Wenn die Familie einen krank macht.... Was würdet ihr tun?

Hallo!

Meine familiären Verhältnisse entsprechen nicht einer Bilderbuch-Familie. Ich bin in einer bildungsfremden Familie groß geworden und die 3. von uns 3 Geschwistern. Wir alle sind relativ zeitig, also mit 20, 18 und ich mit 16 von Zuhause entlassen worden. Wir 3 Geschwister könnten unterschiedlicher nicht sein. Meine größte Schwester ist bildungsfremd, ich Akademikerin. Meine Schwester ist ein herzensguter Mensch und ist zur Stelle, wenn man sie braucht. Jedoch fehlen ihr ganz viele Kompetenzen, vor allem Empathie und Kritikfähigkeit - dies hat in den letzten Jahren oft zu Spannungen geführt. Teilweise so schlimm, dass sie 8 Jahre lang nicht mit mir gesprochen hat. Seit letztem Jahr haben wir wieder Kontakt. Sie hat insgesamt 3 Kinder. 2 davon bereits erwachsen. Aufgrund von Desinteresse der Kinder gegenüber (Spielkonsole und TV im Zimmer mit 3 Jahren, kein Zeigen von Liebe, ständiges Schreien, beschimpfen und immer wieder sagen, dass sie der Grund seien, dass sie ihre Jugend verpasst hat, und und und) ist aus den beiden leider nicht viel geworden. Beide Kinder (Erwachsene) haben keinen Schulabschluss und kommen in der Gesellschaft kaum bis gar nicht zurecht. Mich macht das unendlich traurig. Nach 8 Jahren keinen Kontakt, dachte ich, dass sich meine Schwester etwas geändert hat. Meine Schwester hat nun nach vielen Jahren nochmal 1 Kind bekommen. Das Kind ist nun 4. Sie macht die selben Fehler wie damals. Das Kind kommt nicht an die frische Luft, sitzt nur vor dem Fernseher und wird weder gefordert, noch gefördert. Dazu wird sich beschwert, dass es keinen Mittagsschlaf mehr macht und ständig aufgedreht ist - ist ja auch kein Wunder! Tausend Spielsachen stehen im Zimmer und als schickes Extra hängt über dem Bett ein Fernseher. Familienzeit (außerhalb vom Fernseher) nicht vorhanden. Mich ärgert es. Mich ärgert es aber noch mehr, dass ich nichts sagen darf, denn dann muss ich wieder damit rechnen, dass sie den Kontakt abbricht. Ich muss so tun, als fände ich es in Ordnung, dass das Kind einen Fernseher im Zimmer hat. Ich muss so tun, als könnte ich ihren stressigen Tag, an dem sie 1h arbeitet, nachvollziehen. Manchmal erwische ich mich dabei, dass mein Leben ohne „meine Familie“ ruhiger war. Ich selbst habe 2 Kleinkinder und habe etwas Angst, dass einige - ich nenne es mal Marotten - abfärben. Dazu zählt nicht nur der Medienkonsum, sondern auch die einen oder anderen Ansichten und Bemerkungen, die einen zum Kopfschütteln bringen. Mein Mann und ich legen sehr großen Wert auf ein ruhiges und solides Familienleben. Ich habe meine Schwester gern, aber ich habe auch das Gefühl, dass das immer ein „Chaospunkt“ in unserem Leben ist. Seitdem wir wieder Kontakt haben, rege ich mich sehr oft über ihr Verhalten auf. Das kann doch auf Dauer nicht gut sein. Vor meinem Mann hatte ich sogar einen Partner, der mir sagte, dass es mir mental besser geht, wenn ich keinen Kontakt zu meiner Familie pflege. Eigentlich weiß ich das auch für mich, aber ich habe trotzdessen immer die Hoffnung auf eine ganz normale Familie ohne Stress und Ärger.

Ich finde du bildest dir sehr viel darauf ein, dass du studiert hast. Das macht dich nicht zu was besserem auch wenn es eine gute Entscheidung war. Warum betonst du, dass deine Familie bildungsfremd ist? Was hat das mit deren Charakter zu tun? In meiner Familie sind alle seit mehreren Generationen Akademiker. Ist trotzdem eine scheiß Familie.

Wir hatten zwar keinen Fernseher auf dem Zimmer, durften nur 1 h pro Woche Fernsehen aber angeschrien, beschimpft und geschlagen wurden wir trotzdem.
So und jetzt erkläre mir, was das mit dem Bildungsstand zu tun hat?

