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Hi
Ich habe nicht alle Antworten gelesen, kann dir aber sagen wie es bei uns gehandhabt wurde.
Grundregel war, dass nicht gegeneinander gearbeitet wird und dass die Großeltern weniger "Extrawürste" hatten je mehr sie im Alltag eingebunden waren.
Das lief schon bei mir als Kind so und es hat für mich Sinn gemacht.
Ist das Kind nur ab und an bei den Großeltern (alleine) macht es keinen Sinn sich über etwas verwöhnen /Regel beugen aufzuregen. Sind die Großeltern jedoch Teil des (Wochen) Alltags sieht das anders aus. Einmal im Monat zwei Eis bekommen macht kein Kind krank/dick. Zweimal die Woche Zuckerschock müssen Eltern nicht hinnehmen.
Kein Spaß verstehe ich bei gesundheitsgefährdendem Verhalten (war bei meiner Oma so, die glaubte, dass die Allergie meiner Cousine nur eingebildet war #klatsch), gegen die Eltern schießen oder gegen deren Überzeugung handeln (nicht pillepalle sondern ernste Themen)
Eigentlich lief das ganze entspannt ab, richtig Streit gab es nie und alle verstehen sich immer noch gut.
Nur den Satz "die haben ja schon Kinder groß bekommen" finde ich bescheuert, liegt aber an meiner Arbeit ;-)

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Also ich bin weder der Meinung, dass Großeltern automatisch irgendwelche Rechte haben, noch dass sie sich den Umgang mit Enkelkind verdienen müssen.

Wenn man eine gute Beziehung zu seinen Eltern hat und weiß, dass es ihrem Enkelkind bei ihnen gut geht, sehe ich keinen Grund, der dagegen spricht, ihnen Zeit allein mit ihrem Enkel zu lassen. Das heißt natürlich nicht, dass ich finde, dass Großeltern jederzeit unangekündigt vorbeikommen können oder den Nachwuchs nehmen, wann immer es ihnen passt.
Wenn das Kind Zeit bei den Großeltern verbringt, finde ich, können sie in einem gewissen Rahmen ruhig auch eigene Regeln anwenden. Ich selbst durfte bei meinen Großeltern auch mehr fernsehen und Süßigkeiten essen als zu Hause. Meine Großeltern haben natürlich trotzdem jederzeit drauf geachtet, dass es nicht ausartet. 😉

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"Also wie seht ihr das? Und wie schafft ihr es über gewisse Dinge hinwegzusehen, weil es ja Oma und Opa sind? "

Auf alle Verwandtschaftspersonen bezogen, sowohl meine, als auch die des Kindsvaters:

1. ist das Grundvertrauen komplett da. Dürfen sie alles.
Das ist recht einfach. Den Menschen, denen ich vertraue, haben gesunden Menschenverstand! Sie handeln im Sinne und zum Wohle des Kindes.

Sie dürften alles, weil sie nicht alles machen würden!

Verwandtschaftsstatus/Freundesstatus: egal


2. Vertrauen ist etwas, das sich entwickelt. Eine Pflanze, die man pflegt.
Sie dürfen mehr/anders, weil sie nicht die Erziehungsaufgabe haben.
Aber sie dürfen nicht alles.

Im Zweifel hilft ein Gespräch. Vertrauen ist eine Pflanze, die aus Kommunikation, darüber reden können, erwachsen darauf reagieren wachsen kann. Beidseitig!

Ich bin vorsichtiger, lasse vieles aber auch machen. Grenzen spreche ich an.


3. no go
Egal welcher Verwandtenblutsfamiliensonstigeszweig es ist.

Wem ich nicht soweit vertraue, dass die Person mit Respekt anderen Menschen begegnet, darf "nichts". Wer bereit ist mir zu schaden, braucht es bei meinem Kind gar nicht erst zu versuchen.

Das sind wenige, aber mit deutlicher Gefahr. Wem ich mich selbst nicht als erwachsene Person anvertrauen würde, dem vertraue ich auch mein Kind nicht an.



