Schwiegermutters Freundin

Hallo,

meine Schwiegermutter hat eine Freundin, die scheinbar denkt, Freundschaften erkaufen zu müssen. Jedesmal, wenn man sich trifft, denkt sie, sie muss was schenken, was ja gar nicht nötig ist. Man freut sich doch auch so, jemanden zu sehen. Sogar ich selber und meine Tochter haben schon was bekommen, obwohl ich sie gar nicht gut kenne. Da waren es zum Glück nur Kleinigkeiten. Hab mich darüber gefreut und mich bedankt.
Jetzt haben aber meine Schwägerin und ihr Freund geheiratet. Da wollte sie unbedingt was schenken, obwohl sie ja gar nicht zur Hochzeit eingeladen war. Und weil sie uns damals nichts geschenkt hat, wollte sie uns auch noch was schenken, weil das ja sonst ungerecht ist, findet sie. Tja, und weil meine Schwiegermutter jetzt Geburtstag hatte, gab es da natürlich auch was. Wie haben alle das gleiche bekommen. Es gab ein Sachgeschenk, was schon mehr als ausreichend gewesen wäre und dann noch einen Gutschein, der den Wert des Sachgeschenkes locker um das doppelte übersteigt. Meine Schwiegermutter hat nachgeschaut. Das Problem an der ganzen Sache ist nämlich, dass die Frau einen riesigen Berg Schulden hat und sich das eigentlich überhaupt nicht leisten kann und sollte. Meine Schwiegereltern haben ihr in Finanzfragen geholfen und kennen ihre Situation ziemlich gut. Die wissen, was sie monatlich abzahlen muss und da ist so ein Geschenk einfach nicht drin. Mein Mann und ich waren bei der Übergabe gar nicht anwesend. Wir wussten nur, dass wir was bekommen werden. Hatten es gestern noch davon, dass es doch bestimmt und hoffentlich nur eine Kleinigkeit ist. Meine Schwiegermutter hat ganz arg mit ihr geschimpft, als sie gesehen hat, was es ist. Worauf sie natürlich verletzt war. Sie möchte ihr das Geschenk auch wieder zurück geben und eigentlich sollten wir das der Vernunft wegen alle machen, aber wir würden sie damit natürlich sehr kränken. Wir müssen uns natürlich auch noch bedanken. Klar ist sie ihr eigener Mensch und kann tun und lassen, was sie für richtig hält, aber man kann doch nicht mit ansehen, wie ein Freund sich so über seine Verhältnisse hinaus übernimmt.
Schon mehrmals hat man ihr gesagt, dass sie ihr Geld zusammenhalten muss, aber sie will nicht drauf hören.
Was macht man da am besten?

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Das Geschenk auf jedenfall zurück geben. Ich könnte mir sonst selbst nicht mehr in die Augen schauen.

Und dann ja, gibt es einen Betreuer, für Finanzen? Wäre es gut wenn sie einen hätte?

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Erst hätte ich dir recht gegeben. Wie andere User schon vermutet haben, befürchte ich aber auch, dass sie gar nicht alles zurückgeben kann und dann auf den Kosten sitzen bleibt. Ich schätze sie nämlich nicht so ein, dass sie extra dafür die Kassenzettel aufhebt. Es ging mir darum, in Zukunft zu vermeiden, dass sie immer denkt, was mitbringen zu müssen.

Nein, sie hat keinen Betreuer für die Finanzen. Meine Schwiegereltern saßen nur mal ziemlich lange mit ihr dran, um nach Möglichkeiten zu suchen, wie sie Geld Einsparen kann, bis sie irgendwann nichts mehr davon hören und in Ruhe gelassen werden wollte. Das hat mir meine Schwiegermutter alles erzählt.

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Sie ist ihr eigener Mensch und ihr auch.
Es steht euch frei ein Geschenk abzulehnen.

Natürlich wird sie beleidigt sein. Aber IHR Verhalten ist nicht angemessen. SIE hat ein Problem mit dem Beziehungsaufbau.
Ihr solltet es auf jeden Fall zurück geben. Dafür müsst ihr euch nicht entschuldigen. Ihr habt nichts mit ihr zu tun, ihr wollt es nicht. Fertig.

