wenn sie erstmal brüllen, irgendwann verstehen die Kinder es.

Bei der Situation mit dem Schlafen, hätte ich sie immer wieder ins Bett gebracht und gesagt, dass jetzt geschlafen wird. Also, das Spielen unterbunden, sie aber auch nicht alleine im Zimmer weinen lassen.
Aber wenn man mit den Nerven zu Fuß ist, reagiert man nicht immer pädagogisch wertvoll.

Grenzen und Konsequenzen sind in dem Alter schon wichtig und dass die nicht durchsetzbar sind, ohne dass das Kind sich beschwert, ist normal.
Es nicht so einfach, da das richtige Maß zu finden, vor allem, wenn man selbst so schlechte Erfahrungen gemacht hat und nicht die eigenen Eltern zum Vorbild nehmen kann, und nicht alle Kinder reagieren gleich. Deswegen sind Blogs oder Ratgeber nur bedingt hilfreich.
Zur Zeit wird ja meist eine sehr lockere Vorgehensweise empfohlen, aber unsere Kinder brauch(t)en z.B. mehr Strenge.
Was ich nützlich finde, sind Bücher über die Entwicklung von Kindern. Ich fand damals Babyjahre von Remo Largo gut.

Ihr solltet überlegen, ob Ihr Eure Tochter nicht ein paar Stunden pro Woche in eine Kita oder zu einer Tagesmutter geben könnt, damit Du mal durchatmen kannst.

LG

Heike

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