Schwiegereltern... Das ewig leidige Thema

Hallo,

kurz zur Vorgeschichte...
Ich bin früher immer ganz gut mit meinen Schwiegereltern klar gekommen und musste meinen Mann häufig überreden, den Kontakt zu halten.
Seit einer wirklich blöden Erfahrung mit ihnen, die ich während der Schwangerschaft mit meiner Tochter gemacht habe, habe ich keine Lust mehr auf diese Menschen.
Ich bin freundlich aber reserviert und merke ganz oft, dass ich die Wut auf sie immer noch nicht verarbeitet habe.
Umso schlimmer finde ich es, wenn sie zu Besuch kommen und unsere Tochter auf den Arm nehmen oder Pläne für später mit ihr schmieden, wenn sie größer ist (sie z. B. im Wohnmobil mit in Urlaub nehmen etc). Da denke ich mir ständig: "Ähm... IHR werdet meine Baby niemals irgendwo hin mitnehmen. NIEMALS."

Keine Ahnung was ich dagegen tun kann, denn sie sind ja nach wie vor die Großeltern unserer Tochter. Trotzdem versuche ich jedes Treffen hinaus zu zögern und hoffe dass die Kleine sie später mal hassen wird. Ich verabscheue die beiden einfach...

Hat jemand Tipps für mich, wie ich mit der Situation und meiner Wut umgehen kann, ohne dass sie permanent bestehen bleibt?

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Was haben sie denn verbrochen, dass sich deine Meinung so stark geändert hat?

Zu deiner Frage: bei Groll gehen andere hilft im Kern nur die bewusste Vergebung. Idealerweise mit vorangegangene Aussprache und Klärung. Alles andere bekämpft ja nur die Symptome, nicht den Ursprung der Angelegenheit.

Dein Hass wird niemandem mehr als dir selbst schaden, was schade ist, weil deine Schwiegereltern wohl noch lange ein Teil deines Leben sein werden.

Du musst nicht wieder best friends mit ihnen werden, aber eine andauernde unterschwellige Wut gegenüber irgendjemandem in deinem Umfeld ist kein guter Boden für deine eigene gesunde und positive Persönlichkeitsentwicklung. Auch deinen Kinder lebst du was sehr negatives vor, wenn du so unversöhnlich bist.

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Manche Dinge kann man einfach nicht vergessen und verzeihen. Mir stellen sich schon die Nackenhaare auf wenn ich die Stimme meiner SM höre !!! Ich hasse diese Frau und das auch zurecht, sie hat mich jahrelang beleidigt, bedroht, meine Familie beleidigt etc etc etc ..... Sowas soll man vergeben? Wie soll das bitte gehen?

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Deine Erfahrung tut mir sehr leid. Ich weiß, dass Vergebung sehr sehr schwer ist. Besonders, wenn die Schuldigen rein gar nichts bereuen.

Es ist aber möglich, sogar ohne Klärung und Aussprache, nämlich dann, wenn du deinen ganzen Groll (wenn nötig auch immer wieder neu) woanders hinbringst. Ich glaube an Gott und Jesus und seine Vergebung für mich, aber auch an seine Gerechtigkeit. Das hilft mir, meinen Hass an ihn abzugeben und die Sache ihm zu überlassen. Er hat den Überblick und wird alles regeln. Mein Hass richtet gar nichts aus, außer dass er mich letzten Endes selbst vergiftet, wenn ich ihn weiter pflege.

Vergeben heißt übrigens nicht, dass du dir weiterhin alles gefallen lassen musst. Du kannst vergeben und dich dennoch abgrenzen, um dich vor weiteren Verletzungen zu schützen.

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Mir geht es genauso mit meinen Schwiegermutter. Schon allein bei den Gedanken an sie werde ich aggressiv. Wenn es nach mir geht, geht unsere Tochter da niemals alleine hin

Ich weiß leider auch nicht damit umzugehen, es ist mittlerweile egal was sie sagt, es bringt mich auf die Palme. Mein Mann kann es ein Stück weit nachvollziehen, aber im Wesentlichen findet er ich übertreibe. Tue ich wahrscheinlich auch.

