Wer hat sich bewusst gegen weitere Kinder entschieden, trotz dass der Wunsch da war?

Guten Abend,

mich würde mal interessieren, wer seinem Kinderwunsch nicht nachgegangen ist.
Ich meine jetzt nicht die Paare, wo es nicht geklappt hat. Sondern wirklich, der Wunsch war da, aber man hat sich bewusst dagegen entscheiden.
Um das wievielte Kind hat sich die Entscheidung gehandelt?
Was wären die Gründe?
Der Partner wollte nicht? Die Finanzen haben nicht gestimmt? Es war kein Platz mehr da?
Hat das Alter eine Rolle gespielt?
Waren diese Gründe eher emotional oder rational?
Was hätte passieren müssen, damit ihr euch FÜR ein weiteres Kind entschieden hättet?

Wie geht es euch heute mit dieser Entscheidung? Habt ihr sie bereut? Seid ihr im Nachhinein froh, euch letzten Endes doch gegen das Kind entschieden zu haben?
Hättet ihr mit dem heutigen Wissen euch doch FÜR das Kind entschieden?

Vielen Dank für eure Antworten!

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Hallo, ich habe 3 Kinder, davon sind 2 von meinem Mann. Der große hat einen anderen Vater. Wir sind finanziell gut aufgestellt und von diesem Gesichtspunkt her würde nichts gegen ein weiteres Kind sprechen. Ich habe mich gegen ein weiteres Kind entschieden weil wir einfach jetzt mit 3 Kindern und 2 Vollzeitjobs völlig ausgelastet sind. Wenn die Kinder am Ende des Tages versorgt sind, ich rede von Liebe, Aufmerksamkeit, Zuwendung, Essen, sauberer Kleidung, geputzte Wohnung ect, dann ist der Tag rum. Einen weiteren für mich sehr wichtigen Grund gibt es noch. Meine Kinder sind alle gesund und munter. Ich möchte an dieser Stelle mein Schicksal nicht herausfordern.

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Wir haben uns gegen Kind 2 entschieden. Die Gründe waren vielfältig:

- Nr 1 kam unerwartet schnell, wir kannten uns kaum und hatten unsere Beziehung noch nicht getestet. Wir sind nach 14 Jahren immer noch zusammen, aber ich wollte weder einen großen Abstand noch alleinerziehend mit 2 Kindern sein

- kein familiärer Anschluss in der Nähe, welcher uns bei der Betreuung entlasten hätte können. Was im Hinblick auf Schichtarbeit/Kindkrank/Ferien oft eine Herausforderung war. Wir hatten zu tun das eine Kind unterbringen zu können

- die finanzielle Situation. Wir sind beide in normalen Berufen, verdienen gut aber nicht übermäßig. Mit einem weiteren Kind wäre es phasenweise schwierig geworden, bzw hätten wir uns einschränken müssen.

- Krankheit: Ich hatte kurz nach der Geburt einen Autounfall und war jahrelang gesundheitlich eingeschränkt. Die Genesung hatte fast 4 Jahre gedauert. Danach war ich froh, dass unser Leben wieder "normal" war, ohne Therapie und Dauerschmerzen und ich mein Kind wieder selbst versorgen konnte.

Als unser Sohn 5 Jahre alt war, haben wir kurz überlegt noch eines zu bekommen, aber es sprach zuviel dagegen als dafür. Das hat sich bis heute auch nicht geändert.

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Hallo,

da schließe ich mich mal an. Ich hätte so einen ähnlichen Beitrag verfasst.
Kind 1 ist zweieinhalb, Kind 2 jetzt zweieinhalb Monate. Für zwei Kinder passt alles, Wohnung, Auto (würde ohne Probleme auch für 3 gehen), Job passt bei beiden (normal ohne zu große Sprünge, auch mit Corona alles machbar), Unterstützung durch die Familie ist angebotenerweise da.
Mein Mann ist eher bei zwei Kindern und da gibt's auch keinen Kompromiss. Überreden geht nicht finde ich.
Alle meine Freundinnen und Bekannte mit denen ich über das Thema gesprochen habe waren deutlich. Nach Kind 1,2,3 oder in zwei Fällen 4 war ganz klar das Gefühl : Das wars. Fertig.

