Ich liebe meine Tochter mehr als meinen Sohn

Ich habe 2 Kinder. Meine Tochter ist 4 Jahre alt und mein Sohn ist 1,5. Beide Mäuse sind absolute Wunschkinder. Trotzdem merke ich seit der Geburt von meinem Sohn, dass meine Bindung zu ihm anders ist. Meine Tochter roch als Baby immer nach Muttermilch, mein Sohn riecht nach nichts. Das habe ich sogar der Hebamme nach der Geburt gesagt. Ich weiß zwar, dass es mein Kind ist, es gab auch seit seinem 1. Atemzug bis zu seinem 3.Monat nie eine Trennungssituation. Ich mag ihn auch sehr. Trotzdem scheint er mir irgendwie fremd. Es sind nicht dieselben Gefühle, wie zu meiner Tochter, zu ihr bin ich viel zärtlicher und nachsichtiger. Sie ist einfach mein Sonnenschein, mein Ein und Alles, obwohl sie eine fordernde Zicke ist. Ich lese ihr viel lieber vor und spiele auch viel lieber mit ihr, als mit meinem Jungen. Mit dem Sohn mache ich das alles auch, auch genauso lange wie mit ihr, nur meine Gefühle sind dabei anders. Ich habe auch eine riesige Angst, dass er das merkt. Mein Sohn ist so ein liebes und ruhiges Kind. Er sucht meine Nähe, er kriegt diese auch, ich knutsch ihn und drück ihn sehr viel, ich sage ihm auch ununterbrochen, dass ich ihn liebe, aber mein Herz gehört einfach meiner Tochter. Das macht mich irgendwie fertig. Ich möchte beide Mäuse gleich stark lieben.Ich möchte mit beiden gleich gerne meine Zeit verbringen. Habt ihr vielleicht Tipps für mich, wie ich das erreichen kann?

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Hallo,
also erstmal ist das sicherlich nichts für was du dich schämen müsstest. So wie es Menschen im Freundes- und Bekanntenkreis, Arbeitswelt, Familie gibt die einem näher als andere sind, so ist das evtl. auch bei den eigenen Kindern. Manchmal fällt es einem mit dem eigenen Geschlecht einfacher oder ein Kind hat eher ähnliche Charakterzüge als man selbst oder so. Ich bin selbst Erzieherin und glaub mir, man hat zu manchen Kindern eine engere Bindung als zu anderen. Es kommt nur darauf an, wie man damit umgeht. Was natürlich niemals passieren darf, ist das die Kinder aufgrund dessen benachteiligt werden etc. Aber so wie du es schreibst, achtest du da ja sehr darauf.
Ich finde es gut, dass du dir das bewusst machst und es dir auch eingestehst, für seine Gefühle kann man nichts!!!
Manchmal kann es aber auch durch eine postpartale Depression (nach der Geburt), oft auch „unerkannt“, kommen. Also falls du sehr darunter leidest, dann würde ich vielleicht mal noch professionelle Hilfe suchen.
Wünsche euch das allerbeste!!

Liebe Grüße

Arlia

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Ich fühle mich meinem zweiten Kind näher. Trotzdem liebe ich beide. Es sind unterschiedliche Mensch und ich habe unterschiedliche Beziehungen mit ihnen.

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Ich glaube nicht, dass dein Herz nur deiner Tochter gehört. Du liebst deinen Sohn doch auch und würde es schlecht um ihn stehen, dann wäre es dir sicher nicht egal. Du liebst die Beiden nur unterschiedlich. Sie sind ja auch unterschiedliche Menschen. Nicht nur Eltern fühlen sich oftmals zu einem Kind mehr hingezogen, sondern auch Kinder.
Als Kind hat mich nur interessiert was Papa macht, da wollte und durfte ich immer mithelfen. Meine Mutter hab ich auch geliebt, aber die Arbeit mit meinem Vater rund ums Haus und mit den Tieren hat mich einfach mehr gereizt.
Vielleicht kann euer Sohn auch mehr mit seinem Vater anfangen. Das wäre in eurem Fall ideal.

