Taufe ja-nein-vielleicht

Hallo , nur mal rein aus Interesse, vielleicht habt ihr ja Lust eure Gedanken, Ideen, usw dazu zu geben.

Ich selbst, 29 Jahre alt, bin mit unter einem Jahr getauft , habe Null Bezug zur kirche/jesus/Gott/freie Gemeinden und bin aus der Kirche ausgetreten.
Gute Bekannte sind aber sehr gläubig und die Mutter dazu versucht regelmäßig mich zu bekehren 😂also word auch häufig über Bibel Inhalte gesprochen.

Meine Mutter gab zu, das ich und mein Bruder nur getauft wurden, weil man das so gemacht hat und ihre Schwiegermutter dann auch "ruhe gibt".

Mein Sohn ist jetzt knapp über ein halbes Jahr und so viele Fragen mich wann er denn nun getauft wird.
Wenn ich antworte das er gar nicht getauft wird bekomme ich teilweise böse,fragende Blicke.

Also ich selbst denke, das wenn jemand sich für Jesus entscheidet , dann kann er auch aus ganz freien Stücken im Erwachsenenalter getauft werden, ohne als baby irgendwo Hineingedrängt zu werden.

Wie seht ihr das?

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Hallo,

sowohl mein Mann (katholisch) als auch ich (evangelisch) sind getauft und Mitglied der Kirche. Ich selbst habe circa 18 Jahre ehrenamtlich Kinder-Freizeitangebote in unserer Gemeinde betreut. Für uns war es von Beginn an klar, dass unsere Tochter getauft wird. Sie wurde evangelisch getauft, da ich den engeren Bezug zur Kirche habe. Für uns ist die Taufe ein Bekenntnis wir wir unser Kind erziehen werden und das es wie wir Teil dieser besonderen Gemeinschaft sein soll.

Wir gehen nicht jede Woche in die Kirche aber einmal im Monat mit und das von Geburt an. Denn einmal im Monat gibt es einen speziellen Gottesdienst für Babies und Kinder. Dort treffen wir Bekannte und trinken in Anschluss noch einen Kaffee und reden.

Aber jeder muss für sich entscheiden ob sein Kind getauft wird. Ich persönlich empfinde Menschen die ihr Kind taufen obwohl sie aus der Kirche getreten sind als Heuchler, da sie nicht hinter dem Glaubenskonzept stehen.

LG Morgain

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Sehe ich auch so. Meine Tochter wird auch nicht getauft. Wenn sie es später selber möchte, dann habe ich natürlich nichts dagegen. Aber einfach nur "weil man das so macht" ist totaler Quatsch. Klar, wenn mein Partner gläubig wäre und es ihm wichtig wäre hätte ich auch nichts dagegen. Aber wir glauben beide nicht.

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Genauso.

Mein Partner und ich sind beide aus der Kirche ausgetreten und haben mit Religion nichts am Hut. Unser Sohn wird dementsprechend auch nicht getauft. Meine Mutter wusste schon seit Jahren dass wir nicht taufen lassen würden, meinen Schwiegereltern ist das noch nicht so bewusst. Für meine Mutter ist das in Ordnung, unser Kind unsere Entscheidung. Bei den erwarten wir durchaus Widerstand. Das ändert aber nichts an unserer Entscheidung.

Wenn unser Sohn irgendwann einmal einer Religion beitreten möchte, dann ist das vollkommen ok. Und dabei ist es auch egal welche Religion es ist. Aber er soll das selbst für sich entscheiden dürfen und zwar zu einem Zeitpunkt der für ihn passt.

Ich finde das auch nur konsequent. Wie soll ich ihm eine Religion vermitteln an die ich nicht glaube. Aus dem gleichen Grund würde ich auch niemals kirchlich heiraten und wir feiern auch keine christlichen Feste. Ich finde es nicht richtig mir die Rosinen rauszupicken und aus "das macht man halt so" Gründen sollte man sowieso nicht taufen. Entweder man ist davon überzeugt oder nicht.