Deine Schwester scheint nicht die vorzeige Mutter zu sein aber es gibt schlimmeres als ein Fernseher im Zimmer.
Vielleicht kommst du Mal von deinem hohen Ross runter und dann kann sie deine Meinung eher hören und akzeptieren.

Also ich kann schon nachvollziehen, warum sie das so betont. Man kann deswegen durchaus nicht auf einer Wellenlänge sein, wenn alle anders als man selbst sind. Und dann kann man sich schlecht austauschen, weil entweder sind alle anderer Meinung, haben andere Ansichten oder sie verstehen nicht mal, was einen beschäftigt. Und sowas ist durchaus wichtig für eine familiäre Beziehung, wie könnte ich mich sonst mit jemanden aus der Familie austauschen, wenn dieser nicht nur nicht versteht, was mich bewegt, sondern vllt sogar ganz anders sieht?
Ich kenne das, ich habe auch einen Teil von Familie, der ganz andere Ansätze verfolgt, damit kann und will ich mich nicht identifizieren, denn das macht mich kaputt.

Zur TE:
Wenn dir der Kontakt schadet, würde ich es unterbinden. Und ich finde, beide Seiten haben ein Recht auf Ehrlichkeit. Du, ebenso wie deine Schwester. Ich würde ihr sagen, dass sie sich nicht wundern brauch, das ihr Kind so aufgedreht ist, wenn sie nie mit ihm rausgeht oder mal etwas direkt mit dem Kind macht, ohne dass die flimmerkiste nebenbei läuft (oder sie ein Smartphone in der Hand hat). Das Kind muss ja nicht die gleichen Lebensbedingungen wie deine haben, das zu fordern steht dir nicht zu. Aber wenn sie sich beklagt, ist es nicht verwerflich, ihr dann such aufzuzeigen, warum es so ist.

Danke für deine Antwort.

Ja die Beziehung ist sehr einseitig, da sie kein Interesse an mir hat. Sie hat in den letzten Monaten nicht ein Mal gefragt was wir beruflich machen oder mich gefragt, wie es mir mit meiner Krankheit ergeht. Aber das ist nicht das Thema. Dass sie kein Interesse an meinem Leben hat, ist halt so. Mich ärgert jedoch, dass sie kein Interesse an ihrem Kind hat und die selben Fehler macht, wie bei den anderen beiden auch schon, aber nochmal unbedingt schwanger werden will. Mich ärgert es, dass sich über zu wenig Geld beschwert wird um Ausflüge zu machen, ich Gutscheine für einen Besuch im Zoo schenke und sie beiseite geworfen werden wie der Papiermüll an Weihnachten und stattdessen darüber philosophiert wird wie toll der Fernseher im Kinderzimmer hängt. Für mich ist das verkehrte Welt und mir fällt es unfassbar schwer mich nicht aufzuregen, weil mir das kleine Kind einfach leid tut.

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Also zuerst einmal: "Meine Schwester ist ein herzensguter Mensch und ist zur Stelle, wenn man sie braucht. Jedoch fehlen ihr ganz viele Kompetenzen, vor allem Empathie". Wenn sie hilft fehlt ihr sicher nicht Empathie. Sie klingt hilfsbereit. Sie scheint ein netter Mensch zu sein. Was ihr wohl fehlt ist dein zweiter Punkt, Kritikfähigkeit. Das habe ich leider auch, von daher kann ich dir sagen, dass es ihr vermutlich nicht daran fehlt, sie aber nicht sofort darauf reagieren kann, darum hattet ihr vermutlich lange keinen Kontakt. Mach dir keine Sorgen um deine Kinder, sie wird ihnen nicht schaden. Aber versuch ihr Denkanstösse zu geben, nicht Kritik zu üben, sondern einfach etwas sagen worüber sie sich Gedanken machen kann. Entweder setzt sie es dann um oder nicht, das soll nicht deine Sorge sein. Weshalb aus den Kindern "nichts geworden ist" weisst du nicht. Vielleicht waren sie schwierig und deine Schwester war überfordert, sie hat vermutlich ihr Bestes gegeben. Sie sind gross geworden, sie hat ihnen nichts getan und hatte es vielleicht schwierig sie so jung grosszuziehen. Da hätte vermutlich einiges schiefer laufen können? Versuch doch sie zu unterstützen und wenn es dir aber wirklich zu viel wird und dich diese Beziehung krank macht, dann zieh dich zurück.

