nach Geburt empfindlicher

Liebe Urbianerinnen 🌾

immer wieder fĂ€llt mir auf, dass mich Filme, Interviews oder persönliche Geschichten aus meinem Umfeld viel mehr mitnehmen als frĂŒher. Sachen, die ich mir als Jugendliche ganz entspannt anhören oder angucken konnte, halte ich nicht mehr aus.

Das geht von Thrillern, ĂŒber Kriegsberichterstattung bis hin zu SchicksalschlĂ€gen in meinem Umfeld.

WĂ€hrend der Schwangerschaft habe ich wĂ€hrend der Weihnachtswerbung geheult 😭 Das passiert mir zum GlĂŒck nicht mehr. Aber ich bin auch (anders als vorher) nicht mehr scharf auf Drama und Action. Im Gegenteil.

Ich ĂŒberlege sogar, meinen Studienschwerpunkt zu wechseln, weil mich das Thema (zweiter Weltkrieg und systematische Ermordung der europĂ€ischen Juden) so sehr belastet. Vor der Geburt unseres Sohnes fand ich die Themen natĂŒrlich auch traurig, aber ich konnte gut damit umgehen.

Klingt das verrĂŒckt oder geht es jemandem von euch Ă€hnlich?

Die Geburt liegt ĂŒbrigens knapp 14 Monate zurĂŒck.

Liebe GrĂŒĂŸe,
Paulee đŸŒ·

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Geht mir genauso 🙊
Ich kann zB keine Horrorfilme mehr sehen, bin da irgendwie viel Àngstlicher geworden, obwohl ich vor der Schwangerschaft echt gerne und ohne Probleme so etwas geguckt habe, fange viel schneller an zu weinen bei bestimmten Dingen (zB auch bei einer bestimmte Weihnachtswerbung) etc und die Geburt liegt fast 22 Monate her.
Ich denke, das wird jetzt so bleiben...

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Interessant. Ich habe mal gelesen, dass sich das Gehirn durch Schwangerschaft und Geburt verĂ€ndert. Aber ich hatte nicht damit gerechnet, dass das solche spĂŒrbaren Auswirkungen hat 🙈

"Ich denke, das wird jetzt so bleiben..." Ja, das denke ich auch.

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Nein, mit den Jahren "stumpft" man wieder etwas ab. 😅

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Nein, das ist völlig normal, das sind eben MuttergefĂŒhle. Gerade Politisches oder Klimaschutz oder viel mehr der dessen scheitern regt mich viel mehr auf als frĂŒher. Ich kann auch Kriegsberichterstattung nicht mehr abhaben. Weil ich immer mein Kind sehe. Was wird er alles erleben mĂŒssen, wie wird sein Leben aussehen ..

Ich habe mich auch beruflich verÀndert. Ich hab in ner Branche gearbeitet die den Klimawandel befeuert bzw die davon lebt dass Menschen die Umwelt egal ist. Geht nicht mehr.

Alles gute euch

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Solche Gedanken kenne ich sehr gut. Unser Sohn wurde im Juni 2019 geboren. Ich hatte das GefĂŒhl, dass in diesem Jahr die Berichterstattung vom Klimawandel dominiert wurde. Ich hatte in dieser Zeit oft das GefĂŒhl, ihm etwas angetan zu haben, indem ich ihn in diese Welt geboren habe.

Eine starke Entscheidung, die Branche zu wechseln 👍

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Gehts mir genauso. Vielleicht nicht so extrem wie Dir Ehrlichs gesagt, aber frĂŒher habe ich nie bei Filmen und BĂŒcher geweint. Horror Filme kommen nicht in Frage, aber da war ich vorher schon eine Angsthase.