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Entschuldige die Frage, aber wie erklärst du ihm, dass ihr Nikolaus und Weihnachten nicht feiert? Das sind ja im Grunde christliche Feste. Oder wie feiert ihr diese Feste? Das intetessiert mich jetzt wirklich und ist nicht böse gemeint...

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Die christlichen Feiertage sind ja auch nur auf bestehende Feste übergestülpt worden. Weihnachten ist das alte Fest der Wintersonnwende (Germanen) bzw. von sol invictus (Römer) - die längste Nacht des Jahres ist vorüber, die Tage werden wieder länger. Ist keine Erfindung des Christentums ;-)

Man kann Weihnachten auch als Familienfest ohne christlichen Bezug begehen.

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An eurer Stelle hätte ich mein Kind auch nicht getauft. Ohne eigenen Bezug zur Kirche macht es keinen Sinn.

Meine Tochter ist getauft und sie geht jetzt mit 5 Jahren auf eigenen Wunsch zu "Kirche mit Kindern". Das findet an einem Vormittag im Monat statt. So kann sie sich ihr eigenes Bild machen und in 7 Jahren entscheiden, ob sie beim Konfirmandenunterricht mitmachen möchte.

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Wir sind beide noch Mitglied der Kirche, werden unser Kind aber auch nicht taufen lassen.

Wir haben keinerlei Bezug zu Religion, in unserem Leben spielt Religion absolut keine Rolle. Wir würden auch nicht kirchlich heiraten und Weihnachten ist bei uns ein "schönes Familienfest", ohne christlichen Bezug.

Ich möchte meinem Kind aber schon ermöglichen, Religion kennenzulernen und sich selbst zu entscheiden. Wie wir das machen werden, z.b. christliche Kita oder sonstiges, werden wir dann noch sehen...

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Bin da ganz bei dir. Mein Bruder, cousin und ich wurden nach dem Umzug in den westen nur getauft, weil de anderen Kinder im Dorf nicht mit uns spielen durften - total idiotisch! Und wir leben in Niedersachsen, nicht in Bayern!
Jedenfalls haben wir mit der Kirche nix am Hut. Konfirmiert wurden wir auch nur, weil wir im Dorf sonst außen vor gewesen wären.

Meine Jungs sind nicht getauft und das werden sie auch nicht. Wenn sie 14 sind und somit religionsmündig, können Sie das selbst entscheiden.

Wir hatten schon Diskussionen mit pastoren, aber wir lassen uns da nicht beirren. Ich kann meinem kind auch so vin den religionen der welt erzählen, dafür muss ich es nicht direkt in eine Sparte drängeln.
Und Aussagen, wie "Man kann ja später noch immer austreten" nerven mich extrem. Denn getauft wurde man dann ja trotzdem! Ich hätte im Nachhinein sehr gerne darauf verzichtet!

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Die anderen dürften nicht mit euch spielen? 😧 Oh man, sowas gab es tatsächlich in Deutschland? Ich bin selbst Christ, aber so ein dämliches Verhalten kann ich einfach nicht nachvollziehen. Ist auch zutiefst unchristlich. Jesus selbst hat auch niemanden aufgrund von Herkunft, Religion oder Geschlecht ausgeschlossen. Daran sollten solche Hinterwäldler mal denken!

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Ja, tatsächlich. 1993, im Ammerland. Einfach nur erbärmlich 😂

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Unter Christen gibt es eine große Diskussion ob man Babys oder Kinder taufen lassen soll. Ein Baby kann sich noch nicht frei entscheiden. Es kann sich auch nicht daran erinnern. Das stimmt absolut.

Zur Zeit der 1. Christen, in der die Taufpraxis, die wir heute haben, entstand, hatten die Menschen kein so individualistisches Menschenbild. Man verstand sich viel mehr als Teil eines Ganzen und wenn Mutter und Vater Christen waren, dann waren ihre Kinder das auch, deshalb war die Taufe eine logische Konsequenz. Es ist ein Geschenk Gottes an die Menschen. Er zeigt in der Taufe wie sehr er sie liebt und das obwohl der kleine Mensch noch keine nennenswerten Leistungen vollbracht hat. Er wird bedingungslos geliebt, egal was er aus seinem Leben macht.