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Sondern auch Kinder zu einem Elternteil sollte es heißen.

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Ich habe 3 Jungs und meine Gefühle sind auch unterschiedlich. Der Große ist wie ein Freund, der Mittlere ist eher der Sparringpartner, wir zicken uns oft an, aber er ist halt 15 und weiß noch nicht, wo er steht. Gleichzeitig könnte ich aber stundenlang nur von ihm erzählen--zu den anderen beiden fällt mir dagegen kaum was ein #kratz
Der Kleine ist die zickige Diva, aber wahnsinnig anhänglich.
Ich denke, dass ich alle 3 gleich liebe, aber eben total unterschiedlich. Wenn einer von ihnen fehlen würde, wäre mein Leben zerstört.

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Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass du sie unterschiedlich stark liebst sondern einfach, dass du deiner Tochter näher bist als deinem Sohn und das ist absolut normal.
Man hat zu jedem Kind eine andere Bindung.
Zu meinem ersten Kind ist es zum Beispiel von Beginn an eine anstrengende Beziehung, wir sind so verschieden wie man nur sein kann. Wir haben fast nichts gemeinsam. Dennoch lieben wir uns!
Mein zweites Kind ist mir vom ganzen Wesen her viel näher, weil es viele Charakterzüge hat mit denen ich mich identifizieren kann. Zu ihr eine enge Beziehung zu haben ist keine Schwerstarbeit sondern fühlt sich ganz natürlich an und einfach.
Was ich sagen will: ich glaube du wirst kaum ein Elternteil da draußen finden, dass sagt die Beziehung zu jedem Kind sei gleich und man könne mit jedem Kind gleich viel anfangen.
Ob die Kinder das merken... ich glaube schon. Bei meiner Mutter war mein Bruder "DAS" Kind. Sie hat uns alle stets gleich behandelt und doch merkt man ja auch als Kind, dass es eben einfach nicht so 100% passt mit einem Elternteil. Schlimm finde ich das gar nicht. Meine Mama und ich haben ein gutes Verhältnis aber wir sind und waren einfach Gegensätze!
Ich war eher auf Papas Welle. Wir sind uns sehr ähnlich, es fällt sehr leicht, den anderen zu verstehen usw.

Mach dich nicht verrückt. Ich glaube man bekommt immer das Kind, was man "braucht". Du wirst sicher auch zu deinem Sohn ein gutes Verhältnis haben wenn du die Situation so annimmst und es nicht problematisierst. Du liebst ihn, du gibst alles was du kannst, das ist absolut ausreichend. Sein Charakter wird sich ja erst noch formen in den nächsten Jahren. Wer weiß, wie er sich entwickelt und ob er dich noch überraschen wird?

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Vielen Dank für eure Antworten, wahrscheinlich habt ihr Recht und die Beziehung zu ihm ist nur anders, aber die Liebe nicht weniger stark, zumindest versuche ich es mir so dauernd eonzureden. Ich könnte mir mein Leben ohne meinen Sohn genauso wenig vorstellen, wie ohne meine Tochter, das steht fest. Trotzdem tut es mir für meinen Sohn unlaublich Leid. Die beiden Mäuse sind , wahrscheinlich durch das lange Stillen bedingt, extreme Mamakinder, das macht die Sache natürlich nicht einfacher, da ich beiden gerecht werden möchte. Vlt. wird sich das alles noch ändern, wenn der Kleine größer wird. Trotzdem haben mir eure Beiträge unglaublich gut getan, vielen Dank dafür.

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Du schreibst nicht wie eine Mutter die ihren Sohn nicht liebt.
Ich lese sogar viel Liebe zwischen deinen Zeilen.
Du tust alles damit es ihm gut geht und fragst und Rat. Das tun Mütter die ihre Kinder lieben.
Wie die anderen schon schrieben, liebst du ihn wahrscheinlich nur anders. Das kann sich im Laufe der Jahre auch noch ändern.
Mache dich nicht verrückt.
Für den unwahrscheinlichen Fall das es doch schlimmer wird, kannst du dich an Beratungsstellen wenden, den Kinderarzt, deinen Hausarzt etc. da gäbe es natürlich auch Hilfe. Aber ich glaube nicht das du die brauchst 😃

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Vielleicht erreichst du das, wen du deine Erwartungen diesbezüglich runterschraubst.

