Meine Mutter möchte zu uns ziehen

Hallo Zusammen,

ich möchte mit diesem Post einfach meine Gedanken ein bisschen ordnen..

Meine Eltern sind schon lange geschieden und leben mit neuen Partnern zusammen.
Ich bin damals aufgrund des Studiums aus meiner Heimatstadt weggezogen und auch meine Mutter ist zu ihrem neuen Lebensgefährten in ein anderes Bundesland gezogen.
Deshalb trennen uns nun gut 3 Stunden Autofahrt voneinander.

Seit mein Mann und ich Eltern geworden sind, merke ich, wie meiner Mutter (seit kurzem Rentnerin) die räumliche Distanz zu schaffen macht.
Wir sehen uns meist 1x/Monat für ein paar Tage, aber mal spontan mit dem Enkelkind ein Eis essen gehen oder kurz auf einen Kaffee bei uns vorbei kommen, geht natürlich leider nicht.

Nun möchte meine Mutter sich in unserer Gegend eine Zweitwohnung nehmen und die halbe Woche immer hier verbringen.

Sie wohnt aktuell mietfrei im Haus ihres Lebensgefährten und könnte das somit finanziell sogar hinbekommen.

Doch ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll...

Ihr Lebensgefährte weiß noch nichts von ihren Plänen und wird sicher nicht begeistert sein. Auch mein Mann wird da vermutlich eher verhalten reagieren, so wie ich ihn kenne.

Na ja. Jetzt steh ich irgendwie voll unter Strom.

Ich frage sie dauernd, ob sie schon mit ihrem Partner darüber gesprochen hat- aber nein.
Sie meinte, sie macht es noch, aber seine Meinung sei da nicht wirklich relevant.
Ich habe fast die Befürchtung, dass es das Aus für ihre Beziehung bedeuten könnte und sie das billigend in Kauf nimmt.

Was meint ihr zur Sachlage?
Wie würdet ihr reagieren?

Liebe Grüße

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Sie ist erwachsen und kann tun und lassen was sie will. Das sie ihr Enkelkind sehen möchte und Zeit mit ihm verbringen ist doch nachvollziehbar. Ob ihre Beziehung das aushält, geht niemanden etwas an.
Vielleicht fühlst du dich nicht wohl bei dem Gedanken, daß deine Mutter präsenter sein wird?
Fürchtest du Einmischungen?

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Hallo und danke für deine Antwort.

Ich persönlich würde mich sehr freuen, wenn meine Mutter hier in der Nähe wohnen würde.
Sie hat auch schon oft allein auf die Kleine aufgepasst und es würde uns sehr entlasten, wenn sie auch einfach mal spontan einspringen könnte.

Natürlich ist sie erwachsen und kann wohnen wo sie möchte - das steht auch völlig außer Frage.
Dennoch bin ich etwas besorgt, ob das wirklich so eine gute Idee ist.

Als sich meine Eltern damals trennten, fing es genauso an. Meine Muttet nahm sich eine Zweitwohnung, weil es praktischer wäre, und dann ging sie einfach nicht mehr zu meinem Vater zurück. Diese Art und Weise war nicht schön.

Vielleicht habe ich aufgrund dieser Erfahrung einfach ein ungutes Bauchgefühl.

Ps: Auch wenn ihre Beziehung und ihr Wohnort letztendlich nur sie selbst etwas angeht, bin trotzdem ich diejenige, die von ihr im Rat gefragt wird und sie nachher mit allen Konsequenzen begleiten wird.
Ich finde es daher normal, mir über das Leben meiner Mutter Gedanken zu machen.
Andersrum ist das übrigens (erfreulicherweise!) ebenso.😉

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Hallo.

Hm... Wenn das "ihre Masche" ist, sich von ihren Partnern zu trennen, dann ist ihre Entscheidung wohl eh schon gefallen.
Du und das Enkelkind seid vermutlich nur ihr Alibi.#gruebel
Hast du es schon mal von dieser Seite her betrachtet?

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Und was genau ist jetzt das Problem?

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Liebe DIVA2020,

ich hatte direkt am Anfang erwähnt, dass ich diesen Post schreibe, um meine Gedanke zu ordnen.

Am Schluss hatte ich dann noch gefragt, was ihr dazu meint und wie ihr an meiner Stelle reagieren würdet.

Es handelt sich also nicht direkt um ein "Problem" (muß es das?), sondern eher um einen Austausch von Gedanken.

Wenn du dazu nichts sagen kannst oder möchtest, weil sich dir der Sinn nicht erschließt, ist das aber völlig ok.:-)

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Warum würde es deinem Mann nicht gefallen?
Ansonsten muss ich der ersten Antwort zustimmen: Ob deine Mutter ihre Beziehung gefährden möchte, ist allein ihre Sache. Du kannst sie fragen, wie es denn dann mit ihrem Lebensgefährten weitergeht, wenn sie die halbe Woche bei euch wohnt, aber mehr auch nicht.

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Danke für deine Antwort.

Meine Mutter ist sehr auf mich fixiert. Unsere Rollen sind eher vertauscht, so, als wäre ich die Mutter und sie das Kind. Sie ist leider sehr unselbständig und gutgläubig.
(Was nicht heißen soll, dass sie dumm ist.)

Es ist nur so, dass sie sich völlig auf mich verlässt, wenn wir zusammen sind ohne selbst Verantwortung zu übernehmen. Es ist sehr schwer zu erklären..

Mein Mann weiß das, und wird sicher Bedenken haben, dass mir das zu viel werden könnte.
(Nach der Geburt unseres Kindes litt ich lange an einer postnatalen Depression und habe immernoch häufig Probleme mit zu viel Nähe. *Kind und Mann ausgeschlossen.)

