Nur am Wochenende zu Hause

Ich arbeite seit 2 Jahren im Vertrieb, bin die ganze Woche weg.
Meine Kinder sind 18, 16 und 11.
Sie sind in der Woche bei ihrem Vater und an den Wochenenden zumindest die Jüngste regelmäßig bei mir.
Die Große zieht im September mit ihrem Freund zusammen und war auch im letzten Jahr am Wochenende immer bei ihm und nicht mehr bei mir.
Sie wird dann auch 100 km weiter weg wohnen
Beim Mittleren ist es so, dass er lieber beim Vater ist und am Wochenende ständig mit Freunden unterwegs ist, auch er hat seit 1 Jahr eine Freundin.
Die Jüngste kommt noch regelmäßig.
Mein derzeitiger Lebensgefährte und ich leben zusammen, ihn sehe ich dann auch nur an den Wochenenden.
Sein Sohn ist 19 und kommt ab und an zum Essen vorbei.
Mein Partner findet es dauerhaft nicht gut, dass ich nur am Wochenende zu Hause bin.
Die Kleine würde gerne wieder zum Wechselmodell auf Wochenbasis zurück.
Aber ...ich verdiene gut, die Kinder kosten und ich bin finanziell verantwortlich.
Auch die beiden Großen gehen ja noch zur Schule, der Mittlere fängt nächstes Jahr seine Lehre an, aber die Große möchte ab nächstem Herbst studieren.
Wie sind eure Erfahrungen, geht so eine Wochenendbeziehung gut?
Warum seid ihr damit einverstanden, dass euer Partner die Woche über weg ist, möchtet ihr das auch gerne ändern?
Was hat euch bewogen, es zu akzeptieren?
Und bei denen mit Kindern....wie gehen die damit um, gerade auch ältere Kinder, die ja oft die Entscheidungen der Eltern hinterfragen.
Was hat euch geholfen, dass die Abwesenheit nicht zum Scheitern der Beziehung führt?
Im Moment fühle ich mich etwas in die Enge getrieben.

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Ich denke das hängt vom Partner ab.
Für manche ist eine WE-Beziehung ideal. Für manche eine Qual.
Vielleicht ist dein Partner nicht dafür gemacht.

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Ja, ich kann mir vorstellen, das du dich in die Ecke gedrängt fühlst. Aber alleine wegen eurer Konstellation, die es irgendwie komplizierter macht, finde ich.
Dein Partner hat dich doch so kennengelernt, oder nicht? Dann kann er es zwar nicht gut finden und muß für sich entscheiden, ob er es weiter leben will oder nicht. Mehr Bedeutung hätte das für mich nicht. Einzig die jüngste Tochter würde bei mir Gehör finden, merke ich das sie sehr leiden würde, dann würde ich es vielleicht ändern.

"Warum seid ihr damit einverstanden, dass euer Partner die Woche über weg ist, möchtet ihr das auch gerne ändern?"
Weil ich noch nie in Symbiose mit meinem Partner (hier Ehemann) gelebt habe, wir gehören uns nicht und brauchen uns nicht ständig. Nein, ich möchte daran nichts ändern, warum auch? Mein Mann kommt jedes Wochenende nach Hause, ist doch super. Solange ich vorher weiß, wann ich ihn wieder sehe, ist das für mich völlig okay.

"Und bei denen mit Kindern....wie gehen die damit um, gerade auch ältere Kinder, die ja oft die Entscheidungen der Eltern hinterfragen." Hm, ist 8 Jahre schon älter#gruebel, egal...für sie ist es okay, vorher war ja auch nicht mehr Zeit für sie da. Sie hat sogar gemerkt, das wir Eltern seit dem wesentlich entspannter sind. Also sie kennt klar den Unterschied und bevorzugt klar die aktuelle Variante.

"Was hat euch geholfen, dass die Abwesenheit nicht zum Scheitern der Beziehung führt?"
Genau diese Abwesenheit hat unsere Ehe gerettet, die Distanz hat uns wieder näher zusammengebracht. Das muß kein Außenstehender nachvollziehen können.

