Brief an die Schwiegereltern

Hallo zusammen! :)

Ich würde gerne zu oben genannten Thema eure Meinung hören.

Es gibt einige Probleme mit den Schwiegereltern und habe auch einmal einen Teil der Problematik ggü. meiner SM angebracht, weil es sich auf eine Situation vorher bezogen hat, die nicht in Ordnung war, und im Endeffekt nur ein weiteres Puzzleteil, in ein und demselben Puzzle darstellt (also Teil der Kernproblematik war). Ich prallte gegen pure Ignoranz und wurde respektlos genannt.
Mein Mann steht da zum Glück hinter mir und war/ist meiner Meinung und hat das auch nochmal ggü. seiner Mutter deutlich gemacht, aber jede Form von Kritik prallt an ihr ab. Und auch an SV, wobei das bei ihm manchmal irgendwie tagesformabhängig ist und aufs Thema ankommt.

Jedenfalls hat mein Mann sich im Großen und Ganzen mit den Problemen arrangiert, weil er sagt seine Eltern sind fast 70, er hat fast 40 Jahre versucht gewisse Aspekte an seinen Eltern "zu ändern", oder sich mit ihnen über gewisse Dinge gestritten, es bringt nichts, man kann da gegen eine Wand reden, und selbst die gibt eher nach.
Kritische Dinge spricht er noch an, bringt aber nie was, den Rest lässt er laufen.

Ich kann das mittlerweile nicht mehr und seit unser Kind letztes Jahr im Herbst geboren wurde, ist es noch schlimmer geworden. Mittlerweile interpretiere ich sogar in flapsige, aber eigentlich nur nervige/harmlose Sprüche Dinge rein, die vielleicht nicht so gemeint sind, aber das hat sich halt über lange Zeit entwickelt. Mein Mann sagt zum Glück, dass er mich versteht; wäre er in der Familie nicht groß geworden und würde er da von außerhalb einen Einblick in seine Familie erhalten, wäre er bei Weitem nicht so geduldig, wie er es jetzt ist.

Daher habe ich meinen SE einen Brief geschrieben und übergebe ihn nächste Woche. Mein Mann hat ihn gelesen und "abgesegnet", was mir sehr wichtig war. Ich sollte auch ihn auch erwähnen, dass er mich unterstützt und auch ihn viele der Punkte enttäuschen. Er hat den Brief sogar vorgeschlagen und ich habe ihn nicht beleidigend, aber deutlich geschrieben.

Er hat jetzt wo es Ernst wird aber doch leichte Sorge, dass seine Eltern, besonders seine Mutter, den Brief als unhaltbar, bodenlos und respektlos, ansehen wird und das Ganze schlimmer wird. Der Brief bezieht sich auch in den meisten Teilen auf Verhalten von ihr, weswegen sie such oft Streit mit ihrem Mann hatte. Mein Mann sagt sein Vater müsste das also teilweise nachvollziehen können.

Wie seht ihr das und wie würdet ihr auf einen offenen Brief reagieren? Man muss dazu sagen, dass unser Kind keinerlei Bezug zu ihnen als Großeltern hat, das haben sie sich aber selber so "erarbeitet" und war ihnen bisher auch nicht so wichtig sich regelmäßig zu sehen. Von daher leidet unser Kind auch nicht darunter.

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Wenn es für euer Seelenheil positiv ist, würde ich den Brief übergeben.
Viele Therapeuten schlagen vor, seine Probleme aufzuschreiben, und dann zu verbrennen. Falls euch das reicht, tut doch das. Denn die beiden werdet ihr nicht ändern können, wahrscheinlich eher den Kontakt damit komplett einstellen.


lg lene

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Da man sich ja doch zumindest so alle 1-2 Monate für zwei Stündchen sieht, ist der Brief dazu gedacht, dass es mir psychisch besser geht und die SE vielleicht manche Dinge erklären können oder reflektieren können und sich vielleicht doch etwas zum Positiven ändert. Das habe ich auch am Ende reingeschrieben. Sie sind halt doch die Großeltern und vollständig ausschließen möchte man sie aktuell ja nicht.

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Wenn dem gegenüber nicht an einer gesunden Beziehung gelegen ist, dann ist die Chance, dass so ein Brief etwas positives bewirkt recht gering.

Manchmal sind Menschen so unterschiedlich und festgefahren, dass man auf keinen gemeinsamen Nenner kommt.

Vielleicht könnte bei euch noch ein mediator weiterhelfen.