Ergebnis: es kommt nicht auf den Verwandtschaftsgrad an, sondern auf Vertrauen.

Ich vertraue nicht jedem! Aber wem ich vertraue, dem/der gerne.

Prinzipienreiterei mag ich gar nicht!
Erbsenzählerei betreibe ich nur und ausschließlich bei meinem Konto und meinen Ausgaben! Nicht menschlich! Sondern wirklich nur meiner finanziellen Situation mir selbst gegenüber!

Im Zwischenmenschlichen ist Vertrauen da oder als Pflanze oder aus ernsthaften (oft leider wiederholten) Gründen nicht. Da ist es dann nicht ein bisschen aufregen, sondern existentielles.

Da ich diese Bereiche unterscheide(n kann), fällt es mir auch leichter dort locker zu lassen und mich mit meinem Kind zu freuen und Vertrauen zu pflegen, wo ich es mit Vertrauen "versuche" (manchmal fällt es mir schwerer zu Vertrauen auf Grund eigener Erfahrungen mit ANDEREN Menschen. Das ist aber mein Problem und soll nicht das meines Kindes sein. Also versuche ich auch die Pflanze des Vertrauens zu pflegen, sofern es beidseitig ist).

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"Vertrauen ist eine Pflanze, die aus Kommunikation, darüber reden können, erwachsen darauf reagieren wachsen kann. Beidseitig!"

Das hast du schön geschrieben. :-)

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Es kommt ganz darauf an wie alt die Kinder sind, wieviel Umgang bisher gelebt wurde und wie oft man ihnen die Dinge, welche von den Eltern nicht gewünscht sind, schon erzählt hat.

Wie geht man z.B. mit Großeltern um, welche die Kinder seit Geburt nur einmal die Woche zum Kaffee trinken sehen und sich dabei auch nicht mit ihnen beschäftigen? 2 Mal im Jahr ein Ausflug mit den Eltern zusammen. Parallel dazu ist das Verhältnis vielleicht durch Familienereignisse schief gerückt und es wird schlecht über einen erzählt, dann ist kein Vertrauen mehr da und die Feiertage und Geburtstage sind eher nur ein gezwungenes Beisammensein, weil es Familie ist. Und nach 10 Jahren (weil vielleicht in Rente) wollen sie dann Zeiten mit den Kindern haben.

Dein Gefühl als Mutter ist das Wichtigste für die Kinder. Wenn es dir dabei nicht gut geht, dann ist es nicht gut.

Großeltern waren bereits Eltern. Sie hatten ihre Zeit bei ihren Kindern. Großeltern müssen sich nach den Wünschen der Eltern richten.

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Hallo,

ich finde nicht, dass das Verwandtschaftsverhältnis Großeltern-Enkel automatisch zu irgendetwas "berechtigt".

Damit ich mein Kind jemandem anvertraue, muss ich ihm - wie das Wort schon sagt - vertrauen. Dieses Vertrauen ist in den allermeisten Fällen ja vorhanden. Man vertraut seinen Eltern und wenn mein Mann mir versichert, dass ich seinen Eltern vertrauen kann, tue ich das. Schließlich kann ich mich auf ihn verlassen und vertraue ihm. Ist das nicht gegeben, wird es natürlich schwierig.

Ich finde es grundsätzlich nicht in Ordnug, die Wünsche der Eltern extra zu missachten, obwohl es weder schlimm ist noch Zusatzarbeit bedeutet. Nur weil man Oma ist, darf man sich eben nicht bewusst über alles hinwegsetzen, wie es einem so in den Sinn kommt und weil man meint, dass es doch den eigenen Kindern auch nicht geschadet hat. Das ist ein Vertrauensbruch und man muss sich nicht wundern, wenn man das Kind nicht mehr ohne Eltern sieht.

Manche Wünsche von Eltern sind natürlich recht eigenartig, aber sie sind dennoch zu respektieren. Was tut die Oma denn, worüber ihr euch so aufregt? Schadet es oder nicht? Kannst du darüber hinwegsehen oder nicht?

