Feindseliges Patenkind....wie weiter verhalten??

Hallo ihr Lieben,

ich muss mir das mal von der Seele schreiben. Vielleicht habt ihr ja einen objektiven Rat für mich, wie ich mich in Zukunft weiter verhalten soll. Ich verstehe nicht, warum jemand so sein kann und es macht mich wahnsinnig traurig. Der nun folgende Text wird wohl ein wenig länger....

Ich habe eine ältere Schwester, die zwei Söhne hat. Der Ältere ist mittlerweile 15 Jahre alt. Mit meiner Schwester habe ich ein super Verhältnis, wir standen uns schon immer sehr nahe. Deswegen bin ich vor knapp 14 Jahren auch die Taufpatin bei meinem ersten Neffen (dem jetzt 15-Jährigen) geworden. Ich habe mich damals sehr gefreut und meine Aufgabe stets sehr ernst genommen, sprich: Ich habe sie regelmäßgig besucht und mich viel als Kleinkind um ihn gekümmert.

So bis zum Alter von 5-6 Jahren war alles wunderbar, aber danach (als mein Neffe älter wurde) änderten sich die Verhältnisse dann allmählich: Nicht in Bezug auf meine Schwester, sondern auf ihren Sohn. Mit zunehmenden Alter und selbstständigerem Denken ließ er immer mehr durchblicken, dass er mich anscheinend überhaupt nicht mag.

Konkret hieß das: Wenn wir uns getroffen haben (also ich zu ihnen kam), dann verließ er immer ganz schnell den Raum und verzog sich in sein Zimmer. Meistens hat er mich nur kurz emotionslos gegrüßt und nicht weiter mit mir geredet. Das hat meine Schwester fortlaufend ebenfalls sehr irritiert, da ich ihm absolut nichts getan habe. Zu mir nach Hause wollte er nie, obwohl ich es ihm immer wieder angeboten hatte (mal übernachten oder so). Wenn meine Schwester mich besucht hat und er (notgedrungen) mit musste, dann saß er meistens stumm und schlecht gelaunt neben uns...

Angebote von mir, mal was zusammen zu unternehmen (Kino, Zoo etc.) hat er immer ausgeschlagen. Er hätte auf so etwas keine Lust. Zu seinem Geburtstag und Weihnachten habe ich ihm immer etwas Schönes geschenkt. Bedankt hat er sich nur nach Aufforderung seiner Mutter, selbstständig nie. Tatsächlich hatte es sogar eher den Anschein, als ob er sich über meine Geschenke gar nicht freuen würde bzw. sie ihm überhaupt nicht gefallen.

Wenn er mal mit am Tisch auf diversen Anlässen wie Feiern etc., dann redete er nicht mit mir. Ich versuchte oft von mir aus Gespräche mit ihm zu beginnen, ab vergebens....er wimmelte mich immer dann sofort ab. Mir schien es sogar, als ob er mir in diesen Sitationen ständig böse bzw. verstohlene Blicke zuwarf. Und zwar immer nur dann, wenn meine Schwester (seine Mutter) das nicht sehen konnte.

Irgendwann habe ich es nicht mehr ausgehalten und habe meiner Schwester mein Herz ausgeschüttet. Habe auch geweint dabei, diese ganze stille Ablehnung meines Neffen hat mir so wehgetan. Sie war ebenfalls sehr traurig, denn natürlich fühlte sie sich ebenfalls bestätigt, denn sie hatte das alles auch bereits zur Genüge irgendwie mitbekommen. Sie versprach, dass sie mal ausführlich mit ihm sprechen würde.
Hat nichts gebracht: Er hat vor seiner Mutter sehr erstaunt und unschuldig getan und ihr versichert, dass er überhaupt nichts gegen mich hätte. Ich würde mir das vielleicht nur einbilden....

So verstrichen Jahre und es wurde nicht besser. Trotzdem habe ich immer so weiter gemacht, ihm weiterhin zu passenden Anlässen etwas geschenkt und war freundlich zu ihm, wenn wir uns sahen, einfach weil ich eine gute Tante und Patin sein wollte.

