Später Elternschaft - Pro und Contra

Liebe alle,

ich habe vor ein paar Tagen im "Ungeplant Schwanger" Forum gepostet. Ich bin bald 43 und ungeplant schwanger mit unserem dritten Kind. Ich habe wanhsinnige Angst und Zweifel dieses Kind zu bekommen. Mein Mann ist bereits 46 und hat eine chronische Erkrankung. Sein Zustand ist derzeit gut, aber man weiss nie wie sich soetwas weiter entwickelt.

Wir haben schon zwei Kinder - 12 und 6 Jahre alt. Ich habe so Angst, dass ein Baby das ganze Familienleben auf den Kopf stellt. Wir sind im Moment ein sehr gut eingespieltes Team, unternehmen sehr viel, machen Reisen, gehen Skifahren und und und - alles was mit einem Baby einfach anders wäre. Ich möchte nur ungern das Leben unserer Kinder durcheinander bringen. Ganz abgesehen davon, wenn das Baby nicht gesund wäre - auch da steigt das Riskio in meinem Alter.

Und dann - auch die langfristigen Folgen - wie wird es in 10-15 oder 20 Jahren sein. Als 60 jährige Eltern von einem Teeanger. Kann man dem gerecht werden? Kann man überhaupt noch 3 Kinder mit dem Altersunterschied gerecht werden? Kann man einem Kind im hohen Altern noch das bieten was es braucht? Und was braucht man in dem Alter selber? Vielleicht mehr Ruhe und Zweisamkeit? Oder freut man sich doch, dass noch jemand da ist, nachdem die Großen schon ausgezogen sind?

Ich drehe mich im Kreis und komme auf nichts. Das Kind behalten oder nicht? Sich noch einmal trauen oder das Glück (das jetzt wirklich perfekt ist) lieber nicht mehr herausfordern? Mein Mann hat eine recht klare Meinung dazu - für ihn passt es so wie es gerade ist, er bräuchte kein weiteres Kind. Würde es aber mir zu Liebe nochmals auf sich nehmen auch wenn mit sehr wenig Begeisterung.

Mich würde sehr interessieren wie es euch in einer ähnlichen Situation gegangen ist. Wie seid ihr zu einer Entscheidung gekommen? Wie empfindet ihr mit Abstand von einigen oder vielen Jahren?

Danke für eure Antworten!

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Hallo,
vielleicht hörst Du erstmal auf, Dir alle möglichen Szenarien vor Augen zu führen und stellst Dir die eigentlich wichtige Frage.
Könntest Du mit einem Abbruch leben?
Erst wenn Du diese Frage für Dich mit „ja“ beantworten kannst, solltest Du Dir weitere Gedanken machen.

Meine persönliche Meinung:
Ich hatte bei jeder Schwangerschaft (mit 38 und 41) Zukunftsängste, negative Gedanken, Hindernisse und Bedenken in jeder Hinsicht, aber eben auch das Wissen, das wir alles schaffen, wenn wir es wollen.

Für mich ist das der einzige Problem am fortgeschrittenen Alter: das man dem Kopf und dem Verstand immer mehr Platz einräumt und beides sind die größte Bremsklötze!
Würde ich jetzt nochmal schwanger werden, wäre ich schockiert, hätte die gleichen Bedenken und alle haben ihre Berechtigung!
Aber obwohl ich mit einem Abbruch leben könnte, würde ich es bekommen. Warum? Weil es meins wäre, weil es ein Bruder/Schwester wäre, weil ich es lieben würde.
Und gerade weil es unser Leben aufmischen würde, ist es doch schön zu sehen, was für eine Familie man ist, wenn sich der Staub gelegt hat.

Ich wünsche Euch alles Gute bei der Entscheidung! So oder so!

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Hallo,

Ich glaube es ist schwer dir zu raten, da hier niemand in deinen Schuhen steckt. Vielleicht hilft es dir, dir vorzustellen wo du in einem Jahr, in fünf Jahren und in 15 Jahren stehst. Welche Bilder kommen da auf. Kannst du positive oder negative Gefühle dazu entwickeln?

Ich habe hier leider schon Beiträge gelesen, die sehr verurteilend gegen Eltern ü40 waren. Ich persönlich finde es völlig unangemessen, sich ein Urteil über andere zu bilden, weil diese nicht meiner idealen Vorstellung von Eltern entsprechen.

