Vaterliebe unterschiedlich - ist das normal?

Hallo Runde, ich melde mich nochmal bei Euch - keine Ahnung, warum mich meine Beziehung so beschäftigt.
Mein partner hat aus zwei Beziehungen 2 Kinder.
Sein erstes Kind, ein Junge, ist jetzt 12 Jahre alt und er (der Vater) ist kurz nach seiner Geburt wegen der Mutter seines zweiten Kinds (Mädchen, 3 Jahre alt), mehrere hundert Kilometer weggezogen.
Über seinen Jungen spricht er mehr oder weniger abfällig. "Der ist total verzogen. Schielt nur aufs Geld, genau wie seine Mutter". Kontakt ist über die Oma da. Es geht in der Tat oft um Materielles, mein Partner zahlt Unterhalt, aber es wird weiteres Geld für ein neues Fahrrad, für eine XBox und anderes benötigt.

Dann gibt es da noch die Kleine - die ist beim Vater der absolute Star. Sie ist nicht nur seine Prinzessin, sondern Königin. Er liebt sie abgöttisch, sein ganzes Leben dreht sich um sie. Ich plane einen beruflich bedingten Umzug, da kam sein Signal: Ich könne mir was suchen in einem Umkreis, wo es ihm möglich ist, seine Tochter mindestens 1 mal pro Woche zu sehen. Alles andere kommt nicht in Frage.

Er sagte mir klipp und klar, dass es immmer so sei, dass Vätern die Töchter wichtiger sind, weil Väter zu Töchter automatisch eine intensivere Bindung haben. Um Jungs müsse man sich keine Sorgen machen, die kämen schon irgendwie durch. Aber Mädchen seien schutzbedürftig und lösen bei jedem Vater einen starken Beschützerinstinkt aus, bei Jungs sei das nicht so.
Und alle Väter in seinem Umfeld sehen das genauso und hätten die gleiche Erfahrung.

Ich kann das nicht wirklich nachvollziehen. Und weil mir das Affentheater um seine Tochter inzwischen so auf den Zeiger geht (immer, wenn sie da ist, kommt er plötzlich aus seiner Lethargie raus, tanzt, hüpft, macht und tut - sobald sie weg ist, versumpft er wieder auf dem Sofa und keine Lust für nichts), dass ich keine Umgangsbesuche mehr bei mir möchte (denn da wird obendrein meine Bude noch auseinandergenommen und darauf, dass ich von zuhause arbeite, wird auch keine Rücksicht genommen) und seinen Wunsch, zusammenzuleben, habe ich inzwischen klar abgelehnt. Er ist relativ oft bei mir, wir haben schon auf Probe zusammengewohnt - aber ich bin nur gestresst, weil er - wohl wegen Schmerzen - nichts machen kann. Auch keine Spaziergänge. Aber ist die Kleine da, dann geht alles.

Ich bin gerade dabei, dieses ganze Durcheinander aufzuarbeiten und mein Bauchgefühl zu überprüfen.

Ist es so, dass Väter generell weniger Interesse an ihren Söhnen haben, aber die Tochter zur Königin gemacht wird (auch zur neuen Königin im Reich der bereits vorhandenen Königin - nämlich mir. Ich habe in meinem Reich nämlich plötzlich gar nichts mehr zu sagen, wenn die Tochter da ist.)

Danke fürs Feedback und schönen Muttertag!

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Das ist absoluter Quatsch und hat wohl eher mit dem Vater und ich vermute mal, mit der Mutter des Jungen zu tun.


Ich kenne mehrere Väter wo die Mutter machen kann was sie will...der Vater ist da die Nummer 1 😊😅

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Mein Mann und ich haben 2 Kinder, eine grosse Tochter von 15 und einen Sohn von 11 Jahren und komischerweise ist es bei uns Ähnlich.
Was aber daran liegen kann das mein Mann die ersten 2-3 Jahre viel Intensiver Zeit mit unserer Tochter verbracht hat was ich aufgrund von einer Traumatischen Geburt und Postnataler Depression nicht konnte, zudem ist unsere Tochter das erste Mädchen in seiner Familie gewesen, mein Mann hat 3 Brüder alle ohne Kinder und da war das Mädchen natürlich etwas ganz besonderes.
Mein Mann und unsere Tochter sind sich auch in vielen Dingen total ähnlich, haben den selben Humor, den selben Musikgeschmack etc.