Sie hat ihnen nichts getan -

Genau das ist ja der Punkt!! Wieso setze ich Kinder in die Welt, wenn ich sie dann lieblos aufziehe, bzw. groß werden lasse - von „erziehen“ kann hier ja nichtmal die Rede sein!
Kinder gehören raus an die frische Lust! Und mit Liebe, Zuneigung und Verständnis und vor allem viiiiieeeeel Geduld in meinen Augen behandelt!

Die TE sucht Rat und Hilfestellungen, gut ein bisschen hast du ja auch was dazu geschrieben, aber irgendwie hört sich deine Antwort dennoch komisch an..

Naja, deine Sätze bringen der TE sicher noch weniger 😂

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Wenn du dich mit deiner Familie unwohl fühlst, dann brich den Kontakt ab.

Deiner Schwester - als Mutter von zwei erwachsenen Kindern - wirst du als Kleinkindmutter sicher nichts sagen dürfen. Bezüglich des Medienkonsums wird sicher Neid bei deinen Kindern aufkommen.

In diesem Forum gibt es zwei Arten von Postings:

1. Leute die wirklich die Meinung anderer interessiert und fragen, um selbst weiterzukommen und neue Sichtweisen zu erhalten

2. Leute, die ihre Entscheidung schon längst getroffen haben und einfach noch ein bisschen Zustimmung und Bestätigung von Außen suchen...

Alleine die dramatische Überschrift zeigt, zu welcher Kategorie du gehörst.

Und warum nicht mit allen Kindern regelmäßig etwas gemeinsam unternehmen? Oder nur mit dem Kind?

Ich habe mir nicht alle Antworten durchgelesen und wenn du schon etwas positives beiträgst, okay, aber nur darüber zu schimpfen/ärgern bringt ja nichts.

Ab und zu unternehmen wir etwas zusammen, das kommt aber relativ selten vor, da wir gern am Wochenende draußen sind und sie dann jedes Mal andere Ausreden hat. Sie muss einkaufen gehen, ihr ist kalt, das Kind hat keinen Mittagsschlaf gemacht, ... Wenn ich frage, ob wir zum Kaffee vorbei kommen, dann ist das oft möglich, allerdings ist es dann so, dass der TV angemacht wird und alle Kinder davor sitzen. Und genau das möchte ich nicht. Ich möchte nicht, dass meine Kinder den ganzen Nachmittag vor dem TV sitzen und erst recht nicht, wenn wir irgendwo zu Besuch sind. Von der ganzen Akkustik im Raum mal abgesehen. Ich frage zwar oft, ob wir den TV ausmachen könnten und sage, dass es doch viel schöner wäre, wenn die Kinder spielen, aber dann werde ich jedes Mal genervt und abschätzig angeschaut.

Ich war mit 14 schon nicht mit dem Lebensstil meiner 7 Jahre älteren Schwester einverstanden, konnte aber nur eines machen: Meine Nichten betüdeln, wo es ging. Ich war jedes Wochenende dort, ging mit den Mädels spazieren, auf den Spielplatz usw. - und das über Jahre, jedes Jahr kam ein Kind dazu. Auch später war ich immer für sie da, holte sie abwechselnd zu mir und einiges mehr. Dazu brauchte ich die Mutter nicht.
Meine beiden ältesten Nichten sind wie meine Töchter für mich und zu zwei weiteren besteht auch regelmäßiger Kontakt. Meine Schwester habe ich seit über 30 Jahren nicht mehr gesehen, nur 2 von 6 Kindern haben noch Kontakt zu ihr.
Was ich damit sagen will - es ist vollkommen egal, wer welche Bildung hat, wenn Dir an dem Kind liegt, lass Deine Schwester sein, wie sie will und hole das Kind einfach zu Unternehmungen ab. Wenn Du schon weißt, dass ein Zoogutschein nichts bringt, dann schnapp das Kind und geh mit ihm in den Zoo. Auf die Art kannst Du dem Kind wirklich Gutes tun und auch auf vieles Einfluss nehmen - aber das ist natürlich etwas anstrengender und zeitaufwendiger als lieber zu überlegen, ob einem die Familie guttut.....
LG Moni

