Warum bin ich traurig?

Hallo,
vor 4 1/2 Monaten habe ich meinen zweiten Jungen zur Welt gebracht. Er ist Gott sei Dank gesund und ich liiiiiiebe ihn überalles.

Mein zweiter Junge war bis 3 Wochen vor der Geburt ein Mädchen. Als dies der Feindiagnostiker gesehen hat, dass es kein Mädchen war, hab ich damals zwei Tage gebraucht um dies zu verdauen.

Heute habe ich von einer Freundin erfahren, dass sie ein Mädchen heute zur Welt gebracht hat.
Ich bin innerlich, warum auch immer, dumm eigentlich 🤦🏼‍♀️, enttäuscht 🤷🏼‍♀️. Warum?

Ich hab mich damals sehr gefreut, als der FA sagte, dass es ein Mädchen ist. Dachte ein schöner Abschluss, ein Junge und ein Mädchen und dann kam der Feindiagnostiker in der 37 Ssw, Überraschung doch ein Junge.

Tief im inneren, muss ich trotzdem an die Geschichte denken mit dem „Mädchen“ und hätte es mir auch wirklich sehr gewünscht.

Wann, kann ich mal mit der Geschichte abschließen und nicht immer daran denken müssen, ja, eigentlich war dein hübscher Junge ein Mädchen!??

Hoffe ich werde jetzt nicht gesteinigt und würde mir wünschen, dass mich doch ein paar verstehen.

P.s: ich liebe meine zwei Jungs 👦🏼 👦🏼

Glg

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Hallo!
Wir haben es andersherum - 3 Mädchen. Wir haben uns das Geschlecht bei Nr 3 nicht verraten lassen, hatten aber beide eher ein „Jungen“-Gefühl. Und als dann die Kleine da war, haben wir doch einen Moment gebraucht es zu verdauen. Nicht, weil eine kleine Schwester nicht wunderbar ist und wir sie genauso lieben wie die beiden Großen. Sondern weil wir es spannend fänden auch einen Jungen zu begleiten. Zu sehen wie eine „Jungenmischung“ von uns so wird. Jungs und Mädels sind einfach unterschiedlich - wenn man unsere Mädels in den Werkzeugkeller nimmt, spielen sie mit den Schrauben Vater, Mutter, Kind. ;)
Ich kann mir vorstellen dass es nach so viele Wochen mit einem „Mädchen“ ganz schön hart ist, sich noch mal umzustellen auf zwei Jungs! Man hat schon so viele Vorstellungen, einen Namen... Ich finde es mutig und gut dass du das hier in Worte fasst, denn da darfst du auch enttäuscht sein - das hat ja nichts mit deinen Kindern zu tun! Man kann glücklich und dankbar über seine Kinder sein und gleichzeitig trauern, dass man eben keine Tochter oder keinen Sohn hat.
Alles Liebe!

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PS: Ich erinnere mich beim Outing meiner 2. Tochter in der 20. Woche etwas enttäuscht zu sein - ich hatte auch aufs Pärchen gehofft. Letztlich ist es wunderbar mit den beiden Großen, sie sind charakterlich sehr unterschiedlich aber haben schon beide eher mädchentypische Interessen (Puppen, Rollenspiele, ausdauernd malen) und spielen unglaublich schön miteinander.

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Wirklich schön geschrieben

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Hallo,
Erstmal noch herzlichen Glückwunsch zu deinen Jungs.
Ich bin auch Mama von zwei Jungs und mein kleiner ist auch 4 1/2 Monate.
Das Geschlecht habe ich mir diesmal nicht sagen lassen, weil es mir egal war.
Als es wieder ein Junge war hatte ich das Gefühl, mein Umfeld ist etwas enttäuscht.
Ich bin wirklich glücklich, aber ich denke auch ab und zu dran, wie es wohl mit einem Mädchen wäre.... wie es wohl wäre das andere Geschlecht auch großziehen zu dürfen. Wie es wäre meiner Tochter morgens die Haare zu Flechten, all sowas....
Ich habe mit meinem Mann darüber gesprochen und wir wollen in drei Jahren nochmal sprechen, ob wir noch ein drittes Kind wollen. Aber nicht nur wegen des geschlechts, ich wäre natürlich auch glücklich, wenn es wieder ein Junge wird. Aber dann hab ich alles versucht. Danach wäre definitiv Schluss.
Du musst dich für deine Gefühle nicht schämen.
Habt ihr mal über den Gedanken gesprochen, es irgendwann nochmal zu versuchen?
Am Ende ist es jetzt nur so ein Gedanke und du hast ihn vielleicht auch schnell wieder vergessen...

