anstrengender Familienbesuch - Vorsicht lang

Guten Abend zusammen!

Normalerweise schreibe ich immer unter meinem Nik. Da es hier um meine Familie geht, ist mir Anonymität aber lieber.
Ich bin gerade echt geladen und fürchte, der Text wird länger. Mit Vorgeschichte. Die relevante Frage steht zum Schluss.

Der aktuelle Anlass: Morgen kommen meine Eltern (Vater um die 70, Mutter jünger) vorbei. Sie haben 1.5 Stunden Fahrtweg und daher gewisse Ansprüche. Für nur 4 Stunden kämen sie nicht. Daher ist Kaffee&Kuchen zu wenig, die wollen auch noch spazieren gehen. Nach dem Mittagessen zu erscheinen geht auch nicht, denn sie wollen gegen 18 Uhr wieder weg sein. Mein Vater ist schwierig- ich vermute zumindest eine Angststörung, wegen der er sich einredet, später nicht fahren zu können. Die Gründe sind irrational.
Er sieht sich als Familienoberhaupt, das das Auto fährt und meiner Mutter abspricht, längere Strecken auch nur teilweise fahren zu können. Daher ist für ihn klar, dass nur er allein fährt- eine andere Lösung gibt es nicht.

Jetzt haben sie sich um 12 30 angekündigt und platzen ins Mittagessen. Mir passt es gar nicht, Vater ist das im Grunde egal. Er kann die Perspektive anderer nicht einnehmen und ist nicht empathisch. Dann geht er mit dem Kopf durch die Wand.
Meine Mutter kommt dagegen auch nicht an und lässt sich halt unterbuttern. Wenn meinem Vater etwas nicht passt, zieht er alle Register: Manipulation, permanentes Einreden, bockig werden, schreien. Ich habs zähneknirschend akzeptiert und mich überreden lassen. Denn eigentlich wollten beide mit dem Zug kommen.
Ich entbinde in 2 Wochen; in der Region gibt's ein Coronaproblem und wir wollen keine unnötige Gefahr. Die Züge sind hier überfüllt. Daher haben wir klipp und klar gesagt, dass wir das nicht wollen und sie bitte zwecks Risikominimierung mit dem Auto anreisen.
Nach langen anstrengenden Diskussionen kommen sie nun mit dem Auto, also ist das Entgegenkommen mit der Uhrzeit ein Kompromiss, der mir eigentlich nicht schmeckt.

Meine gesamte Kindheit war ein Kampf. Ich musste mich freikämpfen und permanent gegen meinen Vater durchsetzen: Dass ich Abitur machen durfte, studieren und dafür wegziehen.. er wollte mich immer kleinreden, um zu verhindern, dass ich unabhängig werde. Am besten wäre ich in einer Ausbildung in der Nähe des Wohnhauses gelandet. Das spätere Einkommen war egal, denn ich werde ja eh Mutter und Hausfrau. Letztlich sollte ich eine Kopie meiner Mutter werden.

Das ist die Ausgangslage. Jetzt erwarten wir Nachwuchs und mir schwant, was wieder auf mich zukommen wird. Anstrengende Kämpfe.
Wahrscheinlich kann ich morgen schonmal anfangen, meine Grenzen zu stecken. So ist es klassisch: Vater wird morgen seine Erwartungen einfließen lassen. Er will das Enkel viel sehen. Am besten sofort nach der Geburt. Die Wohnung soll in tadellosem Zustand sein, ansonsten wird gemäkelt.
Und natürlich: Für 4 Stunden kommt er nicht. Wenn er da ist, wird es nicht einfacher. Er prüft
die Wohnung, ist aufgedreht und unruhig, will gegen unseren Willen permanent fotografieren.

Welche Grenzen würdet ihr stecken ? Natürlich wird er mich als empfindlich darstellen, meine Wünsche zerreden und versuchen zu übergehen. Daher brauche ich morgen eine Position.

Welche Regeln gelten bei euch in der Zeit des Wochenbetts?

Danke für euer Feedback!

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Worum geht es dir eigentlich wirklich? Darum, dass du einmal früher, später oder abends essen musst? Wohl eher nicht. Einen Stellvertreterkrieg über das Enkelkind würde ich nicht anfangen. Arbeite deine Probleme von früher lieber in einer Therapie auf.

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Die Uhrzeit ist keine Willkür. Ich bin momentan nicht ganz fit und hätte die Uhrzeit vorher noch als Vorlauf gebraucht. So wird es jetzt stressig.

Insgeheim ärgere ich mich über mich selbst, eingeknickt zu sein- aber gut, das war der Deal. Sie kommen nun auch mit dem Auto.
Ich bin momentan sensibler. Wahrscheinlich ist der Beitrag ein Versuch, mich selbst zu sortierenund input von außen zu bekommen. Sonst bin ich ein recht sortierter Mensch, dieses Thema habe ich nicht vorbereitet.
Zudem war der heutige Tag anstrengend. Vielleicht hätte ich statt des Beitrags einfach ins Bett gehen sollen- morgen ist ein neuer Tag.

