Spielzeit draußen nicht pädagogisch wertvoll?

Hallo,

Ich würde gerne ein Thema aufgreifen, welches gestern bei uns in einem Spieletreff aufgekommen ist.
Eine Bekannte/ Freundin hat mich gestern ganz schön abgefahren, weil wir Ihrer Meinung unseren Sohn nicht richtig fördern.
Zum Thema:
Wir haben frisch gebaut und gestalten diesen Sommer unseren Garten. Wir haben noch viel Matschfläxhe ohne Rasen, in einer Ecke zwei riesige Haufen mit Sand und Schotter liegen. Unser Sohn hat im Garten aber schon alles (Spielturm, Rutsche, Schaukel, Sandkasten, Trampolin) Für ihn ist unser Garten ein Paradies, weswegen wir in den letzten Wochen auch wirklich jede Minute draußen verbringen. Egal ob Sonne oder leichter Regen. Er spielt mit seinen Sachen, wir matschen alles zusammen, suchen Regenwürmer und Käfer usw. Rein bekommen wir ihn nur zum essen. Abends wird sich nur noch gegessen, in die Badewanne, im Bett noch ein Buch gelesen und dann geschlafen. Für uns bisher der Anschein einer glücklichen Kindheit.
Jetzt ist meine Freundin der Meinung, dass sei alles nixht so pädagogisch wertvoll, weil wir zu Hause Bücher, Puzzle, Spiele etc. wodurch er ja auch viel lernt vernachlässigen würden. Natürlich ist da auch etwas dran. Bei dem letzten Regentagen habe ich schon gemerkt, dass Puzzle die er bisher perfekt könnte, ihm nach einer Zeit wieder etwas schwerer fallen. Naja habe ich gedacht, ist halt wieder eine Herausforderung für ihn.
Aber irgendwie beschäftigt mich das Thema schon noch.
Wie macht ihr das? Wetter genießen soviel es geht, oder doch öfter mal wieder rein um etwas zu spielen?

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Ihr macht das perfekt!
Soviel Zeit zum draußen matschen und toben hat dein Kind später nie wieder.
Puzzle ist doch nur was für schlechte Tage und auch nur wenn Interesse besteht.
Lg

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Hi, extra reingehen, damit er puzzeln nicht verlernt und "gefördert" wird? Ich denke deine Freundin ist einfach nur neidisch auf eure momentanen Möglichkeiten. Kreativ mit Sand/Matsch/Steinen....zu spielen IST Förderung und Forderung. Lesen, puzzeln, malen usw. kann man auch in der dunklen Jahreszeit bzw. einfach abends mal. Ich finde es viel wichtiger, sich viel an der frischen Luft zu bewegen und dort Möglichkeiten auszuschöpfen. Alles zu seiner Zeit :-)! Lass dir kein schlechtes Gewissen einreden!

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Raus, raus und nochmal raus mit dem Kind.
Was gibt's schöneres? Das Kind hat Bewegung, tobt sich aus und wühlt im Matsch. Herrlich!

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Sorry, aber was deine Freundin sagt ist leider sehr großer, aber weiterverbreiteter Unsinn. Kinder (und selbst Erwachsene) lernen dann am besten, wenn sie selbstbestimmt dem eigenen Interesse nachgehen können. Das was dein Sohn da draussen im Matsch macht ist vermutlich grundlegende Chemie, Physik und eine hochgradig komplexe Förderung seiner Feinmotorik und Sensorik. Da kommt kein 25 Teile Haba Puzzle der Welt dran. Würde er Puzzeln wollen, würde er die das ganz sicher schon irgendwie zeigen. Letztlich ist es kein pädagogisches Geheimnis, dass das Spiel der Job des Kindes ist und das Freispiel ein wesentlicher Teil der Bildungsprozesse des Kindes ist. Holzpuzzle und Mandalas sind was für die Seniorenarbeit. Also, von mir und somit von einer Kleinstkindpädagogin: Go! Weiter so!


Alles Liebe

Mani

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Ein toller Beitrag!

Ich hätte dir ebenso geantwortet, liebe TE!

Liebe Grüße,

Maybe - ebenfalls Pädagogin ;)

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Danke ;-)

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Zum Bücherlesen, Puzzlen, Spielen etc werden ihr an Regentagen noch genug kommen. Von daher: lass deinen Sohn die schöne Zeit draußen geniessen! Ihr macht das ganz richtig.

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Hört sich doch perfekt an bei euch!
Ich schliesse mich da an: raus, raus und nochmal raus und Beweung.
Steine, Sand, Wasser und Matsche und viel frische Luft klingt doch echt paradisisch!
Puzzle und Spiele kann man an kalten Regentagen oder dunklen Wintertagen immer noch machen.
Spielen in der Natur ist genauso pedagogisch wertvoll und fördert sowohl die Fein- als auch Grobmotorik wunderbar!
Und Bücher liest man eben am Abend vorm Einschlafen.

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Ich bin auch so groß geworden. Immer nur draußen, immer in Bewegung und immer schmutzig. Ich habe es geliebt! Und meine Tocher liebt es genau so.
Dein Kind lernt draußen viel wichtigere Dinge als puzzeln. Es lernt Kreativ zu sein, kreative Lösungsansätze für „Probleme“ zu entwickeln, sich zu Bewegen und seinen Körper einzusetzen und noch viel mehr.
Lass dich nicht verunsichern. Du machst das toll. Und was gibt es schönesres als ein glückliches, ausgelastetes Kind. Lernstress bekommen die kleinen früh genug. Lass dein Kind Kind sein.

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Hi,

ich finde, es gibt nicht besseres für Kinder als Bewegung an der frischen Luft! Das macht müde, das fordert und fördert die Sinne, das sorgt für ein gutes Imunsystem, fördert das Körpergefühl, die Wahrnehmung, etc.

Still sitzen und sich konzentrieren müssen Kinder früh genug! Und auch die Zeit, wo man mehr drin machen kann /muss (wer spielt schon gerne im Schneestrum oder bei strömendem Regen draußen).

Außerdem muss nicht alles "pädagogisch wertvoll" sein! Es muss einfach auch Spaß machen. Man muss doch nicht alles so verbissen sehen. Die Kinder gehen ihren Weg - fördern, ja gerne, aber lasst sie Kind sein!

Ich finde, ihr macht das alles richtig.

LG
Kim

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Komische Freundin, die dich wegen so was gleich anfährt? Man kann ja unterschiedliche Meinungen haben und sich auch austauschen. Aber letztlich macht ihr es als Eltern so, wie ihr es für richtig haltet!

Meine Kids sind im Sommer nur draußen! Rein gehen wir erst, wenn es Zeit fürs Bad/vorlesen/ Bett ist! Ich staune da immer, wie kreativ die kinder sind! Mein fast 6 jähriger hat immer seinen Block dabei undversucht die Pflanzen und Käfer zu zeichnen, die er sieht oder spielt in der matschküche. Neulich haben wir ein Vogelhaus gebastelt und gemalt etc. etc. Es wird nie langweilig. Und das soll schlechter sein als ein Puzzle? Ich glaube nicht!

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