Wenn alle gehen

Ich weiß, eigentlich gehöre ich nicht hierher aber ich möchte gerne in schwarz schreiben.
Es wird länger also danke an alle, die sich Die Zeit nehmen zu lesen.

Ich bin 25 Jahre und arbeite seit Juni 2014 in einem Unternehmen.

Bei meinem Vorstellungsgespräch war schon klar, dass mein Chef und ich super miteinander zurecht kommen und wir auf einer Wellenlänge sind.
Wir haben ein super Verhältnis gehabt, jedoch nur auf der Arbeit, privat haben wir uns nie getroffen.
Wir haben viel geredet, auch über privates wie zum Beispiel kinderwunsch.
Vor 2 Jahren wurde er Vater von Zwillingen, die Ehe zerbrach und er schüttete mir sein Herz aus.
Er war immer sehr menschlich und hatte immer Verständnis für mich. Irgendwie waren wir halt einfach ein Team.
Irgendwann kam bei mir und meinem Mann der kinderwunsch auf. Ich erzählte meinem Chef, dass wir üben. Jeden Monat war ich auf neue traurig und kam auch so zur Arbeit. Er spürte das. Aber immer wenn ich verdaut hatte, dass es nicht geklappt hatte, war ich wieder die alte, lachte viel.
Nach 11 monaten kam ich mit einem Lächeln in die Firma, er kam mir entgegen und fragte "Bist du schwanger?" Ich bejahte und viel ihm vor Freude um den Hals, er freute sich mit und sagte "Na endlich, dich konnte man ja kaum ertragen"

Er gab mir also einen Arbeitsplatz, der einigermaßen MuSchuG gerecht war. In der 20 woche viel es mir aber immer schwerer mich dauernd zu bücken und zu strecken und bekam davon Bauchweh. Er hat also bei seinem Chef ein BV für mich durchgeboxt.
Ich war im unendlich dankbar und habe mich 1000 mal bedankt.
Im März kam unsere Tochter zur Welt und ich rief ihn an, er klang jämmerlich mochte aber nicht drüber reden (was vollkommen okay ist!)
Eine Woche später war er krank geschrieben. Niemand wusste weshalb. "Okay, er mag nicht drüber reden aber wenn ich aus der elternzeit wieder komme ist er bestimmt wieder da."
Tja, vor 1 Monat kam die Botschaft meiner Kollegin, er kommt nicht wieder. Ich war zutiefst schockiert, da hatte ich nicht mit gerechnet. Er hat einfach gekündigt.
Naja, vielleicht muss er neue Wege gehen, sehr schade aber nun gut.
Wer seine Vertretung macht wurde mir auch erzählt und ich hab nur gedacht "Gut, das ich nicht da bin ".
Er hatte schon mal die Vertretung für meinen Chef gemacht als der einen Bandscheibenvorfall hatte. Es war grausam. Er hasst mich und ich ihn.
Wehe ich ging nach 4 Stunden Arbeit was essen, weil ich Hunger hatte, mir stand schließlich erst nach 6 Stunden Arbeiten eine Pause zu.
Da ich körperlich arbeite bei 2 bis 7 grad hielt ich das aber nicht durch.
So, jetzt kam heute die Nachricht, dass er mein Chef bleibt.
Naja, okay, in einem halben Jahr kann noch viel passieren.
Dann achso, x,y und z sind übrigens auch weg und a,b,c hören zu Januar auf. Danke, das sind mal eben 6 Leute mit denen ich mich verstehe.
Dann sind noch 2 da, die ich lieb gewonnen habe. Ja, ich bekomme neue Kollegen aber wenn ich wiederkomme fange ich ja in einer neuen Firma an.

Mich macht das grade echt fertig. Mein Job an sich ist echt ein Scheiß Job aber meine lieben Kollegen und mein Chef haben mich gehalten.
Und nun? Sind fast alle weg, die ich mag.
Ich weiß, das Dinge sich verändern und das ist ja auch gut so aber trotzdem ist es einfach scheiße.