Sorry Tipps habe ich keine, aber du bist nicht allein

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Genau so geht es mir auch. Ich hasse sie. Und zum Glück habe ich zu ihr und zu seinen Brüdern keinen Kontakt mehr. Ich will mit der ganzen Sippe einfach nichts zu tun haben. Der eine Bruder ist in Ordnung eigentlich, hat uns immer in Schutz genommen und oft mit der Mutter gestritten wegen uns. In seine Beziehung hat sich die Hexe auch eingemischt, sodass die sich letztendlich getrennt haben obwohl sie Hochzeitspläne geschmiedet haben.
Uns hat sie nicht geschafft auseinander zu bringen.
Blöd ist nur das ich diese Hassgefühle nicht loswerden kann und nicht vergessen kann was sie mir angetan hat. Jetzt bin ich schwanger und ich habe Angst das einer von denen vor der Tür stehen wird nach der Geburt. Mein Mann kennt meine Meinung zu denen und weiß das ich sie niemals wieder sehen möchte und akzeptiert das auch. Doch was ist nach der Geburt?! Ich traue mich gar nicht das Thema anzuschneiden weil ich Angst habe das er sagt "Natürlich werden die kommen".
Ich bin das erste Mal nach 12 Jahren schwanger und kann mich gar nicht richtig freuen und bin nur mürrisch. Jeden Tag beschäftigt mich das Thema.
😔

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Mein Verhältnis zur Familie ist da anders. Eng und innig. Trotzdem werden wir der Familie sagen, dass wir Zeit für uns brauchen und sie genießen wollen. Zudem ist einer Erholung wichtig, für alle beteiligten. Spricht, Mama, Papa und Kind verbringen die ersten Zeit nur im Bett.

Kannst erwähnen, wenn euer Baby zur Welt ist, den "engsten" Kreise teilen, dass ihr die ersten Tage/Wochen alleine genießen wollt.

Sollte jemand an der Tür klingeln, würde ich nicht aufmachen.

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Mir ging's beim ersten Kind auch so. Inzwischen haben wir das dritte Kind und ich bin echt deutlich entspannter. Und die Große ist mittlerweile ein Teeniemädchen und sucht sich selbst aus, ob sie ihre Großeltern sehen möchte, oder nicht. Das kommt alles mit der Zeit.

Aber ich verstehe dich, wenn's dann doch mal innerlich hochkocht und man (eigentlich hässliche) Gedanken hat. Versuch dich in solchen Situationen einfach trotzdem zu entspannen.

Vielleicht hilft sowas wie autogenes Training. Und glaub mir: bis sie mit ihr wegfahren können, vergeht noch viel Zeit -wer weiß, was bis dahin alles ist.

Aber ich kann's nachvollziehen.

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Hey,

ich weiß nicht was da zwischen euch passiert ist, aber es muss ja sehr heftig gewesen sein.
Du schreibst, dass dein Kind sie später mal hassen soll. Das sind ziemlich starke Worte finde ich und nur weil ihr unüberwindbaren Stress miteinander habt, müssen sie nicht automatisch schlechte Großeltern sein.

Wie gesagt, keine Ahnung was passiert ist, aber du solltest immer bedenken, dass engagierte Großeltern auch ein hohes Gut bedeuten können und dass an einem Streit meistens zwei Seiten beteiligt sind. Ohne das hier bewerten zu können in diesem Fall, aber meistens muss man sich auch selbst an die Nase fassen und das eigene Verhalten hinterfragen.

LG

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Wissen sie denn, wie du empfindest?

Habt ihr das mal besprochen?

Ich würde vermutlich mal das Gespräch suchen und sagen „Der Vorfall damals hat mich wirklich mitgenommen und beschäftigt mich immer noch! Können wir das bitte noch mal klären?“

Irgendwie muss dieses Thema wohl vom Tisch...

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Ich hab die leider keinen. Ich kriege seit 1 Jahr Herpes wenn ich weiss dass sie kommen.
Im Sommer waren sie da und ich dachte ich hätte bis Januar Ruhe. Jetzt haben sie sich schon für November wieder angemeldet und ich hab so keine Lust.

Ist es denn realistisch oder reden sie nur gross daher? Mein Schwiegervater erzählt immer gross was sie mit unsrem Kind alles unternehmen wollen. Die haben noch nie eine Windel gewechselt, ein Kleidungsstück getauscht, essen gemacht oder gegeben. Da passen Blabla und Tat einfach null zusammen. Mein Mann und ich sind uns einig dass das vor der weiterführenden Schule keine Option ist. Das entspannt mich etwas.

Wir haben - meinen Mann stressen sie genauso - ihre Besuche auf ein langes Wochenende reduziert. Da sie das Kind immer komplett platt machen gibt es an den beiden Tagen konsequent Ausflüge. So muss ich nicht so viel Blabla hören und der Kleine hat die Pausen die er braucht. Das hilft mir persönlich sehr weil ich weiss danach hab ich wieder Ruhe. Könnt ihr ihre Besuche reduzieren, würde dir das helfen?

