Kontaktabbruch

Wunderschönen Abend an euch alle ,

Ich bin etwas traurig und würde mich über Austausch freuen .

Vor 5 Wochen habe ich den Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen da sehr viele Sachen passiert sind .
Ich habe eine Therapie begonnen und wollte in der Zeit keinen Kontakt da sie mich sonst wieder manipulieren würde .

Sie ist eine Frau die gerne mit mir das Katze Maus spiel spielt . Sie holt mich wenn ich da bin zeigt sie ich bin unerwünscht und wenn man sauer ist dann dreht sie das ganze so das man Ende der böse ist und starke Schuldgefühle hat .

Trotzdem merke ich heute zum Beispiel sehr stark den Schmerz und ich vermisse sie und bin auch richtig traurig ... ich weis aber das ich Abstand brauche da viel Böses passiert ist .

Ich weis damit überhaupt nicht umzugehen gerade ..

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Guten Abend....

Vor etwa 11 Jahren hatte meine Mama den Kontakt zu ihrer Mama abgebrochen. Die ganze Kindheit war geprägt von Ängsten und schuldzuweisungen. Das ging bis ins erwachsenenalter... Eine ihrer Schwestern war das Lieblingskind und das wurde ihr immer vor Augen geführt... Da war noch so viel mehr, aber es geht darum, sie ist diesen Schritt gegangen. Und dennoch hat sie gelitten... Getrauert.... Aber es wurde besser... Sie blühte irgendwann auf, war ein neuer Mensch.
Letztes Jahr hatte sie wieder Kontakt wegen Demenz ihrer Mutter, aber auch hier wurde der Kontakt wieder abgebrochen, weil trotz der Erkrankung, dieses spielchen von vorn begann...
Meine Mutter sagte dann, sie sei nicht traurig, sie hatte auch nicht mehr das Gefühl es sei ihre Mutter... Für sie war sie bereits vor langer Zeit "gestorben"... Sie hatte Getrauert und abgeschlossen....

Diese Gefühle sind normal... Sie ist trotz allem deine Mutter... Nimm dir die Zeit zum Trauern, denn wie bei Liebeskummer ist es ein Prozess... Du wirst schon sehen, es wird leichter mit der Zeit. Halte dir nur immer vor Augen, warum du diesen Schritt gegangen bist... Sie wird sich nicht ändern...

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Hey, mir geht es ähnlich. Nur dass ich mich im Moment noch am abkapseln bin. Ich versteh den Schmerz und die Sehnsucht und weiß wie schwer es ist damit umzugehen.
Mir hilft es mit meinem Mann zu sprechen, der die Probleme und die Vergangenheit kennt und mich unterstützt. Gerade am Anfang hab ich schwer zu kämpfen gehabt, gerade auch was Informationsweitergabe anging...
An solchen Tagen hab ich mich einfach bei meinem Mann verkrochen, hab gefragt ob er mich festhalten kann und hab geweint. Manchmal müssen die Tränen und der Schmerz einfach raus, damit er einen nicht kaputt macht. Klar ändert es nichts, aber manchmal fühlt man sich dann einfach ein bisschen leichter.
Ich habe mir oft vor Augen geführt was ich damit bewirken möchte, was ich ändern will, was mir der Abbruch bringt und welche negativen Dinge ich damit aus meinem Leben verbanne. Vielleicht hilft dir das auch oder du hast jemandem dem du dich anvertrauen kannst, auch außerhalb deiner Therapie, dem du vertraust dass er nichts weiter gibt und dich nicht manipuliert.

Ansonsten kann ich die nur raten durchzuhalten. Allein dass du dir eingestehst dass du Hilfe brauchst und sie dir auch gesucht hast, zeigt dass du auf dem richtigen Weg bist 😊 ich weiß wie hart das sein kann, aber ich wünsche dir viel Mut und Erfolg. Finde für dich heraus wer du sein willst, zu welchen Handlungen und Konsequenzen du stehen willst und kannst und wo deine Grenzen liegen. Triff gesunde Entscheidungen, die dich voran bringen und das Beste aus dir machen. Lass dich dabei nicht von irgendjemandem manipulieren, auch wenn ihnen deine Entscheidungen nicht gefallen. Sie müssen nicht damit leben, sondern du. Sie führen nicht deine Kämpfe oder dein Leben, wie sollen sie für dich entscheiden können?

