Psychisch kranke Mutter

Ich brauche mal eure Meinung, wie ihr mit einem solchen Sachverhalt umgehen würdet:
Mutter zweier Grundschulkinder leidet an einer Posttraumatischen Belastungsstörung und steckt in einer depressiven Episode.Sie gibt sich zwar Mühe, vernachlässigt aber trotzdem den Haushalt, die Kinder und sich selbst offensichtlich. Der Mann hat sich anscheinend mit der Situation abgefunden und ist wohl überfordert.
Was würdet ihr tun?

LG

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Der Mutter ans Herz legen, sich beim Jugendamt Hilfe zur Erziehung zu holen.
Wenn sie ihre Kinder so offensichtlich vernachlässigt, dass es andere bemerken, wird irgendwann mal das Jugendamt von selbst dastehen...

Wie sieht sie denn das Problem?

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Was wird ihr da für Hilfe angeboten? Die Kinder wegnehmen seh ich nicht als richtig an. Sie gibt sich Mühe, sie liebt die Kinder und die Kinder lieben sie. Aber sie ist einfach überfordert.

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Familienhilfe

oder direkt selbst beim Jugendamt um Familienhilfe bitten.
Die kommt ins Haus, spricht mit den Menschen und unterstützt bei der Organisation
- Erziehung
- Haushalt
- Termine
- je nachdem wo der Bedarf liegt

Auch bei stationärer Therapie und Vater passt auf die Kinder auf, wenn er es abdeckt, kann die Familienhilfe weiterhin dazu kommen.

Tipps für Anträge für Reha (auch mit Kind, sofern sinnvoll)
Wobei das auch eher die Familienhilfe macht, nicht das Jugendamt direkt.


Weitere Anlaufstellen:
Caritas, pro familia, Diakonie usw.
Eher als Beratung, welche Stellen es in der Region gibt, wohin man sich wenden kann, wen man sinnvollerweise beim Jugendamt anspricht.


So lange das Bemühen sichtbar ist und die Mutter gesund werden will, ist das Jugendamt froh, wenn die Kosten gering bleiben. Kurz: Familienhilfe ist billiger als Kinder aus der Familie nehmen und woanders unterzubringen.

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Ihr Hilfe anbieten.. Mit ihr zusammen die Wohnung mal auf vordermann bringen, die Kinder abnehmen und fragen, ob sie vielleicht lieber eine Therapie machen möchte und mit ihr nach Lösungen suchen.

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Hilfe anbieten wurde gemacht, das will aber der Ehemann nicht (will keine Fremden in der Wohnung).
Therapien macht sie. Psychopharmakon nimmt sie auch.

Lg

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Hm.. Vielleicht kann ja eine Freundschaft entstehen - dann ist man nicht mehr fremd..
Aber das braucht alles seine Zeit..

Wieso möchte der Mann nicht, dass seine Frau etwas Unterstützung bekommt?

Jugendamt nimmt auch nicht einfach Kinder weg. Das ist immer der all er allerletzte weg.
Die können jemanden zum Reden schicken oder eine Hilfe, die unterstützt, den Alltag wieder zu schaffen.
Wenn die Phase gerade akut ist, kann man auch versuchen, eine Haushaltshilfe über die Krankenkasse genehmigt zu bekommen. Die kann bei den Kindern helfen oder im Haushalt. Je nachdem, was benötigt wird.

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Wie sieht das vernachlässigen der kinder denn aus?

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Mit den Kindern wird nichts gemacht,sie sitzen vor dem Fernseher oder am Laptop. Sie sind immer wieder mal nicht adäquat angezogen,schlecht gekämmt. Sie kriegt es nicht hin, das die beiden immer alles mit haben für die Schule ... . Zu Essen und so kriegen sie wohl, die Kinder besonders der Junge ist stark übergewichtig.

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Wie alt sind diese Kinder?