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Oh ja 😂 als unser Sohn ein Jahr alt war, hat mein Mann mir eine Autowerbung gezeigt. Eine Autowerbung! Und ich habe ne halbe Stunde geheult 😭😂 weil es um ein ca. 6-jĂ€hrige MĂ€dchen auf dem Weg zur Schule ging und die ganze Zukunft zu sehen ist von ihr und die dann quasi gerettet wird durch ein neues Assistenzsystem war automatisch bremst und das MĂ€dchen so nicht ĂŒberfĂ€hrt und so die Zukunft des MĂ€dchen so weitergehen kann (ist von Volvo). Mein Mann war komplett verwirrt und meinte irgendwann hilflos seine Mutter wĂŒrde das auch immer machen 😂 also weiß ich dass ich nicht die einzige mit HeulanfĂ€llen bin 😂 aber bei meiner Schwiergermutter ist es wohl bis heute nicht besser geworden - insofern rechne ich nicht damit, dass das nochmal besser wird 😝

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Da war dein armer Mann bestimmt ganz ĂŒberfordert 😅

Ich kenne solche Situationen aus der Schwangerschaft. Da hat mein Mann stĂ€ndig gefragt, was passiert sei. Und was war die Antwort? "Der alte Mann in der Werbung musste Weihnachten alleine feiern und dann sind doch noch die Nachbarn vorbeigekommen." đŸ˜­đŸ€Šâ€â™€ïž Werbung kann ich jetzt zum GlĂŒck schauen, ohne zu weinen. Aber deine Autowerbung kenne ich ja nicht. Die klingt schon sehr traurig.

"insofern rechne ich nicht damit, dass das nochmal besser wird" Ja, das denke ich auch.

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https://m.youtube.com/watch?v=pjQt2lEZIXg

Hier, und dann sag mir bitte dass ich nicht die einzige mit Knall bin 😂😂😂

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Hallo,

ich bin auch viel sentimentaler und emotionaler seit ich Kinder habe. Ich finde sogar, dass es mit dem zweiten Kind noch mal *schlimmer* geworden ist.

Ich ertrage nach wie vor "harte Dinge", aber es fĂ€llt mir schwer meine Emotionen zurĂŒckzuhalten. Ich weine ziemlich schnell, wobei das ein bisschen besser geworden ist (zum GlĂŒck!).

LG

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Ich war vor meinem ersten Sohn ein richtiger Junkie, was Horrorfilme, Thriller und Dokus rund um Geschichte und serienmörder angeht. Seitdem ich zwei Kinder habe, kann ich nur noch Sachen sehen, wo keine Kinder mehr vorkommen 😅
Weihnachtswerbung ist der absolute Horror, ebenso derzeit die ganzen corona-werbungen, vonwegen nah beieinander, aber nicht zusammen.
Ich war vorher schon ein kleiner öko, aber mittlerweile bin ich viel viel aktiver, was Nachhaltigkeit und Umweltschutz angeht. Ich bin fast Vegetarier und wenn ich Fleisch oder Eier kaufe, lege ich großen Wert darauf, dass die Tiere bei der Herstellung weder gelitten haben, noch vorher ein ranziges leben hatten. Der Gedanke daran, das ein Tier oder ein Mensch fĂŒr unser glĂŒck leiden muss, schmerzt. Daher kaufen wir auch sehr umsichtig Kleidung und anderes, womit wir keine Kinderarbeit unterstĂŒtzen.

Das leid der Welt lastet schwer auf den Schultern von uns sentimentalen 🙊

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So ging es mir auch.
Je grĂ¶ĂŸer mein Kind wird, desto weniger wird es wieder.
Das liegt wohl auch daran, dass sie selbst eigenstÀndiger wird.

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Hallo,

das geht mir auch so und mein Kind wird 18 Jahre alt. Es hat sich nie mehr zurĂŒck entwickelt. Manchmal ist mir das unangenehm das ich ganz schnell feuchte Augen bekomme, aber was solls.

lg marci

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Mir ging es nicht so.

Ich habe mich schon immer viel mit fiktivem Horror / Thriller beschÀftigt, aber auch mit Realgeschichten zu Verbrechen, Kindesmissbrauch und -misshandlung sowie Sekten und psychischen Störungen.

Das hat sich nicht verÀndert. Ich sehe zwar Vieles mit einem anderen Blickwinkel und auch einiges aus der Mutter-Perspektive, bin aber realistisch genug zu wissen, dass sich diese ganzen Dinge nicht auf einen Fleck der Welt konzentrieren und uns vermutlich nicht widerfahren werden.

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