Ich habe mein Kind nicht mehr im Griff - Fall für den Psychologen?

Ich möchte hier gar nicht weiter meterlange Texte schreiben, ich werde mal in kurzen Stichworten unsere letzten Tage zusammenfassen. Diese waren der reinste Horror.
Meine Tochter wird in wenigen Tagen 6, ich muss mir gerade eingestehen , dass ich nciht mehr mit ihr klarkomme.

Ihre großen Geschwister sind immer sehr "pflegeleicht" gewesen. SIe war schon immer etwas spezieller, immer schon sehr stur und mit Dickkopf, aber seit einem Monat bin ich wirklich am Ende meiner Kräfte. Nun liebäugele ich mit einem Gespräch beim Psychologen. Bitte berichtet mal von Euren Erfahrungen dort bzw ob ihr das für sinnvoll erachtet.

Auch für hilfreiche Tips bin ich sehr dankbar. Ich wess in manchen Situationen keinen Rat.

Erstmal gibt es hier permanent Gebrüll. Wenn was nciht passt, geht es sofort los "Wääääähhhhh", ich sehe inzwischen sofort rot und bin auf 180, wenn das Dauergejaule losgeht.
Heute habe ich sie vom Kindergarten zu Fuß abgeholt, sie wollte erstmal nichts machen ("Nö, ich ziehe meine Schuhe nicht an!"), danach hat sie den kompletten Heimweg durchgejammert, 20 Minuten lang. Am Ende war ich so verzweifelt, dass cih sie hab stehenlassen (sie kam dann natürlich noch mehr jammernd hinterhergelaufen)

Zuhause haut sie ihre Geschwister. Nicht häufig, aber 2, 3 mal am Tag kriegen diese es ab.
Seit neuestem auch mich.
Auf eine Entschuldigung beharren ist sinnlos, man beisst auf Granit.

Sie ist teilweise rotzfrech in ihren Worten und super verletzend. Ich hab mich eben ins Bett zu ihr gekuschelt und ganz lieb erklärt, dass ich mir so sehr die liebe kleine Maus wünsche, die sie so oft ist. ich hab sie Gekrault, ihr Geschichten erzählt.
Irgendwann sagte sie "Wann gehst du endlich? Ich werd Dich nie mehr mägen, bis Du tot bist".

Ihre Frustrationstoleranz ist teilweise gleich null.
Wenn ihr ein Löffel nicht passt, kann sie schonmal brüllend am Tisch sitzen.

Ebenso lässt sie im Moment ihr Essen gerne stehen , weil ihr Bruder "zu laut schmatzt". Macht er gar nicht, aber sie rastet dann gerne mal aus "Ich ertrage das Geschmatz nicht" und zieht von dannen.

Schuld sind immer die anderen. Heute fiel ihr ein Keks runter, ich stand 5 Meter daneben "Mama, wääääääh, das ist deine Schuld, weil Du so geguckt hast". Dazu gibt es noch dutzende Beispiele.



Das war mal grob unser Tag.
Es ist so unberechenbar - es gibt Tage, da ist sie megalieb.
Und das traurige ist, dass sie die ganze AUfmerksamkeit auf sich zieht, ihre "braven " großen Geschwister kriegen so viel Aufmerksamket nicht ab.

Was sagt ihr dazu? Eine normale knapp Sechsjährige?
Oder ein Fall für Hilfe von aussen?

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Hallo,

Das kommt mir sehr bekannt vor, unsere erste Tochter (auch 5) ist vom Wesen her ähnlich. In Ermangelung großer Geschwister lässt sie Frust vor allem am Papa und an mir aus.

Unterscheidet Du zwischen ihr als Wesen und ihrem Verhalten? Bei dem Kuscheln hast Du eigentlich die Situation zuerst ruiniert. Du hast ihr deutlich zu verstehen gegeben, dass Du den größten Teil von ihr (da ihr Verhalten mit Ihrer Person gleichgesetzt wird) ablehnst. Du hast durch die Blume gesagt, dass Du nur den kleinen angepassten Teil magst, der süß ist.
Wenn mein Partner mir sagen würde, er mag mich nur, wenn ich super drauf bin, ich würde an seiner Liebe zweifeln. Und zum Kuscheln wär mir dann auch nicht mehr. Ich verstehe ihre Reaktion total.
Wenn meine Tochter wütet sage ich ihr, dass ich sie immer liebe, auch wenn ich ein Verhalten (z.B. Treten...) nicht erlaube. Mir gelingt es nicht immer, klar zu unterscheiden, aber ich mache Fortschritte, und somit auch sie.

