Kinderfreundschaften mit teinreichen Kids und damit einhergehende Probleme

Heute möchte ich hier um Rat fragen,
vielleicht sind ja Eltern in einer ähnlichen Situation und kennen die oben angeschnittene Problematik.


Kurz zu dn Fakten, wir sind ein stinknormaler Mittelstandshaushalt.
Mein Sohn wird im SOmmer eingschult und wir dürfen uns ein Kind wünschen, mit dem er in eine Klasse kommt. Den Wisch müssen wir zeitnah abgeben und ich grübele darüber - weil:

Er hat 2 Freunde. Einen ganz guten und einen allerallerbesten, dieser jedoch lebt in einer sehr anderen Welt.

Die Eltern , Unternehmer , gehören hier im Bundesland zu den Reichsten Bürgern, sie sind Millionenschwer, haben zwei Kinder und die Freundschaft ist - finde ich - aufgrund der Gegebenheiten kompliziert.

Der Junge hat eine Nanny, die bis abends bei ihm und seiner Schwester (7) ist. Sie lässt beide nicht aus den Augen, ist auch auf dem Spielplatz immer dabei. Den Schulweg wird er als einziger aus der Vorschulgruppe nicht mitgehen, er wird gebracht, weil die Familie ANgst vor Entführungen hat.

An 4 Nachmittagen pro WOche hat der Junge Verpflichtungen. Sport, Musik und so weiter.

Ein normales Spielplatztreffen, welches man spontan tätigt, gab es noch nie.
Treffen werden 2 bis 3 Wochen vorher vereinbart.

In den Ferien ist die Familie immer komplett im Ausland, ebenso siind die WOchenende voller Verpflichtungen.

Die Jungs lieben sich und sind sind im Kiga unzertrennlich.
Dennoch überlege ich, den anderen Jungen auf die Liste zu schreiben (meinem SOhn ist es egal, der reiche Freund wäre ihm ein bisschen lieber, aber er mag beide gerne)., weil man mit dem einfach "weltliche" Sachen machen kann.

Der ruft SOnntagsmorgens an, ob Sohnemann für eine Stunde Lego bauen kommen will. Mit dem spaziert man abends noch ne Runde mit der laterne um die Häuser.
Der kommt nach dem Kiga zu Fuss mit uns nach Hause. Die Eltern treffen sich zum Grillen. Es ist einfach "total normal" alles.

So was wird er mit dem anderen Jungen vermutlich in der Grundschulzeit nie machen können bzw erleben.


Mich würde zudem interessieren, ob jemand hier Erfahrungen hat, wie es in solchen Famlien weiterging - man kann Kinder, die im Goldkäfig leben, ja nicht dauerhaft darin "einsperren", die haben doch spätestens in der Pubertät auch die Nase voll?!

Danke fürs zuhören #winke

2

Hallo
Ich sehe das Problem nicht so ganz. Es geht ja lediglich um einen Wunsch und um ein Kind. Egal was passiert, dein Kind wird in der Schule höchstwahrscheinlich weitere Freunde finden. Wie sich die Freundschaft zu dem bisherigen Freund, egal welchem, entwickelt, kann man nicht wissen.
Ich würde ganz klar das Kind entscheiden lassen. Das muss schließlich auch mit der Freundschaft leben. Wenn sie aktuell so gut befreundet sind, scheint das ja mit der Freundschaft grundsätzlich zu klappen. Schulweg, Nanny,... das ist nicht deine Baustelle und sicherlich wird sich das mit steigendem Alter und Forderungen vom Kind verändern.
Wir haben bis zum Sommer für eine kürzere Zeit in einer sehr gut betuchten Gegend gelebt. Meine Tochter hat sich mit einem Kind angefreundet, das in ganz anderen Dimensionen lebt. Vieles war eingeschränkter als ohnehin schon bei den meisten Kinder dort und vieles lief anders ab. Die Freundschaft hielt das aber aus und meine Tochter hat so einige Dinge erlebt, die sie so wohl nie erlebt hätte.
So war es halt. Ich sehe da jetzt keinen Grund, mich einzumischen.

LG

1

So schön die Freundschaft mit dem reichen Sprössling auch ist, Schule wird zusätzliche Verpflichtungen und noch weniger Zeit als vorher bringen.

Ein Wechsel auf eine private Schule und/oder Internat in Deutschland/Schweiz/England kann jederzeit passieren.

Ich würde den Kindern die Freundschaft belassen, aber auch „normale“ Freundschaften fördern.