Ich habe dieses Gefühl nicht und es frustriert mich, denn es kostet Kraft. Ich habe den Eindruck wir sind so nicht vollständig. Das wäre der Teil an dem ich mich einklinken will beim Mitlesen hier.
Ich frage mich nämlich woher mein starker Wunsch kommt. Ich bin gespannt was andere so erzählen über ihre Entscheidung.

Liebe Grüße!

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das hätte auch ich schreiben können... wir haben eine 5 jährige und einen knapp 2 jährigen.
Ich wollte eigentlich immer drei Kinder. Bin nun allerdings schon 40. Wir arbeiten beide in der Hotellerie, alleine das ist im Moment schon hart.
Das es mindestens 2 werden sollen war immer klar. Auch bei meinem Mann. Nach der zweiten Geburt habe ich immer gesagt das es kein drittes geben wird. Finanziell, Platztechnisch, von der Arbeit her und vor allem von der Kraft. Ich leide seit der Geburt unter Depressionen und bin auch in Behandlung. Phasenweise geht es gut, phasenweise aber auch nicht. Der Kurze ist ein vielfaches von seiner Schwester, die war sehr einfach in der Erziehung... nun denn, ich denke nun immer öfter daran das mir irgendwie doch noch etwas fehlt um die Familie komplett zu machen und ich erwische mich vermehrt beim Kinderwagen gucken auf de Straße. Aber mein Mann sagt, selbst wenn wir im Lotto gewinnen gibt es kein drittes Kind ;-) und er hat recht damit... wir haben zwei Gesunde Kinder und wir wollen das Schicksal nicht nochmal herausfordern. Da muss ich Kopf über Herz setzen.

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Der Kopf sagt bei mir klar, dass wir so beiden und uns gerecht werden können, obwohl wir dann zwischendurch vermutlich als Eltern zurück stehen müssen. Bei dreien wird es später so eng, dass es eine Überlegung wert ist, ob wir das wollen. Kinder studieren ja vielleicht, brauchen Unterstützung für XYZ...
Es würde aber gehen. Ich hinterfrage bei mir, ob mir unbewusst ein Baby die Nähe gibt, die mir vielleicht fehlt. Oder wegen unaufgearbeiteten Sachen aus der Kindheit oder oder oder. Also warum der Wunsch so stark ist obwohl alles gerade eigentlich so perfekt ist.

Ich kann dich verstehen. Und ich finde es gut dass du deine Päckchen aufarbeitest! Da hab ich mir mittlerweile auch einen Termin gemacht. Nicht nur wegen dem Kinderwunsch, aber auch. Und ich drücke dir die Daumen, dass die Phase bald wieder vorbei geht :) manchmal haben die Männer eben auch Recht :)

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Hallo ja weil wir für ein drittes Kind mit 44 und 45 einfach zu alt sind und das körperlich und schlafentzugtechnisch nicht nochmals packen. Wären wir zehn Jahre jünger hätten wir anders entschieden.

