Aufpassen durch Oma (enttäuscht, niedergeschlagen, wütend)

Hallo ihr Lieben,

ich will mir einfach mal den Frust von der Seele schreiben und vielleicht den ein oder anderen guten Ratschlag bekommen.

Vorab muss ich sagen, dass meine Mutter und ich nicht das beste Verhältnis haben. Sie kommt einfach nicht so gut mit meinem Charakter zurecht, das hat man schon früher gemerkt, aber ich kann das eigentlich ganz gut handhaben. Und seit dem Tod meines Bruders zwei Jahre nach dem meines Vaters ist es nicht unbedingt besser geworden. Dennoch hat sie sich total gefreut Oma zu werden und auch manchmal hier und da geholfen, das schätze ich sehr und wir kommen auch wieder besser miteinander klar.

Jetzt zur Situation:

Vor zwei Wochen waren mein Partner und ich für zwei Tage bei einer Hochzeit von Freundin in Hamburg. Sie haben in ein Hotel eingeladen, das wirklich wunderschön war, in dem aber leider keine Kinder erlaubt waren. Das fanden wir natürlich doof und haben schweren Herzens schon abgesagt, da meine Schwiegereltern an dem Termin leider selbst nicht aufpassen konnten, was sie sonst immer gerne und wirklich toll machen. Ich habe mit meiner Mutter telefoniert und das Thema mehr so zufällig erwähnt. Und total überraschend hat sie angeboten, für eine Nacht bei uns zu schlafen und sich um unsere Mäuse zu kümmern. Unsere Freundin konnte mit dem Hotel netterweise regeln, dass wir nun doch dabei sind. Ich war so überwältigt und habe meiner Mama sogar vor unserer Abreise noch einen fetten Blumenstrauß und Schokolade besorgt. Wir waren also auf der (übrigens wunderschönen 🙈) Hochzeit. Soweit war alles super, Oma ist wieder nach Hause, die Kinder waren happy. Sah alles prima aus. Jetzt planen mein Mann und ich für die Herbstferien einen Kurzurlaub (4 Tage) nur als Paar in einem richtig tollen Hotel im Allgäu, wo wir schon mehrfach waren. Nach dem tollen Wochenende vor kurzer Zeit habe ich meine Mutter also vorhin mit extra großem Vorlauf angerufen und sie gefragt, ob sie Lust und Zeit hätte, im Oktober nochmal auf die drei aufzupassen. Und was kam dann? "Ne, diese Gören nehme ich die nächsten Jahren sicher nicht mehr! Man merkt ja, was ihr für Eltern seid, wenn ihr andauernd die Großeltern für die Erziehung braucht!" Wie bitte? Ja, ich wurde wütend, und leider habe ich sie auch eine blöde Kuh und unfähige alte Schachtel genannt. Ich weiß von mir ja schon, dass ich bei so etwas oft herablassend und kalt werde, aber das fand ich jetzt angemessen. Erst die Enkel und dann die Eltern beleidigen geht meiner Meinung nach gar nicht! Natürlich hab ich gleich danach aufgebracht aufgelegt. Die Schwiegereltern haben vorhin, als mein Partner angerufen hat, natürlich gleich fröhlich und voller Vorfreude zugesagt. Ich fühle mich jetzt total schlecht, aber bin total wütend und enttäuscht. Warum muss ich nur so fies und meine Mutter so blöd sein! Ich fühle mich wie so ein überreagierender Teenager. Könnt ihr mir irgendwie helfen? Ich habe ehrlich gesagt kein Interesse, mich vor ihr zu entschuldigen, aber vielleicht bin ich auch einfach viel zu stur. Ich würde mich freuen, wenn ihr ähnliche Erfahrungen habt oder Tipps für mich? Und tut mir leid, dass ihr jetzt so einen ungeordneten, ellenlangen Text lesen musstet, ich bin irgendwie total durch den Wind.

Ich wünsche euch allen einen Tag mit besseren Nachrichten und ganz liebe Grüße

queens

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Finde es schon frech und undankbar, die Mutter da gleich so zu beschimpfen.

Scheinbar waren die Mädels die zwei Tage anstrengend.

Und auch wenn sie es nicht gewesen wären,
kannst Du nicht automatisch erwarten,
dass sie die Kinder für volle 4 Tage für euren Spaß(!) selbstredend beaufsichtigen wird.

Man kann anfragen, aber nicht erwarten.

Dass sie mit etwas anderen Worten hätte antworten können, steht auf einem anderen Blatt..

