Ich weiß nicht mehr weiter

Hallo zusammen,

es geht um meine 11 Monate alte Tochter. Sie ist mein 4. Kind.

Durch diese Corona Phase hat sich meine Tochter zu Hause ihr eigenes Reich aufgebaut. Niemand darf sie anfassen, tragen manchmal sogar anlächeln. Natürlich kommt es hinzu, dass sie fremdelt. Es gibt nur sie und mich.

Ich hab das Glück das beide Elternteile bei uns in der Nähe wohnen und uns unterstützen wollen.

Sie ist super anhänglich und lässt sich nicht von Papa das Essen geben oder schlafen legen. Diese Situation macht mich allmählich innerlich kaputt. Ich kenne das von meinen anderen Kindern gar nicht. Ich weiss dass jedes Kind anders ist. Aber obwohl sie die 4. ist, muss ich sagen, dass sie all meine Kraft ausschöpft und dies mich richtig runterzieht. Ich fühle mich wie in einem Teufelskreis.

Wir haben es heute mit meiner Mama versucht, dass sie die Kleine mit dem kiwa rausbringt. Nach 30 min musste ich sie abholen, da sie vom weinen durchgeschwitzt war. Meine Mutter kann sich das auch nicht erklären und sagt, dass sie verwöhnt ist😅


Kennt jemand diese Situation?
Ich kann einfach nicht mehr.


LG

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Kannst Du mal bitte erklären, inwieweit da Corona Dein Kind beeinflusst hat?

Ansonsten kann ich nur sagen, dass jedes Kind eben anders ist und das Verhalten auch nur bedingt was mit Erziehung zu tun hat, vor allem bei einem so kleinen Kind.

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Was hat denn Corona damit zu tun?

Meine Tochter war auch ohne Corona so, na und? Wir haben sie zu nichts gedrängt und jetzt ist sie ein fast 8 jähriges aufgeschlossenes Schulkind mit vielen Freunden und klammert überhaupt nicht mehr.

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Was giftest du denn so rum?
Wieviele Kinder hast du?

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Und welche Laus ist dir über die Leber gelaufen?

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Liebe TE,

das würde ich mal für längere Zeit beobachten. Ich kann dir nicht sagen was das ist. Ist sie denn bei den U-Untersuchungen normal entwickelt?

Mein Jüngster driftete ab dem 18. Lebensmonat auch so langsam in seine eigene Welt. Er ließ sich zwar auch von meinem Mann anfassen, hatte aber manchmal das Gefühl er kuckte einfach durch uns durch. Allerdings war unser Sohn massive entwicklungsverzögert. Mit 6 Jahren bekam er die Diagnose frühkindlichen Autismus.

Sollte es noch länger bei deinem Kind andauern würde ich mich an ein Soziapädiatrie Zentrum wenden, um ggf. weitere Untersuchungen durch zuführen.

LG Hinzwife

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Hi du,

ich fühle mit dir. Der Text hätte original von mir kommen können 🤣. Meine Maus ist 10 Monate alt. Die ersten 3/4 Monate konnte sie jeder auf dem Arm nehmen (meine erste Tochter war das genaue Gegenteil). Dann kam Corona. Keine Krabbelgruppe, keine Freunde, wenig Familie. Jetzt ist es eine komplette Katastrophe. Der Papa und ihre Schwester sind kein Problem. Aber alle anderen.... Zu Hause ist sie ein ganz anderes Kind. Sie beschäftigt sich viel selbst, schläft fast die ganze Zeit alleine in ihrem Bett und ich muss sie kaum tragen. Ich glaube manche Babys sind einfach so. Sie brauchen Mamas Nähe. Ich kenne auch Babys die während Corona "isoliert" waren und jetzt gar keine Probleme mit anderen Menschen haben. Weißt du, bei uns ist die Familienplanung abgeschlossen und irgendwie genieße ich auch gerade die Nähe. Irgendwie ist es für mich auch ein "Abschied" von der Babyzeit. Hört sich jetzt was emotional an :-).
Ich weiß aber was du meinst. Es ist halt auch anstrengend. So richtig "entspannen" kann man woanders dann nicht. Es wird bestimmt bald besser.

Alles Gute für euch

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Meine beiden Großen haben mit 10/11 Monaten auch gefremdelt. Großeltern, Krabbelgruppe und Freunde, die sie immer regelmäßig gesehen haben, wurden angeschrieen und danach zur Mama oder Papa gekrabbelt.
Das hat ein paar Wochen gedauert. Corona gab es da noch nicht!
Mein Jüngster hat auch gefremdelt, mittlerweile dürfen Oma und Opa ihn auch mal ansprechen und kurz tragen. Ich glaube, dass das eine normale Entwicklung ist und man nicht alles auf Corona schieben kann.

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ich denke, dass ganz klitzekleine schritte wichtig sein. deine tochter hängt sehr an dir, das ist doch in dem alter auch völlig okay. wenn jemand anders kleine aufgaben mit ihr übernehmen soll, dann nicht gleich eine halbe stunde am stück rausgehen. am besten kommt die oma vorbei und spielt mit ihr, während du in der wohnung bist und sie sich sicher fühlt. wenn ihr das ein paar wochen gemacht habt, gehst du mal in einen anderen raum und schließt kurz die tür, dann länger, ...
und erst wenn das problemlos klappt, sollte die oma die kleine alleine mitnehmen. genauso mit dem papa, wenn er bisher nicht viel der arbeit mit der kleinen übernommen hat, ist es ja genau das gleiche.

sie kennt es nur, dass du das machst und muss erst ganz behutsam und langsam lernen, dass es auch schön ist, wenn das eine andere vertrauensperson macht :-)

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Ja, das kenne ich.
Meine hat später gefremdelt als andere, aber auch heftig. Ich durfte nicht außer Sichtweite. Das ging einige Monate. Danach löste sie sich von selbst von mir und war wieder wie ausgewechselt.