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Warum musstest du deinen Mann überreden Kontakt zu halten?
Das sind seine Eltern und seine Entscheidung. Wenn du dich mit ihnen verstanden hast, ok. Für ihn scheint es ja schon davor Grenzen gegeben zu haben.

Jetzt hast du eigene Erfahrugnen mit ihnen gemacht und bist wütend.

Die Frage, was das Kind betrifft: gefährden sie das Kindeswohl? Dann setz dich mit deinem Mann zusammen. Besprecht, wo die Grenzen bezüglich des Kindes sind.
Da er selbst schon seine Erfahrungen mit ihnen gemacht zu haben scheint, wirst du da nicht viel überreden müssen.

Ist ihr Verhalten nicht kindeswohlgefährend und die Wut liegt zwischen den Erwachsenen: dann besprich mit deinem Mann, wo eure Grenzen liegen. Bleibt ein Erwachsener dabei? Wenn ja, wie lange? Bis das Kind was kann? Wie häufig usw.

Ob sie in einigen Jahren wirklich mit dem Kind wegfahren wollen, wird sich zeigen.
Mein Kind hat schnell gelernt: es gibt Menschen mit großer Klappe. Die erzählen ihr viel, wenn der Tag lang ist. Wenn sie dann mal 5 Minuten Zeit mit ihr hätten, haben sie mehr Ausreden, als die Zeit, um die es geht.
Und es gibt die Menschen, die keine große Klappe haben. Die notwendiges besprechen, auch heikles ansprechen. Dann aber auch handeln.

Mein Kind liebt die verlässlichen mehr.

Dass du dir wünschst, dass euer Kind die Großeltern hasst, finde ich sehr bedenklich!

Entweder sie schaden dem Kind: dann keinen Kontakt oder nur so, dass das Kind keinen Schaden nimmt. Schutz vor Gewalt, psychischer Gewalt, Manipulation etc.
Dann braucht das Kind sich nicht durch Hass selbst schaden. Es kennt dann die Situation nur so: es gibt keinen Kontakt und das hat seine Gründe.

Oder sie schaden dem Kind nicht. Dann solltet ihr einen Weg finden, wie ihr eure erwachsenen Probleme unter den Erwachsenen klärt und das Kind dabei raushalten. Das gilt dann für alle Erwachsenen.
Das Kind wird sich dann mit der Zeit eine eigene Meinung bilden.

Meine zu meiner Situation ist: es ist ok, dass Mama und Oma sich oft gestritten haben. Es ist ok, dass sie ihre Konflikte hatten. Dass meine Mutter wollte, dass ich IHREN Hass und IHRE Wut auch auf meine Oma habe - das hat dazu geführt, dass ich meine Mutter in dem Punkt verachte. IHRE Wut, die ich austragen und haben sollte, hat der Mutter Kind Bindung einen ordentlichen Knacks verpasst.
Meine Oma liebe ich dafür sehr, weil sie meine Mutter NIE schlecht geredet hat. Sie fand manches doof, was meine Mutter gemacht hat und ohne Beisein der Kinder muss es echt heftig abgegangen sein. Aber meine Oma hat immer klar gesagt, dass sie hinter den Entscheidungen meiner Mutter steht. Sie hat mir immer signalisiert, dass es in Ordnung ist, dass ich meine Mutter liebe.

Ja, durch die Aktionen meiner Mutter / dem Wunsch, dass ich meine Oma hassen sollte... liebe ich meine Oma bis heute mehr (beide sind tot). Bis zur Pubertät stand ich zwischen den Stühlen. Ab der Pubertät habe ich meiner Mutter kontra gegeben und ihr ins Gesicht gesagt, dass ich sie deswegen weniger liebe als meine Oma.


Da dein Mann offensichtlich schon länger keinen Kontakt mehr möchte: überrede ihn nicht weiter.
Besprecht gemeinsam, was euer Kind betrifft.
Zieht für euch selbst die Grenzen auf der Erwachsenen Ebene und haltet da euer Kind raus.

Dazu gehört dann auch, dass du deinen Mann nicht zu "gute Miene Besuchen" überredest und er dich nicht.

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Weil sie mir leid getan haben. Sie hatten ja zur Tochter schon keinen Kontakt. Und so konsequent ist mein Mann dann leider doch nicht, denn wenn er etwas von ihnen möchte, ist er schon immer dort hin gefahren, auch vor dem richtigen Streit schon.
Da habe ich wenig Verständnis für, für mich gibt es nur ganz oder gar nicht. Deshalb habe ich oft gesagt, dass er man sie dann auch mal einladen kann etc.