Unser Sohn ist eher ein Mama-Kind.
Wir kommen super miteinander aus Teilen einige Interessen miteinander die mein Mann so nicht teilt....


Dennoch würde ich sagen das mein Mann die Kinder und mich alle gleich Liebt und wir ihm alle sehr wichtig sind, ich fühle mich von ihm auch nicht zurückgesetzt oder so....

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Verständlich dass dich das beschäftigt, schließlich steckst du ja in diese Beziehung drin.

Ich muss dir ehrlich sagen, aber dein Partner klingt, aus meiner Sicht, nach einer sehr schwierigen Person für eine Partnerschaft.Der Trennungsgrund nach der Geburt seines Sohnes ist für mich nicht nachvollziehbar, aber das muss jeder für sich wissen.Auch würde nicht pauschal behaupten, dass Väter mehr an Töchtern interessiert sind. Es kommt auf die persönliche Präferenz und auf den Typ Mensch an. Nichts desto trotz, Kinder aufgrund des Geschlechts unterschiedlich behandeln ist für mich ein absolutes NoGo.

Ich würde mich an deiner Stelle eher fragen, wenn selbst das Zusammenleben mit ihm nicht klappt, was genau bezweckt man dann mit der Beziehung?!

Wie auch immer,ich wünsche dir alles Gute.

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Krass. Bist du eifersüchtig auf die Tochter....

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Das habe ich mich bereits gefragt, ob Eifersucht mitspielt. Ich kann sagen: Nein.

Bei uns häufen sich jedoch die sehr anstrengenden Situationen als Paar, die mich extrem Kraft kosten. Mein Partner ist zu nichts zu motivieren, hängt vor dem TV, wir können nichts unternehmen, er findet alles doof und zu anstrengend, hat dauernd nicht erklärbare Schmerzen. Und ja: Da wundere ich mich schon, dass dann plötzlich doch alles geht, wenn er die Tochter bei sich hat. Das ist ja auch ok - aber als Partnerin fühlt sich das schon seltsam an, wenn man vor den Umgangsterminen das heulende Elend auf dem Sofa sitzen hat, bei den Umgangsterminen ist dann alles super, und danach geht wieder das heulende Elend los. Das fühlt sich in der Tat nicht gut an, und schon gar nicht in meinen eigenen vier Wänden, mein Reich, das ich mir ganz allein nach vielen Entbehrungen als Alleinerziehende aufgebaut habe und zu dem er nichts beiträgt. Ja, es fühlt sich seltsam an, dass er mir stunden lang erzählt, wie er das Haus der Ex saniert hat, wie er den Hof stundenlang auf Knien neu gepflastert hat, wie er das Dach im Alleingang neu deckte - und bei mir geht nicht mal Rasenmähen mit dem Elektromäher. Alles zu viel. Geht nicht. Vielleicht morgen.

Und wenn jemand in meiner Wohnung, für die ich alleine finanziell aufkomme, neue Regeln aufsetzt, habe ich damit ein Problem. In dem Fall ist es die Tochter, die die Regeln macht, und der Papa springt, ich werde zu nichts mehr gefragt und fühle mich wie ein Gast in meinen eigenen vier Wänden - das darf frau doch mal hinterfragen. Und in dem Rahmen frage ich mich dann, wieso zwei Kinder so unterschiedlich bewertet werden; den Sohn kenne ich auch und ich mag ihn sehr und kann diese Abneigung des Vaters gegen ihn nicht nachvollziehen. Der Papa hat von der Tochter Fotos als Bildschirmgrund und Profilbild - der Sohn taucht nirgendwo auf. DAs kommt zu allem ja noch dazu.

Eifersucht ist es nicht. Wohl eher bei mir das Gefühl, "es nicht wert" zu sein.

Aber insgesamt stellt sich die Frage, was diese Beziehung eigentlich soll - und um das zu klären, beschäftigen mich diverse Situationen, um letztendlich dann doch den Absprung zu schafffen.