Mein Mann und ich sind Christen. Ich stoße mich an dem Begriff "Hineindrängen". Jeder lebt seinen Kindern doch seine Weltanschauung und Lebensweise vor. Wir verprügeln unser Kind nicht, wenn es nicht mitbeten will und du verbietest deinem Kind wahrscheinlich nicht zu beten, wenn es das möchte.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich diese Traditionstaufen aber auch nicht gut finde. Es ist einfach ein heiliges Sakrament, was man nicht unbedacht machen sollte. Wer sein Kind nicht im christlichen Glauben aufwachsen lassen will, der sollte es nicht tun. Später, wenn das Kind älter ist, und sich für den Glauben interessiert, kann es sich immer noch taufen lassen.

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Sehr schön geschrieben und eine sehr schöne Sichtweise. Die Aufnahme in die christliche Gemeinschaft durch die Taufe ist ein Geschenk Gottes an die Kinder, sie werden ohne wenn und aber angenommen.

Zum Thema: Wir sind nicht tief religiös, gehen eher selten in die Kirche, aber wir sind Christen und wir glauben. Ich bin katholisch und mein Mann evangelisch. Da mir die evangelische Glaubensgemeinschaft mehr zusagt (und meinem Mann sowieso), haben wir unsere Tochter evangelisch taufen lassen und gleichzeitig evangelisch geheiratet. Sie geht auch in einen evangelischen Kindergarten. Dort werden Grundlagen gelegt, sowohl was den Glauben als auch was die Werte angeht. Das geben wir unserem Kind als Rüstzeug mit. Was es später daraus macht, kann es selbst entscheiden.

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Das ist gehüpft wie gesprungen.

Du kannst ihn nicht taufen lassen - und er entscheidet sich später, ob oder ob nicht.
Du kannst ihn taufen lassen - und er kann später austreten.

Ich habe meinen "eigenen Glauben" und mit dem Bodenpersonal der Kirche nix am Hut.

Meine Kinder sind getauft und hatten die Möglichkeit, die weiteren Sakramente zu erhalten, oder nicht.

Wenn sie später austreten wollen, werde ich ihnen nicht böse sein. Jeder wie er meint.

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Es ist nicht gehüpft wie gesprungen. Als ich aus der (katholischen) Kirche austrat, erhielt ich im Anschluß die schriftliche Information, dass ich zwar formal aus der Kirche ausgetreten bin, durch Taufe aber weiterhin (und bis in alle Ewigkeit) Christin bin.
War ein bisschen bischöfliches Nachtreten, hat mich auch tatsächlich geärgert.

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Na, wenn du dich von sowas ärgern lässt.#schein

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Beim ersten Kind waren die Omas noch etwas pikiert und viele haben gefragt, wann denn Taufe ist, als wäre es klar, dass getauft wird. Das dümmste Argument einer Oma war für mich: "ich war auf mehreren Kommunionfeiern in der Nachbarschaft und wir feiern dann ja nicht. Was macht das für einen Eindruck?"
Beim zweiten Kind hat dann keiner mehr gefragt.
Hier auf dem Land wird fast jedes Kind getauft, ob die Eltern gläubig sind, ist total egal. Es gehört sich halt so.
Ein Kumpel hat nur taufen lassen, damit die Kinder bei Jugendfreizeiten mitmachen können und keine Außenseiter sind.
Da fehlen mir die Worte.
Langer Rede, kurzer Sinn: wer nicht dran glaubt, sollte auch nicht taufen lassen. Wer taufen lässt, sollte sein Kind dann ja schließlich auch im Glauben erziehen. Das machen aber nur sehr wenige. Alles sehr scheinheilig!

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