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Wir haben zwei Kinder. Eine zweijährige und einen siebenjährigen. Ich hätte ganz gerne eine 3te Schwangerschaft und ein 3tes Kind, aber ich weiß, dass ich das Kräftemäßig niemals schaffen werde und deswegen werde ich kein 3tes kind kriegen. Wenn ich tatsächlich die nächsten Jahre gar nicht oder nur sehr sehr wenig arbeiten müsste, würde ich vielleicht anders entscheiden. Aber wir sind auf mein Gehalt (86% Teilzeit als Lehrerin) angewiesen. Wir haben unseren großen Sohn Ende des Studiums mit Mitte 20 bekommen, im Anschluss gab es sehr anstrengende Jahre mit Referendariat, erste Schritte ins Berufsleben und nebenher Hauskauf und Haussanierung und dann auch wieder die Schwangerschaft vom zweiten Kind und das erste Babyjahr. Jetzt arbeite ich seit einem Jahr wieder und ich muss schon sagen, dass ich es momentan sehr anstrengend finde und ich mich sehr stark nach Zeit für mich und meine Bedürfnisse sehne, so sehr ich meine Kinder auch liebe. Aber der Wunsch nach mehr Freiheit und Eigenständigkeit ist größer als der Wunsch nach einem weiteren Kind. Klar, wenn ich Familien mit 3 Kindern sehe oder schwangere Frauen, dann komme ich schon ins schwärmen. Aber dann stelle ich mir den Alltag mit drei Kindern vor und weiß, dass ich darauf tatsächlich keine Lust habe. Das muss ich mir eingestehen. Dann ist die Sehnsucht schnell weg. Deswegen wird es kein drittes Kind geben. Meinem Partner geht es übrigens genauso.

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Ich wollte immer mindest 2 Kinder.
Jetzt habe ich einen Sohn und mich gegen weitere Kinder entschieden.
Es ist mir zu riskant. Hatte eine schlimme Schwangerschaft. Mit gestationsdiabetes und einer schweren präeklampsie, knapp am hellp vorbei. Mein Sohn viel zu früh geholt und lange auf der intensiv.
Mir ging es viele Monate wirklich schlecht.
Ich möchte meine jetzige Gesundheit und Energie vollends in meinen Sohn investieren. Und nicht das Risiko eingehen , das alles erneut durchmachen zu müssen. Immer mit der Angst im Nacken mein bany und ich könnten versterben.

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Hallo, unsere Gründe warum wir uns wahrscheinlich gegen weiteren Nachwuchs entscheiden werden sind ähnlich. Die erste SS mit Drillingen war eine Anreihung von Komplikationen, alle haben es nicht geschafft, obwohl 2 es in der 27. SSW lebend auf die Welt geschafft haben und bis zu 5 Monaten tapfer gekämpft haben. Danach folgte noch eine FG und 2 negative Transfere, bevor ich mit unserer 4. Tochter schwanger wurde. Auch sie kam zu früh in der 35 SSW zur Welt, allerdings kerngesund. Wir genießen die Zeit mit Kind nun umso mehr und wünschen uns eigentlich noch ein zweites Kind. Doch die Angst, dass das nächste Kind wieder ein Extremfrühchen werden könnte, dass halt Beeinträchtigungen zurückhalten könnte ist zu groß, da ich mich mit Kleinkind an der Hand auch nicht mehr so schonen könnte.

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Wir haben uns gegen ein zweites Kind entschieden. Verrückt daran ist, dass in meiner Familie immer negativ über Einzelkinder gesprochen wurde und ich Vorurteile hatte. Warum Leute nur ein Kind haben, konnte ich nie nachvollziehen, bis ich selbst in der Situation war.

Unsere Gründe:
- Unsere Beziehung war nach der Geburt sehr instabil. Wir haben Angst, dass sich das wiederholt (viel Streit, temporäre Trennung), zumal ein zweites Kind ja eine noch höhere Belastung ist. Wir wollen unsere inzwischen wieder glückliche Beziehung nicht riskieren.
- Mein Mann bringt sich sehr wenig ein. Manchmal spielt er mit unserem Sohn, übernimmt aber keinerlei Verantwortung. Ich habe ihn zwei mal gebeten, unser Kind von der Kita abzuholen. Einmal hat er es vergessen und einmal kam er viel zu spät, so dass ich von der Erzieherin auf dem Handy angerufen wurde. Er hat keine Ahnung, wie die Kinderärztin heißt oder wo die Physiotherapie stattfindet.
- Unser Sohn war ein Frühchen mit Anpassungsschwierigkeiten. Ich weiß nicht, ob ich das noch mal aushalte.
- Wir arbeiten gerne. Ich mache gerade eine Fortbildung, nach der ich mich selbstständig machen will. Als das zweite Kind noch Thema war (denn rein emotional könnten wir es uns schon vorstellen), hat mein Mann aber direkt klargestellt, dass er nicht bereit wäre, den Großteil der Elternzeit zu nehmen.

