Eigene Eltern, die Unterstützung brauchen

Meine Eltern sind Ende 70 und leben in ihrem Haus, bisher noch selbständig.
Mein Vater ist immer noch fit, meine Mutter hatte einen Schlaganfall, ist dadurch beeinträchtigt (laufen, sehen)
Wir hatten über das Thema früher schon gesprochen, ihr Haus ist viel zu groß, 180qm plus 2000qm Grundstück.
Hilfe durch Gärtner, Putzfrau etc wollen sie nicht.
Machen mir aber Vorwürfe dass ich sie nicht unterstütze.
Ja wie denn?
Ich wohne 600 km weit weg, habe hier meine Familie, arbeite Vollzeit, bin also voll ausgelastet.
Fakt ist, sie können nicht mehr ohne Unterstützung dort wohnen bleiben, wollen aber auch nicht in eine seniorengerechte Wohnung ziehen.
Mich Ärger das, diese nicht vorhandene Einsicht und Beharren dass es so laufen muss wie sie wollen und ich springen soll.
Ich bin da mittlerweile mit meinem Latein am Ende.

2

Warum machen sie dir Vorwürfe? Wie begründen sie das? Warum wollen sie keinen Gärtner, Putzfrau? Sollst du zwei mal die Woche nach der Arbeit noch "schnell rüberfahren"?
Bleib stur dabei, daß sie externe Unterstützung brauchen und lass dir nichts einreden.
Alles Gute!

1

Meine Oma ist in dem Alter in kleinere barrierefreie Wohnung umgezogen. Wir haben für sie eine Reinigungskraft eingestellt und morgens kam ein Pflegedienst.

Das würde sowohl dir als auch deinen Eltern die Situation erleichtern. Leider müssen sie dafür selbst einsichtig werden. Am besten immer wieder das Gespräch suchen.

3

Hallo
Du brauchst dir keine Vorwürfe machen, du machst nichts falsch!
Es ist sicher schwierig, sie umzustimmen.
Lass ihnen noch ein bisschen Zeit und vielleicht sehen sie es dann ein, dass es so nicht mehr geht.

Ich kann dir ein Beispiel nennen:
Mein Opa hat alleine eine Wohnung, kann nicht mehr richtig gehen(man hat sein rechtes Bein bis zur Hälfte abnehmen müssen).
Jeder hat ihm gesagt das es besser ist wenn er in ein Heim geht, da er dort Leute hat die ihm helfen, wenn er ein paar gewisse Sachen nicht alleine erledigen kann usw
Natürlich verstehe ich, dass es zuerst ein Schock ist wenn man sich anhören muss das ein Heim am besten für denjenigen wäre.
Er war eine Zeit lang total dagegen und war richtig wütend auf alle. Er war enttäuscht. Was ich auch verstehe. Aber alle wollten nur helfen

Als die Sache sich beruhigte rief er an und sagte, dass er schon mit dem Heim telefoniert hatte und 1 Woche danach dort ,eingezogen‘ ist.
Mittlerweile ruft er immer an und hat total viel Spaß, und er ist nicht mehr alleine.

Also ich wollte damit nur sagen das man oft gar nichts machen muss und die Sachen sich von alleine regeln.
Oder es braucht ein bisschen Zeit

Ich wünsche euch das alles so funktioniert wie es für alle passt
Schönes Wochenende 🥰

6

*Also ich wollte damit nur sagen das man oft gar nichts machen muss und die Sachen sich von alleine regeln.
Oder es braucht ein bisschen Zeit*
#pro
Ja, so ist es tatsächlich oft.
Man darf sich echt nicht verrückt machen.

4

Liebe TE,

an deiner Stelle würde ich mit deinen Eltern Tacheles reden. Sag Ihnen, dass die Vorwürfe einfach unangebracht sind. Und wenn sie keine Hilfe von außen annehmen wollen bitte, ihr Problem salopp gesagt. Ich habe hier auch eher das Gefühl, die wollen dir indirekt schlechtes Gewissen einreden. Was verlangen sie denn von dir? Du wohnst 600 km weiter weg, bist Vollzeitarbeiten.

Da würde ich ganz klar sagen, sucht euch eine passende behinderten/seniorengerechte Wohnung, ein Haushaltshilfe und Gärtner. Ansonsten stellst du deine Unterstützung bis auf bis auf ein Minimum ein.