Doch nun sind gestern sind meine langjährigen Befürchtungen endgültig bestätigt worden. Ich wollte spontan auf dem Rückweg bei meiner Schwester vorbeischauen. Sie war anscheinend nur nicht Zuhause, mein Neffe öffnete die Tür. Er war wohl alleine Zuhause. Schon als er mich sah...erstarrte er. Ich fragte ihn ganz lieb, ob seine Mutter da sei. Er meint kurz angebunden: "Nein." Daraufhin fragte ich ihn, ob bei ihm alles in Ordnung sei. Da meinte er doch tatsächlich zur mir: "Nein, weil du mich jetzt gerade nervst." Das saß wie ein Schlag. Ich nahm allen Mut zusammen und fragte: "Sag mal, J. Warum bist du immer so abweisend mir gegenüber? Magst du mich eigentlich nicht?" Er, vollkommen kalt: "Nein, ich mag dich nicht und mochte dich noch nie." Mir traten die Tränen in die Augen: "Warum? Ich bin doch deine Tante! Ich bin deine Patin. Was habe ich dir denn getan?" Er: "Nichts. Nur weil du meine Tante bist, muss ich dich aber nicht mögen."

Ich konnte nicht mehr, stammelte nur noch ein schnelles "OK. Dann machs gut." und ging schnell wieder weg. Zurück im Auto fing ich an zu weinen, denn es hatten sich alle meine Befüchtungen, die sich im Laufe der Jahre angesammelt haben, endgültig bestätigt. Diese grundlose Ablehnung tut mir so unglaublich weh. Zumal ich nicht weiß, warum mein Neffe mich so sehr "hasst". Ich habe ihm niemals etwas getan! Im Gegenteil: ich habe mich, seit er klein war, immer so sehr um ihn bemüht! Und zum Dank wird man so eiskalt zurückgewiesen??

Ich überlege, ob ich meine Schwester mal anrufen und ihr erzählen solle, was ihr Sohn zu mir gesagt hat. Aber andererseits kann ich ihm ja nichts nachweisen. Wenn seine Mutter ihn darauf anspricht, wird er es nur wieder abstreiten. Zudem befürchte ich, das gute Verhältnis zu seiner Schwester zu riskieren, wenn ich ihr jetzt damit komme. Nachher glaubt sie noch, dass ich ihren Sohn vor ihr schlecht machen will....

Wie soll ich mich nur weiter verhalten? Der Junge scheint mich absolut zu hassen und ich sitze hilflos da und kann nichts dagegen machen. Aber warum? Ich habe ihm absolut nichts getan! Liegt es vielleicht an mir selber? Habe ich in meiner Rolle als Patentante versagt?? Wie würdet ihr euch weiter verhalten in Zukunft? Denn ich werde meinen Neffen ja immer wieder mal irgendwo sehen....

Liebe Grüße
TraurigeTante85

1

Mit 15 sind alle Erwachsenen scheiße.
Vielleicht fühlt er sich bedrängt und zieht sich deswegen zurück.
Ich bin noch nie bekannten oder verwandten Kindern "hinterhergelaufen" . Das bringt nichts

87

Mag ja sein, aber so ein respektloses und unhöfliches Verhalten kenne ich bei keinem in meinem Umfeld. Und es fing ja auch schon deutlich früher an.

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Hallo,

tut mir leid wie alles gelaufen ist... fühl dich gedrückt. Dass das ein Schlag ins Gesicht war glaube ich wohl, aber manchmal ist zwischen Menschen einfach keine gegenseitige Sympathie da. Du kannst überhaupt nichts dafür...

