Haussegen hängt schief wegen Religionsunterricht

Unsere Tochter geht in die dritte Klasse . Sie hatte sich sehr auf Religion gefreut. Sie war mit 4 schon in der Kinderkrippe,nahm mir 3 schon am Krippenspiel teil und seitdem jedes Jahr und ist regelmäßig mit Oma in der Kirche oder auf kirchliche Veranstaltungen. Kennt Gebete und Vater unser usw.
Die ersten zwei Schuljahre wurde in Religion nichts gemacht ausser Mandela malen,da es keine Note gab.
Jetzt in der dritten,wurde der evangelische Unterricht wg.Corona gestrichen und alle Kinder müssen zum katholischen Unterricht. Was so auch nicht das Problem wäre.
Jetzt müssen die Kinder jede Woche in alter Sprache einen Psalm auswendig lernen. Leider erklärt die Lehrerin nichts dazu. Das Blatt wird ausgeteilt und sie müssen es können.
Ich erkläre dann meiner Tochter erstmal,was sie da lernt,damit sie es versteht.
Seitdem geht sie jeden Montag mit Bauch oder Kopfschmerzen zu Schule,irgendwas ist immer. Aber wirklich nur an diesen einem Tag.
Letzte Woche lag sie im Bett und meinte,das wenn sie sich nicht bewegt,sie unsichtbar wäre und weinte wirklich Tränen. Es war auch kein Trotz,als Mutter merkt man das. Es war die pure Verzweiflung.

Gestern verbrachte sie den ganzen Tag mit einem Psalm zum Lernen und brach in Tränen aus.
Sie war wirklich runter mit den Nerven,als ihr einfiel das die vor lauter Psalm vergessen hat für die Mathearbeit zu lernen,war es ganz vorbei. Sie hat sich so reingesteigert ,das sie sich übergeben hat.

Übrigens für Deutsch Gedicht lernen sind kein Problem

Nun möchte ich sie bei Religion abmelden. Und hier kracht es mit Schwiegermutter deswegen gewaltig. Sie kann es nicht nach vollziehen und das ist halt so und gehört dazu. Der Unterricht ist freiwillig,wird aber benotet. Ich habe versucht mit der Religionslehrerin zu sprechen ,also um ein Gesprächstermin gebeten. Aber ich komme überhaupt nicht an sie ran. Die blockt alles ab. Selbst die Klassenlehrerin weiß nichts über den Religionsunterricht, da alles abgeblockt wird. Hat sie kein Religion bekommt sie Aufgaben für Mathe und Deutsch,da keine Alternativen angeboten werden. Das muss sie daheim dann bearbeiten.

Leider bekommt mein Mann den Mund nicht auf,was das betrifft. Ich verstehe mich super mit meiner Schwiegermutter ausser beim Thema Religion.

Jetzt hängt der Haussegen schief. Oder bin ich zu zaghaft und sollte strenger mit meinem Kind sein?

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Guten Morgen,
das ist ganz allein eure Sache, nicht die der Schwiegermutter oder sonstwem.
Wenn der Religionsunterricht deiner Tochter nicht guttut - und das scheint offensichtlich zu sein - dann melde sie ab.
Setz dich durch und tu das, was für dein Kind richtig ist. In so einem Fall zählt doch die Meinung der Oma nicht.
Nur weil sie den Religionsunterricht nicht mehr besucht, heißt es ja noch nicht, dass sie nicht mehr mit Oma in die Kirche geht usw.

Liebe Grüße und alles gute für euch

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Mit 4 schon in der KinderKIRCHE soll das heißen

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Wenn das so dermaßen ausartet, dann abmelden & mit der Schulleitung darüber reden!

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Hallo,

Auf keinen Fall strenger mit dem Kind sein in dieser Situation - das was du beschreibst ist echte Not bei deiner Tochter....