Vor und nach der Fremdelphase war ich abgeschrieben. Trotz/gerade weil alleinerziehend. Mama hab ich immer, die ist sowieso da. Besuch ist toller.

Während der Fremdelphase hieß es, es sei meine Schuld. Alleinerziehend, verwöhnen, sonstiges.
Der Schritt sich zu lösen kam über Nacht. Von einem Tag zum anderen.


Freunde mit beiden Elternteilen, beide Elternzeit, beide voll für's Kind da, kennen es auch.
Von einem Tag zum anderen nur ein Elternteil. Einige Wochen Phase. Danach wieder ok.

Einige meinten, es sei bei den Jüngsten intensiver, weil sie Mama am meisten teilen müssten. Da sei immer jemand irgendwie noch da.
Andere meinten es wäre nur bei den Älteren, da diese den Sonderstatus hätten und deswegen verwöhnt seien.


Wenn es für DICH ans Limit geht, ist der Zeitpunkt da, zu überlegen (auch mit dem Bauch), welche Veränderung
- was bringt
- unnötigen Stress bringt
- was dir gut tut / wo du voll dahinterstehen kannst
- was dich zusätzlich stresst

Die Frage ist nicht, was die anderen anders gemacht haben (deine Kinder/ andere Eltern), sondern was du brauchst, wo deine Grenzen sind und FÜHLEN wie es weiter gehen könnte.

Inzwischen sind alle genannten in der Pubertät. Fremdeln lange vor Corona ;-)
Bei manchen gibt es Parallelen in der Pubertät, bei anderen gar nicht. ;-)

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Das hört sich sehr nach meiner zweiten Tochter an. Zum Glück war, sie die zweite und nicht erste, denn sonst wäre ich überzeugt davon, dass es Erziehung / Verwöhnung gewesen wäre. Ich bin aber bei Nummer 2 genau davon ausgegangen, dass ich sie als Baby ab und an beim Papa lassen kann und ab 10/11 Monaten "regelmäßig" mal für ein zwei Stunden bei den jeweiligen Omas. Genauso war das nämlich bei meiner ersten Tochter gewesen. Tja, meine Nummer 2 war da leider anderer Meinung. Das erste Mal wirklich abgeben konnte ich sie mit einem Jahr bei meiner Mutter. Komischerweise übergab sie sich da, ich dachte meine Mutter hätte es etwas übertrieben mit dem essen. Beim nächsten Mal abgeben, das gleiche, sie erbrach wieder. Diesmal war meiner Mutter aber klar, das es vom weinen kam. Mit dem
Wissen, und sie fing danach jedesmal an zu weinen, wenn sie meine Mutter nur sah, behielt ich sie ein weiteres Jahr komplett bei mir. Natürlich hatte sie soziale Kontakte, als zweites Kind mit älterer schwer auch viele, aber ich war immer dabei. Bei meinem Mann konnte ich unsere Tochter ab ca 1 Jahr lassen aber nie länger als 2 Stunden und nur tagsüber. Es wurde immer besser und als sie 2 wurde machte es "klick" und seitdem kann ich sie bei beiden Omas lassen, komplett ohne Probleme. Sie hat einfach diese Zeit gebraucht und ich denke weil wir ihr diese Zeit gegeben haben, ist sie jetzt ein mad dass gerne woanders bleibt. Die either in den Kindergarten war mit 3, über kein Problem und sie hat sich auch getraut mit 3,5 auf dem Kindergeburtstag einer Freundin die 6 wurde zu bleiben, ohne mich. Für mich war die erste Zeit auch anstrengend, besonders wenn man es ja schon anders kennt. Aber zumindest in unserem Fall, musste man unserer Tochter wirklich das Zugeständnis dieser Zeit geben. LG

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Ich weiß nicht, was Corona damit zu tun hat. Man konnte doch jederzeit draußen einen Spaziergang machen und auf Entfernung mit anderen Menschen quatschen.

Hat der Papa sich vorher auch regelmäßig um sein Kind gekümmert? Das macht mich stutzig, dass Dein Kind sooo Mama anhänglich ist. Was passiert, wenn Du weg bist und etwas mit Deinen anderen drei Kindern unternimmst und der Papa kümmert sich um das 4. Kind?

Darfst Du Dein Kind anlächeln, anfassen und tragen?

Schreibe Deine Beobachtungen auf. Bald ist eine U Untersuchung und Du kannst Deinen Arzt befragen. Vielleicht legt sich diese Art des Fremdelns. Mit 11 Monaten ist das Fremden normal.

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Ich kann erstmal auch nix ungewöhnliches sehen und würde es auch nicht soooo stark mit Corona in Verbindung bringen.

Motte (16,5 Monate) hat seit Geburt immer wieder so Phasen (grade ist auch eine). Bessert es sich über Monate nicht, würde ich es genauer untersuchen lassen. 😊

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