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Unser Kind ist auch 11. Mein Mann arbeitet Schichten, auch Nacht, so dass wir uns teilweise nicht mal mehr die Klinke in die Hand reichen. Hat man sich dran gewöhnt, auch unsere Tochter. Irgendwer ist immer irgendwie für sie verfügbar, von daher ist das kein Problem und wir haben als Paar für uns einen festen datetag ausgemacht. Das funktioniert gut.
Aber es ist eben nicht jeder dafür gemacht.
Wenn es deinen Partner stört und das schon immer so war, würde ich ihn tatsächlich vor die Wahl stellen, leb damit oder nicht. Du wusstest es ja vorher.

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Wir kennen uns seit 6 Jahren .
D.h die ersten Jahre war es anders, aber da waren meine Kinder auch noch jünger und es gab kaum Zweisamkeit.

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Hm... Das ist dann natürlich was anderes, wenn er es so nicht kennt. War es aber so abgesprochen? Oder hatte ich er kein Mitspracherecht?
Worum geht es ihm konkret, die Kinder oder Zweisamkeit? Fakt ist, die finanzielle Verpflichtung ist da. Dem Kind zuliebe könnte es ja auch jedes we kommen... Nur dann hat dein Mann ja auch wieder ein Problem, weil für ihn nichts mehr über ist an Zeit... Dann vielleicht zwei wes Kind, ein we ihr beide? Oder eben wirklich langfristig einen anderen job

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Ich kann dir jetzt zwar keine tipps geben aber menschen sind einfach verschieden manchen macht das nichts aus, und für andere ist es eine qual.
Also für mich käme das niemals in frage und so würde ich keine beziehung oder ehe führen wollen egal ob er nur am we da ist oder ich.
Da würde ich auf das zusätzliche geld verzichten. Geld ist nicht alles und meistens verzichten die kinder gerne nur damit die eltern mehr daheim sind. So ging es uns als wir noch kinder waren.
Und seien wir mal ehrlich nur die wenigstens beziehungen überleben das, wir wären da beide todunglücklich.
Also ich kann deinen partner da sehr gut verstehen, vorallem wenn es vorher anders war. Es könnte funktionieren wenn man es nie anders gewohnt warz aber auch da kommt meistens itgendwann der wunsch auf sich jeden tag zu sehen.

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Meine Motte ist erst 16,5 Monate, in der Hinsicht kann ich nichts sagen.

Mein Papa war aber auch ein „Wochenend-Papa“, da er unter der Woche selten daheim war (im Außendienst tätig). Meine Eltern sind allerdings immer noch zusammen. Mir hat es nie etwas ausgemacht. Seine Kinder aus 1. ehe waren aber ab der Pubertät auch nur noch selten da, da sie 130km entfernt wohnen und halt lieber mit Freunden unterwegs waren. Sie haben zwar alle ein gutes Verhältnis zu meinem Papa (auch wir Halbgeschwister), aber eben nicht sehr tief und innig. Ich denke, das ist der Preis, den mein Papa bezahlen musste 🤷‍♀️

Nun sind deine Kinder ja schon größer. Also habt ihr ja eine innigere Beziehung und bald leben eh alle ihr eigenes Leben, daher denke ich, dass das nicht so das Problem sein sollte. Ich kann aber den Wunsch deiner Kleinen schon verstehen, aber da musst du entscheiden, ob du deinen Job aufgibst oder ihr eine andere Lösung findet.

Beim Partner: mein Mann war eine Zeitlang oft und viel auf Montage. Ich bin froh, dass das nicht mehr so ist, hätte es aber akzeptiert, wenn er es gerne gemacht hätte und dauerhaft machen wollen würde. Seit unser Kind da ist, kommt es für uns beide aber eher nicht mehr in Frage. Gäbe es nur uns 2, wäre es definitiv was anderes und ich würde ihm da nichts vorschreiben.

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Es kann einfach sein, dass dein Partner einfach nicht so der Typ für eine Wochenendbeziehung ist. Manche wollen den Alltag mit dem Partner gemeinsam erleben. Dass deine Jüngste bei dir sein will ist logisch, aber natürlich willst du die älteren Kids auch weiterhin ausreichend mit Unterhalt unterstützen.

