Ist der Wunsch nach einem 2. Kind plötzlich gekommen oder mit der Zeit?

Guten Abend,

Ich habe eben eine angeregte Unterhaltung mit einer Freundin gehabt, die mich verfolgt.

Zu mir: ich bin mitte/Ende 20, glücklich verheiratet und habe einen Sohn, der 1,5 Jahre alt ist.
Durch ein paar Umwege hat mein Mann (gleiches Alter) erst letztes Jahr seine Ausbildung beendet in seinem absoluten Traumjob und ich fange dieses Jahr eine Ausbildung in einem guten Job an.

Früher war ich immer total sicher 3 Kinder haben zu wollen. Nach der Geburt, dachte ich, dass 2 Kinder doch auch ganz schön sind (auch wegen der Finanzen) und inzwischen frage ich mich, ob ich wirklich noch ein zweites Kind will.

Das hat viele Gründe.

1. Der finanzielle Aspekt
Durch unsere Situation war unser Sohn kein großer finanzieller Einschnitt. Klar, durch das Elterngeld war weniger als vorher da, aber wenige Monate darauf hat mein Mann seine neue Stelle angetreten und es war plötzlich ein ganzes Stück besser.
Das wäre bei einem weiteren Kind nicht so. Da wäre es ein größerer Einschnitt, weil davor würde ich ja voll verdienen und danach ein ganzes Stück weniger. Ich merke auch, dass ich in den letzten Jahren es genossen habe, dass sich unsere finanzielle Situation Stück für Stück gebessert hat. Ich merke, dass meine Ansprüche steigen und werde ich mich in ein paar Jahren wirklich deutlich einschränken wollen?

2. Die zeitliche Situation
Ich bin der Meinung, dass Eltern sich nicht immer nur hinten anstellen müssen. Und das ging mit meinem Sohn auch immer. Mein Mann hat ihn mir regelmäßig abgenommen und wir haben auch zu zweit Zeit miteinander verbringen können in der Wohnung, wenn er geschlafen oder sich selbst beschäftigt hat. Bald wird er auch manchmal alleine zu seinen Großeltern und Familie gehen.
Auch bei einem größeren Abstand wird man da mit einem weiteren Kind schwieriger Zeit für sich/ zu zweit/ mit Kind 1 haben. Auch da weiß ich nicht, ob ich das will.


3. Unser Sohn
Er ist eine schwere Schwangerschaft und Geburt gewesen, aber er selbst ist einfach toll. Er war ein entspanntes und pflegeleichtes Baby. Er ist ein Sonnenschein und entwickelt sich toll. Ich bin total stolz und begeistert von ihm, so doof das klingt. Auch mein Mann ist ein toller Vater und total glücklich mit ihm.
Ich will da ehrlich sein. Ich habe Angst, dass ein weiteres Kind sich immer dem Vergleich mit ihm aussetzen muss und es schwer haben wird.
Vor allem könnte das nächste Kind ein Schreibaby sein. Das erste Babyjahr habe ich total genossen und ich habe irgendwie Angst, dass ich dann vielleicht ein schlimmes erstes (oder noch mehr l Jahre haben werde. Das klingt doof, aber auch das spukt in meinem Kopf rum.

4. Die wohnliche Situation
Unsere aktuelle Wohnung liegt top. Alles ist in der Nähe, die Grundschule ist nebenan. Außerdem ist die Raumaufteilung super und ich bin sehr glücklich hier. Durch das große Kinderzimmer könnten wir eine Weile auch hier bleiben mit 2 Kindern, aber dauerhaft ginge das nicht, da irgendwann der Rückzugsort fehlen würde.

Ich weiß natürlich, dass das jetzt nur eine Momentaufnahme ist und sich da noch einiges tun kann, aber gerade beschäftigt mich das sehr.
Ein weiteres Kind wäre sowieso erst nach der Ausbildung denkbar, was ja noch ein paar Jahre hin ist. Aber wie gesagt, das ist gerade in meinem Kopf und ich muss es mal loswerden.

Gab es Frauen, denen emotional ähnlich ging? Wie habt ihr euch entschieden? Und wie geht es euch mit der Entscheidung? Habt ihr vielleicht sogar das zweite Kind bereut?

Wie war der Wunsch auf ein zweites Kind nach dem ersten Kind?