Naja, irgendwie werde ich mich wohl arrangieren denn meinen fest Vertrag möchte ich nicht riskieren.
Danke fürs Lesen und fürs ausheulen, ich wünsche euch einen schönen Abend und eine gute Nacht

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Vielleicht auch die Chance dich selbst zu verändern. Denk darüber nach und kümmere dich rechtzeitig. Man darf sich auch selbst verändern. Alles Gute!

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Das wäre auch mein Tipp.

Kannst erst mal zurück kommen und Dich dann aus einem „aktiven Arbeitsverhältnis“ heraus neu in Ruhe umschauen und neu bewerben.

Ich bin auch erst mal in die alte Firma zurück. Habe da 2 Jahre mit einem Krippenkind durchgehalten. Mit allen Unannehmlichkeiten für die Firma, wie kurzfristig weg bei plötzlichen Anrufen aus der KiTa, Kind-Krank-Tagen, später kommen bzw. früher gehen wegen Impfterminen, etc.
Es war mir aber egal, ob es deshalb Knatsch gibt oder nicht, da ich da eh über kurz oder lang weg wollte.

Mein Kind geht zum Kindergarten und jetzt wechsle ich frisch und „unbelastet“ auf eine neue Position.

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Meine Erfahrung, wenn du jetzt schon weiß, dass die Arbeitsatmosphäre schlecht bei deiner Rückkehr sein wird, würde ich mich jetzt schon um einen neuen Job kümmern. Bei mir war zu mindestens so, dass ich bei Kündigungen von Chefs/Kollegen ganz genau wusste, wie es werden würde und immer recht danach hatte. Ich habe mich seit dem letzten Mal versprochen, dass ich bei einen nächsten Mal meinen Bauchgefühl folgen werde.

Wo sind deine ehemaligen Kollegen jetzt bzw wo wechseln sie hin? Vielleicht ergibt sich ja über denen was? Würde auf alle Fälle an deiner Stelle die ehemaligen beruflichen Kontakten nutzen, wenn du so weit bist für einen Wiedereinstieg.

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Ich würde mich auch nach ner neuen Stelle umschauen. Hast Du Kontakt zu den (zukünftigen) ehemaligen Kollegen?

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Deine Geschichte hat echt eine unerwartete Wendung 😀😁 dachte beim Lesen der ersten Hälfte die ganze Zeit, das wird eine "Hab-meinen-Mann-für-meinen-Chef-verlassen"-Lovestory!

Tja, das ist der Fluch der Elternzeit, man behält zwar den Arbeitsplatz, aber niemand kann einem versprechen, dass es genau wie vorher wird. Schau es dir an, wenn es dir nicht mehr dort gefällt, bewirbst du dich woanders.

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Wenn du mit dieser Stimmung wieder starten willst wirst du dich echt quälen.

Ich würde die Zeit sinnvoll nutzen und mich umorientieren.

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Hallo,

hältst du denn Kontakt mit deiner alten Abteilung? Ich würde dann einfach mal zum besuchen vorbei schauen und mir ein Bild machen, wie so die Atmosphäre tatsächlich ist. Jemand der Vertretung macht, kann sich mit eigenem Team und auch über diesen Zeitraum ja auch verändern.

Es wirkt auf mich ein wenig als seist du auch selbst etwas „schuld“. Wenn du erst nach 6 Stunden Pause hast, hast du erst nach 6 Stunden Pause. Wer kann denn einfach gehen und kommen wie es ihm beliebt? Es gibt doch fast immer servicezeiten oder betriebliche Abläufe die eine feste Pausenregelung beinhalten. Wenn du nach 4 Stunden einfach alles stehen und liegen lässt um essen zu gehen: ja, fände ich als Chef auch suboptimal. Du liest dich als wärst du eine der Schwangeren gewesen, die für alles eine Extrawurst wollte, nur weil man jetzt die heilige Brut im Bauch trägt. Wenn du weißt du brauchst früher als zur Pause was zu essen, nimmt man sich ne Stulle oder einen Müsliriegel zur Überbrückung mit. Dass dein neuer Chef dich da nicht so dolle fand, kann ich leider nachvollziehen.