Wie stellst du dir die Zukunft vor? Willst du die nächsten 5, 10, 15 Jahre nur am Wochenende Zuhause sein. Gibt es überhaupt eine Alternative oder Kompromisse, wie hoch sind die finanziellen Einbußen usw.


Allgemein zum Thema Beziehungen:

Es gibt Menschen, die kein besonderes Nähebedürfnis haben, sie fühlen sich von zu viel Nähe sogar erdrückt. Die kommen mit solchen Beziehungen gut klar.

Ich selber gehöre nicht dazu. Ich hatte eine Wochenendbeziehung, nach 4 Jahren hat es mir gereicht. Ich brauche Nähe und den Alltag mit meinem Partner und es hat mich sehr belastet. Nach besagter Beziehung war die Option auf eine Fern- oder Wochenendbeziehung für mich ein absolutes Ausschlusskriterium für eine Partnerschaft. Mich macht das einfach unglücklich.
Ich kenne aber einige Leute bei denen das gut funktioniert, es ist eben absolute "Typ-Sache".
Mein Mann und ich sind richtige Kletten, die Quarantäne hat uns Null belastet, wir waren froh, dass wir so viel Zeit zusammen verbringen konnten und wir sind seit 10 Jahren glücklich - für andere Paare wäre das ein Albtraum, weil es für manche einfach "zu viel" ist, für uns ist es perfekt

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Meine Eltern waren beide Vollzeit berufstätig. Als ich so 10 Jahre alt war begann mein Vater immer mehr auswärts zu arbeiten (auch Vertrieb). Das erweiterte sich immer mehr ins Ausland und mehrwöchige Abwesenheiten. Bis er dann auch einen zweiten Wohnsitz im Ausland hatte.
Auch meine Mutter fing irgendwann an vermehrt auswärts zu arbeiten (im In- und Ausland). Wir waren also mehr und mehr allein.

Für die Beziehung meiner Eltern war es gut. Ich glaube sie wären heute sonst nicht mehr zusammen. Für uns Kinder war es einerseits super - wer möchte als Teenie nicht gern sein eigener Herr sein? Andererseits war es auch super ernüchternd und das Verhältnis zu meinen Eltern viele Jahre angespannt. Dass es heut besser läuft war harte Arbeit.

Ich selber habe eine Wochenendbeziehung über 5 Jahre (Anfang bis Mitte 30) geführt. Ich würde es heute nicht wieder tun. Mir ist ein Alltag mit meinem Partner viel zu wichtig.

Es ist einfach nicht jeder dafür gemacht.

Dein Partner und dein Kind signalisieren dir klar, dass sie mit der aktuellen Situation nicht glücklich sind. Ich glaube nicht dass es mittelfristig gut gehen wird weil einfach mindestens zwei Parteien unglücklich sind und Konsequenzen (welcher Art auch immer) ziehen werden. Eure Konstellation kann nur gut gehen wenn alle Beteiligten sich sicher und wohl fühlen. Das scheint aber leider nicht der Fall zu sein.

Natürlich bist (auch) du finanziell für deine Kinder verantwortlich. Und es ist super dass du dich da so engagierst. Aber

wie groß ist der finanzielle Verlust wenn du einen anderen Job annimmst?

(nur am Rande: Vertrieb ist so ein weites Gebiet und umfasst so viele Branchen, Ausbildungen und berufliche Anforderungen, da finde ich ohne Details eine Einschätzung sehr schwierig
ich selber bin Vertriebsingenieurin ohne Reisetätigkeit und verdiene sehr gut; eine Bekannte ist Außendienstmitarbeiterin in einer komplett anderen Branche mit einer anderen Ausbildung aber mit hoher Reisetätigkeit und verdient etwa die Hälfte 🤷🏻‍♀️)

wie weit sind Pläne wie Studium nur von deinem Unterhalt abhängig? Wie steht der Vater der Kinder finanziell da?

welche beruflichen Ziele sind dir wichtig; macht dich dein Job glücklich; könntest du dir etwas anderes vorstellen?

welche privaten Ziele sind dir wichtig?

