Ist Blut immer dicker als Wasser?

Hallo zusammen!

Ich möchte mal die unter euch fragen, die viel mit ihren Geschwistern zu tun haben.

Was verbindet euch? Habt ihr viel gemeinsam? Gleiche Hobbys? Ähnliche Ansichten? Steht ihr am gleichen Punkt in eurem Leben? Habt ihr ähnliche Ziele?

Und wie läuft das bei euch? Wisst ihr alles voneinander? Seid ihr neidfrei untereinander? Gibt es lästereien? Schluckt ihr viel runter des lieben Friedens wegen?

Oder verbindet euch lediglich eine gemeinsame Vergangenheit und ein paar Gene?

Wie sieht es bei euch aus? Seid ihr glücklich so, wie es ist?

#danke und liebe grüße
Hopsi, deren Blut zusehends verwässert

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Hallo,

Ich habe eine ältere Schwester, uns trennen aber nur 17 Monate.
Wir haben uns immer gut verstanden. Sie hat im April ihr erstes Kind bekommen, ich bin zur Zeit in der 33ssw. Unsere Mama ist vor 18monaten plötzlich verstorben. Ohne meine Schwester würde ich mich sehr einsam fühlen, auch wenn uns mittlerweile 60km trennen. Gerade jetzt in der Schwangerschaft fehlt die eig Mutter sehr u ich bin so froh sie zu haben

Geschwister sind so wichtig, ich bin froh kein Einzelkind zu sein u wünsche mir für meinen Sohn das Gleiche.

Alles Gute!

2

Hallo,

ich habe einen 5 Jahre jüngeren Bruder. Ich bin Anfang vierzig.
Wir wohnen, noch, 80 km auseinander. Ich habe Mann und Kind (13 J.), er ist auch verheiratet und hat 2 Kinder (5 J. und 1,5 J.)
Wir haben die Liebe zu einem Fußballverein gemeinsam und gehen auch hin und wieder gemeinsam ins Stadion.

Nein, ich weiß nicht alles von ihm und er nicht von mir und das ist auch gut so. Unser Verhältnis ist toll, meine Schwägerin mag ich wie eine Schwester. Wir gehen völlig neidfrei miteinander um. Die beiden haben durch ihre Berufsbildung monatlich mehr Geld zur Verfügung, wollen aber demnächst in unserem Heimatort ein Haus bauen.
Wir leben in dem Elternhaus meines Mannes, das ihm kostenfrei überschrieben wurde (von Steuern usw. mal abgesehen)
In die Kindererziehung des anderen mischen wir uns nicht ein, dafür sind die Kinder auch vom Alter zu weit auseinander. Alle Kinder sind gut geraten und von den jeweils anderen gern gesehen und geliebt.

Das Verhältnis zu unseren Eltern ist ebenso super. Alle Kinder und Enkel werden gleich behandelt und niemandem wird in den Lebensplan geredet. Ist Hilfe und Rat von Nöten wird sich gegenseitig geholfen.

Ich liebe meine Familie so wie sie ist und würde nie tauschen wollen.

LG
Tanja

3

Hallo!

Mich verbindet nicht viel mit meinem Bruder. Es gibt viele nichtverwandte Menschen, die mir wesentlich näher stehen.
Das war auch schon immer so. Wir sind einfach so grundverschieden, verschiedener können zwei Menschen gar nicht sein. Ich könnte bei vielen Themen mega ausrasten (andersrum nicht, mein Bruder sieht das viel lockerer), deswegen klammern wir die ärgsten Reizthemen aus, wenn wir uns sehen. So funktioniert das gut, ich mag ihn ja und freu mich, wenn wir unns besuchen (das ist leider nicht so oft, wir wohnen recht weit auseinander)!

Also: Teilweise gleiche Hobbies, völlig unterschiedliche Ansichte. Wir haben beide Familie, die Ziele im Leben sind ähnlich. Wirklich Persönliches erzählen wir uns nicht. Neid und Lästereien gibt's aber keine. Wir sind quasi gute Bekannte ;-). Trotzdem ist es natürlich anders ;-). In Notsituationen haben wir uns immer unterstützt, und das wird auch in Zukunft so sein! Ich sag mal so: In Extremsituationen ist unser Blut dicker als Wasser, im normalen Leben nicht.

4

Hallo

ich weiß ja nicht um was es bei Dir/Euch genau geht, aber ich finde man muss das differenzieren oder vielleicht auch gar nicht so strikt trennen.
Ich habe Geschwister, aber auch einige sehr gute Freunde. Es war für mich z.B. immer klar, dass meine Freundin meine Trauzeugin wird und nicht meine Schwester. Auch bespreche ich Alltagsschwierigkeiten eher mit Freunden, eben weil mich mit denen mehr alltägliches verbindet als mit meinen Geschwistern.
Aber Dennoch gibt es Situationen im Leben bei denen Familie einfach zuerst kommt, bzw. bei denen nur die Familie zählt.