Es liegt also an dir, ob du mal in dich gehst, dir selbst vielleicht eingestehst dass du auch Dinge gemacht hast, die nicht so prima waren und ihm dann einfach noch mal eine Chance gibst ihm zu zeigen, dass du eine prima Angestellte bist und vielleicht entpuppt er sich dann ja auch als prima Chef?

Ähnlich mit den Kollegen: neue Kollegen können auch eine Chance sein. Sie bringen frischen Wind rein, können besser Punkte erkennen die im Team noch besser laufen können und bringen neue Erfahrungen rein. Vieles davon ist auch wieder eine Frage der Einstellung und inneren haltung.

Würdest du dich jetzt neu bewerben, hättest du auch alle Kollegen und Chef neu. Und was willst du sagen warum du gegangen bist? Ich durfte nach 4 Stunden nicht einfach zum Mittagessen? Alle gehen also gehe ich auch?

Ich hoffe du verstehst hinter meinen eher harten Worten dass ich dich nur zum nachdenken „wachrütteln“ mag die Situation mal von anderer perspektive aus zu betrachten :-)

LG

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Hey, ich kann durchaus deine Kritik vertragen, danke für deine Worte.

Tatsächlich können wir bei uns einfach in Pause gehen, solange unser Auftrag beendet ist.
Mein Alter Chef hat das bei jedem gedudelt. Wer nach 3 oder 4 Stunden Hunger hatte, stempelte sich aus ging in die Kantine oder nach draußen und machte Pause. Kein Problem, nichtmal der betriebliche Ablauf wird dadurch gestört.

Da wir im Lager nichts essen dürfen, aus hygienischen Gründen, habe ich mich an die Regeln gehalten Pause zu machen.
Manche meiner Kollegen haben das nicht getan und haben während der Arbeitszeit im Lager gegessen.

Ich würde behaupten, dass ich eine gute Mitarbeiterin bin. Meine Zahlen waren immer gut, ich war selten krank und habe so ziemlich alles gemacht, was von mir verlangt wurde.
Nachtschicht, unerwartete Überstunden, früher anfangen, extra Aufgaben die mir aufs Auge gedrückt wurden. Meine Fehlerquote lag bei 0,01% unsere Kunden waren also zufrieden mit mir.

Nein, ich habe keine extra Würste bekommen. Konnte mein Chef sich gar nicht erlauben, denn der hatte ja auch noch einen Chef.

Ich habe Kontakt zu ein paar Kollegen. Mit diesen schreibe ich ab und an und sie erzählen mir, was es neues gibt. Ab und an gehe ich auch mit ein paar von ihnen was essen.

Ich danke die trotzdem für deinen Denkanstoß.
Vielleicht wirkt es als sei ich das "verwöhnte gör" jedoch habe ich dort immer ordentlich geknechtet, genauso wie meine männlichen Kollegen auch und war teilweise von der Leistung her sogar besser.

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Hey,

tolle Antwort von dir! Finde ich super, dass du das so aufgefasst hast; ich war ja doch sehr harsch.

Du klingst doch durchaus selbstreflektiert. Ich würde daher einfach bei dem Vorschlag bleiben, den Kontakt zur Abteilung zu halten und mal zu Besuch vorbei zu schauen um dir ein eigenes Bild zu machen :-)

Alles Liebe!

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Da hilft nur eines, sich selber auch einen neuen Job suchen, bevor man jeden Tag mit Magenschmerzen hingeht.
LG Moni

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Wo ist der alte chef? Wenn in der Naehe bewerben.

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