Normale Mutterliebe, extrem, wird das besser?

Hallo

Ich wende mich heute mal an euch weil ich mal neutrale Meinungen bzw Sichtweisen oder gerne Erfahrungen von außen brauche.

Zu mir, ich bin verheiratet und habe eine Tochter (3,5 jahre) und um sie bzw sie und mich geht es.

Von vorne
Als ich sie vor 3,5 jahren zur Welt brachte, war sie (natürlich) das schönste und wundervollste Baby der Welt.
Schon im kh, lies ich sie keine Sekunde aus den Augen.
Die zwei Nächte im KH schlief ich so gut wie gar nicht. Ich lag wach und bewachte sie regelrecht.
Als wir zu Hause waren hatte sie in den ersten 3 Monaten mit den typischen Koliken zu kämpfen und war nur auf meinem Arm zufrieden.
Sie schrie nicht sie war nur etwas unruhig aber auf meinem Arm schlief sie immer gleich ein.
Als meine Ez zuende ging und meine Tochter in die Kita '' musste'' wurde es schlimm für mich.
Ich hasste es sie an der Hand einer '' fremden '' Frau (Erzieherin) zu sehen. Überhaupt mit einer anderen Frau.
Die vielen Stunden die ich immer von ihr getrennt sein musste empfinde ich noch heute schlimm.
Früher dachte ich immer es wären die Hormone und/oder weil sie noch ein kleines Baby war.
Es ist aber bis heute nicht wirklich besser.
Ist es normal das man sein Kind tagsüber vermisst?
Ist es eher normal wenn man sich über den Ausgleich durch die Arbeit freut?
Ich weiß einfach nicht was noch '' normal '' ist oder ob es schon zu viel des guten ist.
Meine Familie zieht mich damit auf ich währe über behütend.
Und überhaupt wäre das alles bei uns zu'' eng'' .
Ich solle sie mehr '' laufen '' lassen.
Es ist jetzt auch nicht so, dass ich sie nichts alleine machen lasse.
Ich fühle mich nur einfach nicht wohl wenn ich sie nicht in meiner nähe habe.
Damit meine ich nicht mind 2m neben mir sonder wenn wir nicht an den selben Orten sind.
Ich muss dazu sagen das ich schon immer der ''typ'' dafür war.
Aich als ich noch mit meinem Mann alleine war.
Wir lieben es einfach so viel Zeit wie möglich miteinander zu verbringen. Natürlich macht auch jeder was für sich allein.
Ich fühle mich einfach am wohlsten, wenn ich meine liebsten immer um mich habe.

Ich habe nur Angst, dass ich meine Tochter quasi irgendwann damit '' erdrücken''.
Kann man irgendwas machen um entspannter zu werden?
Wird das von selber besser wenn die Kinder älter sind.?
Wer hat ähnliche Erfahrung und was hat euch geholfen entspannter zu werden.?
Freue mich auf Antworten und bitte bleibt nett.
Es ist für mich schon belasten genug.

Danke fürs lesen

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Hallo,

vorab, eine solche Mutter bin ich noch nie gewesen. Ich liebe meine Kinder (15&9), aber begluckt werden sie von mir nicht.
Bin bei beiden nach ca 14 Monaten wieder arbeiten gegangen. Wir hatten eine gute Tagesmutter. Ich wusste, dass es den Kindern dort gut geht.

Meine Kinder genießen sehr viel Freiheit, wie viel, bestimmen sie selbst. Bei uns gibt es wenige Einschränkungen, wir vertrauen unseren Kindern und das Vertrauen würde bisher nie missbraucht. Wenn was ist, kommen sie zu uns, wir sind immer im Gespräch und ich bin wahnsinnig stolz auf sie. Bisher total wohl geraten.

Aber ich kenne das aus dem Familienkreis in zwei Fällen und bei Freunden der Kinder anders. Eltern, die Klammern, die nicht loslassen können, die Ihr Kinder überwachen etc.
In der Familie sind zwei Kinder sehr unselbstständig, wissen nicht, was sie wollen und Mama schwirrt drumherum und betüdelt sie. Mein Mann und ich sind schockiert. Auch was wir von Freunden der Kinder hören, wo man die Eltern durchaus kennt. Das ist nicht unser.

Ich möchte, dass unsere Kinder selbstständig werden und ohne uns ihr Leben meistern können.

Deine Schilderungen finde ich schon extrem, da ich es bei meinen Schwägerinnen sehe und es den Kindern definitiv nicht gut tut.

Versuch dich ein wenig davon zu lösen, denn ich kann sagen, dass es mit zunehmendem Alter der Kinder nicht unbedingt besser wird.