Inzwischen haben wir mit dem Thema abgeschlossen und sind glücklich mit unserer kleinen Familie. Nur wenn ich Schwangere oder Babykleidung sehe, werde ich wehmütig, rufe mir dann aber die Gründe gegen ein zweites Kind ins Gedächtnis.

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Ich finde dich sehr vernünftig.

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Danke. Es spricht einfach zu viel dagegen.

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Also wir wollten immer 2-3 aber durch die Frühgeburt hat unser Kleiner einfach Baustellen deren Folgen im Schulalter nicht abzuschätzen sind, dazu kommt die Gefahr dass es wieder passiert, und dann monatelang ein Kind zu Hause und eines im Krankenhaus ist etwas wovor ich zu viel Angst habe, auch davor dass dann alles nicht so gut ausgehen könnte. Also haben wir uns gegen ein weiteres Kind entschieden, obwohl ich doch immer wieder schwanke.

Ich verbiete mir einfach diese Nachdenkerei was hätte sein müssen oder was hätte sein können. Triff ne Entscheidung und steht dazu ist mein Lebensmotto. Wir richten uns jetzt eben ein, und wir tragen eben unseren Teil zum "sozialen Netz" bei das hier immer "gefordert wird. Wir nehmen ein Kind zb immer mit zum Reiten weil deren Mutter es zeitlich nicht schaffen würde, sie kommt dann nach dem Reiten mit zu uns uns wird später abgeholt. An einem anderen Wochentag kommt eine andere Freundinnen regelmäßig vorbei weil da deren Eltern einen Engpass haben ... wir nehmen Freunde mit in den Freizeitpark etc. So haben wir hier quasi "Patchwork" mit Nachbarn und Freunden, ich hab immer wieder das Grossfamilienfeeling und doch wenn ich meine Ruhe haben will ne bequeme Einkindfamilie :-) Wenn man es sich passend einrichtet muss man nix bereuen, egal wie.

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Wir haben eine 2 jährige, wundervolle Tochter❤️ Manchmal ertappe ich mich auch bei dem Gedanken, dass wir es später vielleicht doch bereuen könnten, kein Zweites bekommen zu haben. Oder oft tut es mir ihr gegenüber leid, dass wir ihr etwas verwehren, dass wir hatten (mein Mann hat einen Bruder, ich habe zwei Schwestern).

Ich sag’s aber ganz ehrlich: Mein Mann und ich haben eine viel kürzere Zündschnur als andere Eltern. Wir sind nicht so geduldig.

Ich genieße die viele Zeit, die ich weiterhin nur für mich habe. Ich war schon immer ein Mensch, der gerne auch mal alleine ist.

Familiär sind wir super aufgestellt. Trotzdem finde ich, dass man ein Kind besser unterbringen kann als zwei. Unsere Eltern bleiben ja nicht für immer so fit und werden irgend wann älter.

Dann habe ich Angst, dass ein zweites Kind unseren tollen Rhythmus durcheinander bringt😅 Unsere Tochter hat von Geburt an durchgeschlafen. Ich glaube nicht, dass man dieses Glück zwei mal hat🙈😅

Finanziell wäre es okay, aber ich habe Verwandtschaft auf den Philippinen und in den USA. Da macht es schon einen Unterschied ob man einen 800 Euro Flug mehr oder weniger zahlen muss.


Liebe Grüße 🌸

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