Ich persönlich würde es folgendermaßen handhaben: Mit der Tochter darüber reden ob sie vom Reli-Unterricht abgemeldet werden möchte und falls ja es auch tun. Deine Schwiegermutter hat das schlicht zu akzeptieren, da das Wohl deiner Tochter Vorrang hat. Du kannst ihr sehr gerne die Situation freundlich erklären (dass sie da nichts lernt, was sie weiterbringt, dass sie ihre Freude an der Religion verliert was ja selbst in den Augen deiner Schwiegermutter Gewicht haben müsste) und dass sie dadurch die gemeinsamen Momente in der Kirche etc nicht einbüßen muss, ihr vielleicht sogar selbst einmal pro Woche etwas beibringen kann falls beide Seiten wollen? Geschichten, Lieder etc - wäre doch eine schöne Möglichkeit, Zeit miteinander zu verbringen.

Nicht zuletzt sprich mit deinem Mann. Er muss dir den Rücken decken bei seinen Eltern, sonst werden sie immer die Möglichkeit haben sich einzureden, dass du der Drache mir dem schlechten Einfluss bist.

Lg :)

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Da klingt ja wirklich schlimm. Ich kann deine Unsicherheit verstehen ... zumal man ja als Mutter das Kind in der Schule auch nicht weiter beschützen kann. Da würde sich in mir wohl die Löwin melden.

Trotzdem bin ich mir an der ein oder anderen Stellen nicht ganz sicher ob es dir da nicht an Informationen fehlt. Also erstmal ist es nicht ungewöhnlich, dass Lehrer A nicht weiß was Lehrer B macht. Das muss nicht unbedingt was mit "Abblocken" zu tun haben. Zumal die Lehrer auch nicht untereinander Verantwortung tragen. Die sind halt auch nur Kollegen. An der Stelle würde ich den Kontakt zum Schulleiter oder der Schulleiterin suchen. Der kann intervenieren.

Muss sie wirklich Psalmen auswendig lernen? Oder sind es einzelne Verse (die ja auch aus den Psalmen sein können)? Letzteres wäre gar nicht so ungewöhnlich. Mich wundert nur, dass es dazu keine Auslegung geben soll. An der Stelle könnte ich mir eher vorstellen, dass deine Tochter da einfach was nicht so recht mitbekommen hat. Auch stellt sich mir die Frage in welchen Umfang dieses Auswendig Lernen stattfindet. Wenn es zu viel ist, dann ist das ein Fall für die Schulleitung. Dem jetzt die Schuld daran zu geben, dass sie die Mathearbeit vergessen hat, finde ich jedoch gewagt. Kinder vergessen nun mal schnell war oder verlieren auch mal den Überblick.

Letztendlich muss die Lehrerin zu einem Gespräch bereit stehen. Es geht nicht, dass sie das verweigert.

Bezüglich deiner Schwiegermutter kann man ja so argumentieren, dass deine Tochter so Religion eher hasst, als dass sie was lernt. Es liegt nicht am Glauben, sondern an der Lehrerin. In vielen Kirchen gibt es zudem Kinderprojekte, die regelmäßig stattfinden. Dort würde sie wahrscheinlich mehr über Religion lernen als bei dieser Frau. Vielleicht wäre das ein Kompromiss für die Oma. Aber zu entscheiden habt ihr das.

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Es sind die ganzen Psalmen. Ich habe extra nochmal bei anderen Familien gefragt,dachte erst mein Kind hätte was falsch verstanden und dachte auch an einzelne Verse. So kannte ich es von der Kinderkirche und dort wurde auch besprochen worum es geht.
Die Lehrerin lässt sich wirklich nicht in die Karten schauen. Hefter/Hefte werden von ihr eingesammelt und dürfen nicht mit nach Hause genommen werden.
Sie bekommen jede Woche einen neuen Psalm und der sollte natürlich gelernt werden.

Sie hat tatsächlich den ganzen Tag den Psalm gelernt. Und dabei alles andere vergessen. Sie war nur damit beschäftigt. Sie hat noch nie eine Arbeit vergessen. Es steht auch alles im Kalender.