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Der Vater meiner Kinder ist aufgrund einer chronologischen Erkrankung seit drei Jahren früh verrentet.
Das reicht nicht um die Kinder mit zu finanzieren .
Mein Sohn verdient ab nächstes Jahr Lehrgeld, was schon mal eine Entlastung ist.
Meine Tochter macht nächstes Jahr Abi , danach wahrscheinlich Studium, steht noch nicht fest.
Ich habe den Job angeboten weil ich schauen muss dass Geld rein kommt.
Es war und ist nicht auf Dauer ausgelegt, wenn die beiden Großen finanziell selbst was beisteuern, wird es einfacher und ich kann auf eine niedrigere Gehaltsstufe zurück.
Mein Partner war damit einverstanden, nur jetzt merkt er, dass es ihm doch schwer fällt.
Ich denke noch 1 oder 2 Jahre, je nachdem was die Große nach der Schule vor hat.
Ich werde mit ihr natürlich auch sprechen, dass sie schauen muss, dass sie selbst Geld verdient weil voll finanzieren kann ich sie nicht.
Da hoffe ich auf Verständnis meines Partners , ich kann die Verantwortung nicht abgeben und muss da jetzt durch und er auch.
Es steht ihm ja frei zu gehen wenn es so eine Qual für ihn ist.
Das will er aber nicht, denn er möchte die Beziehung fort setzen.

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Ja, ich verstehe deine Lage. Und noch einmal - Hut ab dass du dich so engagierst.

Deine Planung klingt logisch und gut durchdacht. Du begrenzt diese anstrengende Zeit und forderst von allen Beteiligten so viel Unterstützung wie möglich.

Vermutlich hast du dies auch so mit deinem Partner besprochen. Das Problem ist natürlich dass man erst merkt ob es funktioniert wenn man es ausprobiert. Gibt es für die begrenzte Zeit wo du das noch machen musst einen Kompromiss den ihr schließen könntet? Kannst du deine Termine so strukturieren dass du vielleicht doch zumindest einen Abend in der Woch zu Hause bist?
Klar, das wäre mega anstrengend und vermutlich noch mehr Fahrerei. Aber vielleicht ist es das wert (und ja auch nur zeitlich begrenzt).

Schwieriger ist es natürlich mit deinem Kind. In dem Alter finde ich es schwierig denn sie verstehen ja schon eine ganze Menge aber begreifen die Situation nicht vollständig. Geld und Unterhalt sind ja eher abstrakte Größen. Kannst du vielleicht einmal im Monat oder so eine Woche von zu Hause arbeiten / (unbezahlten) Urlaub nehmen oder ähnliches? Quasi ein abgespecktes Wechselmodell.

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Nochmal zwecks Klarstellung/Erklärung der Geschichte: Du hast mit deinem Ex 3 Kinder, die beim ihm leben. Du hast seit 6 Jahren einen neuen Partner. Seit 2 Jahren hast du einen Job, der bedingt dass du Mo-Fr nicht zu Hause bist. Das verbliebene Wochenende ist zu kurz um deinen Kindern und deinem Partner genug Aufmerksamkeit zu widmen.

Seit 2 Jahren lebt ihr schon in diesem Zustand? Wie geht es euch denn bisher damit? Überlegst du, ob du dich auf Dauer so zerreißen willst? Ob es nicht Möglichkeiten gäbe, diesen Widerspruch zu lösen?

Ich lebte beruflich bedingt für begrenzte Zeit so. Mein Partner wollte nach 4 Jahren nachziehen. Anfangs freute ich mich trotz der liebevollen, stabilen Beziehung sogar etwas auf die Freiheit und mehr Zeit für mich. Nach einem Jahr war ich genervt, nach einem weiterem Jahr hatten wir die gemeinsame Basis verloren und trennten uns.

Nichts ist es wert, so eine Beziehung führen zu müssen mit der Person die man liebt - zumindest für mich ist es so. Niemals wieder würde ich eine Wochenend-/Fernbeziehung leben.

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