Sie ist darauf angewiesen, dass ihr Verhalten als unangemessen zurückgewiesen wird. Sonst kann keine Veränderungsmotivation entstehen.

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Es geht mir eher darum, Geschenke in Zukunft zu vermeiden. Mit ihr reden hat bisher ja nichts gebracht. Sie hört nicht drauf.
Wie andere vermuten, glaube ich auch nicht, dass sie die Sachen zurück geben kann, weil ich sie nicht so einschätze, dass sie die Kassenzettel dafür aufhebt. Wenn sie dann drauf sitzen bleibt, ist auch nichts gewonnen. Der Fehler war, das Geschenk anzunehmen, denke ich. Zumindest die Gutscheine. Meine Schwiegereltern und Schwägerin haben vermutlich nur das Sachgeschenk gesehen, weil das unverpackt war und nicht in den Umschlag geguckt. Sonst hätten sie das nie angenommen.

Dass man so keine Beziehung aufbaut, hast du Recht. In dem Fall sollte es ja ein Hochzeitsgeschenk, ein verspätetes Hochzeitsgeschenk und ein Geburtstagsgeschenk sein, aber mit sowas haben wir nicht gerechnet. Wir dachten sie ist vernünftiger.

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Du kannst die Geschenke in Zukunft zurückweisen, wenn du es zurück gibst. Natürlich gibt sie das Geschenk nicht zurück.
Dadurch hat sie einen doppelten Schaden: die gesellschaftliche Sanktion ihre Verhaltens UND den finanziellen Schaden. Ich bin mir sehr sicher, dass sie euch nicht noch mal beschenken wird.

Wenn du es behältst gibt es für sie keinen Grund ihr Verhalten zu ändern.

Mit Vernunft hat dieses Verhalten nichts zu tun und kann mig dieser auch nicht bekämpft werden.

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Schwierig. Ich würde das Geschenk nicht zurückgeben. Die Gutscheine und Sachgeschenke sind jetzt schon gekauft und können höchstwahrscheinlich nicht zurückgegeben werden. Sprich die Freundin würde auf den hohen Kosten sitzen bleiben, hätte das Zeug zuhause und wäre mächtig vor den Kopf gestoßen.

Da ihr euch ja sowieso noch bei ihr bedanken müsst, würde ich ihr aber in dem Zusammenhang freundlich sagen, dass es zwar furchtbar nett, aber einfach zu viel ist und ihr in Zukunft solch große Geschenke nicht mehr möchtet.

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Das befürchte ich halt leider auch. Ich glaube auch nicht, dass sie die Kassenzettel auch aufgehoben hat. Selber was anfangen kann sie mit den Sachen nicht. Man braucht nicht 3 Mal sowas und da, wo sie die Gutscheine geholt hat, geht sie eher auch nicht einkaufen. Glaub ich zumindest.

Bedanken werde ich mich in jedem Fall. Eigentlich, dass man gar nichts mehr möchte, aber das hat man schon öfter gesagt. Vielleicht hilft es aber jetzt endlich was. Oder man muss ihr echt mal sagen, dass sie keine Freundschaft kaufen muss. Das ist dann aber nicht meine Aufgabe.

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Vor dem Hintergrund fällt " Ist erwachsen und kann selber entscheiden." raus. Sie kann nicht selber entscheiden. Sonst hätte sie wohl keine Schulden.

Gebt das, was man zurückgeben kann zurück und guckt, ob sie selber was mit den Gutscheinen anfangen kann.

Und für die Zukunft: Geschenke klar und deutlich ablehnen! Ihr seid nicht Verwandtschaft und wohl auch nicht so gute Bekanntschaft, dass ihr solche Geschenke bekommen solltet.

Ein bisschen Verantwortung dafür habt ihr nämlich auch.

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Schulden, weil sie zu viel Geld aufgibt, hat sie nicht. Das ist nicht der Grund. Aber sie sollte deswegen nicht so viel Geld ausgeben.

Ich fürchte, dass sie das nicht mehr zurück geben kann, weil sie die Kassenzettel nicht mehr haben wird. Mit den Gutscheinen fängt sie nichts an. Damit fangen wir anderen Frauen auch nichts an. Nur unsere Männer.