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Was wir für Grenzen haben, ist doch absolut irrelevant. Wichtig ist, welche Grenzen hast DU? Und dein Partner?

Kein Besuch im Wochenbett? Dann setz es durch! Besuche unterhalb von 6-8 Stunden? Sagen! Und dann rauskehren. Kritik abprallen lassen. Kommen sie einfach so, nicht aufmachen.

Das ist nicht leicht. Ich weiß. Aber Grenzen müssen sein. Dein Vater kann bocken und zicken und merken, dass er damit nichts erreicht. Entweder er besinnt sich, oder er hat Pech. Wichtig ist, konsequent zu sein. Schaffst du das?

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Meine Grenzen..
Ich nehme mal an, 5-6 Stunden Belagerung mit Säugling sind zu viel. Mir fällt es schwer, ohne Erfahrung jetzt schon zu benennen, was ich will.

Meinen SE gegenüber ist alles ok. Die könnten kommen. Für 1-2 Stunden sicher kein Problem, die sind pflegeleicht und wohnen in der Nähe. länger ginge sich auch.

Meine Eltern werden für 1-2 Stunden nicht kommen, sondern Stress machen. Dazu kommt dann, dass sie eifersüchtig auf die SE reagieren- der nächste Konflikt.
Letztlich verletze ich dadurch meine Mutter, die sich in die Opferrolle zieht, weil sie noch zusätzlich unter meinem Vater leidet. Letztlich ist das nicht mein Problem, sondern sie hat es sich eingebrockt.

Ich sehe, dass beide Parteien unterschiedliche Voraussetzungen haben.. Ein ätzender Konflikt. Ich habe allerdings keine Lust, dass das auf meine Kosten geht.

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Entschuldige dass ich hier nochmal separat kommentiere. Ich hab erst geschrieben und dann das der anderen gelesen... Die mal wieder urbia-gewohnt fies sind. Aber wer vernünftige Verwandtschaft hat soll sich einfach freuen und muss hier nicht fies und überheblich werden. Ein langes Wochenende mit meinem Schwiegervater und ihr wärd soooo dankbar für eure normale Familie!!!

Wenn du nicht stopp sagst wird es akut auf Deine Kosten gehen. Und ob deine Mom jetzt besser aufgestellt ist, das muss man diskutieren. Das Opfer ist die mächtigste Rolle in so einem Spiel. Weil es macht sich zum Täter und mit Emotion kann man wunderbar jegliche Sachlichkeit killen.
Les Dich da mal ein wenig ein. Dir wird viel bekannt vorkommen und das ist eher dein Kaliber als hier...
https://www.reddit.com/r/JUSTNOMIL/

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Ich verstehe auch nicht ganz worum es geht. Esst früher Mittag, oder später gemeinsam. Wenn sie nicht mitessen wollen und rein platzen,...so what?! Dann ist das so. Das Problem dabei ist?

Hört sich nach einem lächerlichen Machtkampf an.

Sag, wenn du nicht fotografiert werden möchtest, sag, wenn dich was stört. Welche Angst hast du?

Regeln im Wochenbett? Gab es nicht. Wozu?

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Auf die Mittagsdiskussion bin ich oben schon eingegangen.

Machtkampf: Vater sieht sich in seiner Rolle als Familienoberhaupt im Zentrum aller Entscheidungen. Ich weiß, dass meine Interessen und Bedürfnisse nicht berücksichtigt werden, wenn ich nicht permanent gegenhalte. Das stimmt.

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Angst im Sinne von Panik habe ich nicht. Ich merke nur, dass ich momentan keine Energie für diese Kämpfe habe. Es war früher ziemlich anstrengend. Mit Säugling oder schwanger wird mir das einfach zu viel, merke ich nun. Laut werden half früher, vor 15 Jahren. Jetzt klappt das nicht mehr und würde alles eskalieren lassen.
Wahrscheinlich müsste ich sie rausschmeißen, wenn ich meine Grenzen waren möchte. Letztlich sind das Szenen, die ich gerne nun ersparen will.

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Danke für den Input.

Wenn ich meinen eigenen Beitrag so durchlese, fällt mir auf, dass ich von den Diskussionen schrieb.
Früher habe ich mich auf solche nicht eingelassen, ich denke, das war nun der Fehler. Diskussionen machen mürbe. So ist man dann auch zackig im Machtkampf.

Letztlich hat die 2. Posterin recht- meine Grenzen stehen im Vordergrund. Ich werde die Geburt abwarten und mich vorher auf keine Besuchstermine festnageln lassen. Wenn sie für 2 Stunden nicht herkommen wollen, sollen sie Besuche mit anderen Dingen füllen. Oder zu Hause bleiben.

Ansonsten war ich die letzten Tage einfach zu hormonbeduselt und habe die rosa Brille aufgesetzt. Das heute war wieder die Realität.

Danke für konstruktiven Beiträge :)

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Verstehe dein Problem gerade nicht. Meiner Meinung nach bauscht du hier auf.

