Sexueller Missbrauch in der Familie

Ich brauche dringend Rat. Gestern kam meine vierjährige Tochter zu mir und erzählte ihr großer Bruder (11) habe ihr weh getan. Mich traf der Schlag als sie erzählte was genau passiert war. Ich möchte jetzt nicht alles hier aufschreiben, aber es ist massiver Missbrauch.
Ich bin vollkommen überfordert und weiß nicht weiter. An wen wende ich mich? Wie gehe ich mit meinem Sohn um? Bitte helft mir....

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Also, du kannst jetzt zum Jugendamt gehen. Du kannst aber auch zum Hausarzt gehen, dir eine Überweisung für den Psychologen geben lassen und für den Jungen eine Therapiesitzung vereinbaren. Das wird aber sehr sehr wahrscheinlich erst mal eine systemische Therapie, sprich die ganze Familie. Es gibt diese ganz ganz seltenen Fällen, in denen Kinder grausame Dinge tun, ohne zutun des Umfelds. Aber in den wirklich meisten Fällen liegt es am Umfeld selbst.

Hat dein Sohn eventuell selbst sexuellen Missbrauch erlebt, vielleicht auch ohne, dass du es mitbekommen haben könntest?
Mit welchem Umfeld wird dein Sohn konfrontiert außerhalb der eigenen Familie? Freunde und deren Familie? Verbringt er da viel Zeit alleine ohne dass du genau weißt, wie sein Tag aussieht?

Wichtig ist jetzt aufjedenfall der Dialog mit den Kindern und herauszufinden, warum dein Sohn getan hat, was er getan hat.

Und bitte, wenn du mit deiner Tochter redest, wähle deine Worte mit Bedacht. Ich hab es jetzt schon so oft erlebt, dass Menschen, die exuellen Missbrauch erlebt haben erst durch die Reaktion ihrer Umgebung auf diesen Missbrauch zum Opfer wurden. Es geht hier darum aufzuarbeiten und zu verstehen, nicht darum dem Kind einzutrichtern, dass es sich nun missbraucht fühlen muss. Ich mein das tatsächlich so. Das ist ein ganz ganz unhilfreiches, skurriles, gesellschaftliches Phänomen, die Erwartung, dass Opfer von sexueller Gewalt sich wie Opfer zu fühlen haben.

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Und nein! Eine in Obhutnahme deines Sohnes durch das Amt, also die sofortige Isolation von der Familie, ist nicht die erste und einzige Möglichkeit. Das ist sogar die letzte Möglichkeit die man wählen sollte. Die wirklich absolut letzte. Weshalb ich hier bei diesen hysterischen Kommentaren das komplette Kotzen bekomme.

Egal was dein Sohn getan hat, er ist immer noch ein 11 Jähriges Kind und ihr seid immer noch seine Familie.

Wenn dein Sohn keine schwerwiegende psychische Störung hat, wie zum Beispiel eine Psychopathie (und das ist sooooo selten!) dann liegt der Grund für sein Verhalten in seinem Umfeld du in dem was er selbst erlebt oder gesehen hat. Etc.

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Danke! Ich frag mich, warum hier alle nach Inobhutnahme schreien. Natürlich muss gehandelt werden, aber mit bedacht. Das fehlt die Weitsicht, was es mit einer Familie, dem „Täter“ und auch dem „Opfer“ macht, den Jungen in einer Hauruck-Aktion da rauszunehmen. Dass da alle Beteiligten Hilfe brauchen, ist unumstritten. Aber es ist unfassbar, was hier teilweise geraten wird.

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Beim Jugenamt melden,Sohn inobhut nehmen lassen. Am besten Anzeige aufgeben (fällt Eltern oft schwer- hilft jgdl als Anstoß zur Veränderung).
Mit dem Jugendamt zusammen eine therapuetische Jugendhilfeeinrichtung suchen,die auf sexuell auffälliges Verhalten spezialisiert ist.
Gleichzeitig mit Tochter eine Opfer Beratungsstelle aufsuchen. spieltherapie fürs kind. Therapie für euch (den ihr habt nun auch Fragen und Sorgen,die dort hingehören.