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Bei unserer nr. 2 hieß es für ca 3 Minuten „es wird ein Mädchen“ und dann „oh, doch ein Junge!“ aber selbst in diesen 3 Minuten hatte ich eine Achterbahn der Gefühle. Und ich hatte mir zuvor gar nicht sooo dringend ein mädchen gewünscht. Trotzdem war mir in dem Moment klar geworden, die Freude wäre noch einen Ticken krasser gewesen, wenn’s wirklich ein Mädchen gewesen wäre. Das Umfeld natürlich auch „och schade, ein Pärchen wäre ja schön“ usw...Hab dann auch ein paar Tage gebraucht, mich daran zu gewöhnen, mich dann aber sehr auf meinen zweiten Sohn gefreut. Und als er da war, natürlich liebe pur. Trotzdem wusste ich ab da, dass ich schon auch Sehnsucht nach einem Mädchen hatte.
Wir haben dann letztes Jahr nochmal Nachwuchs bekommen, zu dem Zeitpunkt ungeplant. Und ich habe schon gehofft, dass es ein Mädchen werden würde. Ein Junge wäre zweifelsfrei genauso geliebt, aber es ist einfach nochmal eine neue Welt, die sich öffnet, wenn man beide Geschlechter hat. Beim 2. Ultraschall sagte der Arzt dann, er wäre sich sicher, dass es ein Mädchen ist. Ich konnte es trotzdem bis zur Geburt fast nicht glauben.
Ich liebe alle meine 3 Kids gleich und würde keins eintauschen, freue mich aber, dass wir noch ein Mädchen in unserer Familie haben dürfen.

Ich kann dich also gut verstehen. Und wer so fühlt, weiß auch, dass du deine Jungs nicht eintauschen würdest. Aber es ist trotzdem eine „was wäre wenn Lücke“.
Vielleicht entscheidet ihr euch noch für ein drittes?! Aber natürlich nur, wenn auch ein 3. Räuber willkommen wäre.

Alles Gute dir!

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Darüber mal nach zu denken wie es wäre wenn es ein Mädchen gewesen wäre ist denke ich nicht schlimm und nach dem du so lange dachtest es wäre ein Mädchen ist das ja auch normal das man das erst mal verarbeiten muss da man ja schon gewisse Vorstellungen hatte wie es dann evtl ist mit einem Mädchen.
Das wichtigste ist doch das dein Sohn gesund ist und du ihn liebst. 😊 🥰

Eine Freundin von mir war übrigens bis 1 Woche vor Geburt ein Junge. 😅

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Natürlich bist du traurig! Das ist weder blöd noch ungerecht deinem Sohn gegenüber.
Du hast 37 Wochen lang eine Idee im Kopf gehabt und Vorstellungen von dem, was sein wird. Du hast dich voll und ganz auf eine Tochter eingestellt. Wahrscheinlich auch schon entsprechend Sachen gekauft, die das Ganze realer machen. Und von einer Sekunde auf die nächste ist das alles hinfällig.
Auch wenn dein Sohn natürlich die ganze Zeit über dein Sohn war und du ein gesundes Kind hast, das du in deinen Armen hältst und von Herzen liebst, kann ich doch nachvollziehen, dass es sich ein wenig wie ein Verlust anfühlt. Ein Verlust all deiner Ideen und Vorstellungen von der Zukunft. Und das ist ok. Nimm deine Gefühle an.
Dein Sohn ist jetzt die Zukunft. Und ich weiß, dass du dich von Herzen darauf freust, ihn aufwachsen zu sehen. Hin und wieder wirst du sicher auch noch mal einen kleinen Stich merken, wenn du ein kleines Mädchen siehst. Aber auch das ist ok.
Manches im Leben bleibt einem eben verwehrt und darüber darf man traurig sein. Umso mehr lernt man zu schätzen, was man hat!

Alles Gute

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Sehr schön geschrieben 🙏🏼

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Danke, vielen Dank an euch allen.
Schön, verstanden zu werden 🙏🏼🙏🏼

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Dein Junge war aber nie ein Mädchen.... Das ist eben das Problem mit diesen Vorhersagen vor der Geburt.

Natürlich ist es schade, dass du nun kein Mädchen hast. Du wirst drüber weg kommen mit der Zeit. Deine Kinder sind gesund und du hast überhaupt welche.... Das sollte die Hauptsache sein.

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Hallo, Du schreibst sehr schön das Du Deinen Sohn über alles liebst! Und sicher wirst Du Deinen Sohn um nichts in der Welt hergeben wollen. Und jeder Tag den Du ihn mehr kennenlernst wird das noch verstärken. Das traurige Gefühle das Du jetzt noch hast ist vielleicht noch ein bisschen die nicht erfüllte Erwartung eines (fälschlicherweise diagnostizierten) Mädchens. Und das ja über viele Wochen. Erlaube Die dieses Gefühl, denn es wird von selbst vergehen. Am Ende bleibt allein die Freude über Dein Kind und all die Liebe die Du ihm gibst. Alles Gute für Euch!

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Hallo!

Ich kann dich gut verstehen!
Ich habe eine Tochter und einen kleinen Sohn.

Mein Bruder war als Kind die Hölle. Er hat Adhs und noch ein bisschen mehr. Schon als Teenager wollte ich keinen Sohn haben,weil für mich Jungs nur schrecklich waren.

Als ich erfahren habe, dass ich einen Sohn erwarte, habe ich geheult. Lange, oft und viel. Ich hatte eine heiden Angst, auch so ein schreckliches Kind zu bekommen!
Auf der anderen Seite hat mich mein schlechtes Gewissen gegenüber meinem Baby so traurig gemacht.

Ich liebe meine beiden Kinder von ganzem Herzen!!❤️❤️

Mein Bubi ist leider familiär ebenfalls mit ADHS gestraft und ich habe genau das bekommen, wovor ich immer Angst hatte!
Aber das ist eben so und ich liebe ihn trotzdem!!

LG!

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