Frohen Sonntag!

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Natürlich ist die These 'Vätern sind Töchter naturgemäss wichtiger als Söhne' Schwachsinn, aber darum geht es doch gar nicht.
Dein Partner hat es bei seinem ersten Kind vermasselt eine Beziehung aufzubauen und will nicht, daß dasselbe mit Kind 2 passiert. Und deswegen ist es total nachvollziehbar, das er nicht - wie bei Kind 1 - eine grosse räumliche Distanz zwischen sich und das Kind bringen will.
Ich kann verstehen, daß Dir seine Lethargie auf den Zeiger geht. Ich kann nicht verstehen, daß es Dir auf die Nerven geht, wenn er bei seiner Tochter diese Lethargie verliert. Ist das vielleicht Eifersucht deinerseits? Für seine Tochter strengt er sich an, für Dich nicht? Vor allem in diesem 'Königinnen'-Kontext? Geht es darum, wer Deinem Partner mehr bedeutet, Du oder die Tochter?

Grüsse
BiDi

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Hallo, danke für Deine Nachricht.

Naja - ich bekomme tagein, tagaus das heulende Elend - in meiner Wohnung. Es strengt mich sehr an, ihn zu motivieren oder immer wieder Lösungen für das Problem, das er hat, zu suchen. Ich möchte die Situation der Lethargie ja ändern, denn sie bremst mich.
Die Zeit, die wir miteinander verbringen können, findet zu 98% auf dem Sofa statt. DAs ist nicht das, was ich mir vorstelle, leider.

Ntürlich ist es super, wenn er bei seiner Tochter in Aktion kommt, aber die Aktion findet dann wiederum in meiner Wohnung statt und irgendwie ist mir das dann zu viel. Ich habe wirklich viel zu tun, schränke mich dann räumlich ein, aber mein Bereich, in dem ich arbeite, wird dann nicht respektiert, sondern auch hier werden Grenzen niedergetrampelt.
Und das soll ich alles verstehen und lustig finden - das kriege ich nicht hin.
Das meine ich mit Königin in meinem Reich - es ist nun mal mein Reich, aber er macht seine Tochter darin zur Herrscherin und das geht nicht. Er soll das doch in seinen vier Wänden machen (die er hat), da kann er den ganzen Tag die Bude rocken mit ihr. Habe ich null Problem.

Und ja - ich finde es respektlos: Ich putze die Fenster in meiner Wohnung, in der er sich nahezu 100% aufhält, duscht, isst, schläft. Ich mache seine Wäsche mit, ich gehe einkaufen. Kochen mag er auch nicht - das übernehme ich auch. In der besagten Wohnung putze ich die Fenster. Am nächsten Tag ist seine Tochter bei uns. Sie darf im Garten mit dem Schlauch rumspritzen. Alles ok. Sie darf aber auch gegen die geputzten und gekippten Fenster den Schlauch halten - für ihn ok. Für mich? Nicht. Aber es wird gemacht. OK wäre es, wenn er danach sagen würde: "Komm', ich putz' die Fenster, sie sind ja jetzt voller Wasserflecken."

Es passiert aber genau nichts. Stattdessen wieder Lethargie auf dem Sofa. Genöle über Langeweile.

Sorry - ich brauche niemand, der mir den Alltag noch erschwert und dann noch beleidigt ist.

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Ich würde das nicht unterschreiben, kenne genug Väter die zu ihren Söhne eine sehr enge Bindung haben. Ich frage mich aber auch, warum du überhaupt mit ihm zusammen bist? Aus deinem Text spricht eher wie genervt du bist, ich lese da kein Wort von Liebe. Was hält dich denn bei ihm?

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Nein, das ist nicht automatisch so. Für mich klingt es so, als würde er seine Aversionen der kindsmutter gegenüber auf den Sohn übertragen. Sehr traurig. Er redet sich das selbst schön! Jungs brauchen auch männliche Vorbilder. Da hat er mit seinem Vater ein sehr schlechtes erwischt.
Dass du hingegen eifersüchtig auf die Tochter zu sein scheinst, finde ich auch bedenklich. Dass er nicht zu weit von seiner Tochter entfernt wohnen möchte finde ich völlig normal und gut. Du musst hingegen entscheiden, ob dir die Partnerschaft diese Einschränkung wert ist. Wie du über deinen Partner denkst und sprichst lässt nicht auf eine gute Beziehung schließen.

