Mit Beschimpfungen umgehen

Hallo zusammen,

Ich bräuchte mal Input und Erfahrung.

Mein gerade sechsjähriger haut seit einiger Wochen Beschimpfungen raus, das ist echt nicht mehr schön... kleine Beispiele, wenn er sich ärgert nur für sich vor sich hin murmelnd oder gezielt auf jmd. gerichtet:
„du schei*e“ „halt die Klappe/Fress*“ „dumme Kuh“ und dann halt noch so Kindergartenbeleidigungen, die eher harmlos sind.

Die harmlosen Dinge ignoriere ich aber die oben aufgeführten anderen Beleidigungen finde ich einfach zu heftig. Bei blöde Kuh kann ich ja noch darauf reagieren, dass eine do blöde Mutter ja dies und das nicht macht. Bei den anderen Sachen erkläre ich auch, warum die Worte so schlimm sind und was sie bedeuten. Es interessiert ihn nicht wirklich, ich hab eher das Gefühl, dass er in dem Moment eben „Druck“ ablassen muss und es eben der Erste Impuls ist, solche Sachen zu sagen. Er entschuldigt sich danach auch, aber ich denke eher um Unannehmlichkeiten zu entgehen als aus Einsicht.

Und das alles jetzt vor der Schule. Da wird ja noch einiges mehr auf uns zu kommen.

Also wie geht ihr mit so etwas um?
Habt ihr Tipps?

Ich will ihm beibringen, dass man so nicht miteinander redet... hab auch schon erfolglos versucht seine Wut in etwas anderes umzulenken...

Lg
Emma

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Ja ich weiß, was ich jetzt schreibe wird hier nicht gern gesehen. Aber hast du schon mal versucht dasselbe zu ihm zu sagen?
"Mama du bist scheiße." "Ja xy, du bist auch Grad scheiße. Fühlt sich das toll an, so was gesagt zu bekommen?"
Vielleicht merkt er so, dass es nichts tolles ist.

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Hallo.

Funktioniert das denn?

Ich bin generell freund von " was du nicht willst was man dir tut.."

Aber ab welchem Alter versteht das Kind und wann ist es vielleicht auch nur nachplappern.

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Also bei meiner mit 5 hat es funktioniert. Sie war so schockiert als ich auch "du bist ein A..loch" gesagt hab, dass sie geweint hat. Seitdem kam nicht schlimmeres als "du bist blöd", aber damit kann ich leben.

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Ich würde mich da ganz klar positionieren. : "So wird hier nicht geredet!"

Also immer, wenn du ihn so reden hörst, ihn beiseite nehmen, sagen, so bitte nicht, was kann man stattdessen sagen?
Da ist natürlich Konsequenz und ein langer Atem gefragt.

Je nachdem wie du denkst, kannst du auch einen Verstärkerplan einführen, so nach dem Motto: Heute nicht geflucht? Dann gibt es einen Sticker - bei 10 Stickern geht´s es zu McDonalds (nur um das Prinzip zu zeigen!!!!!)
Am besten als große Tafel, so dass Sohnemann jeden Tag einen Überblick hat, wie es um ihn steht.

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Bei sowas habe ich die Kinder immer aufgefordert, mir detailgenau zu erklären, was sie da grade gesagt haben, nur dann durften sie solche Sachen sagen... Da sie es meistens nicht erklären konnten, haben sie das Verbot akzeptiert... Die Phase ging dadurch zum Glück recht schnell vorbei, weil es ihnen meistens peinlich war, dass sie eben nicht wussten, wovon sie da reden...

Bei blöde Kuh oder so haben wir dann immer erklärt, dass blöde Eltern bestimmte Dinge, die ihnen wichtig waren, nicht tun können... Dadurch hörte das auch recht schnell auf, weil wir das auch durchgezogen haben...

LG

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Bei harmlosen Dingen sage ich nix und manchmal ist sogar fluchen erlaubt. Als meine Tochter zum Beispiel eine schwere Grippe hatte und irgendwann ganz geknickt sagte: "Krank sein ist schei***", hab ich gesagt, da hätte sie Recht und dass man in so einem Fall auch mal sche*** sagen darf. Das macht das ganze schon weniger spannend.