Ja ich kenne das von meiner Mutter. Die Senioren können echt stur sein. Bei meiner Mutter war es aber noch etwas anderes. Sie konnte das Haus auch zum Schluss ganz schlecht alleine in Schuss halten wegen ihrem Oberschenkelhalsbruch. Also zog sie von sich aus in eine eigene Wohnung bei meiner Schwester mit im Haus. Das Problem, die war einfach nicht seniorengerecht. Auf deutsch gesagt, sie zog in den 1. Stock ohne Fahrstuhl.
Da fragte ich sie, warum sie in dieses Haus zog ohne Fahrstuhl. Alternativ wäre auch noch Parterre gegangen. Sie sagte, sie wollte das und fertig. Und irgendwann kam der nächste Oberschenkelhalsbruch. Und dann konnte sie wirklich nur noch mit Hilfe das Haus verlassen. Das gab dann auch häufiger mal Zoff mit meinem Geschwisterteil, ich kümmere mich zu wenig um meine Mutter. Die muss mal raus. Und sollte nicht immer
nur zum Abendbrot kommen. Nur ich selber bin auch berufstätig bis nachmittag , habe selber einen Sohn mit einer Schwerbehinderung. Das kommt nämlich dabei heraus, wenn man in so ein Haus zieht. Mit Parterre oder Fahrstuhl, hätte meine Mutter mit ihren Einschränkungen auch mal von alleine rauskönnen und selbst wenn es nur kurz vor die Tür ist. Meine Mutter hätte sich mal nicht so abhängig von anderen machen sollen. Gut das war meine Meinung damals zu. Später kam meine Mutter auch ins Pflegeheim.

Ich glaube, lass dir das hier nicht alles gefallen. Deine Eltern haben das selber in der Hand und nicht du.

LG Hinzwife

5

Das kenne ich von mehreren Bekannten und Kollegen.
Allein klappt die ganze Bewirtschaftung eines großen Hauses und Gartens nicht etc.,
aber ändern wollen die Eltern auch nichts, aber machen den Kindern Vorwürfe, dass sie nicht dauernd helfen (haben meist sowieso selber Haus, Garten, Kinder, Jobs und damit ihre Zeit schon verbraucht).
Am besten noch Reparaturen, Arbeit einfordern, weil "du erbst das alles doch!". #augen

Du kannst ihnen nur sagen, wie du es siehst, aber ändern wirst du sie nicht können.

Bei meinen Eltern ging das alles recht langsam. Meine Mutter wollte schon lange alles verkaufen und eine Wohnung suchen, aber mein Vater wollte nicht.
Vorwürfe haben sie uns Kindern allerdings nie gemacht
Als mein Vater gestorben war, hat meine Mutter alles verkauft, bat nur um Unterstützung beim Verkauf und Wohnungssuche.
Ich mache echt drei xxx, dass sie absolut einsichtig ist, ist inzwischen in ein Pflegeheim gezogen und wir lösen die Wohnung auf, kümmern uns um die ganze Organisation.

Ich wünsche dir viel Glück, aber du wirst sie wohl nicht ändern können.
Vielleicht sehen sie es eines Tages ein, wenn dann leider mal etwas passiert ist und gar nichts geht.

7

"Hilfe durch Gärtner, Putzfrau etc wollen sie nicht.
Machen mir aber Vorwürfe dass ich sie nicht unterstütze.
Ja wie denn?"

Jede Veränderung fällt schwer.
Sich eingestehen zu müssen, dass man selbst nicht mehr kann, was man immer gemacht hat, ist extrem schwer.
Das vor Fremden zu geben zu müssen, ist für sich selbst der Supergau.

Das mal zum Hintergrund.
Als ich das verstanden hatte, hat es zwar nicht die Situation verändert, aber meine Einstellung dazu.

Meine Vorschläge waren zwar die gleichen. Die Art, wie ich es rüber gebracht habe, eine andere.
Mit mehr Verständnis für die emotionale Situation der Eltern, konnte ich die Vorschläge und die Mitteilung besser anpassen.

Bzw. wir Geschwister gemeinsam. Wobei mein Part eher bei der Organisation war.

Bei uns hat geholfen
- informieren. Was gibt es, was ist realistisch? Arzt, Pflegestellen, mobile Pflege, Pflegegeld usw.
- was ist für die Eltern am wenigsten schlimmsten. Putzfrau hätten sie sofort rausgejagt. Mobile Pflege war dann ok.
Sie durften ein paar No Gos haben. Aber nicht alles als No Go!

- mitentscheiden lassen.
Nein, die Option: wir machen komplett alles und sie machen es wie früher zu 100% ohne Einschränkungen selbst, fällt raus.
Das war am schwierigsten zu verkraften. Uns wollten sie gar nicht alles aufbürden!
Nicht mehr selbst alles 100% alleine können war am schlimmsten.
Wenn andere helfen müssen, können sie es für sich selbst nicht mehr ignorieren oder schön reden.