Es darf gar nicht mehr dazu kommen, aber reden hat bisher nichts gebracht. Es muss was sein, was sie wirklich zum Umdenken bringt. Aber am besten ohne sie zu verletzen.

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Wie du sagst: sie ist alt genug und wenn sie es nicht schafft, alleine Verantwortung zu übernehmen, ist das letztlich ihr Problem.

Bei der Rückgabe des Geschenks ist für sie ja nix gewonnen. Dann hat sie 3 mal das gleiche Sachgeschenk und Gutscheine 🤷‍♀️

Ich würde mich bedanken und freuen und sagen, dass du zukünftig nichts mehr möchtest oder nur was kleines wie Pralinen oder Blumen. :)

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Richtig, für sie verantwortlich ist sie selber. Sie ist schließlich eine mündige Frau.

Genau das ist das Problem. Sie könnte es wieder weiterverkaufen, aber das wäre mit einem Verlust verbunden.

Am besten wäre ja gar nichts, aber da redet man sich bisher den Mund fusselig. Ich bin immerhin schon froh, dass sie meiner Tochter kein Spielzeug mehr mitbringt.

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Das klingt danach als hätte besagte Freundin ein sehr ungesundes Verhältnis zum Gewinnen und Erhalten von Freundschaften erlernt. Wurde sie vielleicht früher ausgenutzt und musste eine Freundschaft immer finanziell "motivieren" und hat dieses Verhalten einfach als normal übernommen?

Grundsätzlich hat die Frau ja wohl kein gutes Verhältnis zu Geld, wenn so hohe Schulden vorhanden sind. Jetzt, wo ihr darum wisst, solltet ihr vehement jedes neue Geschenk ablehnen. Auch wenn die Dame das verletzt. Das ist sicher sogar dringend notwendig, damit ein Umdenken bei ihr stattfindet, dass ihr sie auch mögt auch wenn sie euch nichts schenkt.

Die erhaltenen, angenommenen Geschenke würde ich jedoch behalten. Diese wieder zurück zu geben hat für mich etwas wie Nachtreten wenn jemand schon am Boden liegt. Das könnte dem Eindruck erzeugen, euch gefällt das Geschenk nach tagelanger Begutachtung nicht, so dass sie sich beim nächsten Mal noch mehr Mühe (Geld) für das Geschenk geben muss.

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Das klingt für mich auch so. Ob sie ausgenutzt wurde, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass sie eine ganz schwierige und schlimme Phase in ihrem Leben hatte.

Die Schulden hat sie nicht, weil sie scheinbar nicht aufs Geld gucken kann (was sie aber echt nicht kann) und auch nicht, weil sie sich was gekauft hat, was sie sich nicht leisten kann. Sie muss jemanden ausbezahlen. Ist etwas komplizierter. Der Betrag ist aber so hoch, dass sie es nicht auf einmal zahlen kann. Bei ihr ist das Geld aber halt auch deswegen dann knapp.

Das ist es, dass sie lernen muss, dass man sie auch so gern hat.

Wir werden es jetzt auch behalten. Stimmt, dann wird sie wirklich denken, sie muss sich noch mehr Mühe geben.

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Das hört sich ganz nach meiner besten Freundin an. Sie Studiert und bekommt nur Barfög, daher hat sie wenig Geld. Sie ist bis zum Anschlag im Dispo. Ihre Kindheit hat sie im Heim verbracht und wenig Aufmerksamkeit bekommen. Sie schenkt auch andauernd etwas, nicht nur mir sondern auch anderen. Jetzt wo ich Schwanger bin, hat sie schon 150€ für Babyklamotten ausgegeben. Ihr Bruder ist 30 geworden und da mussten es 30 Geschenke sein und die Liste geht immer so weiter. Sie hat absolut kein Geld und plant ihren Geburtstag der ca. 400€ kosten wird.
Ich glaube, dass es ein psychisches Problem ist und sie sich Aufmerksamkeit,Dankbarkeit, Bewunderung, eine Umarmung...... damit holen will. Alles das, was sie im Heim nicht hatte.
Einen richtig Rat kann ich dir nicht geben, ich lehne die Geschenke von ihr nicht ab, weil ich weiss, dass sie dann zutiefst enttäuscht und traurig wäre. Wir haben uns deshalb schon mal gestritten. Ich sage ihr trotzdem immer, dass sie aufhören soll so viel zu kaufen.

