Übergriffe, respektlose Schwiegerelten

Ich kriege gerade die mittlere Krise.
Unser Kind ist jetzt 13 Monate alt und das erste Enkelkind auf beiden Seiten. Der Kontakt zu den Eltern meines Mannes war vor dem Kind eher mau. Man hat sich 3-6x im Jahr gesehen. In der Regel sind wir zu ihnen gefahren. Interesse für uns besteht nicht. Sie haben z.B. 2 Jahre und eine Portion Druck gebraucht um uns einmal an unserem neuen Wohnort zu besuchen.
Seit das Kind da ist sind sie alle paar Wochen mal da. Damit kommen aber auch Probleme hoch die ich vorher nicht habe kommen sehen. Solange sie unseren Standpunkt teilen ist alles gut. Wenn nicht setzen sie sich konsequent über uns hinweg. Süßigkeiten sind ein Thema, die das Kind (ärztlich angeordnet) nicht soll in diesem Alter. Und va sie gönnen dem Kind keine Pause. Entsprechend überdreht es jedes Mal völlig wenn sie da sind. Wenn wir nett bitten lassen sie uns reden. Tage. Auch ganz klare direkte Aufforderungen werden ignoriert. Wenn wir uns (immer noch freundlich) durchsetzen wird entweder der Ton akut giftig oder sie schieben und den schwarzen Peter zu und schmollen. Mal für eine Runde mit dem Wagen o.ä. mitgeben geht nicht, sie übergehen die Bedürfnisse vom Kind komplett. Da wird keine Windel gemacht, sie erkennen es nicht wenn es Hunger hat, würden auch nicht umdrehen wenn es sich in Rage brüllt.
Das Kleine signalisiert mittlerweile deutlicher dass ihm das zu viel ist und fängt an zu brüllen sobald ich ausser Sicht bin weil sie ihm nicht ganz geheuer sind. Ich muss also ständig dabei sein. Ich habe jetzt konsequent Ausflüge und Mittagspausen in ihre Besuche eingebaut und damit das direkte Spielen und ihren Zugriff aufs Kind deutlich reduziert. Für das Kind funktioniert das jetzt gut. Die Konflikte bleiben aber nicht aus, zB. weil sie es ständig rumschleppen wollen. Ich kann ihn ja nicht 8h am Tag im Wagen rumschieben, er muss sich auch Mal austoben, rumkrabbeln, es steht kurz vorm frei laufen. Sie merken dass wir limitieren und der Ton wird zunehmend aggressiver.

Mein Mann müht sich genauso ab, am Schwiegertochterfaktor liegt es nicht.
Mir gehen langsam die Ideen aus. Als nächstes lass ich wohl einen mords Schrei los und schmeisse sie raus wenn es wieder losgeht. Aber das widerstrebt mir so, sowas muss doch nicht sein unter erwachsenen Leuten?
Also falls ihr Ideen habt auf die wir noch nicht gekommen sind, immer gern. Sonst einfach Mal danke fürs lesen.

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Hallo,

ich frage mich tatsächlich, wie Deine Schwiegereltern (mindestens) ein Kind groß bekommen haben. Wenn also alles nach Eurem Gusto geht, ist das völlig in Ordnung. Sind die Schwiegereltern jenseits der 80, dass sie um sich herum nichts mehr mitbekommen?

Ganz ehrlich: Das sind die Großeltern und natürlich gehen sie anders mit dem Kind um als ihr. Meiner Meinung nach dürfen und sollen sie das auch. Wenn allerdings alles reglementiert wird, wird es albern.

Wenn Ihr von vornherein angespannt seid und offenbar ständig schaut, dass Oma und Opa nicht mal wieder irgendwas machen, was nicht 100 % ig das ist, was Ihr wollt, ist es völlig klar, dass Ihr ein aufgewühltes, angespanntes und überdrehtes Kind habt.

LG Anja

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Danke !! So ist es sicher in vielen Fällen.
LG Moni

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Anders umgehen, ja, klar.
Was die TE beschreibt (in der vollen Windel liegen lassen, auf Hunger nicht reagieren, und so lang an ihm rumzerren bis es nicht mehr aufhört zu brüllen) ist nicht "anders umgehen", das ist Misshandlung.

Wir haben die Großeltern lang machen lassen und hatten monatelang bei und nach jedem Besuch ein überdrehtes brüllendes Kind. Und natürlich haben sie damals bei meinem Mann und meiner Schwägerin sich nicht so verhalten, dass diese minütlich von Arm zu Arm gereicht wurden und währenddessen noch sechs andere Hände mit drei verschiedenen Spielzeugen an ihnen rumgrabbelten. Dazu hatten sie damals ja gar keine Zeit.