Ich würde noch einmal mit ihm allein das Gespräch suchen und ihm sagen, dass du sehr enttäuscht bist über das Verhalten von ihm sowie seine negativen Gefühle dir gegenüber.
Dann würde ich ihm mitteilen, dass du das Gespräch an der Tür vielleicht nicht der Mutter erzählst. Aber mit dem 16. Geburtstag endet das Beschenken. Die Patenschaft siehst du als erfüllt an. Letzteres würde ich deiner Schwester dann such irgendwie verklickern.
Wenn er es sich irgendwann anders überlegen sollte und seine Gefühle sich dir gegenüber ändern, steht deine Tür offen.

Irgendwie so würde ich es machen.

Wenn du dich weiterhin bemühst nur deiner Schwester wegen, machst du dich kaputt, denn ihr 15!jähriger Sohn weiß es anscheinend nicht zu schätzen.

LG

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Erst einmal vielen Dank für deine Antwort.
Tut mir Leid, dass meine Rückmeldung etwas gedauert hat.

"Ich würde noch einmal mit ihm allein das Gespräch suchen und ihm sagen, dass du sehr enttäuscht bist über das Verhalten von ihm sowie seine negativen Gefühle dir gegenüber."
Hhmm...ich glaube, das würde nichts bringen. Wahrscheinlich würde er sich gar nicht auf ein Vieraugen-Gespräch mit mir einlassen. Die Sitation gestern hat ja gezeigt, was er von mir hält. Und ändern würde es an seiner Arbneigung vermutlich auch nichts....

"Aber mit dem 16. Geburtstag endet das Beschenken. Die Patenschaft siehst du als erfüllt an."
Ja, da magst du Recht mit haben. Mittlerweile habe ich auch gar keine Lust mehr darauf. Ich war zwar die ganzen langen Jahre die "offizielle" Patentante, aber eine es ist niemals ein Verhältnis zwischen uns entstanden. Sozusagen alles für die Katz...und das obwohl ich mich so um ihn bemüht habe. Er hat alles abgeblockt. Die Patenschaft ist also "gescheitert"....und da weiß ich halt nicht, ob ich mir deswegen Vorwürfe machen muss oder nicht!

"Wenn er es sich irgendwann anders überlegen sollte und seine Gefühle sich dir gegenüber ändern, steht deine Tür offen."
Ja, das ist eine gute Idee! So werde ich es denke ich handhaben. Er soll sehen, dass ich nicht nachtragend bin. Auch wenn ich nicht weiß, ob er seine Einstellung mir gegenüber jemals ändern wird....

"manchmal ist zwischen Menschen einfach keine gegenseitige Sympathie da. Du kannst überhaupt nichts dafür..."
Da hast du leider ebenfalls Recht mit! Und ich denke, das ist auch hier der Fall. Aus welchem Grund auch immer, bin ich als Person ihm einfach nicht sympathisch....
Obwohl ich nicht wüsste, ihm jemals etwas getan zu haben!

Liebe Grüße
TraurigeTante85

3

Er hat nicht gesagt, dass er dich hasst. Das machst du daraus. Er mag dich nicht, nicht mehr und nicht weniger. Muss er dich mögen? Magst du jeden?

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Danke für deine Antwort.

Ja, ich weiß, dass er sas nicht wortwörtlich so zu mir gesagt hat gestern. Aber irgendwie kann man so starke Gefühle wie Hass ja auch spüren, selbst wenn es nicht ausgesprochen wird, merkt man immer, wenn da was ist. Zumal er mir in der Vergangenheit (als er jünger war) auch immer so....naja, böse Blicke zugeworfen hat.

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Versagt hast du nicht. Er mag dich halt einfach nicht. Vielleicht war ihm dieser Krampf auf kontakt zuviel.
Ich würde ihn grüßen wie bisher und ansonsten einfach in Frieden lassen. Geburtstagsgeschenke würde er natürlich weitergekommen
Der Schwester würde ich den Sachverhalt schlicht mitteilen. Er geht dir ja sowieso aus dem weg. Dann muss man nicht auf Zwang zusammenhocken bis der Arzt kommt.

