Eigene Mutter, Kontaktabbruch...

Hallo zusammen,
Es wäre SO umfangreich alles aufzuschreiben. Ich versuche mich kurz zu fassen. Meine Mutter hat 3 Kinder und keinen Kontakt zu meinem Bruder und zu meiner Schwester.
Schwere Kindheit, kaltes, unehrliches Verhältnis, Desinteresse.
Sie ist depressiv und seit 25 Jahren auf Antidepressiva. Ich war das einzige Kind was eigentlich immer (bis auf 6 Jahre von meinem 17 Lebensjahr bis ca 23) Kontakt zu ihr hatte.
Ich habe immer versucht zu sagen, wir leben im Jetzt, die Vergangenheit ist abgeschlossen.
Von meiner Seite aus war das Verhältnis ehrlich. Eher wie Freundinnen, nicht Mutter/Tochter, aber gut.
Haben uns 1x im Monat getroffen, ca. 1x die Woche telefoniert.
Sie hat versucht eine gute Oma zu sein. Alles war ok. Bis vor knapp 2 Jahren meine 2 jährige Tochter verstorben ist. Es war und ist immer noch eine schwere Zeit. Sie hat sich distanziert, nie gefragt wie es mir geht. Sich nicht gemeldet. Ein paar mal habe ich sie noch nach einem Treffen gefragt, aber dann habe ich es sein lassen. Ich war in Trauer und noch mehr enttäuscht, dass sie so gar nicht für mich da war.Im Gegenteil, irgendwann kam in einem ziemlich unangebrachten Ton der Vorwurf das sie das Obduktionsergebnis noch nicht wüsste. Wir wussten es da gerade ein paar Tage und mussten selber damit fertig werden . Und sie hatte sich in 8 Monaten 2-3 mal zurück gemeldet. Sie war sicher nicht die erste Person die ich kontaktiert hätte. Der einzige Kontakt waren kalte Geburtstagsgrüße per WhatsApp.
Weihnachten habe ich eine Karte(foto) geschickt mit der Nachricht das wir ein Kind erwarten. Sie hat mir und meiner Familie höflich frohe Weihnachten gewünscht. Sas wars. Das sie einen Enkel bekommt hat sie einfach ignoriert. Die ganze Schwangerschaft hat sie nicht ein Mal gefragt wie es mir geht. Ich hatte es sehr schwer in der ersten Schwangerschaft, mit extremer Frühgeburt usw. Es kam nichts. Ich weiß gar nicht was ich mit diesem Post bezwecken möchte, während ich das schreibe liegt die Antwort klar auf der Hand. Ich enbinde bald.
Ich frage mich, informiere ich sie? Wenn ja, wie? Ich weiß jetzt schon das ihre förmliche, höfliche Antwort "wir wünschen dir und deiner Familie herzlichen Glückwunsch" oder so, wie man einem Nachbarn gratuliert, das mich das wieder kränken wird. Aber gar nichts sagen fällt mir auch schwer, besonders weil ich ihre Eltern und ihre Schwester wohl informieren werde.
Alles fühlt sich falsch an.
Ich bin so ratlos 😕
Ich weiß auch gar nicht was ich mir erhoffe, es ist nur so das unser Kontakt aus "happy birthday" und "frohe Weihnachten" besteht und wenn ich mich jetzt nach der Geburt nicht melde, dann wars das für immer. ...

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Oh je, das klingt schlimm, was du schon alles durchmachen musstest. 🙁💐 Mein Beileid zu deinem Verlust.
Ich würde ihr die Standard-SMS schicken, die grundsätzlich jeder bekommt „XY ist am XY geboren“ usw.
Und so wie es klingt, hast du dich ja schon auf die Standard-Antwort deiner Mutter eingestellt 🙁.....
Sei kurz traurig, wenn es so ist und dann mach einen Haken dran. Vielleicht wirst du damit besser zurecht kommen, als dass du dich die ganze Zeit mit einem schlechten Gewissen plagst, dass du ihr nicht geschrieben hast.
Ich wünsche dir alles Gute 😉🍀👶🏼🤱🏼

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Vielen Dank.
Ich denke so werde ich es auch machen.
Ohne Foto.
Die Daten, und dann eine rund SMS. So erfährt sie es auch nicht später als alle anderen. Ich werde einfach nicht viel erwarten. Das ist die beste Lösung..... denke ich. Lg

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Dein Verlust tut mir so leid. Es klingt unbegreiflich und ich mag nicht hinspüren wie es sich anfühlt.

Deine Mama.
Mitmenschen sollen uns gut tun. Im Mittel soll es uns mit den Menschen um uns rum besser gehen. Das was du von deiner Mama schreibst klingt als würde sie dich runterziehen. Kann das sein?
Als Depressive kann sie ggf gar nicht mehr geben als das was du gerade kriegst. Also ich denke nicht dass sie absichtlich handelt. Aber wenn es dir nicht gut geht mit ihr - dann wäre es ein Argument es ohne sie zu wagen. Wirf das "das tut man so" über Board und mach mir ihr was dein Bauch sagt.
Wenn es ein Kontaktabbruch ist dann ist es so...