Ideen einbringen ok.
Aber auch klare Grenzen setzen.
Bleibt ihr bei eurem Standpunkt, setzen wir euch vor die Nase, was für uns machbar ist. Ob ihr das wollt oder nicht.

Geht ihr auf Möglichkeiten und Machbares ein, dann setzen wir euch nicht das No Go vor die Nase! Wir respektieren eure Wünsche!
Das geht aber nur, wenn ihr mitzieht und mitteilt, welche Wünsche ihr habt und bei den realisierbaren die Wünsche anpasst.

Dort weiter wohnen, wo ihr wohnt. Ok, das geht, wenn.....
Putzfrau ist ein No Go?
Ok....
Aber wir können nicht putzen, medizinisch versorgen, auf Abruf sein etc.
Eines davon muss ausgelagert werden!

Trotz Gegenwehr wurde es die mobile Pflege und das brachte Aufschwung. Für sie selbst. Als die Hemmschwelle mal überwunden war, Hilfe anzunehmen, kam das Aufblühen.

Auch war wichtig, dass wir sie als mündig angesehen haben; aber für uns auch realistisch eingeschätzt haben, was geht und was nicht.
Nicht auf der bockigigen wir wollen aber nicht (von beiden Seiten), sondern
- diese Möglichkeiten gibt es
- ihr seid weiterhin müdig
- wir unterstützen euch gerne! Aber können es nicht dauerhaft in der Form grenzenlos.

Und dann sind wird verschiedene Szenarien durchgegangen. Was würde sich dadurch verändern, aber auch: wie sähe die Umsetzung aus. Auch längerfristig.
Was super klang, wurde schnell verworfen, weil klar war, dass es nicht umsetzbar ist.

Sie waren zwar stur, aber geistig noch voll fit. Zumindest ein Elternteil.

Was ist den Eltern am wichtigsten? Z.B. Essen, Hygiene und co.
Was ist zwar schade, aber muss nicht sofort entschieden werden? Z.B. Garten und co.

Verwandte waren im betreuten Wohnen. Nicht weil sie mussten, sondern weil sie es mehrfach besichtigen durften, Zeit hatten sich an den Gedanken zu gewöhnen und es dann selbst als Erleichterung empfanden. Gespräche mit anderen vor Ort.

8

Ich bin da ganz bei Dir.

Und um ganz ehrlich zu sein - bei gewissen Antworten bekomm ich Angst... Da muss man „Tacheles reden“ zum Beispiel...

Verdammt - wir reden doch von mündigen Erwachsenen, nicht von kleinen Kindern. Klar - gewissen Dinge müssen entschieden werden - zur Not auch gegen den Willen der Senioren.... Meinem dementen Schwiegervater das Auto wegnehmen (und ja - in diesem Fall hat mein Schwager es tatsächlich physisch abgeholt), weil mein Schwiegervater (krankheitsbedingt) nicht mehr einsehen konnte, dass es keine gute Idee ist, wenn er noch Auto fährt (und auch vergessen hatte, dass der Arzt ihm das auch gesagt hat...), Und ja - man muss sicher auch eigene Grenzen ziehen - im Fall derTE die Tatsache, dass sie nicht ständig „mal eben“ 600 km fahren kann),,,

Aber es gibt doch ganz viel Rest - und ich denke, da sollte man wirklich beachten, dass auch die eigenen Eltern / Schwiegereltern durchaus noch mündig sind und über ihr eigenes Leben entscheiden können und dürfen... Und dann sollte die Antwort vielleicht wirklich eher lauten „Nein - ich kann euch nicht in dem Maß helfen (z.B. wöchentlich den Rasen mähen), dazu bin ich zu weit weg. Wenn ihr niemanden externen wollt, der Euch da hilft, was ist denn dann für Euch möglich?“.

Meine Schwiegereltern (und insbesondere meine noch geistig fitte Schwiegermutter) tut sich auch extremste schwer, Fremde ins Haus zu lassen. Gerade erst hat sie wieder ne Putzfrau rausgeworfen... OK - ist ihre Entscheidung. Unsere Lösung ist, dass wir (wer auch immer aus der Familie Zeit hat) ihr hilft, auf den Schränken etc. zu putzen, damit sie auf keine Leiter mehr klettern muss. Das muss auch nicht jede Woche gemacht werden - und wenn auf dem Schrank mal was Staub liegt, ist das halt so. Damit muss sie dann leben. Und den Rest muss sie halt selbst putzen. Ob sie irgendwann doch wieder eine Haushaltshilfe haben möchte, weil sie sieht, dass es nicht mehr so geht wie früher, ist ihre Entscheidung. Und auch wann es so weit ist... Gleiches gilt fürs Einkaufen - meine Nichte (die in der Nähe wohnt), macht einmal in der Woche den wöchentlichen Großeinkauf mit meiner Schwiegermutter. Da sie selbst nie einen Führerschein hatte und mein Schwiegervater ja nicht mehr fahren darf, Ist das eine gute Lösung. Braucht sie zwischendurch noch Kleinigkeiten, muss sie laufen (es sind so 500 Meter bis zum Supermarkt). Mehr als einmal die Woche ist auch für meine Nichte nur schwer stemmbar, da auch sie Vollzeit berufstätig und alleinerziehend ist. Etc. pp. Wie gesagt - eigene Grenzen stecken - ja - bevormunden nur im äußersten Notfall - z.B. wenn es sonst gefährlich wird.