An verschiedenen kirchlichen Projekten nimmt sie schon teil,wegen Corona begrenzt.

Es ist ja nicht so,das sie nicht möchte. Im Gegenteil.

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Du hast ja eh schon beschlossen, dass du sie abmeldest. Gerade in diesem Speziellen Fall finde ich persönlich, dass dir da auch kaum eine andere Wahl bleibt. Trotzdem sollte man das der Schulleitung weiterleiten. Religionslehrer sind rar und deshalb haben die häufig nicht unbedingt eine große Auswahl, aber wenn sich da regelmäßig jemand beschwert, bewegt man zumindest für die anderen Kinder schon irgendwann was.

Tut mir total Leid für deine Tochter, dass sie so eine schlechte Erfahrung gemacht hat. Ich mach gerade eine Weiterbildung zur Religionslehrerin und ärgere mich deshalb umso mehr über die Kollegin. Wir sind nicht alle so ... Versprochen!

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So wie du den Reli Unterricht beschreibst, würde ich mein Kind abmelden. 2 Jahre nur malen und jetzt Psalme auswendig lernen ohne Erklärung dazu. Völlig unsinniger Unterricht ist das. Es hapert an der Lehrkraft. Das Kind lernt dabei gar nichts. Da melde ich mein Kind lieber im Kirchenchor, bei den Ministranten oder sonst wo an wobei es wirklich was lernt, wenn es sich so dafür interessiert.
Ob Schwiegermutter das versteht oder nicht wäre mir egal. Versteht sie es nicht, ist sie im Prinzip nicht besser als die Religionslehrerin.

Bei meiner Tochter sah der Religionsunterricht von der 1.Klasse weg schon ganz anders aus. Themen wie der hl. Martin, der Nikolaus usw. wurden z. B. aufgearbeitet sowie sämtliche Kirchenfeste..

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Ich würde auch abmelden und froh sein, dass es sich um ein optionales Fach handelt.
Vorher würde ich aber noch mal mit der Tochter sprechen. Du kannst ja auch sagen, dass ihr zusammen die Kinderbibel lest oder ähnliches.
Von der Oma kein Wort, von ihrer Enttäuschung.

Der Oma kannst du ja anbieten mit der Kleinen etwas zu machen, vielleicht die bisher gelernten Psalme verstehen oder montags am Morgen sich ums aufstehen kümmern. Und wenn sie das Kind ruhigen Gewissens in dem Zustand zur Schule schicken kann an ihrem Mitgefühl zweifeln. Außerdem kann sie sich um das Erbrochenes kümmern.

Sie hat sich da überhaupt nicht ein zu mischen.

Wir hatten ein ahnlit Szenario mit dem Kindergarten und hatten gerade die Möglichkeit das Kind abzumelden. allen geht es besser damit.

Alles Gute!!

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Sie muss wenn sie kein Religion hat mehr Mathe machen? Dann melde sie ab. Deine Tochter wird wahrscheinlich noch das Jahr 2100 mit erleben und damit die Besiedlung des Mondes oder gar des Mars, nicht die christliche Colinialiaierung Zentralafrikas. 😐Mathematik bringt sie im Leben weiter als Religion. Also DARF sie mehr Mathe machen. Und besonders wenn andere, wichtige Fächer unter einem obsoleten Fach wie Religion leiden, die Lehrerin auch noch die pädagogische Kompetenz von Popcorn hat, darf hier ruhig reinen Gewissens abgewählt werden.

Übrigens bringt es einem Kind 0, wenn es so unter Druck gesetzt wird. Dadurch lernt es nichts. Nur, dass Religion Angst macht und Druck auslöst. So kannst du das deine SM ja erklären. Wenn Sie nicht will, dass eure Tochter für Religion bald überhaupt nicht mehr empfänglich ist, solltet ihr sie aus dieser negativen, prägenden Umgebung (Religionsunterricht) asap raus holen.