VG

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Nachtrag: wenn meine Kinder weg sind, vermisse ich sie auch, freue mich aber sich auf gewisse egoistische Freiheiten und freue mich auf das Zurückkommen der Kinder, auf die Schilderungen ihrer Erlebnisse und den Stolz wieder etwas ohne Eltern gemeistert zu haben.

Meine Große darf beispielsweise mit Freunden in die Nachbarstädte (obwohl wir auch in einer sehr großen Stadt wohnen) mit dem ÖPNV fahren, zum Bummeln, Shoppen, ... Andere Freundinnen, die das nicht dürfen sind neidisch und würden auch gerne, dürfen aber nicht.

VG

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Ich war auch so....nicht sooooo extrem wie du aber auch nicht entspannt.
Als mein Sohn auf die Welt kam, wurde es besser.

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Hallo,

ich kenne seinen Zwiespalt mehr als gut.
Mein Kind ist jetzt zwar "erst" ein halbes Jahr, aber ich hasse es wenn sie wer anderes als unsere Vetrauenspersonen nehmen will.

Eins vorweg: sei hier vorsichtig und nehme dir nicht alles so zu Herzen.

So wie es dir ergeht, das versteht nicht jeder.
Ich habe auch im realen Eindruck dass man entweder eine Über- oder Rabenmutter ist.

Dieses Empfinden lässt sich nicht wegdrücken, man leidet auch wenn man versucht lockerer zu sein.

Ich hoffe, wenn unser Kind älter und eigenständiger wird dass es dann für mich auch besser wird. Aktuell schiebe ich es nämlich auch noch auf die Hormone und weil in der Wochenbettzeit etwas Einschneidendes passiert ist. Trotz allem bin ich auch eher introvertiert und am liebsten im Kreise meiner Lieben.

Kann es sein, dass bei dir auch etwas Traumatisches vorgefallen ist?

Hast Du mal mit wem Professionellen gesprochen? Das ist das einzige was ich dir raten kann.

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Vielen Dank für deine Antwort.
Du hast recht, es ist damals etwas passiert wo ich Todesangst um meine Tochter hatte.
Diese Bilder werde ich niemals vergessen und es ist sicher auch der Grund, warum ich so fühle bzw sie so sehr behüten will.
Ich hoffe du konntest dein Erlebnis verarbeiten.
Liebe Grüße

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Dann würde ich ganz dringend über eine therapie nachdenken, da bekommst du anregungen wie du in bestimmten situation besser handeln kannst,, und du hast ja ein schweres trauma aufzuarbeiten! Umso mehr du daa runterschluckst umso mehr kommts hoch, grad später in der pupertät kann das zu konflikten führen, deine familie sollte dich ernst nehmen, du hast festsitzende ängste.. Alles gute (bin selbst ergotherapeutin )

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Hallo,

für mich als Nicht-Mutter hört sich das alles ganz normal an.

Ich würde mir eher Sorgen machen, wenn du etwas anderes schreiben würdest.
Ich glaube es liegt in der Natur der Sache, dass man ein noch so kleines Kind am liebsten bei sich hat.

Das mit der Erzieherin hat mir meine Freundin, die heute 3 Kinder hat, auch bei ihrem 1. Kind erzählt, sie war regelrecht eifersüchtig auf sie, ihre Tochter hat ihre "Kindergarten-Tante" wohl vergöttert.

"Wir lieben es einfach so viel Zeit wie möglich miteinander zu verbringen."
Da bin ich genau bei dir, ich habe es am liebsten wenn die Familie zusammen ist.

LG

Nici

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Ich denke das es normal ist. ich habe meine Tochter nur den Omas und Papa abgegeben und bewusst nicht in die Krippe. Als sie dann mit 3 in den Kindergarten ging war das eine bewusste und gewollte Entscheidung für die Betreuung, ich fühle mich dort wohl (ja als Mutter muss man sich auch wohl fühlen und vertrauen in die Erzieher haben) und kann deswegen meine Tochter gut abgeben. Am Anfang habe ich sie trotzdem vermisst und war froh wenn ich sie abholen durfte. Jetzt ist sie 4,5 Jahre tagsüber wenn sie im Kindergarten ist vermisse ich sie nicht mehr. aber wenn sie anstatt der 5/6 normalen Stunden mal den ganzen Tag ohne mich unterwegs ist,dann vermisse ich sie trotzdem noch. Eine Übermutter bin ich trotzdem nicht, sie darf "alles"ohne mich machen und ich ermutige sie. Ich denke dass ein bisschen vermissen aber dazu gehört. Wahrscheinlich hast du sie damals (für dich) zu früh abgegeben und vermisst sie deswegen stärker?
LG
Bibabuba mit Maus (4,5) und Mäuschen (2,5)