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Womöglich hat er auch Schuldgefühle dem Sohn gegenüber, setzt sich nicht damit auseinander und lehnt den Sohn deswegen ab, um sich den Schuldgefühlen nicht stellen zu müssen. Auch seine diversen Schmerzen klingen, sofern es keine körperlichen Gründe dafür gibt, nach psychischen Problemen. Wenn man seine Psyche ignoriert, kann es sein, dass der Körper rebelliert. Das kennen viele z.b. bei Stress- Kopfschmerzen, Verspannungen..ist er depressiv?

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Genau meine Meinung: Wenn die Seele krankt, rebelliert der Körper. Aber er ist nicht bereits, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Er hält das für spirituellen Blödsinn.

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Sehr wahrscheinlich hat er Angst sich denn zu stellen. An dem Punkt wäre ich weg. Niemals würde ich einen Partner im Stich lassen, nur weil es ihm schlecht geht. Aber sich in elend suhlen und nichts dagegen unternehmen- das würde ich nicht mitmachen. Vielleicht würde er sogar endlich aufwachen..

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Ich kenne das auch. Also wegen Krankheit "depressiv" und lethargisch sein, aber wenn die Tochter da ist, ging auf einmal alles🙄 Besuche bei Freunden, Sport, ganze Spielenachmittage etc. Ich hatte den arbeitslosen Kranken zu Hause der sich nicht mehr an allen Finanzen beteiligen konnte und mit dem ich kein Sozialleben mehr hatte und sie hatte jedes 2. Wochenende den Super-Papa. Und mir kann NIEMAND erzählen hier drin, dass sie das nicht stören würde.

Nun, ich habe es angesprochen, für mich stimmte das Leben so nicht mehr. Wenn er sich für sie zusammenreissen kann, soll er es für mich auch versuchen. Ich bin auch ein Mensch und habe Gefühle, Ängst und Emotionen. Wieso geht es bei ihr und bei mir nicht? Woher kommt die Energie? Ist er denn wirklich sooo krank? Er hat es eingesehen, als ich ihm diverse Beispiele aufgezeigt habe. Er wollte natürlich auch für sie den starken Vater sein und ihr eine tolle Zeit ermöglichen, absolut verständlich. Nur, ein Wochenende Kind bespassen bedeutete danach tagelange Erschöpfung. Aber so funktioniert es nun mal nicht in einer Partnerschaft, vor allem wenn die Krankheit unabsehbar ist. Er hat sich die Energie dann aufgeteilt zwischen uns. Das hat mir Wertschätzung gezeigt und auch wieder ein gutes Gefühl gegeben und aus Dankbarkeit habe ich dann die fehlende Energie bei den Umgangswochenden ausgeglichen und viel mit seiner Tochter unternommen.

Viel Glück

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DAnke für Deinen Text - genau so fühlt es sich an.

Ich kriege das Wrack - die anderen bekommen den Sportflitzer - damit meine ich nicht seine tochter. Es tut mir weh, dass er mir immer wieder erzählt, was er alles für seine Ex gemacht hat: Dach gedeckt, Hof gepflastert, Möbel gebaut, Bad saniert, und es war deren Haus, nicht seins.

Und was ist bei mir? Er nutzt über Wochen hinweg das Gästebad, dort ist der Wasserschlauch undicht und die Hälfte des Wasser läuft beim Duschen "nebenraus" statt über den Duschkopf - er repariert es nicht. Ich habe das nur durch Zufall gesehen, als ich ausnahmsweise dort auch duschte - und ja...das tut weh.
Er ist jedoch der Meinung, dass er seine Kraft genügend aufteilt und die Frage, ob er es nicht seltsam findet, dass er mit der Ex tanzen gehen konnte, geritten ist, ein Haus saniert hat und bei mir es nicht mal für einen 10minütigen Spaziergang reicht...beantwortet er damit, dass er mir nicht zur last fallen will und dann geht er.

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