Viel Kraft und Mut 😘 du schaffst das, auch wenns schwer ist und manchmal nicht so wirkt.

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Hallo. Gerade erst fünf Wochen. Das ist noch ganz frisch und völlig normal das du so fühlst. Mir ging es damals ähnlich. Vor fast acht Jahren habe ich den Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen. Es gab Tage da lag ich auf dem Boden und habe geschrien und geweint vor Sehnsucht, Enttäuschung,Trauer, Wut und die Frage warum sie so ist wie sie ist. Sie hat weiterhin versucht Kontakt zu mir aufzunehmen über meinen Ehemann, ihren Partner und meinen Geschwistern. Es waren teilweise schreckliche Zeiten. Da konnte ich mir noch nicht vorstellen irgendwann mal glücklich zu sein und habe oft an meiner Entscheidung gezweifelt. Heute weiß ich, das ich nur aus Mitleid zu ihr eventuellen Kontakt zugelassen hätte, und bin nun doppelt froh das ich hartnäckig geblieben bin. Mir geht es gut! Ich bin in Therapie, habe meine eigene Familie gegründet und kann mein Leben endlich genießen. Manchmal erwische ich mich dabei, wenn ich an die wenigen guten Zeiten mit ihr zurückdenke. Es sind nur Kleinigkeiten, aber diese bescheren mir mittlerweile ein Lächeln statt ein trauriges Gefühl.

Du wirst diesen Punkt irgendwann überwinden, und kannst dann mit einem halbwegs klaren Kopf/Gefühl entscheiden wie es weitergehen soll. Doch jetzt solltest du nur an dich denken. Du darfst traurig sein! Das gehört dazu und wird dich stärker machen.

Ich wünsche dir alles gute! 🍀🌻

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Hi, ich bin jetzt seit 7 Jahren elternlos. Ich hatte zum ersten Mal 2003 den Kontakt abgebrochen, nachdem meine Mutter 1. überhaupt kein Interesse an ihrem Enkel gezeigt hat und 2. mich mies ausgetrickst hat auf dem 103. Geburtstag meiner Uroma. Ich hielt bis 2005 durch, da wurde mein 2. Sohn geboren und ich dachte im Hormonwahn, dass es meine Eltern diesmal interessieren würde #augen
Weit gefehlt. Es ging "gut" bis 2010, da wurde ich schwer krank und meine Eltern haben meinen Mann und meine inzwischen 3 Kinder in keinster Weise unterstützt. Mein brach dann als erstes den Kontakt ab, ich folgte 2013 nach dem Tod meiner über alles geliebten Oma. Sie hat sich auf der Beerdigung mies benommen, sie wollten mich nicht mitnehmen (kann kein Auto mehr fahren), meine Mutter hat ihre Brüder wegen des Erbes ausgetrickst etc. Da reichte es mir (und den Brüdern auch).
Ich hatte übrigens nicht EINMAL Zoff mit meinem Vater, aber er ist ein armer Mitläufer ohne Rückgrat, der sich hoffnungslos von meiner Mutter vollhetzen lässt, was für ein böser Mensch ich doch bin.
Ich glaube sie haben mittlerweile nur noch zur Schwester meines Vaters Kontakt (von insgesamt 4 Geschwistern) und zu meinem Bruder.
Mir hat damals die Seite www.narzissmus.org (eine Offenbarung!) und das Buch "Vergiftete Kindheit" von Susan Forward geholfen -- und natürlich unzählige Gespräche mit meinem Mann.

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Ich hab auch vor etwas über 17 Jahren den Kontakt zu meinen Eltern abgebrochen, ich will gar nicht wissen was erzählt wird über mich und wie sie die Sachen darstellen. Juckt mich auch gar nicht ich muss mich wegen solcher Menschen auch nicht rechtfertigen!

Zwischen uns liegen aber glücklicherweise auch noch 300km was die Sache eh einfacher macht!!!

Für mich war der Abbruch selbst an sich gar nicht schlimm, das tat mir dann echt nicht weh muss ich sagen. Aber ich bin auch schon mit 18 ausgezogen, da hatte ich ja noch einige Jahre Kontakt ( bin heute über 40). Trotzdem das ich froh gewesen bin draußen zu sein mit 18 war es komisch und ich hatte sie damals auch irgendwie vermisst weil ich das Alleinsein nicht gewohnt war. Danach war das Thema erledigt!

Ela

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