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Hallo,

"Also falls ihr Ideen habt auf die wir noch nicht gekommen sind, immer gern. Sonst einfach Mal danke fürs lesen. "

Ich habe die Idee, dass du einfach mal gelassener wirst. Das sind Oma und Opa des Kindes, klar, dass sie einiges anders machen. Dein Mann ist doch auch bei ihnen groß geworden. Du sprichst ihnen ja jegliche Kompetenz im Umgang mit Kindern ab.

Und ganz ehrlich, wenn sie eine Runde mit dem Kinderwagen fahren wollen (dauert bestimmt keine 4 Stunden), warum sollen sie da vorher eine neue Windel anziehen? Ich gehe davon aus, dass du das bereits erledigt hast. Weiter gehe ich davon aus, dass du dein Kind vorher gefüttert hast, so dass Hunger in der Stunde, wo sie das Kleinkind ausfahren, sicher nicht aufkommen wird. Wenn doch gibt halt etwas Kleines mit, was das Enkelkindchen zwischendurch beruhigt (Keks...)

"Das Kleine signalisiert mittlerweile deutlicher dass ihm das zu viel ist und fängt an zu brüllen sobald ich ausser Sicht bin weil sie ihm nicht ganz geheuer sind. Ich muss also ständig dabei sein"
Na klar, signalisiert euer Kind, dass ihm Oma und Opa nicht geheuer sind. Du tust doch alles dafür, dass sich die drei gar nicht richtig kennen lernen können. Sitzt ständig daneben und jetzt habe ich Kopfkino: wartest nur auf die nächste Handlung der beiden, die du wieder negativ auslegen kannst.

"...und ihren Zugriff aufs Kind deutlich reduziert."
Du magst deine Schwiegereltern nicht und möchtest nicht, dass sie euer Kind anfassen. Sie werden es ja nicht 24/7 herumschleppen.
Mach dir doch mal klar, dass sie gerade einmal alle paar Wochen Kontakt haben. Na klar möchten sie bei den Besuchen eine intensive Zeit mit ihrem Enkelkind verbringen.
Ein 13 Monate altes Kind ist doch schon gut mit einfachen Spielen zu beschäftigen, warum machst du ihnen keine Vorschläge, dass sie z. B. das und das mit eurem Kind spielen können. So kannst du ihren "Tatendrang" in vernünftige Bahnen lenken, beim gemeinsamen Spielen lernen sich die drei vermutlich auch eher kennen als beim "Herumschleppen" wie du es bezeichnest.

Und versuche einmal, dich von der negativen Grundeinstellung ggü. den Eltern deines Mannes zu befreien. Das sind genauso Oma und Opa für dein Kind wie deine Eltern.

LG

Nici

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Danke für Dein Feedback.
Ich sehe da gehen Schubladen auf. Ich schliesse Mal ein paar und freu mich wenn du dann immer noch Ideen hast.

Ich hatte nie ein herzliches Verhaltnis zu ihnen, das stimmt. Dafür sind sie nicht der Typ. Aber ein gutes. Wir waren gemeinsam in Ferien vor dem Kind etcpp. Wir laden sie regelmäßig ein damit sie am Kind teilhaben können.
Sie haben sogar 2 Kinder grossgezogen. Mein Mann hat ein schwieriges Verhältnis zu ihnen denn da lief einiges schief und wie gesagt, für ihn interessieren sie sich null.

Sie wedeln mit 3 Spielsachen gleichzeitig vor dem Kind rum. Ich mache Vorschläge zum spielen, Sachen die das Kind toll findet. Sanft. "Xy liiiebt es wenn er Duplosteine auseinanderbauen kann " und wenn wir merken das Kind überdreht bitten wir sie mal eine ruhigere Phase einzulegen und ein Buch anzuschauen. Machen sie nicht oder zicken sofort.
Ich habe mich letztes Mal jeweils für 2-3 Stunden nach oben verzogen, Wasser neben sie hingestellt, gebeten ihn ab und zu Mal allein am Boden machen zu lassen und sie machen lassen. Kind hat nicht getrunken. War komplett kaputt gespielt. Volle Windel hat man auf nen Meter gerochen. Ich erwarte nicht dass sie ihn wickeln. Aber dass sie mich rufen wenn die Windel überquillt und nicht einfach weiter spielen.

Zwischen den letzten Besuchen lagen diesmal 5 Monate. Ich denke man kann vom Kind nicht erwarten dass es bei Menschen bleibt die es so lange nicht gesehen hat.