3

Wie viele Kindergärten liegen denn im Einzugsbereich eurer Grundschule? Bei uns ist immer etwa die Hälfte der Kinder aus einer Klasse zusammen in den Kindergarten gegangen. Wenn dein Sohn Freund 1 angibt und Freund 2 deinen Sohn kann es gut sein, dass sie trotzdem zusammen in die Schule kommen.
Ich würde mich auch nicht unbedingt so daran fest machen. Man lernt ja in der Schule neue Freunde kennen, mit denen man genauso spielen kann. Ich kenne wenige Leute, deren Kindergartenfreundschaft sich auf Dauer wirklich bewährt haben.

4

Was wünscht sich dein Sohn denn? Wenn er den "reichen" Jungen gerne abgeben würde, würde ich das auch machen. Man weiß ohnehin nicht, wie sich die Freundschaften im Laufe der Jahre entwickeln aber wenn ich ehrlich bin, finde ich deine Einstellung schon etwas diskriminierend. Stell dir mal vor die gutbetuchten Eltern würden die Kinder nicht zusammen spielen lassen, weil sie denken euer Sohn sei nicht elitär genug - das wäre doch total daneben.

Die Kinder finden entweder ein geinsames Level oder nicht, ist dann auch nicht weiter schlimm 😊

5

Hallo,

in der Schule werden die Freundschaftskarten neu gemischt.
Lass deinen Sohn entscheiden.

VG

6

Hallo,

so sehr Dich auch diese Thematik im Moment beschäftigt - es handelt sich vorerst nur um eine Wunschangabe für einen Klassenkameraden. Das ist nicht wirklich wichtig.

In der Schule sortieren sich Freundschaften neu. Sicherlich ist es angenehm für die Kids, wenn sie mit Freunden in eine Klasse kommen, aber die weitere Entwicklung kann niemand vorhersagen.

Lass Deinen Sohn entscheiden, wen Ihr auf die Wunschliste schreibt. Alles weitere wird sich zeigen.


So lange die Kinder gut miteinander auskommen, sollte man sich nicht von Äußerlichkeiten lenken lassen. Vielleicht bringt der Junge auch etwas Farbe und andere Blickwinkel in das so "total normale" und "weltliche" Leben Deines Kindes.

LG

7

mmmm bei uns im Umfeld sind alle auch „normaler Mittelstand“ und dennoch gibt es keine spontane Besuche. Die meisten Kinder, die wir kennen sind 3-4 Mal die Woche in Hobbies und jetzt im Grundschulalter auch am Wochenende, weil viele bei Turniere und Co. teilnehmen. Die paar Male, wo wir spontan ein Freund angerufen haben/vorbei geschaut haben, hatte der keine Zeit.

In den Ferien ist es sehr schwer Kinder zu treffen, weil alle wegfahren, bei den Großeltern sind oder in der Ferienbetreuung. Bei den einen oder anderen Freund war bisher in den Sommerferien unmöglich, sich in den Ferien zu treffen. Ich kenne keine Kinder, die den ganzen oder so gut wie den ganzen Ferien mit der Mama zu Hause rumsitzen. Gibts hier einfach nicht. Mamas arbeiten.

Kinder mit Au-pair-Mädchen kenne ich auch. Bei einen sind die Eltern Ärzte, Zahnärzte und bei den anderen Unternehmer. Da sie eigenen Praxis bzw. Geschäft haben und krasse Arbeitszeiten, ging es halt nicht anders. Eltern kenne ich kaum, ehrlich gesagt. Babysitter sind echt nett, kenne ich von Abholen/Spielplatz. Hat nix daran geändert an der Beziehung zwischen den Kindern.

Unser Nachbarskind hat immer Zeit. Mama bekommt Arbeitslosengeld und die Kinder sind um 12 zu Hause, haben keinerlei Hobbies. Sind auch in den Ferien zu Hause und am Wochenende. Der Papa arbeitet, Schicht glaube ich. Ab und zu haben die Jungs zusammengespielt, aber irgendwann hat er aufgehört zu klingeln bei uns. Unser Kind besucht die Ganztagesschule, hat sehr viele Hobbies und am WE sind wir viel unterwegs. So gut wie jedesmal, dass er anscheinend geklingelt hat, waren wir nicht da. Schade einerseits, aber was soll ich machen?