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Wieso weiterhin beschenken?
Dem Kind zuliebe? *Ironie off*

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Naja. Von mir würde er einen 5er und eine Tüte Gummibärchen bekommen.
Vielleicht würde ich ihn aber auch nochmal fragen ob man die schenkerei einfach lassen sollen

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Warum geht dir das so nahe? Es tut mir sehr leid, dass du jetzt so traurig bist, aber dein Neffe hat leider Recht mit der Aussage "Nur weil du meine Tante bist, muss ich dich aber nicht mögen." 

Du hast doch die Antwort auf die Frage, ob er dich mögen würde, schon gekannt, wieso hast du sie gestellt, wenn du die Antwort nicht erträgst? 15-Jährige sind dann leider nicht so sensibel und was hätte er denn sonst sagen sollen?

Du schreibst: "Ich verstehe nicht, warum jemand so sein kann." Ein Kind? Natürlich trägt ein Kind seine Emotionen viel offener "vor sich her" als ein Erwachsener.
Manche Menschen mag man einfach lieber als andere, das geht uns Erwachsenen doch auch so.

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Natürlich ist niemand gezwungen, eine andere Person zu mögen, auch nicht wegen einer Verwandtschaft aber ich wäre auch sehr verletzt. Außerdem finde ich das Verhalten des Neffen auch äußerst eigenartig. Kenne keinen Jugendlichen, der so ist, ohne, dass etwas vorgefallen wäre.

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"Warum geht dir das so nahe?"
Sorry, aber das ist eine total dumme Frage!
Warum sollte es einem nicht nahe gehen, wenn eine Person, zu der man ein besonderes Verhältnis hat, einem ins Gesicht sagt, dass er einen nicht mag?
Natürlich ist er nicht verpflichtet dazu, seine Patentante zu lieben, aber das heißt nicht, dass einem die Ablehnung nicht nahegehen "darf". Gerade, wenn sie sich so um ihn bemüht.

Mit 15 ist man auch nicht mehr in dem "Kindermund tut Wahrheit kund"-Alter. Ich hatte mit 15 einige Leute, die ich nicht mochte, auch welche, die mich mochten, aber ich habe das keinem von ihnen so ins Gesicht gesagt. Ich habe in solchen Situationen immer diplomatische Wege gesucht. Und alle anderen Jugendlichen in dem Alter, die ich kenne und kannte, haben es (außer wenn aktuell etwas vorgefallen ist) genauso getan.

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Im Gegensatz zu den meisten Antworten hier kann ich dich total verstehen und finde nicht, dass so ein Verhalten okay ist und auch die Pubertät ist keine Entschuldigung.
Ich habe auch ein Patenkind (allerdings erst knapp über 2) und lege da auch sehr viel Liebe und Bemühung rein ein gutes Verhältnis zu ihr zu bekommen und es würde mich auch sehr traurig machen, wenn sie mich aus welchem Grund auch immer nicht leiden könnte.
Es tat mir richtig in der Seele weh deinen Text zu lesen. Du kommst sehr liebevoll und empathisch rüber. Ich würde dir raten es deiner Schwester zu erzählen (aber so, dass es nicht rüberkommt als wolltest du ihn schlecht machen, du bist ja einfach nur traurig) und ihr im gleichen Atemzug dann auch mitteilen, dass du jetzt, wo er auch ein gewisses Alter erreicht hat deine Patenschaft ablegen möchtest. Alles andere wird dich nur kaputt machen. Ich denke nicht, dass du irgendwas falsch gemacht hast. Manche Menschen muss man einfach gehen lassen. Würde zwar auch weiterhin freundlich zu ihm sein, aber alles andere "abstellen" und versuchen loszulassen.
Ich drück dich unbekannterweise #klee

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Vielen Dank für deinen lieben Beitrag. Ich merke schon, dass du mich gut verstehen kannst!#liebdrueck

"Ich würde dir raten es deiner Schwester zu erzählen (aber so, dass es nicht rüberkommt als wolltest du ihn schlecht machen, du bist ja einfach nur traurig) und ihr im gleichen Atemzug dann auch mitteilen, dass du jetzt, wo er auch ein gewisses Alter erreicht hat deine Patenschaft ablegen möchtest."
Ja, da werde ich vermutlich auch zu gegebener Zeit tun. Werde ich nicht drum herum kommen. Zumal eine richtige (aktive) "Patenschaft" ja leider ohnehin niemals zwischen uns vorhanden war. Hat der Junge ja alles abgeblockt!:-(
Muss halt nur gut überlegen, wie ich es ihr gegenüber dann rüberbringe.