Gelegentlich kommen bei ihr aber auch Dinge wie: "Halt die Fresse", meistens recht unreflektiert. Da werde ich dann deutlich und ziehe eine Grenze. Ich sage ihr, dass wir hier so nicht miteinander reden und ich sowas auf keinen Fall hören will. Wenn sie anfangen will zu diskutieren, wiederhole ich mich noch einmal und beende die Diskussion.

Da mein Kind es gewohnt ist, dass wir einen sehr offenen Umgang miteinander haben und es wirklich sehr selten vorkommt, dass ich einen so deutlichen Punkt setze, wirkt das (noch).

Manchmal frage ich auch, ob sie weiß, was es heißt, was sie sagt. Manchmal reicht auch das, weil sie es natürlich nicht weiß.

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Ignorieren würde ich das nicht, ich würde laut und deutlich sagen, dass du das nicht hören willst punkt, nicht rumeiern und erklären, das kommt in einer wutsituation nicht an

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Das tue ich und er hat auch Einsicht. Und zehn/zwanzig/sechzig Minuten später kommt es wieder :/

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Ich sehe das eher locker... also eigentlich fluche ich mehr als meine Tochter (7 Jahre alt). Zum Beispiel beim Auto fahren 🙊🙈. Dann sagt sie schon immer : Mama sowas sagt man nicht oder beruhige dich. Die darf es auch, denn sind wir mal ehrlich, früher oder später macht man es einfach sowieso. Vielleicht will sie nicht so ein Meckerfritz werden wie ich und lässt es daher sein. Keine Ahnung aber vielleicht hilft es ja wenn du sagst er darf meckern aber nur für sich allein und das es niemand hört.

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So etwas wie „halt die fress*“ findest du nicht schlimm? Also deine Tochter dürfte so etwas zu dir sagen?
Bei mal ein Schimpfwort weil man sich ärgert, also so in den Raum reingeworfen, würde ich nichts sagen.

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Zu mir nicht 😁

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Bei uns ist es schon länger her und sie war jünger, deswegen weiß ich nicht ob der Tipp gut ist. Aber meine Tochter sagte mal eine zeitlang unheimlich gerne "a... Loch". Ich habe es ihr natürlich verboten, dann aber erlaubt das sie allein bei geschlossener Tür in ein Zimmer geht und solange das Wort sagen darf wie sie will. Das war so süß :-)
Sie hat es voller Inbrunst "ewig" gerufen. Danach war das Thema schon fast wieder vorbei. Vielleicht ein Versuch wert? LG

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Wir haben eine Fluchkasse.
Pro schlechtem Wort 10 cent. Wird auch sofort eingefordert, sonst wirkt es nicht.
Schlimme Wörter (die mit A.. und F... und W...) kosten 50 cent.
Kleiner Tipp: sorg dafür, dass dein Kind genug Kleingeld hat...
Achja: für die Erwachsenen gilt das auch.
Mein Sohn sagt tatsächlich nicht ein schlechtes Wort daheim.

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Hallo,
es wurde ja schon einiges geschrieben.
Was ich noch einbringen möchte: für mich gibt es einen großen Unterschied zwischen fluchen (über eine Situation) und beschimpfen (eines Menschen).
Ich finde es nämlich durchaus in Ordnung, sich in einer nervigen Situation auch verbal darüber zu äußern.
Wenn jemand zum Beispiel die Exkremente seines Hundes nicht wegmacht und ich reintrete, dann ist das nun Mal scheisse und das Verhalten des Hundebesitzer ist nicht einfach nur 'nicht in Ordnung' sondern Scheisse.
Allerdings würde ich den fiktiven Hundehalter nicht als Arschloch beschimpfen (das würde ich nur denken).
Ich finde durchaus, dass man seine negativen Gefühle verbal äußern sollte, aber für Beleidigungen habe ich null Toleranz.
Diesen Unterschied mache ich unseren Kindern klar und bisher haben sie es gut verstanden.
Liebe Grüße, c

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Sehe ich ganz genauso!

Manche Sachen oder Situationen sind schei*** und nicht nur blöd oder doof. Zu Menschen sagt man sowas nicht. Erst recht nicht zu Menschen, die man gern hat. Und den Unterschied sollte man auch deutlich machen, weil es verletzend ist.

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