LG

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Da war halt mal die Sache, dass sie den 4 Jahre alten Sohn vom Schwager im Kaufhaus vergessen hat, und später auch noch darüber gelacht hat.
Dann, dass der SV ein kleiner Raser ist und letztens auch ein Baustellenschild auf der Autobahn mitgenommen hat, dass aber von SM belächelt wird, es ist doch all die Jahre noch nie was passiert (stimmt nicht) und es wäre übertrieben, dass sie nicht mit unserer Tochter Auto fahren dürfen.
Wenn ich ihr sage unsere Tochter will nicht mehr, weil sie sich auf ihrem Schoß schon wegstößt, bekomme ich gesagt, sie ist doch die Oma und ich übertreibe. Aber sich mit einem zehn Monate alten Kind mal zu spielen tut sie nicht. Es muss dann hoppe Reiter sein bis sie weint🤨
Sie ist entsetzt, dass ich nachts noch stille. Sie ist beleidigt wenn wir von ihr gekaufte Klamotten nicht anziehen, weil sie nie nach der Größe unserer Tochter fragt und immer alles zu klein ist. Sie ist zu stur um zu fragen. Letztens kam eine riesige Tüte mit mehreren Stofftier Flamingos an fürs Kinderzimmer, weil es ja modern !!! ist, obwohl wir ihr vorher schon mal gesagt haben, bitte lass Stofftiere, unsere Tochter hat genug von denen, niemand braucht 100 Stofftiere, erst recht nicht in dem Alter, und, sorry, sie weiß wie das Kinderzimmer thematisch eingerichtet ist und da passen keine x- verschiedene Flamingos rein.
Und mein Mann und ich sagen es lieber ehrlich, bevor man es hinten im Schrank versteckt oder bei ebay verkauft. Das ist für uns auch keine bessere Variante, nur damit man Omas Gefühle nicht verletzt. Sie ist nämlich ein Mensch, sie macht solche Dinge bewusst obwohl wir nein sagen. Und das ist das ärgerliche.
Und wir haben wirklich nicht viele "Regeln":

Keine Süßigkeiten im Säuglingsalter und sowieso nur das, was wir erlauben, weil sie gerade erst in der Umstellung zu fester Nahrung ist und noch nicht alles verträgt/essen kann.

Bei Klamotten wenigstens vorher einfach nur die Größe erfragen, weil in der Regel ein oder zwei Nummern zu groß besser sind als zu klein oder genau passend.

Ein schlafendes Kind wird nicht geweckt, sondern in Ruhe gelassen und ein müdes Kind wird uns zurückgegeben.

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Und das sind nicht alle Beispiele. Manche mehr, manche weniger gravierend, aber durch den Ärger über die gravierenden Dinge, ärgert man sich über die kleinen Dinge immer zu viel. Das weiß ich auch.

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Ich finde es schade, dass soviele junge Eltern heute gegen die Großeltern ihrer Kinder kämpfen, weil diese nicht alles so machen, wie die Eltern. Oft geht es um Machtspielchen auf Kosten der Kinder. Ich bin 42, zwei meiner Großeltern leben noch und ich werde nie vergessen, wie schön die Ferien bei ihnen waren und wie viel Raum sie noch immer in meinem Leben einnehmen. Wir wurden verwöhnt, mein Opa hat mich an einem Stück Schokolade schlecken lassen, als ich 6 Monate war-oh Gott, da würden wahrscheinlich viele den Kontakt abbrechen😨. Und mit 16 habe ich mit ihm mal eine geraucht....
Meine Mutter hatte nie Großeltern und das hat ihr sehr gefehlt.
Großeltern müssen sich nichts verdienen und Kinder haben das Recht auf Großeltern. Ich weiß auch, was schlechte Großeltern sind, zu denen will man als Kind dann sowieso nicht.

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Ich würde mein Kind nur einem Menschen anvertrauen, den ich köperlich, psychisch und auch charakterlich mag und weiß, dort ist mein Kind gut aufgehoben.

Da kann Titel davor sein was wolle. Onkel, Cousine, Oma, Nachbarin - mir egal. Der Mensch muss mit meinem Kind klar kommen können.


lg lene

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