Geht es dir nur bei dieser einen Schwester so? Wie ist der Kontakt zu den anderen?
Du schreibst ja auf der einen Seite recht liebevoll über deine Schwester und etwas muss dich ja auch bewogen haben, nach so einer langen Funkstille wieder den Kontakt aufzunehmen.
Wie läuft denn euer Kontakt ab? Ist er regelmäßig, häufig, selten? Eventuell lässt sich darüber schon etwas verändern. Zwischen gar keinen Kontakt und jeden Tag sehen gibt es ja viele Lösungen.
Deine Schwester führt ein komplett anderes Leben als du. Das musst du akzeptieren, wenn ihr weiterhin Kontakt haben wollt. Du musst das nicht gut finden und zu allem ja und Amen sagen. Nur ständige Kritik bringt keinem etwas.
Wenn du sie wirklich in deinem Leben haben möchtest, musst du toleranter ihr und ihrem Leben gegenüber sein. Überleg dir, ob du das kannst und zu welchem Preis. Du wirst weder sie noch ihr Leben ändern können. Nur deine Einstellung dazu.

Alles Gute 🍀

Wenn das Kindeswohl ernsthaft gefährdet ist, frage ich beim Jugendamt nach, wie ich sinnvoll handeln kann.

das kläre ich für mich als erstes.

Wenn das Kindeswohl nicht gefährdet ist, aber nicht zu meiner ! Vorstellung von Erziehung passt
- frage ich mich, ob ich das mit ansehen kann
- lade ich das Kind zu mir ein. Nicht um es zu beeinflussen oder zu ändern! Sondern nur um dem Kind zu zeigen, dass es auch andere Wege gibt. Hierbei bin ich mir dann aber immer bewusst, dass das Kind sich auch NICHT dafür entscheiden kann und SEINEN Weg so geht, wie es dem Kind besser gefällt/ passt


Finanziell unterstütze ich Familie in Notfällen,
nicht aber um auf meine Kosten zu leben!

Wenn ich merke, dass meine Vorschläge nicht ankommen,
dann lass ich sie sein.

Wer möchte oder später möchte, kann gerne auf mich zu kommen. Angeboten habe ich es ja.

Hat das Kind Wünsche Zeit mit mir zu verbringen oder möchte gerne von mir etwas lernen (egal was), dann bin ich da. Zu meinem Angebot stehe ich.

Will das Kind das nicht, dann akzeptiere ich das. Nur weil ich vieles gerne mache, meine Einstellungen habe etc. müssen diese nicht dem Kind entsprechen.

Umgekehrt muss niemand meinen Lebensstil toll finden oder danach fragen.
Den eigenen mir aufdrängen finde ich nervig.

Z.B. weiche ich von der allgemeinen Vorstellung ab, nach dem Beruf gefragt zu werden.
Ok, es ist ein Teil von mir, ich arbeite gerne und ich weiß, was ich tue.
Danach gefragt zu werden, ist für mich aber nervig, weil es MIR nicht wichtig ist und ich es doof finde andere damit zu langweilen.
Wer ernsthaft fragt, bekommt eine Antwort. Wer aus Anstand fragt, weil es dazu gehört, der zeigt damit, dass er kein Interesse an meiner Person hat, weil bekannt ist, dass ich in dem Punkt anders bin.

So achte ich auch darauf, was Freunden wichtig ist.
Ok, ich frage auch schon mal nach ihrem Beruf, dann wenn ich weiß, dass es ihnen gerade wichtig ist.
Meist aber sind das Fragen, wie es ihnen damit geht, wie es mit der Veränderung geht, ob sie sich wohl fühlen. Also zu ihrer Person und ihren Gefühlen, der Beruf wäre austauschbar. Für sie nicht, für mich macht der Beruf als solches keinen Unterschied.

Leider beobachte ich es seit vielen Jahren, das Kinder von desinteressierten Eltern oft selbst nichts werden und deren Kinder dann in die gleichen Fußstapfen treten.

Und so zieht es sich , wie ein roter Faden durch Generationen, meist in den Punkten

- Bildung
- Ausbildung
- Anzahl der Kinder
- Alkohol Konsum
- Lebensstil (Arbeitslosigkeit)
Usw.

Die Mitglieder der Familie, die es raus schaffen, können nur versuchen, durch Aufmerksamkeit, oder zeigen, dass es anders auch geht, den Kindern etwas anders zu vermitteln.

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