Was habt ihr unterschätzt?

Wir denken gerade darüber nach, mit dem Kinderkriegen loszulegen. Deshalb unsere Frage:
Was habt ihr unterschätzt?
Schlafmangel hat bislang jeder gesagt, den wir gefragt haben.
Es kann auch ruhig über Schwangerschaft und Baby hinausgehen.
Ich freu mich über viele Antworten🙃

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Unterschätzt habe ich gar nichts, weil ich schon immer wusste welche Herausforderungen Kinder mit sich bringen. Dahingehend war ich nicht naiv. Naiv war ich jedoch was die Erziehung betrifft. Vor der Geburt des ersten Kindes hat man noch die ein oder anderen Anforderungen in Sachen Erziehung und Konsequenz an sich selbst. Man will dies und jenes so und so machen und DAS geht ja mal gar nicht 😂 Mit der Zeit und den Nerven gehen die aber ab und zu auch mal flöten 😂 Trotzdessen bin ich zufrieden. Ich denke ich habe 2 ordentlich gelungene Buben.

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Die Pubertät.#schock

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100000%

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Volle Zustimmung - und wir sind erst ganz am Anfang (Tochter ist 11).
Sie war ein absolut pflegeleichtes Baby, zufrieden, durchgeschlafen, etc.
Kein Theater im Kindergarten, keine Probleme in der Schule (auch jetzt noch nicht) - aber die Diskussionen mit mir werden nerviger, der Ton schärfer und die Widerworte mehr.
Da ich in meiner Pubertät eine absolute Katastrophe für meine Eltern war, würde mir persönlich reichen, wenn sie nur die Hälfte von dem macht, was ich so an Aktionen gebracht habe. Für mehr bin ich aber gewappnet - hab das ja alles selber durch.

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Ich glaube ALLES.

Man hat hat vorher gar keine realistische Vorstellung. Ich glaube sowohl die positiven als auch die negativen Sachen sind viel besser/schlimmer als gedacht. Es sind aber auch so viele Kleinigkeiten anders die man nie und nimmer auf dem Schirm hatte.

Ich würde übrigens nicht mehr zurück in mein altes Leben wollen, auch wenn es einem manchmal fehlt.

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Hallo.

Überschätzt würde ich jetzt nicht sagen, sondern eher keine Gedanken darum gemacht, bei der Kinderplanung und zwar, wenn das Kind im Laufe der Jahre erkrankt bzw die Krankheit dann erst ausbricht...

Wir haben 2 Mädels, mittlerweile 8 und 10 Jahre alt. Die Schwangerschaften, Babyjahre, Kigajahre verlief alles problemlos. Sie waren sehr liebe und pflegeleichte Mädchen. Es gab nie Schwierigkeiten.

Als die Kleine dann in die Grundschule kam, änderte sich alles schlagartig. Aus einem bis dato glücklichen und zufriedenem Kind wurde ein zerbrechliches, hochsensiblen und tieftrauriges Mädchen. Sie bekam eine Depression, war fast nur noch am weinen, äußerte Gedanken daran, dass sie sterben möchte. Seit letztem Jahr ist sie in kinderpsychiatrischer Behandlung. Die Diagnosen kamen nach und nach. Die erste war stark ausgeprägtes ADS, anschließend folgte die Diagnose Dyskalkulie. Zudem hat sie einer Hypersensibilität. Eine autistische Störung ist nicht ausgeschlossen. Sie steht auf der Warteliste für die Kinderpsychiatrische Tagesklinik.

Für uns ein Schock. Und wenn man mir gesagt hätte, dass so etwas mal auf uns zukommen könnte, hätte ich es nicht für möglich gehalten.

Aber.... alles wird gut. Wir würden alles nochmal genau so machen. Aber das hat uns persönlich gezeigt, wie unberechenbar das Leben manchmal sein kann.

Ich weiß nicht, ob das eine von dir erwartete Antwort war. Für mich persönlich ist es aber eine Antwort auf deine Frage.

LG

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Ich wünsche euch und vor allem eurer Tochter alles Gute! ich hoffe, dass das mit der Klinik bald klappt🙏

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Das ist lieb. Danke 🍀

Ich möchte aber noch betonen: unsere Kinder waren die beste Entscheidung, die wir getroffen haben.