"so ein Verhalten okay ist und auch die Pubertät ist keine Entschuldigung."
Ja, und das hat mich gestern auch schon echt verletzt. Obwohl ich es ja eigentlich schon die ganzen langen Jahre über geahnt hatte, dass er mich nicht mag.
Ich bin mir halt nur nicht komplett sicher, ob er mir gestern mit diesen Worten ganz bewusst eins "auswischen" (also mir wehtun) wollte oder einfach nur unüberlegt herausposaunt hat, was er von mir denkt; also einfach taktlos war....

"Manche Menschen muss man einfach gehen lassen. Würde zwar auch weiterhin freundlich zu ihm sein, aber alles andere "abstellen" und versuchen loszulassen."
Ja, bleibt mir ja auch nichts anderes übrig unter diesen Umständen. Ich kann ihn nicht dazu zwingen, mich zu mögen. Ich werde diese Tatsache wohl so als gegeben hinnehmen müssen. Ändern werde ich sie scheinbar nicht können....

8

Ich hätte ihn wahrscheinlich schon vor vielen Jahren gefragt, was er gegen mich hat, ob ich die falschen Geschenke kaufe oder so. Vielleicht hätte man da eher noch eine Antwort bekommen, mit der man was anfangen kann.
Heute hat er sich in seiner Ablehnung verbarrikadiert, da könnt ihr im Moment auch nichts machen. Aber - wer mich nicht leiden kann, dem schenke ich auch ganz sicher nichts mehr.
Ich habe 3 Patenkinder, 2 Nichten und die Tochter einer ehemaligen Freundin. Dieser waren eines Tages die Geschenke nicht mal mehr ein Danke wert und wenn sie ich sah, gabs nicht mal ein Hallo, hab es x mal versucht. Zur Konfirmation bekam sie dann eine Karte mit einem Geldbetrag und dem Zusatz: Mit der Konfirmation sehe ich mein Patenamt nun als beendet an( so ähnlich halt). Fertig.
Eine Patennichte ist wie eine Tochter für mich, die andere ist weit weg gezogen und ließ den Kontakt einschlafen. Auch gut, isso.
An Deiner Stelle würde ich es freilich der Schwester erzählen, mit ihr hast Du ja keinen Streit. Allerdings würde ich auch klarmachen, dass der Kontakt zu dem ungezogenen Jüngling auf Eis gelegt wird (auch in der Pubertät erwarte ich ein Mindestmaß an Respekt und Anstand, sie ist absolut kein Freibrief für alles). Geschenke kann er dann erwarten, wenn er wieder sozialisiert ist. Der grinst sich doch ins Fäustchen über die blöde Tante,wenn Du weiter schenkst. Deine Schwester kennt ihren Ableger auch, ich denke, sie wird es nachvollziehen können, wenn sie nicht komplett auf beiden Augen blind ist.
LG Moni

37

Erst einmal vielen Dank für deine Meinung.