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Das kann die Mutter aber auch nett sagen. Und die TE fragt ja schließlich nicht ständig um Betreuung ihrer Kinder.
Ich finde es eher frech von der Mutter. Klar hat sie das Recht, nein zu sagen. Aber dann geht das auch höflich und ohne ihre Enkel als Gören zu betiteln.

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Schrieb ich ja
>>Dass sie mit etwas anderen Worten hätte antworten können, steht auf einem anderen Blatt..<<

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Hallo!
Das ist wirklich gemein und sehr, sehr unfreundlich von deiner Mutter. Wenn sie einfach keine Lust hat, aufzupassen, hätte sie das auch nett sagen können. Deine Kinder und euch derart zu beleidigen, finde ich sehr unangebracht. Du hast ja auch nur nett nachgefragt (und normal freuen sich Großeltern ja über so eine Zeit mit den Enkeln.)
Es ist ja nicht so, dass du sie jede Woche darum bittest, die Enkel zu betreuen. (Und selbst das machen die meisten Großeltern ja auch gern, zumindest die, die ich so kenne.)
Also: ich finde keineswegs, dass du übertreibst. Klar, du hättest sie nicht auch beschimpfen sollen. Aber ich kann schon verstehen, dass das dann so rausplatzt, schließlich war sie ja auch nicht nett.
Ich bin also voll bei dir und würde es erstmal auf sich beruhen lassen und sie nicht mehr nach Enkel-Urlaub fragen und den Kontakt sporadisch halten.
Alles Gute für dich und deine Familie

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Nein, sie fragt nicht jede Woche. Die Mutter ist vor 2 (!) Wochen netterweise für eine Naht freiwillig eingesprungen und plant gleich im Anschluss einen Kurzurlaub, da hat ihre Mutter wohl Angst bekommen, dass sich das jetzt häuft und es freuen sich eb8nicht alle Großeltern, drei kleine Kinder 4 Tage lang aufgedrückt zu bekommen.

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Dann können sie das nett und gern nachdrücklich zum Ausdruck bringen, so wie sie es uns als Kindern hoffentlichbbeigebracht haben

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Hallo
In deiner Vk schreibst du das du sehr direkt bist. Deine Mutter war auch direkt.

3 kleine Kinder 4 Tage zu betreuen ist schon eine andere Hausnummer als eine Nacht.

Wenn deine Schwiegereltern abgelehnt hätten wärst du sicher auch sauer gewesen.


Ich finde ihr mutet den Großeltern ne Menge zu.

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Genau weil es eine Herausforderung ist, melde ich mich ja mit so großem Vorlauf. Ich verstehe aber, dass ich zu aufbrausend war. Nur dachte ich, sie hätte die Zeit mit ihren Enkeln genossen, was von beiden Seiten so wirkte, und jetzt kommt sie mit sowas? Naja. Ich war zu direkt, sie war zu direkt, also werden wir uns beide entschuldigen müssen.

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Wenn du nach deiner eigenen Einschätzung zu aufbrausend warst, sag deiner Mutter, dass du es bedauerst, dass du aufbrausend geworden bist.

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Na ihr nehmt euch ja beide nichts...
Mir fehlen die Worte!

Also deine Mutter bezeichnet deine Kinder als Gören und wirft dir mangelnde Erziehung vor und du beschimpfst sie als unfähige alte Schachtel und blöde Kuh...
Zunächst mal würde ich deiner Mutter mangelnde Erziehung vorwerfen, wenn eine Göre(!) wie du ernsthaft solche Bezeichnungen der eigenen Mutter an den Kopf wirft. Wie alt bist du?

Du solltest aufhören zu sagen, dass deine Mutter mit deinem "Charakter" nicht klar kommt. Wenn sich dein Charakter in solchen Schimpfworten zeigt, ist es nämlich normal, damit nicht klar zu kommen.

Unter normalen Umständen würde ich deine Mutter fragen, warum sie Probleme im Umgang mit deinen Kindern nicht direkt anspricht, wenn sie dir die Kinder wieder übergibt. Und zwar konstruktiv, ohne Beleidigungen.
Aber bei eurem Umgangston in beiden Richtungen denke ich, ihr solltet lieber Abstand voneinander halten - nicht, dass deine Kinder da noch Formulierungen aufschnappen.

LG!

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Okay. Ich sehe ein, ich war zu direkt. Und zu unfreundlich, ich erkenne mein Fehlverhalten. Allerdings bin ich ja nicht immer so, meine Mutter habe ich noch nie beschimpft und es tut mir leid, ich hoffe aber, ihr auch. Es waren wohl einfach diese überkochenden Gefühle. Das ist natürlich schlecht. Mit Abstand sind wir eigentlich immer ganz gut gefahren, aber das wünsche ich mir ehrlich gesagt weder für mich, sie und ihre Enkel. Um die Kinder mache ich mir keine Sorgen, denn bei diesem Gespräch waren sie draußen und haben gespielt. Danke für deine Meinung und LG zurück.

