Artikel: Unverheiratete Eltern - sollen Väter automatisch Sorgerecht ab Geburt haben?

Hallo zusammen,

ich habe nachfolgenden Artikel gefunden und finde ihn sehr interessant.

https://www.welt.de/politik/deutschland/article213083612/Unverheiratete-Eltern-Sollen-Vaeter-automatisch-Sorgerecht-ab-Geburt-haben.html

Ich kann beide Seiten der Argumentation verstehen. Mich würde eure Meinung dazu interessieren, da das Thema ja doch durchaus heikel ist.

Freue mich auf eure Meinungen & Argumente!

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Hallo,

Ganz klar für mich. Väter müssen die gleiche Rechte haben wie Mütter. Also ja für geteiltes Sorgerecht. Ansonsten sollen Mütter die Vätern das verweigern auch keinen Unterhaltsanspruch gegen den Vater haben.

Beide Elternteile sind gleich wichtig für das Kind.

LG Morgain

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Gehe ich mit dieser Meinung mit. Ich finde es doch sehr unfair, wenn der Vater keine Rechte etc hat aber dafür blechen soll...
Ein Vater hat das Recht drauf mit zu bestimmen.

Aber automatisch sehe ich kritisch, selbst in der Ehe... Da ist der Ehemann automatisch der Vater, wer sagt, dass er das wirklich ist? Ohne jetzt allen Frauen was zu unterstellen.

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Ich finde, dass es Vätern aufjedenfall einfacher gemacht werden sollte das Sorgerecht zu bekommen, auch wenn die Mutter es nicht möchte. Allerdings sollte im Vorfeld geprüft werden, ob der Vater überhaupt Interesse an das Kind hat oder ob durch ein geteiltes Sorgerecht das Kindeswohl gefährdet wird.
Ansonsten habe ich leider schon mehrmals direkt miterlebt, dass es Vätern von der Mutter unnötig erschwert wird, Kontakt zum Kind zu haben und eine Beziehung aufzubauen. Das könnte durch ein geteiltes Sorgerecht im besten Fall verhindert oder zum Mindestens abgeschwächt werden.

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Sorgerecht hat nichts mit Umgangsrecht zu tun.

Es gibt Väter, die kein Sorgerecht haben, Umgang super funktioniert.
Und jene, die das Sorgerecht haben, der Umgang aber trotzdem erschwert wird, verhindert wird, verschoben wird usw. Diese können dann formell mitentscheiden, auf welche Schule das Kind gehen soll, kennen das Kind aber kaum, weil Umgang trotzdem weiterhin verhindert wird.

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Das ist Blödsinn. Wenn eine Frau verheiratet ist, kriegt der Mann automatisch das sorgerecht, selbst wenn er nicht der Vater ist. Da prüft doch auch niemand, ob der Vater das Kindeswohl gefährdet...

Es gibt genug Ehen, die nur noch auf dem Papier existieren oder nicht gut laufen usw. Also dann müsste man ALLE ohne Ausnahme prüfen.

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Es gibt Väter (in Ehe), die autom. ein Sorgerecht haben, aber es niemals haben sollten!

Und es gibt Väter (unverheiratet), die ein Sorgerecht haben sollten, aber keines bekommen.

Und es gibt Mütter, die sowieso immer ein Sorgerecht bekommen, aber es niemals haben dürften!


Ein Trauschein ist meiner Meinung nach noch nie dafür geeignet gewesen, den Eltern ein Sorgerecht zuzusprechen.

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Es gibt bereits Regelungen, dass es Väter einfacher haben, das gemeinsame Sorgerecht zu bekommen. Zumindest bei Kindern, die nach 2010 geboren wurden und wenn die Väter direkt nach Geburt Interesse zeigen.

Da ich im Freundeskreis beides kenne, finde ich das eine gute Regelung.
Väter haben es durchaus einfacher, als früher.

Pauschal das gemeinsame Sorgerecht zu geben, finde ich schwierig. Einige wollten es nur, um es der Frau schwer zu machen, sie büßen zu lassen, weil sie sich getrennt hat.
Oder auch bei Vergewaltigung.

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Also bitte, das ist aber jetzt echt harte Kost. In solchen Fällen wird dem Mann das Sorgerecht doch sofort entzogen. Der Entzug des Sorgerechts ist im Übrigen eine der leichtesten Übungungen für Frauen in unserem System. Da kommen im Trennungsfall ganz überraschend Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs, der Gewalttätigkeit oder - bei Vätern mit Migrationshintergrund - der drohenden Entführung ins Ausland.

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Nein, wird es nicht.

Erst mal muss eine Anzeige erstattet werden. Das dauert dann und kann dauern.
Einer Freundin wurde zu dem vom Jugendamt gesagt: wenn ein Mann eine Frau vergewaltigt, hat das nichts mit dem Kind zu tun. Auch dann nicht, wenn er es im Beisein des Kindes tut.

Dieses Klischee: dann klappt es sofort, ist leider Humbug.

Auch bei Drogenkonsum und anderer Gewalt kann weiterhin Umgang statt finden. Mit Glück betreuter Umgang. Da das aber einiges kostet, ist es teilweise ein langer Weg.

Sorgerecht zu bekommen ist relativ einfach.
Sorgerecht entzogen zu bekommen auf Grund von Gewalt, Drogen und anderem ist oft ein seeeeeeeeeeeehr langer Weg.

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Ich kann den Artikel leider nicht lesen.

Die Diskussion aber eigentlich auch nicht nachvollziehen, da Väter heutzutage nicht mal klagen müssen, um das gemeinsame Sorgerecht zu bekommen.
Da reicht ein Antrag, die Frau hat nur die Chance es zu verhindern, wenn sie Gewalt oder Drogenkonflikte nachweisen kann.
Im Regelfall ist es also gar kein Problem.