Ich habe meiner Mutter dennoch angeboten, für sie hier eine kleine Wohnung zu suchen.
Es fühlt sich aber nicht richtig an, solange ihr Partner (den ich selbst ja nun auch schon 20 Jahre kenne) nichts von ihren Plänen weiß.

Alleine ist sie nicht in der Lage etwas zu suchen (hat kein Internet etc.) oder den Umzug selbst zu veranlassen. Ich werde da immer mit im Boot sein, auch wenn mich ihre persönliche Lebensplanung ja eigentlich nichts angeht.

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Du soltest in der Angelegenheit dringend auf Deinen Mann hören. Für mich klingt das so, als würde Deine Mutter dann erwarten, dass Du mit der Tochter sehr viel Zeit mit ihr zu verbringen gedenkst. Eine halbe Woche für den Anfang? Also drei bis vier Tage am Stück? Und was, wenn sie sich dann wirklich trennt, dann möchte sie Euch jeden Tag sehen, sonst ist sie gekränkt? Oder Du musst ständig ihre Angelegenheiten klären, sie herumfahren, etwas für sie kaufen, bestellen, erledigen?

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Ist es wirklich nur die räumliche Distanz
oder ist sie bereits im Trennungsprozess und braucht "nur noch" den letzten Schritt: ausziehen?

In einer intakten Beziehung würde ich das ansprechen und gemeinsam eine Lösung suchen.
So wie es klingt, würde es mich nicht wundern, wenn sie sich bereits aus der Beziehung löst oder schweigend unglücklich ist., Statt das zu benennen nutzt sie etwas positives, ein neues Ziel.
Zu wissen wohin man möchte, macht so manche Trennung leichter.

Ohne Ziel würde man ebenso vor der Entscheidung stehen: trennen oder bleiben.
Dann würde es in der Beziehung auch ohne Enkelkind bereits kriseln.


In dem Moment wo sie mit ihm nicht mehr über Pläne oder Gedanken sprechen kann und lieber heimlich agiert, würde ich vermuten, dass sie nicht mehr glücklich ist oder es nicht mehr passt.
Auch dann, wenn sie ganz woanders hinziehen würde.

Die Nähe zum Enkelkind macht es nur einfacher oder führt vor Augen, was sie sonst vielleicht verpasst oder vermisst. Die Ursache wäre es jedoch nicht. Würde es nur um's näher/öfter bei euch sein gehen, könnte sie es offen und gut ansprechen.

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Und wenn ihr Partner mit kommt.
Also Haus verkaufen und in eine altersgerechte Wohnung ziehen zum Beispiel 😊hier entstehen in Moment über alle solche Anlagen zum Teil auch Reihenhäuser in Bungalowform wie ein richtiges Haus, kleiner Garten aber man hat vor Ort gleich den Arzt und Pflegedienst.

Gibt es sowas vielleicht in eurer Nähe?

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ich denke, wenn sie das unbedingt möchte & ihr die distanz richtig zu schaffen macht, hält sie sowieso nichts auf. es sei denn, ihr würdet klar sagen, dass ihr das nicht wollt. da du aber die unterstützung möchtest & es gut finden würdest, spricht doch nichts dagegen. wie sie das mit ihrem partner klärt muss sie ja wissen. ich kann es übrigens sehr gut verstehen, wenn ihr die enkeltochter wichtiger ist als der partner :-D

sprich mit deinem mann, hoffentlich ist es dann für euch beide schön & ihr könnt alle voneinander profitieren :-)

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Ich würde von Anfang an klar absprechen was Ihre Erwartungen an dich sind. Wenn sie eine halbe Woche hier ist, wieviel Zeit davon erwartet sie, dass du Zeit für sie hast? Jede Woche? Deckt sich das mit dem, was du an Zeit investieren kannst/möchtest?

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Ich würde nicht rumeiern und mich fragen ob das gut ist oder nicht usw.

Sondern direkt mit ihr ein klärendes Gespräch führen, nachdem sie ja schon einmal auf diese Art und Weise einen Mann verlassen hat. So wie ich es lese seid ihr vertraut miteinander, also würde ich fragen wo der Schuh drückt.
Wenn ihr euch 1x im Monat für ein paar Tage besucht, dann finde ich das viel für diese Distanz.
Auch das sie ihren Mann nicht einweihen will, zumindest noch nicht, lässt großen Spekulationsraum offen.
Wenn das nämlich alles kein Problem wäre, dann würde er es doch längst wissen.
Wenn du mich fragst klingt es eher nach Problemen in der Beziehung.
Von daher wird es ihr nur recht sein in der Nähe von euch zu wohnen um familiären Anschluss zu haben.
Wenn sie sich tatsächlich trennen will, dann ist das ihre Entscheidung.
Im Prinzip kann sie dann hinziehen wo sie möchte.
Wenn sie sich wie ein normaler Mensch verhält, nicht übergriffig wird, spricht doch nichts dagegen oder?

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Ich kann nicht 100% einordnen, warum ich es so empfinde, aber mein Bauchgefühl sagt hier ganz klar nein.

Nehmen wir an, sie zieht wirklich in eure Nähe.
Wer hat welche Ansprüche, welche Erwartungen?
Werden sich beide Seiten zurücknehmen können, wenn es erforderlich ist? Wird deine Mutter sich einmischen in euer Leben, eure Erziehung?
Fühlt dein Mann sich bevormundet, wenn sie oft da ist? Will deine Mutter das Kind zu oft, so dass es unangenehm wird?

Irgendwie sehe ich zu viele potentielle Probleme. Und den Vorwurf „ich bin wegen euch hergezogen und jetzt...!“
Die Beziehung deiner Mutter könnte auch leiden, aber das geht uns an dieser Stelle nichts an.

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