Es ist eine sehr romantische und natürlich schöne Vorstellung beide gleich zu lieben, jedoch sind es zwei komplett andere Menschen, die du da hast. Zumal deine Tochter einen gewissen "Vorlauf", hat.

Ich finde, du machst das toll, deiner Beschreibung nach. Es klingt, als würde es deinem Sohn sehr gut gehen.
Hast du den gar keine Gefühle für ihn oder fühlt sich deine Liebe zu ihm "nur", anders an?

Bei gar keinen Gefühlen solltest du dir Hilfe holen, vielleicht auch jetzt schon, wen er dir fremd erscheint!!

Da du für Gedanken machst und dir Tipps und Hilfe hier holst, zeichnet dich im übrigen als gute, Liebende Mutter aus.

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Natürlich habe ich Gefühle zu ihm, ich mag ihn sehr, bzw. ich liebe ihn natürlich. Nur ist es eben nicht dieselbe Liebe wie bei meiner Tochter. Sie ist für mich gefühlt die wichtigste Person auf der Welt. Ich würde für sie alles machen, ich bin ihr nie sauer. Ich ärgere mich nie über sie, ganz egal was sie macht. Wenn sie jetzt z.B. 20 Minuten lang schreien würde, weil sie nicht vom Spielplatz Heim gehen möchte, wäre ich immer sehr ruhig und freundlich zu ihr, es würde mir gar nichts ausmachen. Bei meinem Sohn bleibe ich zwar auch ruhig und freundlich, aber in meinem Inneren bricht derzeit ein Vulkan aus. Ich habe meine Tochter sehr lange gestillt, sie hat mich 3 mal blutig gebissen, es machte mir nichts aus. Wenn mein Sohn zubeißt, sage ich zwar auch ruhig und freundlich "nein", aber ich bin dann imens wütend auf ihn. Ich hatte auch die ganze Schwangerschaft mit meinen Sohn über ,Schuldgefühle gegenüber meiner Tochter. Ich hatte Angst, dass ich den Kleinen aufgrund seines Alters und seiner anfänglichen Hilfslosigkeit mehr liebe, ich hatte Angst , dass sie sich zurückgestoßen und ungeliebt fühlt. Aus diesem Grund habe ich meine ganze Freizeit im Wochenbett meiner Tochter gewidmet. Ich denke, das sdurch diese Schuldgefühle meiner Tochter gegenüber, meine Beziehung zu meinem Sohn anders ist. Ich hatte halt immer Angst ihn, wwil er klein ist, zu bevorzugen und habe mich bei ihm am Anfang wohl zurückgehalten. Ich hatte nach der Geburt z.B. schlechtes Gewissen, wenn ich ihn vor meiner Tochter geküsst habe und habe dann gewartet bis sie im KiGa oder im anderen Zimmer ist. Jetzt hat es sich natürlich verändert. Ich möchte auf keinen Fall, dass sich jemand benachteiligt oder ungeliebt fühlt. Ich habe auch schon darüber nachgedacht psychologische Hilfe zu holen, da ich aber immernoch versuche mir einzureden, dass es Quatsch ist und ich die beiden doch gleichstark liebe, habe ich mich noch nicht getraut. LG

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Hallo, bei mir ist es das dritte Kind. Ihr bin ich emotional am nächsten. Allerdings ist sie mir auch am ähnlichsten. Ich persönlich finde das nicht schlimm. Ich mache mit allen Kindern das gleiche, knuddeln, spielen und erziehen. Solange solche Gefühle nicht in der Ablehnung eines Kindes enden, würde ich mir da keine allzu großen Gedanken machen.
Ich habe von beruflicher Seite mal eine solche Situation erlebt. Da lehnte die Mutter die eigene Tochter ab. Der Sohn würde verwöhnt. Materiell und gefühlstechnisch. Das war ganz schlimm, hat mir fast das Herz gebrochen.

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