#winke

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Ich habe zwei Geschwister, beide deutlich älter (12 und 13Jahre). Zu meiner Schwester habe ich nur selten Kontakt (3-4Mal im Jahr), mit meinem Bruder öfter, aber auch nicht oft, wobei ich aber einmal die Woche mit seiner Frau telefoniere und so immer auf dem Laufenden bin, was sein Leben angeht.
Gerade meinem Bruder bin ich extrem dankbar, weil er in ganz besonderer Weise die Vater-Rolle übernommen hat, denn mein Vater hat sich sehr bald als Total-Ausfall entpuppt. Weder mein Bruder noch meine Schwester sind einfache Menschen, die beiden sind sich spinnefeind, ohne das es dafür ein konkreten Grund geben würde.

Trotzdem ist für mich in Bezug auf beide Blut dicker als Wasser, auch wenn wir keinen intensiven Kontakt haben und erst Recht keine ähnlichen Werte, Ziele, Lebensentwürfe. Als es mir vor ein paar Jahren aber mal schlecht ging, stand mein Bruder ungefragt vor der Tür, packte mich ein und verordnete mir Heimaturlaub, damit ich zur Ruhe komme. Und genauso wäre ich für meine Geschwister da, wenn sie in Not geraten.
Ich habe auch gute Freunde, aber irgendwie gibt es da nicht diese Selbstverständnis bei mir, Hilfe in Anspruch nehmen zu dürfen, wenn ich sie brauche, was vermutlich Quatsch ist. Es fällt mir aber deutlich leichter, mich an Familie zu wenden, wenn es mal nicht weitergeht. Die sind irgendwie dafür da und ich für sie.

Nickeligkeiten gibt es bei uns auch, auch um Erbe etc.. Ich halte mich da komplett raus.

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mMein 2 Jahre älterer Bruder und ich haben keine Beziehung. geht aber von meinem Bruder aus.

Er ist der Meinung, Blut ist nicht dicker als Wasser. Dies hat er vor einigen Jahren mal gesagt: " Nur weil wir in die selbe Familie geboren wurde, müssen wir uns nicht mögen!" und in Bezug auf Besuche bei unserer verwitweten Mutter kam diese Aussage: " Lust habe ich nicht,, sie zu besuchen, aber 1 x im Jahr muß ich das ja machen."

Als ich ihn bat, Pate bei unserem Soh, n zu sein (seinem erster Neffen überhaupt), kam die Anwort " Nein, ich werde lieber Pate bei dem Sohn meines Freundes. Da ist ne viel engere Verbindung da.""

Was soll ich da noch machen? Als er dann nicht mal zur Beerdigung unserer Mutter kam ("Ist mir nicht nach."), habe ich den Kontakt quasi abgebrochen. Obwohl da nichts mehr abzubrechen war, wir haben wir uns schon lange nicht mehr gesehen bzw. gehört. Aber nach der Beerdigung meiner Mutter vor 5 Jahren habe ich für mich damit abgeschlossen .Und kann gut damit leben, dass ich keinen Kontakt zu meinem einzigen Bruder habe. besser als mich immer zu bemühen, und enttäuscht zu werden.

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Hi,

ich kann nur aus Sicht meines Mannes reden, da ich (glücklicherweise) Einzelkind bin.

Mein Man hat einen fast 18 Jahre jüngeren (Halb)Bruder, um den er sich von Geburt an viel gekümmert hat und meine Schwiegermutter auch beim Problemen mit der Schule etc unterstützt hat. Wir haben auch nach unserer Hochzeit (da war mein Schwager 11) immer versucht ihn in unser Leben mit einzubeziehen, ihn bei Ausflügen mitgenommen, er konnte zu uns, wenn Schwiegermutter arbeiten war und er das wollte, etc. Wurde aber von meiner Schwiegermutter nicht gefördert sondern eher torpediert.

Die beiden haben einige Wesenszüge gemeinsam, aber das war es schon. Mehr als Smalltalk bei geplanten oder zufälligen Besuchen bei meiner Schwiegermutter gibt es nicht. Wir kennen weder die Handynummer meines Schwagers noch seinen Familienstand. Mein Mann weiß zumindest, wo er wohnt, war aber noch nie in der Wohnung. Ich weiß nicht einmal das. Es gibt auch keine Anrufe zu den Geburtstagen mehr - mein Mann hat jedes Jahr gratuliert (und früher auch Geschenke gemacht), mein Schwager macht das bei meinem Mann nur, wenn er daran erinnert wird (anrufen - Geschenke erwartet man bei einem Kind ja noch weniger als bei Erwachsenen).

Mein Schwager kommt auch nicht auf die Idee, wenn er Freunde in unserem Ort besucht, vielleicht mal zu klingeln und auf einen Kaffee rein zu kommen. Und das seit 10 Jahren nicht (seit dem hat er einen Führerschein).

Wir haben aber keinen Streit oder so. Im Gegenteil, wenn man sich sieht, dann unterhält man sich nett, lacht zusammen - und unser Sohn ist meinem Schwager wichtiger, als er zugibt ;-). Das merkt man immer dann, wenn wichtige Ereignisse anstehen. Meinen Mann verletzt dieses seltsame Verhältnis, aber er hat es akzeptiert. Vielleicht sieht mein Schwager es irgendwann anders, wenn er selbst Familie hat oder meine Schwiegermutter nicht mehr lebt. Ich hoffe nur, dass es dann nicht zu spät ist.