Wenn es nix hilft, dann hilft nur Kontakt reduzieren.

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Man sieht sich nur alle 1-2 Monate für gerade mal 2 Stündchen? Da würde ich den Brief auf keinen Fall abgeben, er wird so oder so falsch verstanden.
Ich finde diese Vorgehensweise sehr oft nicht die Richtige auch wenn oft dazu geraten wird, aber es kommt halt drauf an und in deinem Fall, sicherlich nicht.
Schreiben, ok, aber nicht abgeben nur damit es dir psychisch besser geht, es wird dir anschließend noch schlechter gehen.

An deiner Stelle würde ich mich selber hinterfragen und lernen wie ich besser verstanden, Gehör finde und den dazu gehörenden Respekt finde....wie nimmt man mich ernst.So, wie jetzt, wirkt es eher wie ein Mimöschen was sich etwas anstellt und zur Not auch noch die Unterstützung des Mannes benötigt, nicht alleine regeln kann.

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Hallo,

also ich finde die Idee mit dem Brief toll!#pro

Wenn ihr im persönlichen Gespräch nicht weiter kommt, ist (meiner Meinung nach) ein Brief ein gutes Mittel, um alle Gedanken und Gefühle mal auszudrücken.

Im persönlichen Gespräch neigt man ja eher mal dazu vorschnell einfach in Abwehrhaltung zu gehen, ohne über das Gesagte richtig nachzudenken.

Mit einem Brief, haben deine Schwiegereltern aber genug Zeit, um über das Geschriebene nachzudenken, bevor sie sich dazu äußern. -Vielleicht hilft das.

Ich finde, einen Versuch ist es wert. So zeigst du schließlich auch, dass dir ein gutes Miteinander wichtig ist.

(Natürlich könnte ich jetzt mehr dazu sagen, wenn ich wüsste, um was es genau geht und wenn ich den Brief kennen würde. Deshalb ist meine Meinung dazu auch eher allgemein zu sehen.)

Alles Gute!

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"Mit einem Brief, haben deine Schwiegereltern aber genug Zeit, um über das Geschriebene nachzudenken, bevor sie sich dazu äußern."

Gerade das haben sie nicht, sie will ihn übergeben und direkt sprechen. Das kann nur schief gehen.

Etwas anderes wäre es, wenn sie den Brief abschicken und dann erstmal abwarten würden. DANN hätten die SE Zeit, sich Gedankrn zu machen und sich etwas zurechtzulegen.

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Ach so?

Ich hatte dem Eingangspost nicht entnommen, dass die TE daneben sitzt, währ end der Brief gelesen wird, um gleich im Anschluss darüber zu sprechen.#gruebel

Ich dachte, sie möchte ihn lediglich persönlich übergeben und geht dann wieder.

Da hab ich wohl was überlesen....

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Hallo,
es ist schwierig, was spezifisches zu sagen, weil du nichts zum Inhalt des Briefes sagst und auch nichts konkret zu den Dingen, die eure Beziehung so schwierig machen. Darum hier ein paar 'allgemeinere' Gedanken:
1. Ich finde es gut, dass du reflektierst, dass du manchmal auch Dinge in den falschen Hals kriegst, die möglicherweise gar nicht böse gemeint sind. Da würde ich noch ein bisschen genauer mir Überblick verschaffen, auch für deine Argumentation, denn möglicherweise wird Dir vorgeworfen, du seist überempfindlich, und da lohnt es sich, im Vorfeld selbstkritisch zu klären, wann das der Fall ist und wann eben nicht 😉
2. Bestimmt wirst du deine SE in weiten Teilen nicht ändern können. Trotzdem musst du dir natürlich nicht alles gefallen lassen. Bei den Dingen, die dich wirklich ärgern, würde ich jeweils in der Situation reagieren - natürlich sachlich und höflich, aber auch nachdrücklich und unmissverständlich. Vielleicht kannst du dir ein paar Standardantworten überlegen, die du schnell raushauen kannst, falls du von ihnen überrumpelt wirst.
3. Ich persönlich mag das 'Problembriefeschreiben' überhaupt nicht, da es schnell zu einer Anklage gerät und dem Empfänger keine Chance auf situative Erwiderung lässt. Es gibt aber sicherlich auch Gründe und Situationen, wo ein Brief der richtige Weg ist. An deiner Stelle würde ich den Brief sprachlich noch einmal genauer unter die Lupe nehmen: enthält er genug Ich-Botschaften? Ist er vorwurfsvoll? Stehen Dinge drin, von denen du weißt, das sie deine SE verletzen? Hier besonders auf die Formulierung achten. Stellst du Forderungen und Ultimaten oder ziehst du nur deine Grenzen? Ich denke, das ist weniger inhaltlich und mehr im sprachlichen Ausdruck zu untersuchen.
4. Dann würde ich mich noch fragen, was du mit dem Brief bezwecken möchtest. Erhoffst du dir eine Verhaltensänderung und einen Dialog, dann solltest du die Dinge unter 3. beachten. Falls du deine Meinung loswerden willst und als Folge davon von einem Kontaktabbruch ausgehst, den du eigentlich auch willst, dann kannst du ihnen den Brief einfach geben und nicht weiter darüber nachdenken.