Nicht adäquat angezogen? Mit 4 kann man das nicht selbst. Aber mit steigendem Alter schon. Ich sehe morgens an den Bushaltestellen (keine Grundschule) immer Kinder in kurzer Kleidung, selbst bei 5 ° und Regen. Einzelne dieser Kinder kenne ich gut. Die sind das Gegenteil von verwahrlost. Die frieren nicht und haben die Freiheit zu entscheiden.
Nichts mit gemacht? Hoher Medienkonsum. Ganz sicher nicht vorbildlich. Aber auch das ist heutzutage traurige Realität in vielen Haushalten.
Schlecht gekämmt. Meine Kinder sind auch mal mit Strubbelhaar unterwegs.
Alles für die Schule. Da kommt es ja auch auf die Kinder an. Mein Grundschulkind sagt mir manches zu spät oder gar nicht. Oder Dinge werden von heute auf morgen verlangt. Da hat es eben nicht immer alles. Das Kind auf der weiterführenden Schule ist selbst verantwortlich. Natürlich bekommt er das Geld dafür oder fährt mit jemandem zusammen in den Ort zum Schreibwarenladen. Wenn er darauf keinen Bock hat, dann lasse ich es bewusst durchgehen. Nach einem Rüffel in der Schule geht es dann meist wieder besser.
Übergewichtige Menschen sind ein Problem in der gesamten Gesellschaft.
Haushaltsführung und persönliche Hygiene sind sehr individuell. Wenn da jemand mit ausgeprägter Sauberkeitsliebe auf jemanden trifft der am anderen Ende der Norm trifft, dann kann das leicht falsch ankommen.

Unterm Strich liest sich das natürlich nicht schön, da wohl einige ungünstige Faktoren zusammen kommen. Vor allem für die Kinder. Aber leider werden diese kein Einzelfall sein. Und der Vater ist bei einer kranken Mutter in der Verantwortung. Er hat sich abgefunden ist eine lahme Ausrede. Im Falle einer Mutter die sich bemüht und die in Therapie ist, hat ein PARTNER und VATER das aufzufangen und die entsprechenden Hilfen einzufordern wenn er es auch nicht kann. Dazu gibt es ebenfalls Hilfsangebote für Angehörige.

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Kommt auf das Ausmaß der Vernachlässigung an.

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Wie stehst du denn zu der Familie?

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In welchem Bezug stehst du zur Familie?

Ich hätte nämlich auch vorgeschlagen sie zu unterstützen in Form von Gesprächen und etwas Hilfestellung beim Haushalt zu geben.
Auch vielleicht mal mit ihr und den Kindern einen Spielplatz besuchen. Einen kleinen Tapetenwechsel eben.

Aber ich denke, dass du ihnen nicht sehr nahe stehst, wenn der Mann keine Fremden im Haus haben will.
Ist er denn tagsüber arbeiten und die Frau mit den Kindern allein. Wie alt sind die Kinder?

Auch wenn du vielleicht nur eine Nachbarin bist könntest du sie freundlich ansprechen und sagen was dir aufgefallen ist und du ihr nur helfen willst. Insofern du das auch wirklich möchtest in Wort und Tat.

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Helfen wo ich kann. Kinder nehmen, mit ihr die Bude entrümpeln (musst ja im Endeffekt nur daneben stehen und Anweisungen erteilen und ein wenig "mithelfen"--der Schubs ist ja eher symbolisch). Oder wenn du sie nur grob kennst, dann Freundinnen von ihr mobilisieren.

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Ich würde helfen die nötige Hilfe zu organisieren. Ihr stehen wahrscheinlich sogar Hilfen im Haushalt zu.

Und alles weitere hängt davon ab, wie eng ich mit der Familie bin. Sehr eng, würde ich dem Ehemann helfen, in die neue Situation reinzuwachsen. Das scheint hier gerade das wichtigste zu sein, damit man seiner Familie gut helfen kann.

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Das ist nicht einfach in einer solchen Situation zu helfen. Vor allem nicht wenn beide Eltern nicht wollen. Da muss einiges passieren, bis das Jugendamt was unternimmt.

Wenn in meinen depressiven Zeiten jemand mir vorgeschlagen hätte gemeinsam zu entrümpeln, wäre das völlig nach hinten losgegangen. Das hätte mich völlig fertig gemacht. In meinem Kopf wäre aus einem ehrlichen Hilfsangebot ein riesiger Vorwurf an mich geworden. Ich hätte mich in allen negativen Gedanken bestätigt gesehen. Zu faul, zu schlampig, zu schlecht für alles. Das ist noch das nettere. Es ist mir heute unbegreiflich wie sehr ich mich verachtet habe.
Vermutlich hätten die meisten Hilfsangebote solche Gedanken ausgelöst und mich in meinen Therapieerfolgen zurück geworfen. Das wird sehr individuell sein.

Vielleicht kann man über den Vater Hilfen anbringen?
Die Mutter ist auf dem Weg. Sie verschließt nicht die Augen. Sie lässt sich helfen. Sie bemüht sich. Das ist eine enorme Leistung für eine Depression.

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