Es kommt nur darauf an, ob dein Mann und du es euch vorstellen könnt. Wenn nicht, braucht ihr euch nicht zu rechtfertigen, wenn doch auch nicht. Schon gar nicht müsst ihr jemanden um Erlaubnis fragen.

Ich bin eine späte Mutter und ich kann sagen, dass es das beste ist was mir passieren konnte. Ängste und Zweifel hatte ich anfangs auch aber das hat sich recht schnell gelegt.

Alles Gute für euch

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Hallo,

Ich habe Deinen Beitrag schon vor ein paar Tagen gelesen. Du schriebst, du hättest dich schon gegen das kind entschieden.
Zu mir: ich bin 41 jahre alt und habe just Nummer drei bekommen. Meine anderen kinder sind 12 und 9 jahre alt. Für mich war es ein absolutes Wunschkind für meinen Mann nicht. Er sagte selbiges wie Du, aber nun ist es da und wir alle lieben dieses Baby. Es ist kerngesund und meine Tochter ist eine tolle große Schwester.
Da Du zweifelst und sehr h

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Hallo,

Ich habe Deinen Beitrag schon vor ein paar Tagen gelesen. Du schriebst, du hättest dich schon gegen das kind entschieden.
Zu mir: ich bin 41 jahre alt und habe just Nummer drei bekommen. Meine anderen kinder sind 12 und 9 jahre alt. Für mich war es ein absolutes Wunschkind für meinen Mann nicht. Er sagte selbiges wie Du, aber nun ist es da und wir alle lieben dieses Baby. Es ist kerngesund und meine Tochter ist eine tolle große Schwester.
Da Du zweifelst und sehr harderst, denke ich, Du wirst eine Abtreibung bereuen. Es gibt mittlerweile gute Pränataldiagnostik. Sollte die negativ ausfallen, kannst Du immer noch entscheiden.
Wir sind sehr glücklich nun zu fünft. Krank werden kann man(n)/frau immer, in jedem Alter.
Lass Dich beraten bei Pro familia.

Alles Gute Euch!

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Hallo,
ich kann nur aus der Sicht des Kindes sprechen: meine Mama war 42 als ich geboren wurde. Ich war aber ein Wunschkind, sie wollten nach zwei Jungs (zur Geburt beide fast 20) unbedingt noch ein Mädchen. Ein Jahr vorher war es eine Fehlgeburt, noch ein Versuch gaben sie sich dann kam ich. Als Kind und auch später als Teenie hab ich nie was vermisst, im Gegenteil, sie waren oft lockerer als andere Eltern was das weggehen usw betraf. Ich weiß aber aus Erzählungen dass meine Brüder zB absolut nicht mit der Geburt einverstanden waren und fanden es peinlich & unangenehm und sich auch einige Freunde abgewendet haben. Und was mir schon als kleines Kind bewusst war und ich sehr ungerecht fand: dass andere Kinder länger was von ihren Eltern haben weil die eben jünger sind. Heute sind meine Eltern fast 70, super fit und wir haben ein enges Verhältnis. Sie lieben meinen Sohn über alles und unternehmen viel mit ihm. Sie sagen selbst sie sind froh über die Entscheidung durch mich sind sie jung geblieben. Auch haben sie die Unternehmungen trotz Baby einfach weitergemacht: Urlaub mit dem Wohnmobil usw, es ist alles möglich!

Viele liebe Grüße 🌼

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" Mein Mann hat eine recht klare Meinung dazu - für ihn passt es so wie es gerade ist, er bräuchte kein weiteres Kind. Würde es aber mir zu Liebe nochmals auf sich nehmen auch wenn mit sehr wenig Begeisterung."

Ich finde, dein Mann macht es sich ziemlich einfach.
Warum hat er dann "dir zuliebe" nicht einfach verhütet? :-[

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Das fiel mir auch als erstes ein. Er HAT bereits ein weiteres Kind.

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Ich selbst bin vor 8 Monaten zum zweiten Mal Mutter geworden mit 35, mein Mann ist jedoch 44. Unser Großer wird dieses Jahr 10.
Wir haben es uns davor gut überlegt und fanden, dass ein weiteres Kind unsere Familie komplett machen würde.