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Bei mir kam der Wunsch erst im zweiten Lebensjahr meiner Tochter auf und auch dann war er phasenweise wieder weg. Uns war klar, dass wir nicht schnell ein weiteres Kind haben wollten, sondern einen (für Urbia-Verhältnisse) hohen Altersunterschied bevorzugen. Meine Tochter ist jetzt fast 2,5 und bald wollen wir wieder starten. Ende letzten Jahres war der Kinderwunsch sehr stark, während des Corona-Stresses nahm er dann bei mir wieder ab. Inzwischen ist er wieder größer und bald fangen wir mit dem üben an 😊
Die Punkte, die du aufführst sind alle triftige und rationale Gründe, die man definitiv bedenken kann/sollte. Und wenn dein Kinderwunsch nicht stärker wiegt als diese Punkte, dann ist nichts verwerfliches daran, ein zweites Kind (vorerst) nicht anzugehen. Ich kann mir vorstellen, dass man die Situation und den Wunsch immer wieder neu evaluiert und zu einer neuen Entscheidung kommt.
Ich wünsche dir auf jeden Fall alles gute bei der Entscheidung 😊

2

Bei mir war es 5 Jahre lang ein hin und her. Erst war ich sicher, kein zweites mehr. Nach 2 Jahren war ich dann bei, ja so in 1 bis 2 Jahren nochmal. Dann wieder auf keinen Fall und im November 2017 war ich nach 5,5 jahren soweit, dass ich sagte, mal sehen was passiert. Am 3.1.2018 hab ich positiv getestet 🤷‍♀️😂

Nun sind die Kinder 6,5 jahre auseinander 😬

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Der Wunsch war sofort da.
Wir wollten von Anfang an viele Kinder. Nach der Geburt von Nr. 1 war klar, dass er noch nicht der letzte ist. Wir haben natürlich nicht sofort darüber gesprochen, aber schon ziemlich früh. Nr. 1 war 4 Monate alt, als wir auf Verhütung verzichtet haben, die beiden haben einen Abstand von 18 Monaten. So ähnlich war es bei jedem Kind.
Wir wussten immer, dass es noch nicht das letzte ist, haben dann irgendwann erst darüber geredet, es dann versucht, und es dann gekommen. Unser Jüngster ist jetzt 4 Monate und wir haben gerade frisch beschlossen, es wieder zu probieren.😊

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Darf ich fragen wie dein Körper das mitmacht? Ich bin sehr sportlich und war bei der Rückbildung sehr fleißig, trotzdem merkte ich schon bei einer Schwangerschaft, die kurz auf eine andere folgte, wie der Körper zu schaffen hat, da die Erholung und vollständige Wiederherstellung fehlte.

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Ja, ich merke auch, dass es anstrengender wird😅
Aber ich habe das Glück, dass mein Körper das wohl besser verkraftet als manche andere (zumindest von dem, was meine Schwägerinnen und Freundinnen so erzählen). Ich mache Sport, so oft es geht und Rückbildungsübungen.
Und weil es die letzten Male auch immer einige Monate gebraucht hat, bis ich schwanger geworden bin, spekulieren wir etwas darauf, dass mein Körper noch ein bisschen Zeit zur Erholung hat🙄😅
Und ein bisschen was von "Augen zu und durch" ist auch mit dabei😅 Wir wollen noch ein Kind, aber ich will auch langsam aus der Babyphase raus sein🙈🤣

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Der Wunsch kam und ging. Und kam und ging. Und kam und ging. Am Ende wurde er stärker und ging nicht mehr. Meinen großen und meinen mittleren trennen 13 Jahre. Als dieser geboren wurde war der Wunsch nach dem dritten sofort da und wir haben nicht lange gefackelt. Den mittleren und den kleinen trennen 13 Monate.

Es gibt kein richtig oder falsch. Hört auf euer Gefühl

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Hallo.

Ich habe mein erstes Kind genau zur Wende bekommen. Der Wunsch nach einem zweiten war immer da, aber wir wollten erst mal die Situation abwarten. Als wir dann gefestigt waren (Beziehung, Job, Wohnung) entschieden wir uns bewusst für ein zweites Kind. Die beiden trennen gute 7 Jahre. Während der Babypause schlich sich Nr. 3 in unser/mein Leben. Erst mal ein Schreck, aber sie war herzlich willkommen. Somit ist der Altersunterschied zwischen Nr. 2 und Nr. 3 13 Monate. Alles super machbar, normaler Stress, nur die Beziehung litt darunter ziemlich. Aber das hatte mit den Kindern nichts zutun, das war unser Problem (Partnerebene). Nach zwanzig Jahren Beziehung (davon 12 Jahre verheiratet), trennte ich mich dann entdgültig, da unsere Vorstellungen von Familie und Leben zu weit auseinander gingen. Ich traf meine Jugendliebe wieder und tata, Kind Nr. 4 war geplant und "gemacht". Also fing ich zum zweiten mal von Vorne an. Der Jüngste ist mittlerweile 12 und hat ein Altersunterschied zur Ältesten um 18 Jahre. Jetzt, wo alle älter sind, muss ich sagen, ich genieße es, wenn alle vier beisammen sind. Das harmoniert total miteinander. Es gab zwischendurch Phasen, wo sie sich alle nicht wirklich ausstehen konnten, aber jetzt ist es prima. Ich bereue keines der Kinder und liebe sie alle. Jeder hat seinen Charakter und ich finde alle super interessant. Reibereien gibt es überall, aber im Großen und Ganzen bin ich glücklich. Alle gesund und haben alle ihren Weg gefunden.