Euch viel Kraft! PS: Opferschutz vor Täterschutz

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Er ist 11. Er ist nicht einmal strafmündig. Noch haften die Eltern für ihn. Also zeigen sie sich mit einer Anzeige quasi selbst an?🤔

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Nein.

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Wildwasser bietet Beratung zu dem Thema an ! Vielleicht gibt es auch eine Beratungsstelle in deiner Nähe. Außerdem gibt es von Wildwasser auch direkt telefonische Angebote sowie Beratungsmöglichkeiten per E-Mail

Ich würde die Beiden bis zur Beratung nicht alleine gemeinsam lassen bzw. den Sohn wenn möglich bei Verwandten/Freunden denen du vertraust, unterbringen.

Alles Liebe !

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Also nicht unbedingt Wildwasser sondern eine der auf deren Homepage genannten Beratungsangebote:
https://www.wildwasser.de/info-und-hilfe/beratungsstellen-vor-ort/

Das Hilfetelefon gegen Gewalt an Frauen ist auch rund um die Uhr besetzt. Die können dir sicher sofort weiterhelfen:

https://www.hilfetelefon.de

Ein Angebot vom Bundesamt für Familie etc.

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Hilfstelefon ist eine sehr gute Idee.

Soforthilfe, erste Infos
um dann die Zeit bis zur Beratungsstelle überbrücken zu können.

Deine Antwort sollte man ganz weit nach oben pinnen! :-)

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Am besten bei der Polizei melden, die haben die Möglichkeit, den Notdienst des Jugendamtes zu kontaktieren und alles weitere zu veranlassen. das Mädchen muss zum Arzt! Eine sofortige "In Obhutname" durch das Amt und Zuführung in eine geeignete Einrichtung ist alternativlos. Da er 11 ist, hat das keine strafrechtlichen Folgen, dazu müsste er mindestens 14 sein.

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Und dann, wenn er 16 ist, emotional total geschädigt mit fehlendem Vertrauen in so ca. Jeden Menschen, der ihm emotional zu nahe kommt, weil seine Familie ihn abgegeben hat in einer Phase, in der er sie am meisten gebraucht hätte, erzählt er dann die Geschichte von dem Stiefvater seines Schulfreundes Fabian, der im Keller diese Kamera hatte, mit der er diese Filme gedreht hat, in denen Fabian und seine Schwester immer nackt waren.

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Es geht jetzt darum, beide Kinder zu schützen. Deine Tochter davor, mißbraucht zu werden, deinen Sohn davor, zum Täter zu werden.

Ich würde mich bei einer Beratungsstelle beraten lassen. Die wichtigste Frage lautet jetzt, könnt ihr im Familien-Alltag den Kontakt lückenlos überwachen? Konntest du mit deinem Sohn sprechen, ist er kommunikativ?

Ich finde wichtig, auch den Sohn im Auge zu behalten und klug vorzugehen, schließlich ist er jung und er sollte die Chance haben, sich zu entwickeln.

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Dass du handeln willst ist sehr gut.

Erste Anlaufstellen fallen mir folgende ein. Vielleicht hat da jemand Adressen oder erste Tipps.

Wildwasser
Silberdistel
weißer Ring
Verein gegen Missbrauch

Da Missbrauch unter Geschwistern oft noch ein Tabu ist und in dem Alter deines Sohnes massive sexuelle Handlungen unüblich sind, sollte auch geklärt werden, woher er das hat.

Wurde er auch vergewaltigt? (Es gibt Beratungsstellen für betroffene Männer/Jungen. Leider wenige, weil das Thema noch tabu ist).
Hat er Pornos gesehen/gezeigt bekommen?

Was er getan hat, ist ein No Go.
In seinem Alter ist aber die Frage, woher er es hat. Ob er selbst weiterhin in Gefahr ist.
Pornos kann man ggf. "abstellen". Bei einem erwachsenen/jugendlichen Täter in eurer Umgebung braucht er ggf. auch Schutz.


Wende dich auf jeden Fall an Beratungsstellen.

Sollte dir dein Umfeld einreden wollen, dass es "harmlos" sei oder "nur Doktorspielchen" oder versucht es herunterzuspielen oder dich von Hilfe von außen wegzureden: Alarmglocken an!