Das tut mir sehr leid, was zwischen deiner Mutter und deiner Großmutter vorgefallen ist und dass du so sehr darunter leiden musstest.
Ich werde meiner Tochter nicht eintrichtern, dass sie ihre Oma hassen soll. Ich möchte einfach von Anfang an schon nicht eine solch enge Bindung zu ihnen haben, dass meine Tochter überhaupt in Betracht zieht, die beiden lieber zu haben als ihre Eltern.
Kinder sind clever. Sie wird schnell merken, wie Oma und Opa väterlicherseits ticken.
Mehr Gedanken mache ich mir darüber, diese Menschen weiter von uns fern zu halten, als es bislang der Fall ist. Im Moment sieht man sich all 2-4 Wochen sonntags.
Für meinen Mann ist das okay, er ist wie schon erwähnt leider nicht sehr konsequent. Er möchte nicht hin fahren, lässt sie aber kommen und meint ich wäre zu streng.
Da ziehen wir leider nicht an einem Strang.

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"dass meine Tochter überhaupt in Betracht zieht, die beiden lieber zu haben als ihre Eltern."

Ach, daher weht der Wind ... und wie kommst Du überhaupt auf so einen Gedankengang?

Fühlst Du Dich als Mutter so unzulänglich und wenig liebenswert, dass Du ernsthaft diese Gefahr siehst ... ???

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Wenn es euch beiden so schlecht geht damit, dann würde ich als erstes Mal den Kontakt minimieren.

Wenn du regelmäßig Treffen hinauszögerst, etc. Wie anstrengend ist das denn für dich??
Ständig hoffen, dass sie sich nicht melden und dann Ausreden überlegen?
UND dann noch treffen??
Das nimmt bestimmt gut Raum ein!

Wie gehen sie denn sonst mit "der Situation" um?
Als wäre nichts gewesen?
Könnte man mit ihnen rede? Würde vielleicht helfen.

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Ja, es ist super anstrengend für mich.
Da man ihnen aber seit dem Besuch nach der Geburt im Krankenhaus keine Grenzen gesetzt hat, ist für sie jetzt alles tutti und gehen mir alle paar Wochen auf die Nerven.
Auf der Taufe unserer Tochter haben sie wohl zu meiner Patentante gesagt, dass sie die Kleine gerne mehr betreuen würden und sie auch gerne abholen kommen würden etc. Da stellen sich mir die Nackenhaare auf.
Gestern haben wir sie gesehen und am Freitag sehen wir sie leider schon wieder, weil sie Kartoffeln bei uns abholen wollen (wir bauen selber an und sie wollen welche kaufen). Das stresst mich jetzt schon.
Sie sind wie ein Kaugummi in den man getreten ist. Ohne klare Ansage werde ich die Treffen nicht minimieren können.
Da hat mein Mann aber eher kein Verständnis für. Er ist für "die paar Treffen einfach über sich ergehen lassen".

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Hallo,

ich hatte selbst mehr als 10 Jahre mit meiner Schwiegermutter keinen Kontakt, auch mein Mann wollte nicht mehr, dass unsere Kinder sie sehen.
Lange Geschichte, viel zu lang, um näher darauf einzugehen. Außer, dass mir und meinen Kindern gegenüber enorm verletzende Dinge getan und gesagt wurden.

Insofern kann ich dich verstehen.

Seit 4 Jahren haben wir wieder Kontakt. Meine Kinder sind mittlerweile groß genug, um zu sagen, was für sie in Ordnung ist und was nicht.

Ich bleibe mit ihr komplett an der Oberfläche, gebe nichts von mir preis und behandle sie zwar freundlich, aber mit Vorbehalt.

Wenn sie die Kinder sehen will, ruft sie sie direkt an. Meine Kinder fragen, ob es für mich in Ordnung ist und das war's auch schon.
Sie holt sie und sie bringt sie wieder.

Ich hätte NIE gedacht, dass ich jemals wieder mit ihr sprechen würde. Es geht aber. Ein herzliches Verhältnis (wie ich es mir gewünscht hätte) wird es zwar nicht mehr werden, aber man muss seine Ansprüche runterschrauben.

Letztendlich entscheiden dein Mann und du, ob euer Kind mit ihnen auf Urlaub fahren darf oder eben nicht.

Genauso entscheidest du selbst, ob du ihnen so viel Macht gibst, dich zu ärgern oder eben nicht. Einfach ist es nicht, das weiß ich aus Erfahrung. ;-)

LG
Karin

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