Allerdings hätte ich (für mich) großen Respekt vor einer weiteren Schwangerschaft mit 40, ich muss sagen, dass ich die 10 Jahre zwischen den Schwangerschaften schon gemerkt habe. Wobei ich aber auch jetzt die Vorteile sehe bei der Erziehung - ich bin ruhiger, gelassener, erfahrener. Dasselbe gilt natürlich auch für meinen Mann.

Meine Schwägerin hat mit 41 übrigens ihr 4. Kind bekommen (das Älteste ist 14), ist quietschfidel durch die Schwangerschaft gekommen, hat nebenbei noch ein Haus gebaut und macht seit der Kleine im KIGA ist, eine Fortbildung. Ich bewundere sie für ihre Energie, deshalb finde ich es schwierig, dir etwas zu raten, wir alle sind verschieden.

Ich wünsche Euch alles Gute und dass Ihr den für Euch geeigneten Weg findet :)

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Ich habe mein erstes Kind mit 34 und mein zweites mit 38 Jahren bekommen. Beim ersten Kind hatte ich einfach zuvor keinen Kinderwunsch verspürt und habe das Ganze aufgeschoben. Das zweite kam so spät, weil mein Sohn schon immer sehr anstrengend war und wir daher bewusst einen größeren Abstand wollten. Meiner Meinung nach hat es sowohl Vor- als auch Nachteile, wenn man spät Kinder bekommt. Der Vorteil ist, dass man schon viel erlebt hat und die finanzielle Situation meistens besser als in jungen Jahren ist. Allerdings merke ich selbst schon, dass mein Nervenkostüm immer dünner wird und ich nicht mehr so viel Geduld habe wie früher. Außerdem sind die Großeltern bei uns schon so alt (76 und 80), dass sie die Kinder aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr betreuen können. Daher können wir abends nie weggehen und es ist auch schwierig für mich, Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren. Daher bereue ich es manchmal, dass ich nicht früher Kinder bekommen habe.

Ansonsten kenne ich viele Ü40-Mütter, die je nach Persönlichkeit des Kindes besser oder schlechter damit zurechtkommen. Ich kenne allerdings auch welche, die ihr Kind den ganzen Tag in den Kindergarten oder die Nachmittagsbetreuung geben, weil sie es nervlich ansonsten nicht packen würden. Eine Mutter aus dem Kindergarten hat auch mit Anfang 40 noch ungeplant einen Nachzügler bekommen und findet es schade, dass sie dadurch ihre Freiheit praktisch wieder aufgeben musste. Ich kenne aber auch eine Mutter, die mit Ende 30 bzw. Anfang 40 noch 4 Kinder bekommen hat. Die hat gar keine Probleme, lässt sich aber auch durch nichts aus der Ruhe bringen.

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Hallo, ich war 42, als unser 5. Kind kam, mit einem Abstand von 8 Jahren zu unserer 4. Eines meiner Kinder ist schwer chronisch krank und schwerbehindert.
In der Schwangerschaft, besonders am Anfang, hatte ich große Ängste, fühlte mich schon zu alt für das Kind, wusste nicht, wie es mit 4 Schulkindern und Säugling funktionieren sollte...
Meine Ängste waren alle unbegründet! Die Jüngste ist bis auf ein Asthma gesund, den Großen hat das Baby gut getan, ich fühle mich selbst wieder viel jünger durch dieses Kind, und besonders unser schwer krankes Kind hat durch das Baby am meisten profitiert. Damals hatte er das Problem, dass er sich aufgrund seiner Erkrankung kaum traute, auf andere Menschen zuzugehen und mit anderen zu sprechen, Kontakt zu knüpfen...Aber mit seiner kleinen Schwester als "Mutmachbaby" auf dem Arm, klappte es gut und er hatte dadurch eine sehr enge Beziehung zu ihr, kümmerte sich sehr intensiv um sie...
Das war alles vorher für mich nicht absehbar, aber für uns als Familie war unsere kleine Nachzüglerin das Beste, was uns passieren konnte!

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Das ist aber eine hübsche Geschichte. Toll, wie es bei euch gelaufen ist.

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