Beide Kinder brauchen jetzt Hilfe.
Da der Junge noch sehr jung ist, könnte es noch weitere Täter im Umfeld geben. Diese wollen natürlich nicht, dass ihre Tat(en) auffliegen und raten oft von Hilfe von außen ab oder spielen es herunter. Damit sie schön weitermachen kann.

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"Sollte dir dein Umfeld einreden wollen, dass es "harmlos" sei oder "nur Doktorspielchen" oder versucht es herunterzuspielen oder dich von Hilfe von außen wegzureden: Alarmglocken an!"

Um die Kinder zu schützen, würde ich darüber in meinem Umfeld erstmal gar nicht kommunizieren, bis ich mit entsprechenden Stellen gesprochen habe und auch mit dem Jungen geredet wurde.
Im worst case wurde der Junge wirklich missbraucht und der Täter wird durch die neue Info bezüglich der Schwester vorgewarnt bzw.setzt den Sohn unter Druck, nicht zu kooperieren.

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Das stimmt, das hätte ich ausdrücklich dazu schreiben sollen.

Ich würde darüber nicht sprechen.
Allerdings spüren Täter öfter mal der Nachtigal trapsen und fragen ganz scheinheilig nebenbei nach.
Wenn die Antwort raus ist, kommt die Manipulation und klein reden.

Selbst wenn man noch so sehr darauf achtet.
Viele Täter (nicht alle) haben verdammt feine Antennen, bohren bei Stress nach, stellen unscheinbare Fragen, sind der nette Nachbar der sich Sorgen machen, der liebende Ehemann/liebende Ehefrau (die doch nur gutes will), bisschen Schulter massieren "ich spüre doch, dass was los ist"......

Selbst wenn das Thema komplett ausgeklammert wird. Die Info mal bei Beratung nachzufragen oder Erziehungsprobleme mal jemanden um Rat zu fragen, kann eine Lawine lostreten.

Selbst wenn man das Thema nicht anspricht.
Wenn es nicht unbemerkt bleibt, kommen oft ungefragte Ratschläge.

Täter haben das Ziel ihre Taten zu vertuschen. Sie haben das Interesse, dass niemand was erfährt. Daher reden sie Hilfsmaßnahmen klein, verunsichern. Stellen sich selbst als gut und hilfsbereit dar. Bekommen wir auch ohne von außen hin... ich helf dir doch..... säuselnder Ton. Alles im Namen des Wohles des Kindes. Dabei geht es ihnen nur darum ihren eigenen *** zu retten. Gewalt am Kind nehmen sie hin.


Daher finde ich es wichtig auch auf die Reaktionen im Umfeld zu achten.

Wer nimmt Veränderungen wahr?
Wie ist die Reaktion`?
Vorsicht/Alarmglocken bei Hilfsangeboten, die darauf abzielen, es "unter uns" zu schaffen oder verharmlosen oder "Angst vor dem Tabu und den Nachbarn machen"

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Hey!

Du solltest nun das Jugendamt kontaktieren und um Hilfe bitten und eine Beratungsstelle. Weißer Ring oder Wildwasser.

Die werden dir schon aufzeigen, welche Schritte wichtig sind. Dein Sohn muss nun deutlich spüren, dass das nicht ok war und deine Tochter, dass du sie schützt und es gut ist, dass sie zu dir kam, auch wenn der Bruder nun Ärger bekommt.
Ich kann dir den Tipp geben, erstmal nicht mit deiner Tochter darüber zu sprechen, seidenn, sie sucht das Gespräch. Dann würde ich nur auf sie reagieren, aber abgesehen von "dein Bruder darf dir nicht weh tun, das ist nicht ok. Gut, dass du mir das gesagt hast, nun wird er das nicht mehr machen." würde ich nichts dazu sagen, um sie nicht zu traumatisieren und ihre Wahrnehmung zu beeinflussen. Die Aufarbeitung sollten Fachkräfte übernehmen.

