Schwiegereltern und ihr viertes Enkelkind

Hallo zusammen,

das Interesse meiner SE an ihrer mittlerweile 1 Jahr alten Enkelin war nie so groß. Man sieht sich alle 3-6 Wochen und meistens dann wie sie gerade mal Zeit und Lust hatten, also nie regelmäßig. Sie waren dann aber im Umkehrschluss beleidigt, wenn sie mitbekommen haben wie häufig unsere Tochter mit meinen Eltern Kontakt hat und wir meinen SE nicht mehr für Treffen hinterher gerannt sind. Sie wohnen 15 Minuten entfernt mit dem Auto.

Wir haben sie dann darauf angesprochen und sie meinten nur sie haben ihre Enkelin natürlich gern. Genauso gern wie ihre anderen Enkel (für die sie sich auch kein Bein ausreißen sie zu sehen, außer man kommt mit einem akuten Problem auf sie zu). Aber das war es auch. Ich habe aber viele Menschen gern, das ist doch keine familiäre Liebe?

Meine SM hat vor der Entbindung sogar gesagt sie braucht kein 4. Enkelkind, sie kann sich nicht freuen, warum wir uns nicht noch mehr Zeit lassen, wir sind ja gerade erst verheiratet und man muss eine Ehe ja erst reifen lassen. Ihre anderen Enkelkinder vom Bruder meines Mannes sind auch schon Scheidungskinder, da gibt es nur Ärger.
Das war für mich eigentlich schon Grund genug den Kontakt abzubrechen und seitdem habe ich meine SM gefressen und bin eigentlich froh über den wenigen Kontakt.
Aber für meinen Mann haben wir es versucht und ich habe mittlerweile auf diese erzwungenen Treffen keine Lust mehr, weil da eben keine Herzlichkeit zu sehen ist. Das ist so als würde man sich mit den Kindern der Nachbarn beschäftigen. Unsere Tochter registriert sie auch 0 als Bezugspersonen, aber mein Mann denkt immer noch seine Eltern werden sie irgendwann noch richtig lieben, wenn sie älter ist. Und wenn sie unsere Tochter sehen, sind sie ja auch anständig zu ihr. Mein Mann sagt sie waren noch nie herzliche Menschen, sie können auf Fotos nicht mal lachen.

Aber durch diesen Kommentar vor der Entbindung hat sich meine SM komplett ins Aus geschossen und ich weiß nicht wie ich das vergessen soll. Würdet ihr einfach demnächst zu Hause bleiben und meinen Mann alleine mit unserer Tochter fahren lassen. Ich weiß meine SM mochte mich noch nie besonders, hat sie dann nicht das was sie will?

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Der Spruch von deiner Schwiegermutter war natürlich total unangebracht- sowas kann sie denken, sollte sie aber für sich behalten. In dem Moment der Schwangerschaftsverkündung ist man ja selbst total aufgewühlt und rechnet mit einer positiven Freude und dann das.
Ich würde das aber auch nicht überbewerten. Deine Schwiegermutter hat mit ansehen müssen, wie die Ehe ihres anderen Sohnes zerbrochen ist, da gibt es sicher einfach Ängste und Sorgen, zumal du schreibst dass es da "nur Ärger gibt". Mein Schwiegervater hat auch gefragt, ob wir uns das gut überlegt hätten- so jung und so schnell und überhaupt sei dass ja mit Scheidung und so total blöd- er selbst war halt auch von der Mutter seiner Kinder getrennt und das Verhältnis zu seinen eigenen Kindern lange angespannt und er eben gebranntes Kind. Toll fand ich den Spruch nicht (zumal ich ja schon schwanger war!) aber nachgetragen habe ich ihm das nicht.....

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Dieses "ich brauche kein 4. Enkelkind" war für mich aber auch irgendwie ein Spruch gegen unsere Tochter, obwohl sie nicht mal auf der Welt war, dass sie "unerwünscht" ist von ihrer Seite. Mein Mann sagt auch, dass war nicht sehr feinfühlig aber NICHT gegen unsere Tochter gerichtet... ich denke aber, so einen Spruch bringt man nicht gedankenlos. Zumindest ist es bei mir so angekommen. Sie leugnet es jetzt rückblickend, dass sie sowas überhaupt jemals so gesagt hätte, aber wir waren ja dabei.

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Naja, ich verstehe schon, was du meinst. Ich würde es dennoch nicht so konkret gegen deine Tochter einordnen.
Es war nicht nur "nicht feinfühlig" sondern ziemlich daneben. Vor allem war es sehr egoistisch. SIE braucht kein 4. Enkelkind. Ja, toll, aber IHR wollt eben ein gemeinsames Kind haben und darum geht es. Aber vielleicht war ihr Ausspruch auch ein Ausdruck ihrer eigenen Überforderung (ich werde den anderen Enkelkindern schon nicht so gerecht, wie ich mir das gewünscht hätte, wie soll ich jetzt auch noch Zeit und Energie für ein weiteres aufbringen? oder so...).
Also ich sehe da einen unangebrachten, egoistischen, unpassenden Ausspruch, aber keine konkrete Ablehnung dieses Kindes, dass die Schwiegermutter auf ihre Art sicher gern hat. Ich glaube, es lohnt sich nicht, sich an diesem (ja!: blöden! Ausspruch, und auch schade, dass die Schwiegermutterniht die Stirn hat, dass später aus der Welt zu schaffen, sich zu entschuldigen, den Spruch ins rechte Licht zu rücken...) aufzuhängen.