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Ich habe eine ähnlich alte Tochter (3 Jahre und 4 Monate) und finde schon, dass sich eure Beziehung „zu eng“ für das Alter deiner Tochter anhört. Ich finde ich bin schon eher gluckig, kann es aber gut ab, wenn sie einen halben Tag in die Betreuung geht bzw. finde es sogar entlastend, da sie noch eine jüngere Schwester (fast 9 Monate) hat. Versuche doch mal in dich zu gehen und dich zu fragen an was es liegen könnte. Wirklich an diesem Ereignis? Dann versuche es aufzuarbeiten. Ich denke unsere Kinder kommen in ein Alter in dem sie immer mehr alleine machen Hobbys, Kindergeburtstage, Spielverabredungen und ich finde es gut und wichtig sie ziehen zu lassen. Ich könnte mir vorstellen, dass es deine Tochter spürt wie schwer es dir fällt. Versuche doch deiner Tochter zuliebe die Abnabelung zuzulassen. Sie ist und wird immer deine Tochter bleiben, auch wenn sie nicht immer physisch präsent ist.

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Ich finde dich völlig normal! Und ich bin dem lieben Gott dankbar, dass ich den Luxus hatte und 3 Jahre Elternzeit hatte. Für nichts auf der Welt hätte ich mein Kind unter 3 Jahren in eine Fremdbetreuung gegeben. Und auch danach hab ich mir viele Gedanken gemacht. Ich bin selbst Erzieherin und weiss, was für furchtbare Kollegen es gibt. Wie mit den Kindern umgegangen wird und wie ausgeliefert Kinder in Kitas sein können, wenn sie sich sprachlich noch nicht richtig äußern können und zu Hause davon erzählen.

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na super, das ermutigt einen ja sehr. Mein Kind geht demnächst mit 2 jahren in die Kita da ich mir keine 3 jahre Elternzeit leisten kann 😀

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Ich sehr absolut wie Du.
Es ist purer Luxus muss man sagen wenn man erst mit 3 fremdbetreuen lässt.

Ich bin so froh, dass unsere kleine richtig toll sprechen kann wenn sie im September in die Kita kommt.

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Ich weiß nicht, ob man was dagegen tun kann, bei mir ist es genauso aber ich empfinde es als "normal" bzw. würde es (noch) nicht ändern wollen. Im Krankenhaus hab ich die Kleine, so wie du, keine Sekunde aus den Augen gelassen. Sie kam direkt nach der Geburt zu mir und ich hab sie nicht mehr hergegeben. Jetzt ist sie 14 Monate alt und ich hab sie noch nie abgegeben. Ich finde es schön, wenn die Omas, Tanten... mit ihr spielen, aber ich würde sie nicht allein lassen. Dazu bin ich einfach noch nicht bereit aber irgendwann werd ich es sein 😉

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Hallo,
ich bin anders als du, kann meine Kinder recht gut loslassen und vermisse sie nur, wenn sie mal länger weg sind, also nicht schon während des Vormittags im Kindergarten oder ähnlichem. Trotzdem empfinde ich es nicht automatisch als etwas Schlechtes, wenn jemand schwerer loslassen kann oder einfach mehr Nähe braucht. Das ist ja auch menschlich.

Was ich allerdings wichtig finde, sind zwei Dinge:
1. Fühlt ihr euch wohl, wenn ihr so eng beieinander seid? Also nicht nur du, sondern auch dein Kind und Mann? Oder schränkt euch das als Familie irgendwie ein und belastet euch in manchen Situationen?

2. Gibst du deinem Kind die Freiheit, sich selbst auszuprobieren und auch andere Menschen und Situationen unvoreingenommen kennenzulernen oder vermittelst du ihm durch deine starken Gefühle unterschwellig oft drohende Gefahr oder Misstrauen anderen Menschen und Situationen gegenüber?

Gerade die zweite Frage erfordert mehr Objektivität sowie Selbstreflektion und ist nicht leicht zu beantworten.

Solange eine enge Bindung niemandem schadet oder ihn einschränkt, finde ich sie nicht schlimm. Wenn du aber ehrlich merkst, dass sie zuviel Raum einnimmt, solltest du deinem Kind zuliebe etwas ändern. Allein dass du dir die Frage stellst, lässt mich vermuten, dass du selbst merkst, dass das Ausmaß vielleicht nicht mehr ganz gewöhnlich oder gesund ist.

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Hallo
Erstmal vielen Dank für deine Antwort.

Zu deiner ersten Frage, wir fühlen uns alle sehr wohl so wie es ist.
Meine Tochter mag es auch am liebsten wenn wir alle drei zusammen sind.
Sie ist sehr emphatisch und kann sich sehr gut ausdrücken.


Zu deiner zweiten Frage
Natürlich kann ich das nicht zu 100% ausschließen auch wenn ich mir mühe gebe das meine Probleme bei mir bleiben aber Kinder haben ja sehr feine Antennen.

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