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Danke für deine Antwort.
Nein ich denke nicht das sie es absichtlich tut.
Ich denke nicht mal das wir ihr total egal sind.
Ich wäre sogar bereit ihr zu verzeihen. Aber wenn wieder alles nur von mir kommt dann weiß ich das ich es dann mit mir rum trage und die Beziehung nicht ehrlich wäre.
Ich werde sie informieren. Aber nur per WhatsApp und ohne Foto. Lg

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Das ist doch ne Lösung.
Dir (und dem Baby) muss es gut gehen. Dann kommt lange nix. Dann andere Menschen.

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Es ist sehr schlimm was dir widerfahren ist. Du vergisst jedoch, dass nicht nur du um dein Kind trauerst sondern die Menschen in deinem Umkreis auch. Menschen trauern unterschiedlich. Als meine Nichte krebs bekam brachen meine Eltern den Kontakt zu meiner Schwester fast komplett ab. Ich hingegen meldete mich jeden Tag. Das heißt nicht, dass es meinen Eltern egal war. Sie konnten einfach nicht damit umgehen und hatten Angst mit dem Tod der kleinen überfordert zu sein. Trotzdem hat es meine Schwester verletzt aber sie hat es letztendlich verstanden.
Du schreibst deine Mutter fragt nie wie es dir geht.. fragst Du sie wir es ihr geht? Oder erwartest du, dass eure Beziehung sich nur um dich dreht? So klingt es in deinem post.
Wenn du das erwartest und sie diese Erwartungshaltung nicht erfüllt (macht kaum ein Mensch mmn, da menschliche Interaktion auf beidseitigkeit beruht) dann macht es für dich nicht Sinn den Kontakt aufrechtzuerhalten. Falls du aber bereit bist auch etwas zu investieren in die Beziehung dann kannst du es ja nochmal versuchen. Ich verstehe die Frage deiner Mutter nach der Obduktion eher so, dass sie das brauchte um den Tod des Kindes verarbeiten zu können. Es würde mich sehr aufwühlen nicht zu wissen woran ein Kind meiner Familie gestorben ist. Dass sie das vorwurfsvoll gemacht hat war dein Eindruck heißt aber nicht dass es so war oder so beabsichtigt war.

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Hallo, Auf keinen Fall vergesse ich das alle anderen Menschen auch trauern. Finde ich auch nicht sehr nett das einfach zu behaupten.
Weißt du wie viel Fehlverhalten verwaiste Eltern ertragen? Weil sie wissen das viele Menschen nicht damit umgehen können. Und das ist auch ok so. Es gibt aber auch Grenzen. Ich habe mich immer gemeldet. Ich nehme sie ja leider immer wieder in Schutz, vor meinem Mann, meiner Schwester, allen Menschen die die Situation kennen. sie ist krank, sie kann nichts dafür usw. Das sage ich ja schon seit Jahren.
Ich bin diejenige die sich ca 4 Monate immer wieder gemeldet hat und nichts kam, bzw leere Aussagen. Sie hat als einzige Kontakt zu mir gehabt von ihren Kindern weil ich immer diejenige war die mehr für die Beziehung gegeben hat. sie ist zwar krank, aber auch erwachsen. Zu fragen wie es einem geht finde ich nicht zu viel verlangt. Sie ist ja normal, hat Freunde, ein Haus, einen Job, einen Ehemann. Sie ist ja nicht unzurechnungsfähig.
Und ja nach dem ganzen was passiert ist finde ich schon das es sich mal um mich drehen darf. Bzw um meine kleine familie und wie wir klar kommen....
Und sie hat in einer offensichtlich nicht netten WhatsApp Nachricht ziemlich unpassend und ja Vorwurfsvoll danach gefragt. Ich habe es ja schwarz auf weiß. Ein Gespräch kann man fehl interpretieren, aber alleine die Tatsache das sie nicht fragt, sondern den Vorwurf macht das ne Obduktion ja wohl keine 8 Monate dauern kann....
Doch es hat 8 Monate und 2 Wochen gedauert.....
Trotzdem danke für deine Nachricht. Lg

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Hi, leider verstehen depressive Menschen die Gefühle anderer nicht. Für sie gibt es nur Ich Ich Ich..
Du brauchst jetzt aber Empathie. Rede mit deinen Geschwistern darüber. Trauere um die Mutterliebe,die du nicht bekommen wirst. Schreib deiner Mutter eine Nachricht, wenn das Kind da ist. Aber dich freuen und feiern solltest du mit denen die dich wirklich unterstützen.
Wenn man schwanger ist, kommt man zu seinen eigenen Wurzeln zurück. Manchmal ist das nicht gut. Lerne draus und sei deinen Kindern eine bessere Mutter.