Das ist meine Erfahrung, die ich gemacht habe in dreißig Jahren Muttersein. Aber jetzt genieße ich aber auch meine gewonne Freiheit. Aber ich denke, mit den Kindern hab ich nichts falsch gemacht.

Manchmal ist es gar nicht gut, wenn man sich zu viele Gedanken macht. Man muss es auch mal einfach nur "laufen" lassen.

LG

8

Bei mir kam der Wunsch nach einem 2. Kind, als mein 1. Kind 20 Monate alt war. Er hielt auch an. Ich habe mir das 2. sogar noch sehnlicher als das 1. gewünscht (beim 1. weiß man ja auch gar nicht, was ein Kind überhaupt bedeutet). Als das 1. dann 3 Jahre alt war, kam das Geschwisterchen. Es war für uns der perfekte Zeitpunkt. 3 Jahre hatten wir unsere Große genossen und sie hatte nur uns für sich alleine. Ab 3 wurde sie dann selbstständiger, sie kam in den Kindergarten, wollte zu Freunden, hat Mama einfach ein Stück weit weniger gebraucht. Es war perfekt jetzt wieder ein Baby zu genießen.
Ich kann mir gut vorstellen, dass der Wunsch bei dir erst noch kommt. Dein Baby ist ja noch so klein. Es braucht dich so viel. Ich kann total verstehen, dass dir aus verschiedenen Gründen nicht der Sinn nach einem weiteren Baby steht. Und selbst wenn der Wunsch aus bleibt ist es ja auch nicht schlimm.

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Bei Kind 1 war ich 33,hatte 2 Pferde und 2 Hunde und wollte gar keine Kinder 😅. Ich war seit 17 Jahren mit meinem Partner zusammen und der wollte ebenfalls keine. Nachdem ich den positiven Test in der Hand hielt (und mir eingestehen musste, das es offensichtlich doch Babys gibt, die nach einmaligem Pille vergessen entstehen), kam als Weihnachtsgeschenk am 25.12.15 unsere Tochter zur Welt! Sie ist ein wahrer Engel und bereichert uns sehr! Nie zuvor haben wir so viel gelacht, fühlten uns so komplett verliebt wie mit ihr! Aber es war auch anstrengend! Finanziell gab es bei uns glücklicherweise keine Probleme, auch wenn wir einiges anders gemacht hätten wäre sie geplant gewesen.
Letztes Jahr war L. 3 und ich wusste es fehlt noch was. Mein Mann und ich sind beide Geschwisterkinder, ich habe 3 Schwestern, mein Mann 2 Brüder. Im 1. Zyklus ohne Verhütung bin ich schwanger geworden und habe im Januar, mit 38,meinen Sohn geboren. Mein Mann ist 41 und jetzt wissen wir, das wir komplett sind. Beide Kinder waren zwar nicht Jahre voraus geplant, aber absolut gewollt und geliebt! Hätte mir, kurz vor meiner 1. SS, jemand voraus gesagt das ich 2 Kinder kriegen und das Reiten aufgeben würde, hätte ich ihn ausgelacht! Manchmal nimmt das Leben seltsame Umwege!

Was ich allerdings jetzt häufiger beobachte sind Mütter, die "immer 2 Kinder haben wollten", mit einem schon am Rande der Überforderubg waren, unbedingt ein 2. bekamen und dann nur noch genervt und gestresst sind.

Hört auf euer Herz, das möchte ich damit einfach sagen. Egal was mal geplant war oder wie man es sich vorstellt hat, das Leben macht eh, was es will❤️💙

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Hi. Also ursprünglich wollte ich immer 4 Kinder haben. So dann bekam ich Kind Nummer 1. Hab mir wegen Nummer zwei keine Gedanken gemacht, da ich erstmal eine Fortbildung in meinem Beruf machen wollte und zack war ich ungeplant schwanger. Meine Tochter kam dann im Sommer zur Welt. Ich habe die Fortbildung durchgezogen und auch bestanden 😀. Da war dann keine Überlegung wegen noch ein Kind ja oder nein. Ich hätte niemals mein Kind abgetrieben. Nun sind meine beiden fast 8,5&7Jahre alt. Ich hatte ja immer den Wunsch nach 4en. Naja die Kosten ja schon einiges. Aber ich wünschte mir soooo sehr noch eins. Und nun kommt Nummer 3 diesen Monat. Wir freuen uns alle sehr auf sie. Die Kinder können es kaum erwarten. Das einzige was anders sein wird bei Nummer 3 ist, daß sie leider mit 1 Jahr in die Krippe muss (bei den großen war ich insgesamt 4 Jahre zu Hause) . Meinem Mann hätten die zwei gereicht. Ich musste ihn schon etwas überreden. Eine Nummer 4 wird es geplant nicht mehr geben. Ich hoffe einfach das sich bei mir die Vollständigkeit der Familie einstellt. Aber ich hab es nie vom Geld abhängig gemacht wieviele Kinder ich haben wollte. Ich entscheide das nach meinem Herz. Vg

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