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....“Er kann die Perspektive anderer nicht einnehmen und ist nicht empathisch.“

Dann kommst Du ja ganz nach ihm!?

Manche Menschen haben für jede Lösung ein Problem...
Dass er mit seinen 70 nicht einfach mal so 1,5 fährt und nach 2 std wieder die Rückfahrt Antritt, kann ich vollkommen verstehen.

“Jetzt haben sie sich um 12 30 angekündigt und platzen ins Mittagessen.“

Nette Gastgeber würden dann warten bis die Gäste da sind und gemeinsam essen.
Wenn sie nicht möchten, dann können sie es sich schon mal auf der Couch bequem machen solange ihr isst.

Deine Schwiegereltern musst Du nicht einladen, wenn es da nicht so mit deinen Eltern passt.

Sei doch einfach mal froh, dass Deine Eltern euch besuchen. Anstatt Zig alberne Regeln aufstellen zu wollen, freu dich doch einfach mal.

Paar std sind schnell vorbei, die kann man sich doch entspannt und unvoreingenommen darauf einlassen. Notfalls hast du zwei Ohren..

Immerhin sind es Deine Eltern! Du hast auch bald Kinder.. Und auch Ihr werdet als Eltern zig Dinge in den Augen eurer (später) erwachsenen Kinder falsch machen.
Man muss sein Gegenüber nicht zu 100% toll finden, auch wenn es die Eltern sind.
Aber so erwachsen zu sein ein vernünftiges Maß an Respekt aufzubringen, sollte schon drin sein.


Versuch Dich weniger als den Nabel der Welt zu sehen, auch nicht in der Schwangerschaft.

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Puh. was ist nur mit dir los?
An die TE: Bitte nimm dir das nicht zu Herzen...

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Was soll denn los sein?

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Ich entscheide zwischen essentiellen Grenzen
und Kompromissen.

Essentiell: Besuch im Wochenbett: ja/nein. Verletzende Kommentare, Übernachtung: ja/nein, Häufigkeit.

Flexibel bin ich bei Uhrzeit. Je eher der Besuch kommt, desto schneller sind sie wieder weg.
Das mit dem abends nicht fahren kenne ich von vielen Älteren. Und ganz ehrlich: inzwischen geht es mir selbst auch so. Noch nicht 18 Uhr, aber ab 20 Uhr bevorzuge ich es zu Hause zu sein. Das war früher nie so. Je älter ich werde, desto mehr habe ich das Bedürfnis. Ausgenommen ich übernachte wo in der Nähe, dann bleibe ich auch gern länger und weiß, dass ich nur x Minuten Fußweg habe.

Beim Mittagessen hätte ich mir vorher einen Snack gemacht. So, dass es meinem Kreislauf gut tut und so, dass ich zum Mittagessen noch Hunger habe. Da ich sowieso ein Mehrportionenesser bin und mir eine große in drei Kleine aufteile, hätte ich zu meiner Zeit eine kleine Portion gegessen und ab Ankunft der Eltern mit ihnen zusammen.

Überlege welche Punkte dir wichtig sind, die wichtigsten. Die teile klar mit und bleibe dabei.
Bei den anderen kann man Kompromisse eingehen.

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Was engstirnigkeit und wenig Flexibilität angeht - da nehmt ihr, dein Vater und du, euch ja nichts.

Wo ist das Problem, dass sie um 12:30 Uhr kommen.
Du bist eine erwachsene Frau. Ist es wirklich ein Problem, das Mittagessen auf 13 Uhr zu verschieben ? Ernsthaft ?
Und was ist daran schlimm, dass sie spazieren gehen wollen ?
Also du suchst echt Probleme, wo es keine gibt.

Meine Eltern wohnen 2,5 std von mir entfernt. Wenn sie kommen, dann bleiben sie entweder von morgens bis abends oder über Nacht.
Wir haben sicher nicht das beste Verhältnis, aber es sind meine Eltern und sie wollen halt ihr Enkelkind sehen, also können sie auch kommen.

Und verwerf mal die Gedanken, dass dem Baby Besuch von 5-6 std etwas ausmacht.
Wie kommst du darauf?
Es gibt Kinder, die kommen als Geschwisterkinder auf die Welt.
In diesen Familien gibt es nicht nur die Mama, die den ganzen Tag das Baby anstarrt, sondern eben auch Geschwister, die den ganzen Tag für Trubel sorgen. Hab gehört, selbst diese Kinder kommen mit der Situation klar 😉

Und übrigens : ich bin keine 70, sondern Mitte 30.
Nahe Verwandtschaft lebt 45 Minuten von uns entfernt. Wenn wir sie besuchen oder sie uns, dauert der Besuch immer mindestens den halben Tag. Also für 2 std würde ich die Strecke nicht fahren.
Und keiner von uns hat ein Problem damit.

Bedenke auch : irgendwann wirst du vielleicht auch Oma sein. Wie fändest du es, wenn dein Kind so mega engstirnig wäre wie du?

Beschwer dich also nicht über die unflexibilität deines Vaters, du bist leider viel schlimmer.

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