Alles gute und liebe Grüße, c

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Vielen Dank für eure Antworten :)
Im Brief stehen die Dinge, die mich/uns gravierend stören, aber weder beleidigend, noch anklagend, sondern eher enttäuscht. Was der Auslöser war, wie wir/ich und dabei gefühlt haben und wie sich das entwickelt hat. Und wir uns erhoffen, dass sie sich reflektieren und es sich vielleicht etwas ändert, da mein Mann den Kontakt ungern komplett auf Eis legen würde.
Im Endeffekt geht es grob darum, dass sich die Schwiegereltern entweder gar nicht für uns interessieren, oder dann verstärkt ankommen wenn sie irgendwas von uns benötigen und überhaupt nicht in der Lage sind mal irgendeine Form von positiver Emotion zu zeigen, wenn es nicht um ihre persönlichen Belange geht.
Der Bruder und der Neffe meines Mannes erhalten alle Unterstützung und Aufmerksamkeit und unsere Tochter war bisher nur interessant, wenn sie es gerade wollten; sind aber beleidigt, dass unsere Tochter mit ihnen nichts anfangen kann und stellen in den paar Treffen alles in Frage was wir erzieherisch machen. Wir sind laut deren Aussage in vielen Dingen zu anders als sie und bei uns läuft alles ZU rund (was nicht stimmt, wir treten es nur nicht breit), wir brauchen daher keine Aufmerksamkeit, weil man sich ja auch nicht viel zu erzählen hat, weil es sie nicht interessiert.
Ich finde das schon sehr traurig, auch für meinen Mann, der immer schon der "langweiligere" Sohn war und dann auch noch sein eigenes Leben bewältigt bekommen hat. Und im Rahmen dessen sind halt immer mehr Dinge vorgefallen, und die müssen mal raus.

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>>Ich finde das schon sehr traurig, auch für meinen Mann, der immer schon der "langweiligere" Sohn war und dann auch noch sein eigenes Leben bewältigt bekommen hat<<

Das ist nicht deine Baustelle, sondern die deines Mannes, ergo solltest du dich da nicht einmischen.

Ich finde die ganze Idee mit dem Brief nicht gut. Du bist "neu" in der Familie und maßt dir an die Familienverhältnisse zu zerpflücken und zu bewerten. Ich lese aus deinem Beitrag nur Anschuldigungen und was du dir alles wünschst. Das ist sehr unreflektiert. Was erwartest du als Reaktion auf deinen Brief? Deine Schwiegereltern werden mit Sicherheit nicht demütig den Kopf senken, sämtliches (in deinen Augen) Fehlverhalten einsehen und demütig zu Kreuze kriechen.

Deine Schwiegereltern haben den Großteil ihres Lebens hinter sich, manche Familiendynamiken haben Gründe welche für "Neuankömmlinge" nicht logisch erscheinen. Wenn ich an ihrer Stelle wäre und von meiner Schwiegertochter einen Brief erhalten würde, indem mein Fehlverhalten aufgedröselt wird, mit Angaben wie ich mich in ihren Augen zu verhalten hätte, würde ich ihr wohl den Vogel zeigen!