"Ich hätte ihn wahrscheinlich schon vor vielen Jahren gefragt, was er gegen mich hat, ob ich die falschen Geschenke kaufe oder so. Vielleicht hätte man da eher noch eine Antwort bekommen, mit der man was anfangen kann."
Ja, das hätte ich vielleicht mal machen sollen. Könnte man mir evtl. auch tatsächlich irgendwo als Versagen/Untätigkeit vorwerfen. Aber andererseits hätte das vielleicht auch nichts gebracht. Möglicherweise hätte er nur alles (wie bei seiner Mutter) dann abgestritten und mir erzählt, dass ich mir das nur einbilde.
Habe halt immer gehofft, dass es bei ihm vielleicht nur so eine "Phase" ist und er sich mir eines Tages doch noch "öffnen" wird, wenn ich nur weiterhin freundlich zu ihm bin. War wohl nichts....:-(

"Heute hat er sich in seiner Ablehnung verbarrikadiert, da könnt ihr im Moment auch nichts machen. Aber - wer mich nicht leiden kann, dem schenke ich auch ganz sicher nichts mehr."
Ja, da hast du vermutlich Recht mit. Er wird sich im Laufe der Jahre halt so stark in seine Abneigung gegen mich reingefressen haben, dass er jetzt nicht mehr da raus kommt. Und das mit dem weiteren Schenken werde ich mir auch noch sehr gut überlegen. Er weiß es ja anscheinend absolut nicht zu würdigen...

" Zur Konfirmation bekam sie dann eine Karte mit einem Geldbetrag und dem Zusatz: Mit der Konfirmation sehe ich mein Patenamt nun als beendet an( so ähnlich halt)."
Ja, das wäre an sich gar keine schlechte Idee. ABER, ob du es glaubst oder nicht, er ist nicht mal konfirmiert! Er hätte letztes Jahr eigentlich Konfirmation gehabt und meine Schwester sagte, er habe Partou nicht dahin gewollt! Sie hat ihn auch nicht dazu gezwungen, was ja auch völlig richtig ist. Zumal mit der Konfirmation ja die Patenschaft eigentlich offiziell endet. War jetzt bei uns halt aber nicht gegeben.
Meinst du, dass ich ihm so etwas auch noch nachträglich schicken könnte (ein Brief oder so)?? Ein Konto mit Geldbeträgen habe ich für ihn leider niemals angelegt....:-(

"An Deiner Stelle würde ich es freilich der Schwester erzählen, mit ihr hast Du ja keinen Streit. Allerdings würde ich auch klarmachen, dass der Kontakt zu dem ungezogenen Jüngling auf Eis gelegt wird"
Ich weiß nicht....so soll ich ihr damit kommen?? Ich liebe meine Schwester und komme mit ihr bestens (sie zählt zu meinen besten Freundinnen) aus, aber er ist bleibt nun einmal ihr Kind! Ich kann doch nicht einfach ankommen und ihr sagen "Gegen dich habe nichts, aber gegen dein Kind! Mit dir will ich weiterhin befreundet sein, aber mit deinem Kind will ich nichts mehr zukünftig zu tun haben".
Das wird sie doch sicherlich dann sehr negativ auffassen. Damit würde ich doch bei jeder Mutter anecken, denn jede normale Mutter liebt doch ihr Kind mehr als alles andere und würde sich im Normalfall immer hinter es stellen. Ich fürchte, wenn ich ihr so ankomme, setze ich tatsächlich das freundschaftliche Verhältnis zu meiner Schwester aufs Spiel und das will ich ja um jeden Preis vermeiden!

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Ich würde dein Patenamt ansich als beendet ansehen. Das Patenamt endet mit der Konfirmation, weil die Kinder ab dem Moment in der Kirche als Erwachsene gelten. Er hat beschlossen, dass er nicht ein erwachsenes Mitglied der Kirche sein möchte. Das gilt quasi genauso.

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Hallo traurige Tante. :-)

Ich verstehe, dass du komplett vor den Kopf gestoßen bist, obwohl du die Lage schon vorausgeahnt hast.

ICH an deiner Stelle würde mich von ihm distanzieren. Triff dich mit deiner Schwester wenn er nicht daheim ist, oder grüße ihn, aber ignoriere ihn auf weiteres.

An Weihnachten und zum Geburtstag würde ich ihm eine Karte mit einem Geldgeschenk überreichen und das wars. Geschenke oder Aufmerksamkeiten zwischendurch wären für mich erledigt.