Beim Anziehen haben wir es auch oft schwer, besonders wenn Müdigkeit dazu kommt. Im Augenblick hilft uns am Besten, als letzter abzuholen, wenn die Erzieher auch heim wollen. Hast Du denn versucht, herauszufinden, warum sie nicht wollte? Unsere wollte neulich unbedingt mit einem anderen Kind gleichzeitig abgeholt werden. Da habe ich eben noch kurz gewartet, weil es machbar war. Oder wolltest Du einfach, dass sie pariert? Passen die Schuhe noch, war Sand drin, war was doofes in der Kita passiert und sie noch aufgeregt?
Wenn meine Tochter nach der Kita runter mit den Nerven ist, setze ich mich manchmal erst mal ein paar Minuten auf irgend eine Bank, Mauer.... Oft helfen 5 Minuten schon unglaublich. Uns beiden.

Ich denke, euch könnte eine Beratung oder ein Elternseminar echt helfen, wieder mit dem Mädel in eine gute Beziehung zu kommen. Vielleicht gibt es bei Euch die Lebenshilfe oder den Kinderschutzbund, manchmal bieten auch Kitas Kurse an.
Mir jedenfalls hilft es sehr. Zusätzlich scheint unserer Tochter die Ergotherapie gut zu helfen, ihre Körperwahrnehmung ist nicht so gut, das erschwert ihr das Leben.


Liebe Grüße
Aozora

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Also ich finde nicht, dass es normal klingt. Zumindest in diesem Ausmaß. Was meint denn der Kindergarten? War es schon immer so? Oder ist es gerade eine anstrengende Phase bei euch in der Familie?
Ist sie generell sehr sensibel und kann Reize schlecht(er) verarbeiten, wenn sie selbst Essgeräusche stören?
Ich denke ein Blick von außen schadet meist nicht.
Rede doch mal mit der Kinderärztin oder schildere deine Probleme einfach mal unverbindlich einer Erziehungsberatung. Da hab ich schon mal gute Ideen bekommen, wie ich mit Verhaltensweisen der Kinder anders umgehen kann.
Wenn du mit den anderen Kindern gut klarkommst liegt es wohl weniger an dir, sondern ein Kind ist einfach herausfordernder oder eben in mancherlei Hinsicht spezieller.

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Hallo,
das hört sich nach unserer Tochter an. Nur, dass sie die große Schwester ist und nicht die kleine. Wir haben noch einen Babyjungen und einen Dreijährigen, der auch oft von ihr gehauen wird. Anziehen ist ein ganz schwieriges Thema, Schuhe, Socken, Hosen,Jacken - alles kann zu einem riesigen Ausraster führen, so dass man das Haus nicht wie geplant verlassen kann.
Und das mit dem Schuldgeben, wenn etwas blödes passiert, ist hier auch so. Im Moment ist es ein bisschen besser geworden. Aber darüber nachgedacht, sich beraten zu lassen, habe ich auch schon.

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Eine bekannte hat sehr gute Erfahrungen bei einer erziehungsberstungsstelle gemacht, dort gab es auch Einheiten mit dem Kind alleine. In unserem Kindergarten gibt es einen Psychologen (er ist nicht fest dort, sondern für mehrere Kindergärten zuständig), mit dem man bei fragen/Problemen einen Termin machen kann. Bei euch evtl auch? Das mit dem schmatzen würde ich nicht als Boshaftigkeit werten, es gibt Menschen, die sind sehr empfindlich gegenüber bestimmten Geräuschen (bei mir ist es kaugummikauen). Nach dem Kindergarten ist mein Kind auch erstmal fertig und oft grantig. 20 Minuten laufen können da schon lange sein. Dennoch klingt es für ne 6jährigr schon extrem. Zeigt sie an guten Tagen denn Einsicht, tut ihr ihr Verhalten denn leid?

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Das ist Wackelzahnpubertät.

Wackeln die Zähne, wackelt die Seele.
Gibt Bücher dazu.

Ganz normal und eben unterschiedlich stark ausgeprägt. Trotzalter kennt jeder. Wackelzahnpubertät ist weniger bekannt.

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Ich finde es immer grenzwertig, wenn hier Mütter schreiben, alles sei ganz normal. Manches Verhalten von Kindern ist eben nicht mehr normal und da sollte man mal forschen was da los ist. Es kann nicht sein, dass eine ganze Familie unter einem Kind leidet, Eltern an die Grenzen geraten, Geschwister hinten runter fallen. Die Welt dreht sich nicht nur um einen.

Ich hatte so ein Kind in der Klasse, laut Eltern alles völlig normal, Kind halt. Irgendwann hab ich sie davon überzeugt mal mit dem Arzt reden zu dürfen. Fazit:Kein normales Verhalten eines Erstklässlers. Info der Kita :sehr problematisch, Info der Folgeschule: sehr problematisch.
Manches Verhalten ist mit Pubertät nicht mehr zu erklären.

Liebe TE, holt euch Hilfe. Das schadet nichts. Beratung, SPZ, Kinderarzt, Psychologe...