Ja, alles ist anders als geplant. Ich wollte z.b immer gerne lange Zuhause bleiben. Finanziell ist es kein Problem (auch für meine Altersvorsorge wird gesorgt). Gedacht war zumindest die Grundschulzeit. Die ist bei der Großen nun vorüber und ich bin weiterhin Zuhause. Grund dafür ist natürlich auch unsere jüngere Tochter. Die letzten 1,5 Jahre war ich auf ständiger Rufbereitschaft. So oft musste ich sie abholen, zu Terminen, einige Krankenhausaufenthalte....

Ich bin ehrlich. Mit einem Job nebenher würde das nicht klappen. Das war anders geplant. Aber auch hier plant das Leben manchmal seine eigenen Pläne.
Ich weiß nicht, wie es sein wird, wenn die Kleine ebenfalls ihre Grundschulzeit beendet hat. Das kann ich nur abwarten.
Aber ich würde mich selbst immer wieder hinten anstellen und alles genau so machen, wie ich es tat.

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Zeitaufwand für Eltern in der Grundschulzeit.

Damit meine ich nicht die Hausaufgaben, sondern das drumherum.
Motto: arbeitende Eltern haben immer Zeit.

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Magst du das mal kurz näher erklären? Mein Junge geht erst seit ein paar Wochen in die 1. Klasse und ich merk keinen Unterscheid zum Kiga bisher.

Ich frag mich manchmal ob ich was falsch mache..#zitter..

Hausaufgaben hat er um 14:00 Uhr erledigt wenn ich ihn hole, ist auch eigentlich immer alles richtig. Manchmal üben wir spielerisch noch etwas, aber sonst lass ich ihn spielen..

Ich weiß nicht so ganz was mich erwartet. Oder ich mach was falsch..#kratz

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Ich schätze gemeint ist die Elternarbeit wie Teilnahme an Elternabenden, Elternstammtisch, Begleitung von Wandertagen, Backen für Kuchenbasare, Basteltische die bei Schulfesten betreut werden sollen und und und :)

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Schwangerschaft

- meine Übelkeit und dass Schwangerschaftsübelkeit ein 10 Wochen andauernder Magen-darm-Virus war, das hatte sich romantischer angehört
- was "Mama" für ein hoher Status ist, obwohl man eigentlich nichts geleistet hat außer Sex zu haben
- Wie hilfsbereit die Verwandtschaft ist und wer plötzlich alles Babysachen über hat :-)

Babyzeit
- Dass es so viele Supermuttis gibt, die alles besser und toller machen und alles perfekt machen und ja nie ... (setze hier jegliche X-beliebige, stinknormale Sache ein, die du danach aber nur noch mit Schuldgefühlen ausüben wirst) machen würden
- Das Stillen zwar schön ist, die ersten Wochen mit Entzündungen und Milchstaus aber wirklich, wirklich hart und man Geduld braucht, bis es super schön ist
- Wie geil das Gefühl ist wenn du nach SS-Diabetes nach der Geburt das Krankenhausessen mit Pudding und Schokolade als das beste der Welt empfindest
- Schlafmangel. Kann man sich einfach nicht vorstellen, was das bedeutet wenn das Kind 1 Jahr lang alle 30min. wach wird. Es ist nicht eine schlechte Nacht, sondern ein Jahr. Das ist krass.
- Die Fremdbestimmung. Dass jemand 24h an dir hängt, ohne eine Sekunde Pause. Und du wirklich keine freie Sekunde hast
- Dass die Babyzeit eine extreme Belastungsprobe für die Partnerschaft ist und ein Kind die ersten Monate keine Bereicherung, sondern eine Belastung
- das ein Kind nicht einfach so in der Trage mitläuft und schläft, sondern extrem viel Aufmerksamkeit braucht
- Wie toll Omas und Opas sind, die sich das Kind schnappen während ich arbeiten oder schlafen kann

Kleinkindzeit:

- Wie unfassbar unfassbar toll und süß so ein 2-jähriger ist und wie unendlich glücklich mich dieses Kind macht, wie unfassbar toll es ist ein glückliches Paar und eine glückliche Familie zu sein und wie unfassbar schön es ist, sein eigenes Kind beim Aufwachsen zu begleiten

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Vielen Dank!

