Alkoholproblem Vater

Unser Vater hat seit Jahren ein Alkoholproblem, sieht dieses jedoch nicht (so wie viele, die ein Suchtproblem haben).
Wir haben aufgehört, helfen zu wollen, denn wo keine Einsicht ist, wird auch nichts helfen.
Jetzt ist es so, dass meine Schwester ihn gestern im Erbrochenem ohnmächtig liegend vorgefunden hat, ca um 2 Uhr morgens.
Meine Mutter ist bei ihrer Familie wegen einem Trauerfall, also war sie alleine mit ihm Zuhause, sie allerdings war auch bis halb 2 unterwegs.
Sie wusste nicht, was sie machen soll, Krankenwagen rufen, mich anrufen oder oder... Letztendlich hat sie ihn alleine ins Bett bekommen und ist erst gegen 9 Uhr morgens total verheult zu mir gekommen.
Wir wissen uns nicht mehr zu helfen. Er zieht die ganze Familie mit rein, meine Schwester sieht das nicht zum ersten Mal und hat ungelogen wirklich mittlerweile ein Problem, das alles zu vearbeiten.
Meine Mutter will sich nicht trennen, schon seit Jahren nicht, obwohl wir Kinder ihr das so oft gesagt haben, aber in "ihrem Glauben" gibt es keine Trennungen.
Fern halten von Mutter können wir uns aber auch nicht.
Es ist eine Art Teufelskreis, wo wir nicht weiter wissen.
Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass mein Vater schwer Leberkrank sein wird, es hat bereits mit wenigen Symptomen angefangen (bin Krankenschwester und arbeite auch noch mit solchen Patienten zusammen 😣)
Was soll man denn da machen. Er macht die ganze Familie kaputt und keiner von uns kann sich distanzieren...
Hat jemand ähnliches durch.

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Darf ich fragen, wie, alt Deine Schwester ist?
Letztendlich hast du nur zwei Möglichkeiten:
Es auszuhalten oder den Kontakt abzubrechen.
Wenn Deine Schwester aber noch minderjährig ist und deshalb noch bei Deinen Eltern wohnt, müsste halt in erster Linie für sie eine Lösung gefunden werden, im schlimmsten, Fall über das Jugendamt.
Deine Eltern wollen ja leider keine Hilfe annehmen.

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Nein minderjährig ist sie nicht mehr, 23 Jahre alt.
Habe ihr angeboten, bei uns zu wohnen, haben ein Zimmer über, aber das wollte sie auch nicht, das würde sich wie "ihn im Stich lassen anfühlen".
Ich habe jetzt ein paar Sachen gepackt und bleibe mit meinem Sohn ein paar Tage hier mit ihr, das ist aber auch keine Lösung.

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Klingt, als wäre sie co-abhängig. Dann kannst du ihr auch nicht helfen. Letztlich muss sie begreifen, dass sie an der Situation nichts ändern kann. Nur für sich selbst und wenn sie ihr Leben nicht in die eigene Verantwortung bringt, hilft ihr alles jammern nichts. Auch wenn jammern und sich als Opfer sehen auch ganz bequem ist.

Ganz stimmt deine Aussage nicht: "und keiner von uns kann sich distanzieren."
Keiner von euch will sich distanzieren. Jeder könnte sich distanzieren, aber niemand ändert etwas für sich- und daher bleibt alles so, wie es ist. Denn euer Vater braucht auch nichts zu ändern, weil für ihn alles supi ist. Selbst, wenn er nachts um 2 in seinem Erbrochenen liegt, bringt man ihn zurück ins Bett. Bequemer geht's doch nicht. Die Frau hält ihm die Stange, für ihn kann es so weitergehen. Wieso sollte er etwas ändern?

So funktionieren Sucht und Co-Abhängigkeit.

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Hey!
Ja, ich. Bei der ersten Alkoholvergiftung war ich 4.

Du erkennst das Dilemma: Mutter und Vater mauern und lassen alles so, wie es ist. Dann ist das so.
Du kannst versuchen deiner Schwester zu helfen, indem du ihr Möglichkeiten aufzeigst, da raus zu kommen. Sie kann nicht dafür sorgen, dass dein Vater aufhört zu trinken, aber sie kann dafür sorgen, dass sie das Elend nicht mehr sehen muss.

Ich habe irgendwann bei jedem kritischen Zustand den Krankenwagen gerufen. So konnten meine Eltern die Realität nicht mehr leugnen und haben mich auch angefeindet. Aber ich habe meine Meinung vertreten, dass ich die Verantwortung nicht tragen möchte, dass wegen meiner unterlassenen Hilfe jemand zu Schaden kommt. Ich bin kein Arzt und möchte nicht entscheiden müssen, ob das gerade lebensbedrohlich ist oder harmlos. Hinterher werden eh Vorwürfe gemacht. Typische Alkoholikerfamilie eben.

Spoiler: gebracht hat es nichts, außer dass es mir nun besser geht.

Liebe Grüße und starke Nerven!
Schoko

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Mutter und Vater kannst du nicht helfen, das weißt du.
Wenn deine Schwester noch minderjährig ist, ist das Jugendamt eure Anlaufstelle. Nur was will deine Schwester? Würde sie in eine betreute Wohngruppe wollen?
Könnte sie vielleicht auch bei dir unterkommen?
Wenn sie erwachsen sein sollte stellen sich diese Fragen nicht, dann wird es Zeit auszuziehen.

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Sie ist nicht minderjährig, möchte aber auch nicht bei mir unterkommen.
Das ist mittlerweile so verzwickt. Meine Schwester hat "Schuldgefühle", wenn sie zu mir ziehen würde.
Wir können ihm alle nicht mehr helfen, meiner Mutter allerdings auch nicht mehr, traurigerweise

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Wie du selbst merkst wenn sich jemand nicht helfen lassen will wirst du nichts ausrichten können. Und deine Schwester leidet aber will auch nicht aus der Situation raus. Klingt schon recht Co-Abhängig. Deine Schwester soll das nächste Mal den Arzt rufen und gut. Wenn sie das nicht will sag ihr doch einfach mal es könnte ja auch ein Schaden bei ihm sein und den merkt sie nicht wenn sie ihn nur ins Bett legt. Gerade wenn sie kein schlechtes GEwissen haben will zieht dieses Argument vielleicht. WEnn nicht ist es am Ende deren Sache!

Ela

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Das mit dem evtl nicht bemerken einer anderen Sache, da habe ich vorhin klipp und klar gesagt, dass das nicht geht und sie das nächste Mal definitiv einen RTW rufen muss und wenn nicht eben mich, weil ich kann das durchziehen, alle anderen Familienmitglieder traurigerweise nicht.
So reiten sie alle aber eben immer weiter rein...
😩🤧
Es ist tatsächlich einfach nur noch ein Elend.

9

Dann wünsche ich dir mal viel Glück das ihr irgendwann doch noch zu einen verwertbaren Ergebnis kommt..

Ela

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