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Erziehung ist in erster Linie Vorleben. Und darin, der Tochter eine abwertende Ausdrucksweise vorzuleben, war die Mutter durchaus sehr erfolgreich.

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Ich musste grad laut loslachen.
Ernsthaft? Du hast sie eine unfähige Schachtel genannt? #rofl
Den Dampf hätte ich nicht gehabt! Wobei mir bei so ner gemeinen Beschimpfung auch einiges eingefallen wäre, aber ich hätte es nie gesagt.
Ihr zwei seid nicht füreinander geschaffen. Haltet Abstand und gut ist.

Naja. Zumindest weißt du woran du bei ihr bist und bittest sie definitiv nicht mehr um irgendwas bitten.

Ob du Gründe findest, dich bei ihr zu entschuldigen, musst du wissen. Sie hat dich und deine Kinder wüst beschimpft und du hast es ihr entsprechend quittiert. Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es wieder heraus.

Wie gesagt, geh mal in dich und schau mal nach, ob es Gründe fürs Entschuldigen gibt.
Mir fällt da ein, dass sie euch diesen schönen Tag ermöglicht hat. Du hast diese Geste zwar schon mit Blumen und schoki quittiert, aber ich finde, dass das ein schönes erlebnis ist, von dem du ja länger was hast, weil du dich immer wieder daran erinnern kannst. Vielleicht ist das wertvoll genug, dass du sagen kannst "tut mir leid, ich habe mich im Ton vergriffen"

Übrigens gehört an ekne Entschuldigung keine Begrübdung für dein Verhalten. "Tut mir leid, was ich getan habe" muss reichen. Keine Rechtfertigung dazu geben. Ja. Sie hat dich und deine Kinder beleidigt, aber das ist mit deiner Beleidigung abgegolten. Und sie qird wissen, dass man so nicht mit anderen Redet.
Materiell muss eine Entschuldigung auch nicht erfolgen. Damit würdest du deine sehr menschliche und authentische Reaktion als ungültig erklären.

Naja und in Zukunft lässt du dich nie wieder von ihr zur unfähigen Mutter verurteilen, indem du sie um die Betreuung der Kinder bittest oder ein Angebot von ihr annimmst.

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Vielen Dank für deinen Beitrag, er hat mir echt die Augen geöffnet! Definitiv die beste Idee! Ich habe vor, sie gleich anzurufen und mich zu entschuldigen- ich werde lieber mal nicht erwarten, dass sie das gleiche tut. Oh ja, die alte Schachtel ist mir spontan so eingefallen. Und hat ganz gut gepasst. Unfähig bin ich wahrlich nicht, das Gefühl geben mir jedenfalls meine drei fast immer fröhlichen und glücklichen, obwohl sehr unterschiedlichen, Kinder. Also werde ich mich auch nicht dazu machen lassen.

Alles Liebe

queens

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Halte das Telefonat kurz 😬

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Hallo, also ich kann dich verstehen und hätte glaube ich ähnlich reagiert. Wenn sie nicht möchte oder es ihr zu anstrengend ist hätte sie auch einfach nett sagen können, das ihr das für 3 tage zu viel ist und fertig. So abwertend zu reden, ist doch kein wunder wenn man da wütend und traurig ist.

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Da habt ihr euch beide ja ordentlich mit ruhm bekleckert...
Ich würde sie anrufen mich für die Beschimpfungen entschuldigen und ihr mitteilen dass die gören und ihr unfähigen Eltern zukünftig auf Betreuung ihrerseits dankend verzichtet.

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Ich danke euch allen für eure teils sehr konstruktiven und netten Beiträge.

Jetzt gibt's ein kurzes Update:
Ich habe sie angerufen, mich wegen meines Tons entschuldigt und gesagt, dass ich in dem Moment einfach aufbrausend und impulsiv war. Wenn sie ihre Familie allerdings so schlimm findet, haben wir kein Interesse an ihrer Betreuung. Die anderen Großeltern genießen die Zeit mit ihren drei Enkelkindern. Daraufhin meinte sie, dass sie doch auch mal betreuen könnte, ich habe ihr aber gesagt, dass man ja wohl eindeutig gemerkt hat, dass sie das zwar könnte, aber auf keinen Fall will. Dann hat sie gemeint, wenn wir kein Interesse haben, ist es ihr auch recht. Dann konnten wir uns normal, also wie immer etwas kühl und distanziert, verabschieden. Ich denke, die Sache ist damit geklärt und habe schon wieder deutlich bessere Laune.