Von daher, das ist hier ganz normal. Allerdings: gute Freunde von uns wohnten 6 Jahre in Mexiko City. Kind wurde dort in der deutschen Schule eingeschult und freundete sich dort mit einem Kind an, dessen Eltern Adlig und Schwerreich sind. Papa wegen Korruption mal angeklagt dort. Die Freunde von uns haben „Beamten“ Gehälter und haben sich gefreut, überhaupt das nötige Geld zusammenzukratzen um das Kind in die deutsche Schule zu schicken. Obwohl die Kinder sich innig geliebt haben, war auf Grund der Unterschiede das Verhältnis sehr schwer, zudem sie dort wirklich mit Babysitter und mehrere bewaffnete Bodyguards 24/7 lebten. Es hat sich spätestens dann erledigt, als die Freunde zurück nach Deutschland kamen. Sie waren heilfroh, weil je älter die Kinder, desto schlimmer würde es. Das andere Kind dürfte nicht zu Ihnen zum Spielen aus Sicherheitsgründen, Papa in den Nachrichten wegen Korruption usw. mit 8 hat deren Kind das schon langsam mitgekriegt. In diesem Fall waren die Verhältnisse sooo unterschiedlich, dass es sich langsam zum extremen Nachtteil entwickelte. Der Rückzug nach Deutschland war der beste Cut. Es wurde versprochen, dass die Kids sich dann hier sehen (Ferien), aber ist natürlich nie passiert. Das andere Kind bleibt im Schloss der Großeltern :) in einen anderen Bundesland.

So, meine Empfehlung? Ich würde das Kind aus ähnliche Verhältnisse angeben. Wer weiß, vielleicht bleiben die Kinder dennoch eng befreundet oder im Gegenteil, es verläuft sich. Oder das andere Kind gibt dien Kind ein und durch Einfluss, kommen die doch in der Klasse zusammen. Aber das liegt alles nicht in deinen Händen.

8

Hallo,
Mein Sohn ist mit einem sehr, sehr reichen Jungen befreundet. Er stammt aus einer millionenschweren und einflussreichen Unternehmer Familie.
Auch er ist in allen Ferien komplett auf Reisen.
Die zwei sind seit dem Kindergarten gut und eng befreundet, wir sind auch eine "normale "Mittelschicht Familie
Die Kinder sind nun 10 Jahre alt und natürlich hat mein Sohn ab Grundschulalter den "Klassen Unterschied " bemerkt und fragte oft warum wir nicht auch so ein großes Haus, Pool, Porsche, Putzfrau, nanny haben. Ich habe ihm einfach erklärt, dass es eben reiche und arme Menschen gibt. Das alles vor und Nachteile hat (auch sein Freund wurde lange mit security und dass wir sehr zufrieden sein können.
begleitet, mittlerweile hat sich das gelockert, seit die Kinder größer sind). Dass so viele tolle Urlaube zwar spannend und schön sind, aber dabei ständig security Männer dabei haben weniger.
Ich habe ihm bei akuten "Neid Anfällen (zb ich finde es unfair, dass wir keinen Pool und ein kleines Haus haben) deutlich gemacht wie gut es uns geht. Kindgerechte Reportagen über Slums und richtige Armut gezeigt, mit ihm Weihnachten im Schuhkarton gemacht, beim Sternsinger mitmachen lassen. Mittlerweile versteht er das ganz gut und versteht, dass der Reichtum des Freundes nicht Normalität in unserer Gesellschaft ist.
Die Mutter der Familie arbeitet nicht und ihr ist es auch wichtig, dass die Kinder so normal wie möglich aufwachsen können.
Inzwischen nimmt mein Sohn den Unterschied nicht mehr wahr. Es ist bei seinem Freund so und er ist mit ihm so eng wie eh und jeh. Das wäre er auch, wenn der Freund aus einer armen Familie stammen würde. Nie wäre ich auf die Idee gekommen ihm diese Freundschaft "auszureden" . Das ist genauso diskriminierend wie ihm eine Freundschaft auszureden, weil der Freund zu arm, zu dick oder anders hautfarbig ist.
Mein Sohn und sein Freund profitieren von ihrer Freundschaft. Sie sind sich eine Stütze, verstehen sich ohne Worte.
Würde ich diese Freundschaft "verhindern " , würde ich beiden diese schöne Erfahrung nehmen!

9

Hallo,
Ich würde mich am Wunsch seines Sohnes orientieren. So wie ich die Freundschaften bei meiner 1-klässlerin beobachte, sortiert sich das zum einen noch mal um. Zum anderen trifft sie sich auch mit Kindern aus Parallelklassen, die in der Nachbarschaft wohnen und verfügbar und nett sind. Der Kontakt mit dem unkomplizierten Kind wird sicher trotzdem erhalten bleiben, selbst wenn sie in unterschiedlichen Klassen landen. Wir haben in unserem Einzugsgebiet übrigens auch viele „stinkreiche“ Familien, allerdings bestehen Freundschaften bislang ausschließlich zu Familien mit ähnlichem Mittelklassehintergrund wie wir.
Liebe Grüße!

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