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🤔Gespickt mit kreativen und verrückten Wortfindungen der Autokorretur. Hm... Wird Zeit das Urbia mal eine edit Funktion einarbeitet.

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Das hab ich auch schon oft gedacht, wenn ich meine Beiträge ( leider natürlich erst nachdem ich sie abgeschickt habe) noch mal gelesen hab......

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Schwierige Situation.

Die Methoden finde ich schon schwierig.
Abmelden geht ja auch nur, weil es Religion ist. Wäre diese Lehrerin in Mathe oder Deutsch, müsste sie da durch.

Also
1. die Schwiegermutter hat nichts zu melden!
2. du willst sie ja nicht von Religion abmelden, sondern "nur" um von der Lehrerin wegzukommen und weil dein Kind massive Reaktionen zeigt.

3. weil es Religion ist, besteht die Möglichkeit.
Wie würdest du bei Mathe oder Deutsch reagieren?

4. Kind bei solchen Reaktionen unterstützen/schützen, geht für mich klar vor!

5. Die Frage bei 3. stelle ich deswegen, weil es mir selbst Aufschluss gibt, wie wichtig mir etwas ist und auch, welche Alternativen ich habe.

Manchmal ist der einfachste Weg völlig in Ordnung.
Manchmal ist der einfachste Weg nicht der passende. Der Schwerste aber auch nicht.
Wie weit würde ich gehen, wenn.....?
Welche Folgen ergeben sich daraus?

In eurem Fall: dürftest du sie ab nächstem Schuljahr wieder zu Religion anmelden?
Wie reagiere ich, wenn mein Kind in einem anderen Fach ähnliche Probleme bekommt und dann argumentiert: in Reli ging es doch auch?

Damit meine ich aber NICHT: alles runterschlucken und gefallen lassen!

Wie geht die Schule damit um?
Wieso kommt die Klassenlehrerin nicht an die Lehrerin ran?
Wie gehen andere Eltern damit um?
Haben Elternsprecher schon mit ihr gesprochen?

Ist nur mein Kind betroffen, muss ich für sie alleine eine passende Lösung finden.
Sind viele aus der Klasse betroffen, kann evtl. gruppentechnisch was erreicht werden. Letztlich treffe ich für mein Kind die Entscheidung. Dennoch macht es Sinn, über die Gruppe was zu erreichen.

Welche Möglichkeiten hat dein Kind?
Bei Lehrern, mit denen ich gar nicht klar kam, versuchte ich "unter Radar" zu bleiben. Genug, um nicht aufzufallen, wenig genug um nicht aufzufallen.
Allerdings war ich nie perfektionistisch und hatte nie den Anspruch an mich, mit guten Noten durchzukommen. Dort, wo ich mit den Methoden nicht klar kam, versuchte ich meine unauffällige drei zu halten, keinen Grund zu liefern im Fokus zu stehen.

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Was passiert, wenn das Kind in einem anderen Fach solche Probleme bekommt, kann man sich doch dann überlegen.
Eventuell taucht der nächste Problemlehrer erst in der weiterführenden Schule auf, wo die Kinder reifer sind und besser damit umgehen können. Eventuell gibt es das Problem sogar nie wieder.

Ich finde, man muss sich keinen längeren Konflikt mit einem Lehrer anlachen, wo es nicht nötig ist.
Erfahrungsgemäß sind solche Lehrer sowieso beratungsresistent.

Wenn ein freiwilliger Unterricht zu Bauchschmerzen etc. führt, meldet man das Kind eben ab und fertig.
Wenn noch mehr Kinder das Problem haben, wird es eben sehr leer im Religionsunterricht.
Häufig sind aber nur ein oder zwei weitere Kinder so stark davon betroffen, dass die Eltern überhaupt ein Interesse haben, aktiv zu werden, und das auch nur, wenn man das Fach nicht abwählen kann.
Der Rest sagt seinen Kindern, dass sie da durch müssen und fertig.

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