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Hallo,

Wackelzahnpubertät hin oder her, das Verhalten deiner Tochter ist nicht normal. Meine Kinder waren mit 6/7 Jahren auch anstrengend, aber nicht so. Sie bocken dann mal, Mädchen mutieren zu Dramaqueens etc., aber bei deiner Tochter stimmt irgendwas nicht. Und wie ich das hier auch ganz vielen anderen schreibe, deine Tochter kann da nichts für, sie macht das nicht, weil sie euch weh tun will. Sie weiß bsich gerade nicht anders zu helfen. Und das kann ganz viele Ursachen haben. Von Psychologen bei Kindern halte ich erst was, wenn feststeht, dass das Kind wegen bestimmten Gründen eine Therapie benötigt. Psychologen sind nur Therapeuten. Psychologen können Kindern mit Gesprächs- und Verhaltenstherapien helfen. Dazu muss aber erst mal geklärt sein, was sie behandeln sollen. Mein erster Gang wäre zum Kinderarzt um ein großes Blutbild machen zu lassen. Anschließend würde ich mir eine Überweisung zum Kinder- und Jugendpsychiater geben lassen. Diese können in verschiedenen Tests herausfinden, was mit deiner Tochter nicht stimmt. Das kann von ADHS, Wahrnehmungsstörungen, Hochsensibilität etc. alles sein. Steht dann eine Diagnose, könnt ihr damit gezielt nach Therapien suchen. Angefangen von Psychotherapie, Ergotherapie usw. wird euch dann das richtige empfohlen. Erziehungsberatung halte ich immer für sehr zweifelhaft. Klar, es gibt Eltern, die können nicht erziehen und sind mit Kindern überfordert. Da kann es helfen sich Hilfe zu holen. Du hast aber zum einen schon die älteren Geschwister erzogen und ich glaube nicht, dass das Problem an eurer Erziehung liegt. Deine Tochter hat irgendein Problem. Und das muss erst mal erkannt und dann behandelt werden.

LG
Michaela

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Echt? Dein erster Schritt wäre, dass das Kind irgendeine Diagnose bekommt?

Das finde ich befremdlich.

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Naja, eine Diagnose suchen kann ja auch bedeuten, dass es keine gibt. Dann kann man aber wieder ganz anders weitermachen.
Und wenn eine gefunden wird spart man sich evtl monatelanges rumexperimentieren...

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Es ist vollkommen egal, ob Andere das normal finden. Du kommst damit nicht zurecht. Also solltest du dir Hilfe holen.

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Guten Morgen!

"Sie ist teilweise rotzfrech in ihren Worten und super verletzend. Ich hab mich eben ins Bett zu ihr gekuschelt und ganz lieb erklärt, dass ich mir so sehr die liebe kleine Maus wünsche, die sie so oft ist. ich hab sie Gekrault, ihr Geschichten erzählt"

Na, das ist aber auch rotzfrech und verletzend, findest du nicht? Du wünschst dir eine "liebe, kleine Maus"???? WEnn sie lieb und angepasst ist, ist alles gut, sonst nicht?

Ich denke auch, dass eine Erziehungsberatung deine erste Anlaufstelle sein sollte. Dein Ansatz scheint mir zu sein, dass sich deine Tochter ändern muss, dass allein mit ihr was nicht stimmt. Ich glaube aber, dass zuerst du dich und deine Sicht auf deine Tochter ändern musst, bevor sie was anders machen kann.

Während eurer Kuscheleinhait im Bett hätte ich ihr nicht gesagt, was ich mir wünsche. ich hätte ihr nicht gesagt, was sie zu tun hat. Ich hätte eher gesagt, was an dem Tag gut war und hätte gefragt, was für sie gut war. Vielleicht auch, was für sie (!) weniger gut war und was sie sich gewünscht hätte. Ganz sicher hätte ich mein Kind nicht zur "lieben, kleinen Maus" degradiert.

Ich schätze, sie bekommt genug Ansagen, wenn sie ihre Geschwister schlägt oder sich daneben benimmt. Da kann man sich überlegen, was angemessen ist, ob es wirklich immer der großen Aufregung bedarf, aber während der gemeinsamen Kuschelzeit geht es um positive Verstärkung, nicht um Kritik an ihrem ganzen Wesen.

LG

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Also nun übertreibe mal nicht. Es war vielleicht nicht die beste Aussage der Mutter, aber bei weitem nicht rotzfrech. Schön, dass du nach Wochenlangem Terror der kleinen Dame so besonnen und korrekt reagieren würdest. Top Mama! Aber wirf der TE nicht vor, sie sei ebenso rotzfrech. Das find ich frech, von dir!

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Und das kannst du mir nur anonym sagen?

Ich werfe der TE gar nichts vor, ich will nur eine andere Sichtweise aufzeigen.

"Top Mama! "
Danke schön! Dabei kennst du mich gar nicht. (*Ironie off*)

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Was sagt denn der Kindergarten? Vielleicht ist dort etwas unbewusst vorgefallen, warum sie in letzter Zeit so reagiert.

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