LG
Frauke

9

Ich würde mich mit ihnen zusammensetzen und alle möglichen Varianten der Hilfe durchgehen. Dann können sie wählen, was ihnen am liebsten wäre bzw. wie sie sich die Hilfestellung vorstellen.

Möglich wäre:

a) Ihr zieht zu ihnen ins Haus (natürlich nur, sofern es für euch und für sie ok wäre)
b) Sie ziehen zu euch ins Haus
c) Ihr zieht in ihre Nähe
d) Sie ziehen in eure Nähe
e) Sie lassen sich durch Zugehfrau und Gärtner helfen
f) Sie ziehen in eine kleine Wohnung, ohne oder mit nur kleinem Garten, so dass sie alles selber schaffen
g) sie nehmen sich eine Pflegekraft, die ihnen täglich eine Hilfe bei allem ist
h) sie ziehen in ein betreutes Wohnen
i) ihr bezahlt jemanden aus ihrer Nähe, der täglich bei ihnen nach dem Rechten sieht

Hab ich was vergessen? #gruebel

10

Zu ihnen ....auf gar keinen Fall.
Meine Kinder haben hier ihren Lebensmittelpunkt, ich auch, bin selbständig.
Meine Eltern würden das auch nicht wollen, insgesamt 6 Personen in ihrem Haus.
Gar nicht genug Zimmer, und....ich bin die ganze Woche beruflich unterwegs.
Zu mir....das Gleiche, ich habe keine Zeit mich zu kümmern.
Mord und Totschlag wären an der Tagesordnung.
Die anderen Punkte haben wir schon besprochen.
Nichts zu machen.
Ich lasse das Thema jetzt ruhen.
Wenn Sie davon anfangen, blocke ich ab.
Solange keine Einsicht da ist, was soll ich diskutieren?

11

Ich lebe auf 70qm....gemietet.

weitere Kommentare laden
18

Ohjeee ich kenne es..

Meine Eltern haben auch ein Haus 110 qm und 1000qm Grundstück

Meine Eltern wohnten 28 km weg.. nicht weit aber für Unterstützungen schon zu weit. Mein Papa hatte einen Lungentumor und meine Mama (Psychisch Krank) Brustkrebs. Wir haben gemerkt das die im Haus nicht mehr Klar kamen. Wir haben lange und mit Engelszungen auf meine Eltern eingeredet das die es nicht mehr schaffen. Nach dem mein Papa mit schwindel anfing hatte er einsich gezeigt. Das Haus wurde auf mich überschrieben und meine Eltern sollten eine Eigentumswohnung bei uns um die Ecke bekommen.. Wir haben eine Tolle Wohnung gefunden (Neubau). 4 km von uns weg.. EG und absolut Seniorengerecht. Sollte im kommenden Frühjahr fertig werden. Ende von Lied.. der schwindel von meinem Papa wurde schlimmer.. alle dachten es würde an der Chemo liegen... letztendlich kam er ins Krankenhaus und verstarb dort im Mai... Da mein Papa wegen ihrer Psychischen Krankheit alles abgenommen hat. habe ich sie erst mal bis zum Einzug in die Wohnung zu uns geholt... sie würde das Haus nie im leben alleine schaffen. Mein Papa hatte sich so gefreut und war schon in Gedanken am einrichten. Und dann verlässt er uns. :(

Alte Bäume versetzt man nicht... die sind so Stur.... Ich möchte nicht wissen wie es ist wenn wir alt sind... und als ich mein Papa am Sterbebett gesehen habe (was ich normal wegen Corona nicht durfte) habe ich echt Angst alt zu werden.

Wir werden meine Mama jetzt wieder selbstständiger machen. und hoffen das sie sich dann in der neuen Wohnung wohl fühlt. Bin auch viel schneller da und öfter als im alten Ort.

Top Diskussionen anzeigen