Das Kind ist in intensiver ärztlicher Behandlung. Zu Beginn akute Trinkschwäche und auch jetzt noch viele Probleme bei der Nahrungsaufnahme, ist untergewichtig, Schwerbehindertenausweis wäre auf 100% Moment. Es isst nicht alle 4-5 Stunden wie gesunde Kinder sondern wesentlich öfter. Analog zur Windel ist auch keine Bereitschaft da sich mit dem Essen auseinanderzusetzen. Ich hab's mehrfach versucht. "Magst du mir beim Milch kochen helfen!" "Nein!"

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Hallo,

das euer Kind so große Probleme mit der Nahrungsaufnahme hat, habe ich nicht gewusst. Da stimme ich dir natürlich zu, da sollten und müssten die Großeltern eigentlich viel mehr Interesse/Verantwortung zeigen, dass ihr Enkelkind regelmäßig Nahrung aufnimmt und sich konsequent an deine Vorgaben halten.

LG

Nici

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Kann dich versteheb, wenn man sich da nicht wohl fühlt.. Da ihr vorher ja kaum kontakt hattet sind es ja quasi fremde leute für dich, die sich aber ganz anders verhalten, und immerhin ist es über 30 jahre her das sie das letzte mal ein baby hatten.. Ich würd die besuche so selten machen wie möglich, umso älter das kind wird umso entspannter wird es denke ich..

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Die SE haben sich nicht für euch interessiert, als noch kein Kind da war. Liegt hier vielleicht das Problem?

Wir sind auch immer zweite Wahl gewesen. Als ich nach VU mit Knochenbrüchen im KH lag kamen sie mich nicht besuchen.
In der Schwangerschaft drohte eine Frühgeburt. Auch hier kam niemand. Erst als das Kind geboren war wurde gefordert und gefordert.

Ich kann mich noch an eine Situation erinnern. Kind 14 Tage alt. Ich war mit ihm bei den Schwiegereltern zu Besuch. Kaum zur Tür rein die Info, dass ich jetzt eigentlich wieder gehen könnte. Sie würde mir ihren Enkel später vorbei bringen.

Versuch doch mal in dich zu gehen. Was stört dich wirklich? Euer Kind ist nicht so klein, dass es nicht zeigen könnte, was es nicht möchte.

Süßkram in dem Alter muss nicht sein. SM fütterte Kind 1 im Alter von 7 Monaten mit Mousse au chocolate. Der Durchfall des Jahrtausends mit Aufenthalt auf der Kinderintensiv. Nicht lustig.

Ich wünsche euch, dass es sich doch noch einrenkt. Das Kind wird ja älter.

Lg

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Hallo,

ich kenn das, hab allerdings den Vorteil, dass ich die Tochter bin, da kann ich Klartext reden. Aber ich würde den Kontakt reduzieren, wenn der Klartext auf taube Ohren stößt - hab ich auch schon gemacht bei unserer Großen, die kein Anfängerkind war, Koliken, dadurch viel Schreien, schnell überdreht weil überreizt, etc. pp. Sowas kannten Sie gar nicht.

Und ja, viele Großeltern drehen frei, wenn das erste Enkelkind da ist. Ich hätte vorher nie gedacht, dass meine eigenen Eltern selbst so reagieren. Sie sehen die Enkelkinder aufgrund der räumlichen Entfernung sehr selten, außerdem sie eben keine 30 od. 40 mehr und die (Nicht-)Wahrnehmung ändert sich massiv.

Deshalb rate ich Dir den Kontakt zu reduzieren, wenn es nicht anders geht.

Nur weil sie selbst ihre Kinder groß bekommen haben, bedeutet es überhaupt nicht, dass sie das in ihrem jetzigen Zustand auch wieder hinbekommen.

Gruß, Andrea

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>> Nur weil sie selbst ihre Kinder groß bekommen haben, bedeutet es überhaupt nicht, dass sie das in ihrem jetzigen Zustand auch wieder hinbekommen.<<

So sehe ich das auch und ich war und bin in keiner Weise in der Situation wie die TE.

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Hi, wenn ihr euch sowieso nur selten seht, versuch gelassener zu werden. Wie andere Dir hier auch schon geraten haben, klar ist das in der Umsetzung schwierig, aber einen Versuch wäre es doch wert.

Allerdings bei Wortwahlen wie „....und ihren Zugriff aufs Kind deutlich reduziert.....“ fällt mir nix mehr ein. Das sind die Großeltern und keine, wildfremden Menschen.

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Das gilt dann, wenn sie sich auch wie Großeltern verhalten, d.h., wenn ihnen das Wohl des Kindes am Herzen liegt und nicht nur die eigene Unterhaltung. So ist es halt doch ein "Zugriff".

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