Ich würde mir Gedanken machen, wie dein Sohn dazu kam. Hat er irgendwo Videos gesehen? Vielleicht online oder in WhatsApp-Chats mit Mitschülern und spielt das nach? In meiner Klasse werden solche Bilder und Videos in dem Alter schon geteilt.
Oder verarbeitet er so Dinge, die er selbst erlebt hat? Auch diese Ergründung sollten Fachkräfte übernehmen, sonst liegst du ihm womöglich die Erklärung in den Mund. Oder sorgst für eine Retraumatisierung.

Liebe Grüße
Schoko

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Ich würde mich dringend an das Jugendamt wenden und dafür sorgen, dass Tochter und Sohn eine Therapie/Hilfe bekommen. Ans Abgeben würde ich nicht sofort denken, er ist ein Kind, ist deinem Sohn überhaupt bewusst was er da getan hat? Es ist - wie gesagt - ein Kind, ihn abzugeben wird sicher nicht verhindern, dass er das wiederholt ganz in Gegenteil!

Beide Kinder brauchen Hilfe, aber deine Tochter braucht zusätzlich Schutz, sie darf nie mehr alleine mit dem Bruder gelassen werden. Dafür müsst ihr sorgen, Betreuung so organisieren, dass ein Erwachsener aufmerksam sein kann. Ich würde da zB eher die Kinder länger betreuen lassen um den Haushalt in Ruhe zu erledigen um dann einen freien Kopf zu haben. Lasse dich da dringend beraten, den Sohn abgeben würde ich nur, wenn ein Psychologe nach vielen Sitzungen keine "Hoffnung" auf Besserung sieht, ansonsten macht man da viel kaputt.

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Dir sollte klar sein, dass du jetzt noch handeln kannst. Die Tat ist zwar geschehen, aber dein Sohn ist noch 11. Überleg dir, was passiert, wenn er sich in 4-5 Jahren oder später ein anderes Kind schnappt. Nicht, dass er dann strafmündig ist, sondern auch schon viel älter. Er sollte früher Hilfe bekommen. Je früher, desto wirksamer die Therapie.
Jetzt kann man, auch zum Schutze deines Sohnes, noch Weichen stellen.
Ihn vermeintlich in Schutz zu nehmen und sich nicht beim JA zu melden, ist der völlig falsche Ansatz. Das fliegt dir später um die Ohren.

Ob eine Inobhutnahme notwendig ist- keine Ahnung. Mag ich nicht beurteilen. Allerdings geschieht das wirklich selten.
Wichtig ist, dass sich ausgebildete Menschen um die beiden Kinder kümmern und mit ihnen sprechen. Du selbst solltest das auf keinen Fall machen.

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oh,das wollte ich unter meinen Beitrag pinnen...

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Ich denke es haben ja fast alle das selbe geschrieben. Ich würde mir aber zuerst Gedanken machen wie es dazu kam, aus dem Nichts heraus macht das kein 11 jähriger, entweder hat er selber massiven Missbrauch hinter sich oder er hat Filme gesehen die definitiv nicht für sein Alter bestimmt sind.
Ich weiss ja nicht wie lange der "Missbrauch" stattfand, war es einmal, geht das schon länger? Ich denke auch von Seiten des Bruders ist das ein Hilferuf den man unbedingt beachten sollte.

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Sorry, aber das ist der dümmste Kommentar den ich seit langem gelesen habe! Bloß weil jemand "Filme schaut, die nicht für sein Alter bestimmt sind", sprich Pornos, wird kein normaler Mensch sexuell übergriffig! Ernsthaft, warst du nie jung und hast dir verbotene Filme angesehen?!

Ich finde es ganz schlimm solche Vorurteile zu verbreiten. Das ist ähnlich wie alle, die Ballerspiele zocken, natürlich später Amok laufen und Menschen töten.

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Also hab ich es richtig verstanden das 11 jähriger sowas also aus Neugier machen 😬😬. Ich denke nicht, entweder muss er es selber erlebt haben oder er muss es irgendwo gesehen haben, ob das nun ein Porno war oder er den Eltern beim Sex zugeschaut hat ist da ja wohl egal.
Klar war ich mal jung und hab mir auch den ein oder anderen Porno angeschaut, allerdings war ich da keine 11 Jahre alt, in dem Alter habe ich mich null für sowas interessiert. Ich persönlich finde es bei einem so jungen Kind nicht normal und ich empfinde es als Hilferuf des Jungen.

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