Jetzt kommt natürlich dazu, dass du dich dort eh nicht so wohl fühlst, dass Gefühlhast, dass sie sehr wenig Engagement zeigen und du wenig Herzlichkeit empfindest. Da würde ich mir zumindest auch ganz deutlich verbitten, dass die Schwiegermutter jammert, dass ihr euch mehr mit deinen Eltern trefft. Aber ich sehe auch keinen Grund, die Treffen komplett abzubrechen. Ich persönlich würde (meinem Mann zuliebe, denn das sind ja trotz allem seine Eltern) mal mit dorthin gehen, mal Vater und Tochter alleine losschicken und mal die Schwiegereltern zu mir einladen (und wenn ihnen dann der Weg zu mühsam ist- Pech gehabt). Ob daraus irgendwann eine liebevolle Bindung zum Enkelkind wird- keine Ahnung.

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Was möchtest du denn?
Den Kontakt abbrechen? Mehr Liebe fürs Kind? Öftere Besuche? So ganz klar wird das noch nicht...

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Vermutlich entweder mehr Herzlichkeit fürs Kind oder von meiner Seite aus auf Dauer keinen Kontakt mehr. Mein Mann hat ja selber schon kaum mit seinen Eltern zu reden, weil sie nicht zuhören oder immer alles besser wissen. Wir sitzen im Endeffekt nur bei ihnen zu Hause rum, damit sie für unsere Tochter keine Fremden sind. Vor meiner Zeit hat mein Mann seine Eltern alle Jubeljahre gesehen.
Und dann kommt halt noch der blöde Spruch meiner SM dazu.
Ich kenne das aus meiner Familie nicht und weiß nicht damit umzugehen.

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Ich summiere Mal hoch. Also hockt ihr weiter zusammen worauf weder ihr noch sie Lust haben dem Kind zuliebe?
Grad die Kinder sind ja sehr sehr feinfühlig für solche Spannungen. Ob die einseitigen Intensivierungsversuche hinhauen?

Wir haben eine ähnliche Konstellation wenn man das Emotionale betrachtet und vorher auch gehofft dass "das Kind sie ändert". Ist defacto nicht der Fall gewesen. Aufeinanderhocken bringt nur Konflikte...

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So, wie es sich für Dich besser anfühlt.
Vermute mal, dass es Variante B sein wird, also dein Mann besucht seine Eltern ohne dich.

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Oje.
Vielleicht übertreibe ich und dichte da etwas rein.
Aber wenn ich lese, dass die Eltern deines Mannes noch nie besonders herzlich waren... er die Hoffnung hat, dass sie irgendwann eine liebevolle Beziehung zu eurer Tochter aufbauen...
Kann es sein, dass dein Mann sich eigentlich selbst von seinen Eltern mehr Liebe und Zuwendung erhofft? Oder genauer: er hätte sich als Kind mehr liebevolle Zuwendung gewünscht, weiß aber aus Erfahrung, dass seine Eltern ihr Liebe besser zeigen können, seit er etwas älter ist...? In dem Fall macht es natürlich Sinn, den Kontakt nicht abreißen zu lassen, bis das Kind älter ist.

Trotzdem oder gerade deswegen: ich würde das Kind da in Gedanken mal rauslassen. Sie wird sich selbst denjenigen Verwandten zuwenden, von denen sie sich gut angenommen fühlt.
Aber du kannst deinen Mann darin unterstützen, eine gute Beziehung zu seinen Eltern aufzubauen. Ob das nun am besten geht, indem du ihm oft ermöglichst, alleine bzw mit eurer Tochter Zeit mit seinen Eltern zu verbringen oder ob es hilft, wenn du nett und freundlich dabei bist, das kannst du nur selbst einschätzen.
Wenn dein Mann eine gute Beziehung zu seinen Eltern hat, kann euer Kind daran anknüpfen. Wenn nicht, ist vermutlich eh Hopfen und Malz verloren.

LG!

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Also mein Schwager war immer ein Sorgenkind, bei meinem Mann lief alles, daher wurde er immer hinten an gestellt. Da mein Mann aber selber immer schon oft von den Eigenarten seiner Mutter genervt war und auch mit ihnen teilweise die Gesprächsbasis fehlt, weil sie nicht zuhören oder oft alles besser wissen, hat er sich nach dem Auszug nach seinem Studium auch eher zurückgehalten und kennt es auch gar nicht so, dass man in einer Familie... ich sag mal freundschaftlich-herzlichen Umgang hat. Wenn ich ihn frage ob er deswegen traurig ist, dass es bei ihm nicht so war, sagt er nein, ich kenne es gar nicht anders. Wenn es nach ihm ginge könnten wir auch auswandern und es wäre ihm egal wenn er seine Eltern dann fast gar nicht mehr sehen würde. Deshalb verstehe ich es auch nicht wieso er bei unserer Tochter so dahinter her ist, dass sich da liebevolle Zuneigung entwickelt.

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