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Danke für deine Antwort ❤

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Vorweg: Natürlich musst du an dich und deine (psychische) Gesundheit denken. Ich würde an deiner Stelle nichts mehr von deiner Mutter erwarten und versuchen damit abzuschließen. Trotzdem würde ich den oberflächlichen Kontakt waren und zB eine allgemeine Info zur Geburt schicken, eine die auch Freunde und Bekannte erhalten.

Ich selber war auch lange Depressiv und ich kann dir natürlich nur sagen was ich mir bei dem Verhalten denke:

Ich denke deine Mutter ist absolut überfordert, was ihren Rückzug gut erklärt. Sie will dieses schlimme Ereignis wohl einfach nicht wahrhaben und distanziert sich deswegen - aus den Augen aus dem Sinn. Andererseits lässt es sie nicht los, deswegen die Nachfrage bezüglich der Obduktion. Eventuell denkt sie auch, dass sie dir sowieso keine Hilfe sei. Vielleicht glaubt sie, die Frage "wie es dir geht" sei zynisch, weil für sie die Antwort klar ist.
Vielleicht weiß sie einfach nicht was sie tun kann.

...das sind nur ein paar Überlegungen.

Es ist tragisch, dass deine Mutter dir in dieser schlimmen Zeit keine Stütze sein kann, aber vielleicht hilft es, wenn du dir klar machst, dass es nicht zwingend eine böse Absicht ist.

Auch in einer Depression sind Menschen unterschiedlich, manche ziehen sich zurück, andere wahren den Schein nach außen usw.
Ich kenne einige Menschen mit Depressionen und je nach Charakter gehen sie ganz unterschiedlich damit um.

Eine Depression zwingt einen um sich selber zu kreisen, aber gleichzeitig fühlt man sich Wert- und Bedeutungslos. Sie reißt einen aus dem Leben, da man die Hoffnung verliert. Man sieht keine Hoffnung auf Besserung, dabei sind Hoffnung und Zuversicht entscheidend um ein glückches Leben führen zu können - insbesondere nach schlimmen Schicksalsschlägen.

Meine Mama hatte auch Depressionen (kommt bei uns in der Familie leider öfters vor), sie war zwar immer für mich da, aber ich empfand die depressiven Episoden als große Last. Es ist zu viel Verantwortung für mich als Kind gewesen zu hören, dass die eigene Mutter nur wegen mir weiterlebt. Heute ist sie gesund, seit Jahren. Es gab nach der Scheidung leider besagte depressive Episode die mich zusätzlich zur Scheidung belastet hat. Ich kenne also auch die Seite des Kindes einer depressiven Mutter. Ich bin ihr heute auch nicht böse, weil ich es verstehe, aber ich habe daraus gelernt.

Was ich sagen will:
Schütze dich selber, aber nimm dir das Verhalten deiner Mutter nicht zu Herzen. Sie ist krank und kann einfach nicht für dich da sein. Denke jetzt lieber an dich und deine Familie und die Menschen die für dich da sein können und wollen. Nach so vielen Jahren würde ich sagen, dass es bei ihr chronisch ist und würde nicht an eine ernsthafte Besserung ihrer Erkrankung glauben. Als Kind einer depressiven Mutter kann man stark leiden, vielleicht hilft es ein paar mal mit einem Therapeuten darüber zu sprechen.

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Ich kann dich verstehen. Ich habe den Kontakt zu meiner "Familie" komplett abgebrochen.
2013 hat sich mein Bruder das Leben genommen, seitdem ist alles noch mehr aus dem Ruder gelaufen. Ich war schon immer diejenige, die nichts richtig machen konnte. Das wurde mir dann auf der Beerdigung noch mal mehr als deutlich klar gemacht, als bei der Rede Geschichten von meinem Bruder und seinen Geschwistern erzählt wurden. Wir sind insgesamt 5 Kinder, von jedem wurde eine persönliche Geschichte mit meinem Bruder erzählt, nur ich wurde mit keinem einzigen Wort erwähnt. Das war schon ein Schlag ins Gesicht. Meine anderen 3 Geschwister haben 2018 / 2019 geheiratet, meine Kinder waren eingeladen, ich nicht.
Das waren nur die "heftigsten" Dinge, die vorgefallen sind,es gab noch viele andere. Seit nun etwas über einem Jahr habe ich keinerlei Kontakt mehr, weder zu meinen Eltern, noch zu meinem Geschwistern und ganz ehrlich, mir ging es lange nicht mehr so gut!
Vor ein paar Wochen hat meine Mutter zwar geschrieben, das sie mit der Situation zu kämpfen hat,aber schnell wurde deutlich, das sie bis heute nicht verstanden hat,warum ich diesen Schritt gegangen bin. Im Gegenteil, es wurden mir wieder Vorwürfe gemacht. Das will und brauche ich nicht mehr. Also bleibt es dabei, das ich den Kontakt nicht mehr möchte.

Lg

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