Liebe Grüße an euch und nochmals ein dickes Dankeschön 😄

queens

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"Wenn sie ihre Familie allerdings so schlimm findet, haben wir kein Interesse an ihrer Betreuung. Die anderen Großeltern genießen die Zeit mit ihren drei Enkelkindern. Daraufhin meinte sie, dass sie doch auch mal betreuen könnte, ich habe ihr aber gesagt, dass man ja wohl eindeutig gemerkt hat, dass sie das zwar könnte, aber auf keinen Fall will."

Du nennst es "Klärung" ... ich nenne es ein hervorragendes Beispiel für passiv-aggressives Verhalten ... bei diesen "klärenden" Ansagen hättest Du den "Entschuldigungs"Anruf gleich sein lassen ...

... und Deine deutlich bessere Laune resultiert wohl eher daraus, dass Du Dir durch die "Entschuldigung" ein paar Karma-Punkte gutschreiben lassen kannst ... Du aber außerdem wunderbar die Gunst der Stunde nutzen konntest, ihr ganz subtil vors Schienbein zu treten, den Ring als Siegerin zu verlassen und den Status Quo wieder herzustellen ...

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Was genau war denn an meinem Verhalten passiv-aggressiv? Ich habe wiedergegeben, wie sie die Kinder und ihre Erziehung empfindet. Hätte ich lieber sagen sollen: "Es tut mir leid, dass ich dich vorhin so angefahren habe, natürlich hast du vollkommen recht. Unsere Kinder sind die reinsten Sargnägel und unsere Erziehung ist sowieso beschissen." (überspitzt gesprochen)? Ihre Antworten lassen ja ziemlich eindeutig darauf schließen, dass sie kein Interesse an der Betreuung ihrer Enkel hat, was ich ja verstehen könnte, würde es sich dabei nicht um das zweite Mal innerhalb eines Jahres handeln, wobei wir aktiv zum ersten Mal seit zwei Jahren auf sie zukommen.

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Ich sehe es ehrlich ähnlich wie Deine Mutter.

Wenn man Kinder hat hat man Kinder, "mal" ein Wochenende ohne Kinder finde ich ok und gönne ich auch jedem. Aber nachdem wohl die Kinder eh schon immer wieder bei der Schwiegermutter sind und jetzt auch noch Deine Mutter mehrmals im Jahr gefragt wird kann ich sie verstehen. Diese Generation hatte keine kinderlosen Urlaube, zumindest nicht mehrmals im Jahr! Und 3 Kinder für 4 Tage ist nochmal was anderes als für 2 Tage!

Es sind Gefälligkeiten wenn Eltern einem die Kinder mal für ein Wochenende abnehmen, aber niemals was was man erwarten darf! Für Deine Mutter wirkt das wie "gib ihnen den kleinen Finger und sie nehmen gleich die ganze Hand". Natürlich könnte man sich da gepflegter ausdrücken, aber ihr gebt Euch da beide nix!

Sei mir nicht böse, aber ihr habt 3 Kinder gewollt, ihr habt Euch bewusst für Familienleben entschieden, dann darf man nicht sauer und enttäuscht sein wenn sie einem nicht regelmäßig für Kurzurlaube abgenommen bekommt! Es gibt für alles Zeiten im Leben. Erst hat man die Zeit in trauter Zweisamkeit, dann das Familienleben und danach wieder Zweisamkeit. Lebt und genießt lieber das was ihr habt anstatt einer "alten Zeit" nachzurennen. e

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Mehrmals im Jahr? Vor zwei Wochen habe ich nicht gefragt, heute habe ich seit zwei Jahren (!) das erste Mal gefragt, weil ich dachte, sie hätte das WE mit ihren Enkeln genossen.

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Finde ich etwas überholt die Ansicht!
Meine sind zwar noch so klein dass bis auf 4 Abende in 3 Jahren noch nicht mehr drin war, aber mein Bruder und ich waren früher regelmäßig bei meinen Großeltern. Sie fanden es toll, meine Eltern hatten Zeit für sich, und wir Kinder fanden es auch toll bei der Oma zu sein.
Ich finde nicht dass man sich daheim anketten muss, wenn die Großeltern die Kinder genauso lieben und gerne Zeit mit ihnen verbringen.
Außerdem finde ich ist ständig auch sehr übertrieben, es geht hier um 2x im Jahr

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