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Das klingt ja krass. So teure Geschenke hat sie bisher noch nicht gemacht, aber sie hat halt immer was mitgebracht, was ja absolut nicht nötig gewesen wäre. Da sie die Sachen schon gekauft hatte, wollte meine Schwiegermutter wahrscheinlich nicht sagen, sie will es nicht, um sie nicht zu verletzen. Wir dachten aber auch alle, dass es eine Kleinigkeit sein wird. Bei dem Geschenk
wollte sie auch unbedingt unsere Reaktionen persönlich sehen. Daran sieht man, dass es ihr um die Anerkennung geht. Nur mein Mann und ich konnten nicht mit zur Übergabe. Er hat gearbeitet und ich war bei einer Freundin und das hätte ich deswegen nicht abgesagt, weil das schon vorher verabredet war.
Gestritten haben sich sie und meine Schwiegermutter deswegen auch.

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Da würde ich mit der Schwiegermutter zusammen setzen und überlegen, wie ihr künftig ablehnen könnt.

Vor den Kopf gestoßen fühlen wird sie sich zwar. Das sollte aber nicht euer Problem sein.

Ihr seid keine Therapeuten!
Da ihr sie auch nicht gut kennt, würde ich da auch nicht viel sagen.
Deine Schwiegermutter ist zwar auch keine Therapeutin, kennt sie jedoch besser.

Das Verhalten klingt schon sehr tieferliegend.
Zuneigung erkaufen müssen,
Schulden, um an Liebe zu kommen.

Mischung aus Kaufsucht und Suche nach Zuwendung. Das prägt sich vermutlich schon sehr früh im Leben und lässt sich nicht mit ein paar einfachen kognitiven Finanztipps lösen.


Nehmt ihr die Geschenke immer an und bedankt euch auch dafür, verstärkt ihr u.U. ihr Verhalten. Sie bekommt, was sie sucht: positive Aufmerksamkeit.

Wenn sie auf NEIN und STOPP und rationale Gründe nicht reagiert, sondern weiter macht, klingt das suchtähnlich. Und da rauszukommen ist schwierig. Noch mehr, wenn sie ihr Suchtmittel immer wieder erhält. Aufmerksamkeit, Danke, Bestätigung.

Wenn deine Schwiegermutter ihr als Freundin wirklich helfen möchte, würde ich mich an Stellen für Angehörige von Suchterkrankten wenden. Das wäre in dem Fall nicht die optimale, aber ein Anfang.
Da ihr Verhalten immer wieder auftritt und sie sich nicht davon abbringen lässt, geht es in suchtähnliches.

Alleine würde ich nur Grenzen aufzeigen. Mit Unterstützung von Leuten, die sich auskennen, bekommt sie vielleicht auch Tipps, wie sie sinnvoller agieren kann.
Bei einer echten Freundschaft und einer Freundin in einer solchen Misere würde ich das tun. Mich selbst informieren, wie ich damit umgehen kann. Wo ich wirklich helfe, wenn ich x tue und womit ich ihr schade, wenn ich y tue.

Gut gemeint ist nicht immer gut gehandelt.
Da das wohl etwas komplexer und vor allem tiefer liegend zu sein scheint (irgendwas treibt sie immer wieder zu ihrem Handeln an, obwohl viele Gründe dagegen sprechen), würde ich Hilfe von außen annehmen. Für mein eigenes Handeln (in eurer Situation: das Handeln der Schwiegermutter).

Das soll keine Therapie ersetzen!
Sondern nur den ersten Schritt aus dem sich im Kreis drehen, aus der Unsicherheit heraus. Gut meinen aber nicht wissen, ob es sinnvoll ist oder nicht.
Da erst mal für sich rauskommen, um mit denen, die sich besser auskennen besprechen, wie es weiter gehen kann. Welcher Abzweig wohin führen kann. Was eine Freundschaft aushalten kann usw.

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Leider hab ich grad keine Zeit mehr, ausführlicher zu antworten. Ich hab deine Antworten schon öfter im Forum gesehen und ich muss sagen, du triffst den Nagel immer auf den Kopf und erkennst die Probleme.

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