Mein Verhältnis zu meiner besten Freundin ist definitv enger und besser als das von meinem Mann zu seinem Bruder. Selbst von Kollegen weiß ich mehr.

Gruß
Kim

8

Meine Schwester hasst mich schon seit ich auf der Welt bin. Wir haben keinen Kontakt.
Mein Bruder und ich sehen uns alle paar Monate mal, obwohl er im Nachbarort wohnt. Is aber nicht so schlimm. Wir verstehen uns zwar, aber mehr Kontakt würde mir auf die Nerven gehen. Er is für mich sehr anstrengend.
Was soll ich sagen: es is wie es is und das passt so. Ich würde es nicht ändern wollen.
Wir sind 88/89/91 geboren.

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Hallo,

ich habe eine 7 Jahre ältere Schwester und wir sind sehr verschieden, aber wir akzeptieren uns so wie wir sind. Ich muss nicht alles toll finden was sie macht und sie muss nicht alles toll finden was ich mache. Trotzdem haben wir einigermaßen die gleichen Vorstellungen vom Leben und wenn sie oder ihre Familie Hilfe brauchen würde, dann wäre ich natürlich da. Sie wohnt 450 km entfernt aber wir sehen uns ca 3 bis 4 Mal im Jahr für ein Wochenende, vor allem wegen der Kinder, damit Cousine und Cousins Kontakt miteinander pflegen, da sie im etwa gleichen Alter sind. Klar habe ich mit meinen Freundinnen mehr Kontakt und vielleicht auch mehr gemeinsam, aber ja, ich finde schon, dass Blut dicker als Wasser ist und man innerhalb der Familie mehr Kompromisse machen sollte als mit Freunden, die z.B beliebig austauschbar sind. Allerdings sieht sie das genauso und wir sind weder neidisch auf den anderen noch leben wir in völlig unterschiedlichen Welten. Was ist denn dein Problem mit deinen Geschwistern?

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Huhu!

#danke für deine Antwort. Es ist interessant, wie unterschiedlich das so gehandhabt wird.

Ich mag meine Schwester. Grundsätzlich. Aber sie erdrückt mich, nimmt mir die luft und überrollt mich mit ihrer omnipräsenz.

Sie äußert ihre Meinung ohne Rücksicht, erwartet aber auffallend viel davon von allen anderen. Ich habe mich gefühlt mein leben lang zurückdrängen lassen und plötzlich ist in mir dieses Gefühl, dass ich das nicht mehr möchte.

Sie kennt und teilt keine meiner Interessen. Schon allein deshalb geht es immer nur um sie. Was unsere Kinder angeht, denken wir ebenfalls grundverschieden. Ich halte dann also meist des Friedens wegen meinen Mund. Sie äußert sich aber sehr unverblümt über meinen erziehungsstil und meine kinder

Beim letzten Telefonat war es dann soweit und ich wollte einfach auflegen. Ich fühle mich so vollgestopft mit all den Dingen, die mich nicht betreffen und interessieren und die mich zeit kosten, die ich gern sinnvoller verbringen möchte. Aber sie ruft regelmäßig an und dann häng ich die nächsten zwei Stunden am Telefon und frage mich, wofür eigentlich. Die Gespräche bringen mich nicht weiter. Ich bin wie ein Mülleimer. Und nun bin ich voll....

#sorry nun bin ich auch nicht besser. Ich frage mich bloß, wie ich meine Situation da verbessern kann - möglichst ohne ärger.

Liebe grüße
Hopsi

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Das klingt nicht so schön, aber das kannst du auch ändern indem du dich abgrenzt und den Kontakt zurückfährst. Wenn sie anruft und du hast nach 10 Minuten die Nase voll, dann musst du eben dringend ein Kind irgendwo abholen, oder noch zu Ende kochen oder keine Ahnung, dringend Ameisen auf der Wiese zählen. Ich würde mit niemandem ein ewiges Gespräch führen, das ich nicht führen will. Wenn sie etwas zu deiner Erziehung oder deinem Leben sagt, dann kannst du sagen, ja ich weiß, du siehst es anders als ich, leben und leben lassen, ich finde meinen Weg gut. Ende der Diskussion. Ich würde mir da nicht ewig anhören was sie alles besser findet. Also es liegt auch an dir was du dir alles gefallen lässt. Ich würde den Kontakt jetzt nicht im Bösen komplett abbrechen, aber mich zurückziehen und den Kontakt nur soweit zulassen wie du es gut findest. Und wenn du genug hast, dann ist erstmal wieder Ende und du hast eben gerade keine Zeit mehr. Niemand muss der Mülleimer für niemanden sein. Das gilt für Freunde genauso wie für Familie. Achso, und immer nur den Ärger runterschlucken des lieben Friedens Willen, das war noch nie gut. Schlägt nur auf den Magen.

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