Klar, der Junge ist in der Pubertät. Aber deswegen weiß man auch was man sagt und kann sich vorstellen, wie man andere mit pampigen Antworten verletzt. Die Pubertät entschuldigt ja nicht alles.#schwitz

Ich würde mir ihm gegenüber auch nichts anmerken lassen.
Wie gesagt, grüßen - und das wars.

Deiner Schwester würde ich klipp und klar sagen was Sache ist, damit sie sich nicht über dein Verhalten wundert. Mach ihr aber keine Vorwürfe - sie kann ja nix dafür.

Ganz liebe Grüße! #winke

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Auch hier die Frage:
Wieso soll sie ihn weiterhin beschenken?
Wer hat was davon?

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Lach..... hab mich deshalb grade extra nochmal eingeloggt.
Mir ging der Beitrag nicht mehr aus dem Kopf.#gruebel

Wollte der TE grade nochmal schreiben und mitteilen, dass ich die Präsente einstellen würde.
Ihr habt absolut recht. Wenn einem so wenig Freundlichkeit entgegen gebracht wird, dann sind nett gemeinte Geschenke fehl am Platz! #pro

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Hallo du Liebe,

ich bin eine stille Mitleserin und habe mich jetzt für dich registriert, weil mir deine Geschichte irgendwie bekannt vorkommt, aber aus einer anderen Perspektive und ich immer noch deswegen ein sehr schlechtes Gewissen habe. Ich möchte aber nicht damit sagen, dass dein Neffe auch so tickt, aber vielleicht...?

Ich habe selbst eine sehr liebe Tante, die sich immer viel Zeit für mich genommen hat, mir viele wunderschöne & durchdachte Geschenke gemacht hat und immer super toll zu mir war/ist. Und ich war immer sehr gemein zu ihr und bin ihr aus den Weg gegangen. Ich weiß selbst auch nicht warum. Irgendwie konnte ich sie "wirklich verletzen" und habe das ausgenutzt. Kein anderen Erwachsen konnte ich "verletzen" und irgendwie war sie dann für mich schwach und unangenehm. Sie war aber trotzdem immer weiterhin für mich da und dafür bin ich heute sehr dankbar.
Jetzt ist meine absolute Lieblingstante und ich weiß, egal was ich mache, ich kann ihr alles anvertrauen, mehr als den anderen Tanten und ich schätze ihre Ehrlichkeit und ihre Sanftmütigkeit und sehe diese Eigenschaften als vorbildlich an.
Dafür musste ich aber auch fast 30 werden...

Ich hoffe, das kann dich vielleicht trösten.

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Ich bin nicht die TE aber, danke für deine Ehrlichkeit und gleichzeitig macht es mich sehr traurig, dass "Schwäche" in dem Fall Zuneigung so böse gegen einen verwendet werden kann. Ich hoffe du hast dich als Erwachsene mal bei ihr entschuldigt, falls nicht würde ich das Telefon direkt in die Hand nehmen (glaube dass selbst nach vielen Jahren eine Entschuldigung gut tut, selbst wenn ihr euch heute super versteht)
Respekt auch vor deiner Tante, soviel Durchhaltevermögen muss man erstmal haben.

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Vielen Dank für deine interessante Geschichte und deine Mühen bzgl. dem Einloggen.

Ja, das klingt ja gar nicht mal so "fachfremd" mit Hinblick auf meine eigene (jetzige) Situation. Es wäre natürlich sehr schön, wenn mein Neffe (ganz wie du auch) mit zunehmenden Alter seine Einstellung mit gegenüber nochmal ändern sollte. Ich würde ihm auch niemals die Tür versperren, dafür bin ich viel zu großherzig. Er dürfte immer zu mir kommen, wenn er es möchte!
Aber ob er sich jemals nochmal ändern wird, kann ich nicht sagen....da muss ich wohl die Zeit einfach für uns spielen lassen!

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