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Kann fast alles so unterschreiben 🥰
Und ja der Zweijährige ist so unfassbar selbstständig im Gegensatz zu Neugeborenem. Ich habe gerade beides 😉

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Bis jetzt eindeutig das Stillen. Aber ich weiß, da wird noch einiges mehr kommen!
Wir wachsen mit unseren Aufgaben :)
LG

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Vermutlich kommen in den nächsten 15 Jahren noch ein paar Dinge dazu, aber aus den ersten 6 Jahren (2 Kinder inzwischen) kann ich sagen:
- Schlafmangel: ist wohl selbsterklärend, aber ich wusste nicht, dass man SO müde sein kann. Theoretisch wusste ich es, aber wer nicht 2 Jahre lang keine Nacht durchgeschlafen hat (teils wegen Kind, teils wegen plötzlicher Schlafstörung), kann das nicht im ganzen Ausmass erfassen.
- Fremdbestimmung: Das war für mich im Babyjahr jeweils ganz schlimm. Irgendwie MUSS man dauernd was machen, aber KANN irgendwie gar nichts machen. Gleichzeitige totale Über- und Unterforderung. Ich kann das bis jetzt nicht richtig ausformulieren, aber das hat mir total zu schaffen gemacht. Das Gefühl verschwand aber so nach dem 1. Geburtstag, als die Kinder schon besser interagieren konnten.
- Wochenbettdepression: Ich wusste, dass es das gibt, aber da ich (glücklicherweise) nie Depressionen gehabt hatte, habe ich das mehr als Schwermütigkeit, Antriebslosigkeit und ähnliches erwartet. Die Wahrheit war eher, dass ich am liebsten einfach gestorben wäre. Ich hatte keinen Lebenswillen mehr, konnte weder essen, noch schlafen, noch irgendwas, ausser Löcher in die Luft starren. Dazu Schuldgefühle, weil ich diese Gefühle hatte. Vor der Geburt des zweiten Kindes habe ich meinem Mann gesagt, falls es wieder so werden sollte, solle er mich einweisen lassen oder zumindest zum Arzt schleppen und mir irgendwelche Medis geben lassen. Weil ich wusste, ich selber würde rein gar nichts machen können. Kam zum Glück nicht so, ausser ein bisschen Niedergeschlagenheit die ersten paar Wochen ging es mir super!
- Kleine Kinder, kleine Sorgen usw.: Das hat jeder gesagt. Immer. Und ich fühlte mich wie die unfähigste Mutter, weil ich mit Baby total überfordert war. Wie sollte das denn erst mit grösseren Kindern sein? Meine Wahrheit: Blödsinn, ich bin einfach nicht für Babys gemacht. Trotzphase ist Peanuts, Freizeitaktivitäten und grössere Ansprüche auch. Organisieren kann ich, mit Wutausbrüchen umgehen auch, aber mit einem kleinen, hilflosen, schreienden Bündel Mensch irgendwie nicht. Für mich wird es Tag für Tag besser, und während ich am Anfang die Tage gezählt habe, bis mein Kind 20 ist, freue ich mich jetzt auf jeden weiteren Tag, den wir zusammen in Angriff nehmen können. Ich mag sogar diese ewigen, mühsamen Diskussionen und warumwarumwarum-Tage, weil die zeigen, wie mein Kind wächst und sich zu einem eigenständigen Mensch entwickelt. Bei einem Baby fehlt mir das irgendwie...

So, viel geschrieben, sorry ;-) Unter dem Strich kann ich sagen, dass ich die Phase bis ca. 2 oder 3 unterschätzt habe, aber was danach kam/kommt, deckt sich bisher recht gut mit meinen Erwartungen.
Ach ja, Erziehungsvorsätze hatte ich etwa 1000 und umgesetzt vielleicht zwei, wenn ich grosszügig aufrunde. Jetzt habe ich wieder 1000, aber ganz andere und eben solche, die sich hier bisher bewährt haben. Der Grundsatz ist aber, wenn sich etwas für jemanden (Eltern oder Kind) nicht gut anfühlt, sollte man vielleicht einen anderen Ansatz probieren. Und nie wütend ins Bett gehen!

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Vielen Dank🙂

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Hallo
Wie es später mal ist und dass es an den Elterngefühlen nichts ändert, ob das Kind jetzt 2 oder 20 ist. Anders ist es natürlich und das soll es auch sein, aber Stolz, Sorgen,... sind nicht weniger vorhanden.

LG