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Ich finde nicht, dass es irgendwem zusteht, das Wesen anderer menschenn zu kritisieren und positive Zuwendung zu foedern.
Wenn Dein Mann sich in der Vergangenheit unfair behandelt gefühlt hat, wäre es jetzt oder in der Vergangenheit bei ihm gewesen, das anzusprechen oder Konsequenzen zu ziehen. Wenn Du jetzt als angeheirates Familienmitglied mit einem Bruef über diese alte Geschichte und dem Vorwurf, sie wären Euch gegenüber nicht herzlich genug, um die Ecke kommst, wird das zu 99% zu einem Kontaktabbruch führen und bei den Schwiegereltern wird nichts als ein grosser schriftlicher Vorwurf hängen bleiben.
Ich würde den Brief auf keinen Fall abgeben und schon gar nicht, solange Dein Mann zweifelt. Darüber hinaus finde ich es auch ungünsstig, den Brief im Anschluss an einen Eurer seltenen Besuche zu übergeben. Wollt Ihr während des Besuches so tun, als wäre nichts?
Alles Gute
W

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Hi, ich würde sowas meinem Mann überlassen, da es seine Eltern sind, maximal ein Brief von euch beiden, getippt und von beiden unterschrieben!
Dein Brief kann nur nach hinten losgehen und wird als purer Angriff wahrgenommen werden.
Nein, ich würde das nicht machen, schon gar nicht ihn "übergeben". Das wird ein Desaster.
Ich bin ein Freund von Briefen und Offenheit, aber das, was du beschreibst, klingt nicht so, als könnte es gelingen.....
VG

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So ein Brief kann doch eigentlich nur hilfreich sein, wenn das Gegenüber auch bereit ist, sich selber zu reflektieren und eigene Fehler einzugestehen. So klingt Deine Schwiegermutter nicht. Aber ich kenne sie nicht.

Du kannst andere Menschen nicht ändern. Und was soll dieser ewige Kampf um Anerkennung? Manchmal wird das einfach nichts und dann ist Akzeptanz der Situation einfach der bessere Weg.

Ich fahre immer gut mit: ins eine Ohr rein, aus dem anderen wieder raus. Und Reduzierung des Kontaktes. Nicht ganz aufgeben, sind ja seine Eltern, aber deutlich weniger.

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Ich würde den Brief nicht abgeben! Ich finde es tatsächlich auch unter aller Sau/lächerlich/peinlich (mir fällt kein richtiger Ausdruck ein), dass DU dich da einmischt. Das sind alles Themen, die deinen Mann was angehen. ER müsste da Schritte einleiten, wenn ihn was stört. Du bist doch nicht seine Aufpasserin und Beschützerin und er ein kleiner armer Bub?!

Wenn mir die Freundin meines Sohnes schreiben würde, was er ein Problem mit uns hat, und es wäre nie wirklich mal an einem runden Tisch gemeinsam besprochen worden, hätte die Dame ein großes Problem...& ich würde mich fragen, wann mein Sohn zu so einem Waschlappen wurde, dass er Mami2.0 losschicken muss. Es wirkt so, als hättest du das Problem und ihm eingeredet, dass das alles so furchtbar schlimm ist. Sonst wäre er ja selber gekommen.

Das kann nur nach hinten los gehen. Mag nett gemeint sein von dir, ist es aber nicht.

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Volle Zustimmung, weil selber auch so erlebt.
Ich dachte, mich tritt ein Pferd, als meine Schwiegertochter Vorfälle "anprangerte", die 10 Jahre vor ihrem Erscheinen in unserer Familie angeblich geschehen seien. Konnte ja sein, dass mein Sohn das subjektiv so gesehen hat, aber das hätte dann schon er meinem Mann und mir sagen können.
Alles andere ist widersinnig - und anmaßend.
LG Moni

PS: Ja, das mit dem "Problem einreden" habe ich nicht nur selber erlebt sondern auch erst wieder kürzlich in der Familie... bei einer frisch dazugekommenen Schwiegertochter. Der Mann hatte 25 Jahre ein tolles Verhältnis zu seinen Eltern.......bisher..... :-(

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Ich hatte ja geschrieben, dass es Dinge sind, die nicht nur meinen Mann betreffen, ich hatte auch ein Beispiel gestern geschrieben und es geht dabei um den Zeitraum von knapp einem Jahr und nicht von damals! Und ich bin auch nicht neu, sondern schon viele Jahre mit meinem Mann zusammen. Und meine SM hat mich von Beginn an abgelehnt, nicht anders herum und mich wie ein naives kleines Ding behandelt, weil mein Mann 8 Jahre älter ist als ich.

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Ich glaube de Brief bringt euch nur in dem Sinne etwas, als dass ihr euren Frust mal loswerdet.
Die werden sich deswegen nicht grundlegend ändern, da sie eben einfach mit anderen Werten aufgewachsen sind.
Sie schaffen es vielleicht höchstens und auch nur, wenn die Bereitschaft dazu da ist, ihre Meinung nicht ständig kundzutun.
Ob euch das reichen wird? Keine Ahnung.

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