Allerdings denke ich, dass das Thema ja auch eigentlich nur ein Thema ist, wenn schon zur Geburt ein Scherbenhaufen vorhanden ist. Und da sehe ich das geteilte Sorgerecht tatsächlich kritisch....

Ich finde es schlimm, wie an dieser Stelle immer reflexartig nach gleichen Rechten für alle geschrien wird.
Ja - gleiche Rechte für alle ist natürlich wünschenswert und der Idealfall.
Aber zum einen, ist das gemeinsame Sorgerecht doch meistens der Fall, wenn nicht ... siehe oben (easy zu bekommen).... zum anderen kenne ich aber weitaus mehr Fälle, in denen kein oder unregelmäßiger Unterhalt gezahlt wird, oder das Umgangsrecht nach Belieben interpretiert wird.

Letztlich sollten ALLE, wenn Kinder im Spiel sind an der bestmöglichsten Situation für das Kind interessiert sein.

Frauen und insbesondere Mütter werden an allen Ecken und Enden benachteiligt und für dumm verkauft.
Alleinerziehende sowieso.
Deshalb finde ich dass an dieser Stelle erstmal einige Missstände beseitigt werden müssen, bevor ich gewillt bin mich der einen Sache zu widmen, an der es einigen Männern mal etwas schwerer gemacht wird (wobei - siehe oben....)


Nichtsdestotrotz: natürlich sollten auch Mütter an gemeinsamen Lösungen fürs Kind einstehen.

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Bei uns hätte dann ein Mann Sorgerecht bekommen der nicht vor Ort gewesen ist und es jahrelang auch nicht wahr.

Unterhalt gabs natürlich auch nicht.

Für jede Sache hätte ich aber für die Unterschriften ne Vermisstenanzeige aufgeben müssen oder für Geld beim Einwohnermeldeamt lassen müssen für die aktuelle Adresse.

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Diese Regel ist in der Schweiz schon länger Tatsache. Aus meiner Sicht sollten Väter bei der Erziehung der Kinder generell mehr in die Pflicht genommen werden, aber auch die gleichen Rechte wie die Mütter erhalten. Wäre es generell üblich, dass Väter gleich viel Elternzeit nehmen und sich gleich viel um die Erziehung ihrer Kinder kümmern, würde die berufliche Diskriminierung von Frauen sofort aufhören.

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Nunja, ich finde immer lustig, wie alle nach dem scheiß Sorgerecht schreien. Mein Mann hat es für sein Kind aus früherer Ehe (Trennung noch in der ss, Scheidung als das Kind 14 Monate alt war), aber das nützt ihm einen scheiß, weil die Mutter nunmal einen ganz anderen Erziehungsstil hat, der unter die alltagssorge fällt... Das Kind wird immer dicker, er kann aber nichts dagegen tun, dass es eben nur Pommes, Nuggets, Lasagne und süßes bekommt
... Dass es mit 6 Jahren fortnite zockt und jurassic Park schauen darf, tablet, switch und playse sein eigen nennt und rund um die Uhr nutzen kann und keinerlei benehmen hat... TV steht natürlich auch im Kinderzimmer...
Toll, er durfte offiziell die Schule mit aussuchen, aber die paar Tage, die er das Kind hat, reichen nicht zum erziehen... Von daher versteh ich das Theater darum nur bedingt...

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Hm, ich weiß nicht, was ist dann bei den Paaren, wo der werdende Vater bereits in der Schwangerschaft abhaut, oder von Anfang an das Kind nicht wollte, wo vielleicht schon vor der Geburt Gewalt im Spiel ist🤔 Und gerade bei getrennten Paaren sorgt doch oft das gemeinsame Sorgerecht für die ganzen Streitereien. Welche Schule geht das Kind, was darf es und was nicht... Ich kenne ein Paar mit gemeinsamen Sorgerecht. Die lassen mittlerweile auch immer wieder die Polizei kommen, obwohl auch das nichts bringt. Den die Polizei kann ja dann auch nicht einem rechtgeben und dem anderen nicht. Bei denen ist das Kind richtig arm.

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"Und gerade bei getrennten Paaren sorgt doch oft das gemeinsame Sorgerecht für die ganzen Streitereien."

Nein, nicht das gemeinsame Sorgerecht ist das Problem, sondern dass zwei erwachsene Menschen sich nicht auf Augenhöhe begegnen und einigen können.

Wenn ich nicht getrennt bin, entscheide ich als Mutter auch nicht alleine über die Schulwahl, sondern bespreche das mit meinem Partner, muss mich einigen. Auch bei Paaren kommt es vor, dass sie nicht der gleichen Meinung sind. Die Schulwahl betrifft nun man das gemeinsame Kind. Also haben auch beide Elternteile Mitspracherecht.

Was gäbe es für einen Aufschrei, würde man nach einer Trennung nur dem Vater das Sorgerecht zusprechen, damit er alle Entscheidungen allein und ohne Einigung mit der Mutter treffen kann.

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Es ist aber nun mal so, dass gerade bei Trennungen die Wogen meist hoch gehen, harmonische Trennungen gibt es selten. Meistens wird einer verlassen und fühlt sich vom Partner verraten. Da wird oft das ganze Leben ungewollt auf den Kopf gestellt. Solche Enttäuschungen greifen tief, und dann soll man sich harmonisch einigen? Auch dem Kind zuliebe ist das oft Zuviel verlangt.
Meistens heilen mit der Zeit die Wunden und dann ist auch der Umgang bezüglich Kind ein leichterer. Aber bis dahin wird eben gestritten, und ein gemeinsames Sorgerecht wird zur Waffe gegen den bösen Ex.

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